Aktualisiert: 07.01.2021 - 09:25

Den gibt's ja auch noch Corona-Impfstoff: Curevac will sich mit Bayer zusammentun

So funktionieren mRNA-Impfstoffe

So funktionieren mRNA-Impfstoffe

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Mit Curevac arbeitet ein weiteres deutsches Unternehmen an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Doch der befindet sich noch in einer Studienphase. Deshalb will sich der Tübinger Biopharma-Entwickler nun mit dem deutschen Chemieriesen Bayer zusammentun – um zu erreichen, dass sich bis Sommer alle Impfwilligen impfen lassen können.

In Deutschland schaut derzeit jeder auf den Pharmakonzern Moderna, der mit seiner Zulassung die Impfstoff-Knappheit zumindest abpuffern könnte. Doch damit wirklich alle, die wollen, bis Sommer geimpft werden können, wären weitere Corona-Impfstoffe wichtig. An einem arbeitet das Tübinger Unternehmen Curevac – und das will das Sommerziel unbedingt erreichen. Darum will Curevac mit dem Chemiekonzern Bayer eine "nationale Impfallianz" gründen.

"Nationale Impfallianz": Curevac will mit Bayer schneller Impfstoff-Marktreife erreichen

Man wolle bei der Weiterentwicklung, der Produktion und dem Vertrieb eines Corona-Impfstoffes zusammenarbeiten, um den Impfstoff nach einer Zulassung möglichst schnell und auch breit dem Markt zur Verfügung stellen zu können. Das berichtet das Nachrichtenportal "The Pioneer", dessen Bericht der Deutschen Presseagentur (dpa) mittlerweile in Regierungskreisen bestätigt wurde.

Die Impfsituation in Deutschland wurde zuletzt stark kritisiert, woraufhin Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ankündigte, man wolle bis Sommer allen Impfstoff zur Verfügung stellen, die sich impfen lassen wollen. Doch auch wenn jetzt der zweite Impfstoff zugelassen worden ist, wäre dieses Ziel sportlich. Das Vakzin von Curevac und Bayer könnte hier durchaus entscheidend sein. Die "nationale Impfallianz" könne laut "The Pioneer" die Impfsituation in Deutschland beschleunigen und helfen, das Sommer-Ziel zu erreichen.

In Regierungskreisen bereits besprochen

Über die Kooperation haben dem Bericht zufolge bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel, Jens Spahn sowie Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Kanzleramtschef Helge Braun und Vizekanzler Olaf Scholz am Mittwochmorgen gesprochen. Das Ziel sei, dass das Biotech-Unternehmen von der Organisations- und Logistikmacht des Chemie-Großkonzerns profitiere. Man denke auch darüber nach, den Curevac-Impfstoff in einem US-Werk von Bayer produzieren zu lassen.

Das ist der Curevac-Impfstoff

Der Impfstoff von Curevac ist, wie die Vakzine von Biontech und Pfizer sowie von Moderna, ein mRNA-basierter Impfstoff. Ein Vorteil wäre, dass "CVnCoV" auch bei Standard-Kühltemperaturen von +5 °C laut Herstellerangaben mindestens drei Monate lang stabil bleiben und damit viel leichter transportiert und gelagert werden kann als etwa der Impfstoff von Biontech und Pfizer, der Lagertemperaturen von unter -70 °C verlangt.

Seit Dezember läuft die klinische Phase-III-Studie, die für die Zulassung in Europa relevant ist, mit über 35.000 Teilnehmern. Erste Ergebnisse erhofft sich das Unternehmen laut früheren Angaben eines Sprechers gegen Ende des ersten Quartals 2021. Sollte der Impfstoff von der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA zugelassen werden, würde die Allianz mit Bayer die nachfolgenden Schritte bis zur Marktverteilung rapide beschleunigen können. Derzeit zeigt sich, dass auch bei zugelassenen Impfstoffen, insbesondere bei den kompliziert herzustellenden mRNA-Impfstoffen, die Produktion ein Nadelöhr sein kann. Biontech arbeitet zusammen mit Pfizer derzeit daran, die Produktionskapazitäten zu erhöhen. Doch einfach ist das nicht.

Derzeit sind übrigens noch weitere Vakzine gege das Coronavirus in der Entwicklung: Was ist eigentlich mit den anderen Impfstoffen?

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