Aktualisiert: 13.01.2021 - 17:47

Niesreiz und Nasenbluten Corona-Test: Damit müssen Sie beim Nasenabstrich rechnen

Coronavirus-Test: Wichtige Fragen geklärt

Coronavirus-Test: Wichtige Fragen geklärt

Beschreibung anzeigen

Ein Covid-Test kann sowohl im Rachen als auch in der Nase gemacht werden, mittlerweile oft an beiden Stellen. Dabei beschreiben die meisten den Nasenabstrich als besonders unangenehm. Die Schleimhaut nimmt dabei einen gewissen Schaden. Wie schlimm kann das werden?

Wer sich schon einmal durchs Naseputzen oder auch durch exzessives in der Nase bohren eine Verletzung in der Nase zugezogen hat, weiß, wie unangenehm so etwas sein kann. Ein Wattestäbchen ganz tief in der Nase ist aber noch einmal ein ganz anderes Kaliber. Genau das passiert aber beim Corona-Test. Der Nasenabstrich gehört mittlerweile zum Standard, da das Virus sich nebst Rachen vor allem dort tummeln kann. Das Teststäbchen muss dazu aber sehr weit in die Nase hineingeschoben werden. Das ist unangenehm und bisweilen auch schmerzhaft und kann auch zu Nasenbluten führen. Wer es noch nicht hinter sich hat, hat oft Angst vor dem Gefühl. Umso besser zu wissen, was beim Corona-Nasenabstrich auf sie zukommt und wie häufig Probleme überhaupt sind.

Corona-Nasenabstrich: Das sind die häufigsten Probleme

Ganz spurlos geht der Nasenabstrich wohl an niemandem vorüber. Schließlich sitzen in der Nase ganz viele Nerven und die Schleimhaut ist sehr empfindlich. Wird ein Fremdkörper eingeführt, der dann auch noch an der Schleimhaut herumkratzt, führt das unweigerlich zu kleinen, oberflächlichen Verletzungen und einer Art "Abtrocknen" der Schleimhaut im Abstrich-Bereich. Bis die Schleimhaut wieder feucht genug ist, bleibt bei vielen sogar ein Fremdkörpergefühl zurück – das heißt, sie haben auch nach dem Abstrich noch für einige Minuten das Gefühl, es stecke was in der Nase. Nicht selten führt das auch zu Niesreiz. Vor allem im Winter könne das durch die kalte und trockene Luft sogar noch verstärkt werden, erklärt der HNO-Arzt Bernhard Junge-Hülsing aus Starnberg gegenüber der "B.Z.".

In manchen Fällen kann es auch zu Nasenbluten nach dem Nasenabstrich kommen – insbesondere dann, wenn das Teststäbchen an die Nasenscheidewand stößt. Denn hier sind die Schleimhäute besonders gut durchblutet, so dass selbst eine leichte Verletzung, also ein leichter oberflächlicher Kratzer, schon zu Nasenbluten führen kann. In der Regel hört dies aber nach wenigen Minuten wieder auf.

Theoretisch können durch den Tupfer auch schwerere Verletzungen möglich sein, insbesondere, wenn der Test nicht durch Fachpersonal durchgeführt wird. Dann kann es etwa zu schwererem Nasenbluten kommen. Hin und wieder wird die Befürchtung von Verletzungen an der Schädelbasis angesprochen. Laut dem Neurologen Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, kann dies jedoch normalerweise nicht passieren: "Zwischen Gehirn und Nase sind unter anderem Knochen und Hirnhaut – eine Schädigung durch Abstrichröhrchen ist unmöglich", schrieb er der Faktencheck-Gruppe "Correctiv". Dennoch gab es einen Fall, bei dem bei einer Frau in den USA nach dem Abstrich Hirnflüssigkeit ausgetreten sein soll. Solche schweren Verletzungen seien aber laut Junge-Hülsing "sehr, sehr selten". In diesem Fall war der Grund dafür, dass die Amerikanerin bereits vorher an einer sogenannten Enzepahlozele gelitten hatte. Das ist eine kleine Lücke im Schädel, durch die Hirnteile nach außen dringen können. Bisher ist das übrigens der weltweit einzige dokumentierte Fall dieser Art.

Wichtigste Schutzmaßnahme: Korrekte Abstrichtechnik

Dennoch zeigt das, warum ein Corona-Test, insbesondere der PCR-Test, immer von Profis durchgeführt werden sollte. Bei korrekter Durchführung verursacht ein solcher Test keine schweren Verletzungen.Wer etwa im Rahmen eines Antigen-Schnelltests selbst Hand anlegt, sollte laut Junge-Hülsing so vorgehen:

  • Am Nasenboden auf Höhe des Gehörganges gerade nach hinten schieben – ganz vorsichtig. Man muss rund sechs Zentimeter tief in die Nase hinein, damit der Nasen-Rachen-Raum erreicht wird. "Dort ist die höchste Viruskonzentration."
  • Tupfer auf keinen Fall Richtung Nasenrücken nach oben in die Nase einführen!

Wichtig: Sollte es zu Nasenbluten kommen, das stark ist und/oder nicht nach ein paar Minuten wieder aufhört, bitte einen Arzt aufsuchen! Dann ist eventuell ein größeres Gefäß verletzt, das dann ärztlich verödet werden muss. Ansonsten: Nasenbluten stoppen: die 9 besten Tipps!

Wer an Nasennebenhöhlenproblemen leidet oder bekannte Erkrankungen im Schädelbereich hat, etwa durch einen Unfall, oder wer unter starkem Bluthochdruck leidet, sollte dies vor dem Test ankündigen. Die Alternative des Rachentests kann in dem Fall wesentlich angenehmer sein – wenn auch möglicherweise etwas ungenauer.

Einen Tipp gegen den Niesreiz gibt es übrigens: Direkt nach dem Abstrich Nasensalbe um den Naseneingang reiben und dann hochziehen - "ähnlich wie Schnupftabak", sagt Junge-Hülsing.

______________

Tief in die Nase geht's übrigens bei vielen auch ohne Teststäbchen – mit dem Finger. Da kommt die Frage auf: Ist Popeln eigentlich ungesund?

Nebst PCR-Tests sollten übrigens auch die Schnelltests am besten von geschultem Personal durchgeführt werden. Diese Tests allein sind übrigens immer noch zu ungenau für ganz klare Aussagen. Doch sie eignen sich dennoch für einen groben Überblick: Antigen-Schnelltests können Virenschleudern identifizieren. Und auch das ist im Kampf gegen das Coronavirus ein wichtiger Schritt.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Marke der FUNKE Mediengruppe