04.01.2021 - 11:28

AstraZeneca arbeitet nicht nur an Impfung Dieses Sofort-Medikament gegen Corona könnte schon bald kommen!

Bei dem immun machenden Medikament gegen Covid-19 von AstraZeneca wird mit Antikörpern gearbeitet, die u.a. von bereits genesenen Covid-19-Patienten stammen.

Foto: Getty Images/Thana Prasongsin

Bei dem immun machenden Medikament gegen Covid-19 von AstraZeneca wird mit Antikörpern gearbeitet, die u.a. von bereits genesenen Covid-19-Patienten stammen.

Bis der Corona-Impfstoff uns alle erreichen und schützen kann, wird noch einige Zeit vergehen – zumal sich der Impfschutz erst einmal innerhalb mehrerer Tage aufbauen kann. Das Pharmaunternehmen AstraZeneca arbeitet aber derzeit an einer Alternative: einem Antikörper-Medikament, das sofort immun gegen Covid-19 machen könnte.

Nicht nur an Impfstoffen gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 wird hart gearbeitet. Auch an Medikamenten gegen Covid-19 wird weiter geforscht. Ein Unternehmen macht gleich beides. Bis deren Impfstoff bei uns zugelassen ist, könnte sich ein neues Medikament bereits ebenfalls auf dem Weg befinden: AstraZeneca entwickelt ein Medikament, das sofort immun gegen Covid-19 machen und damit Impf-Engpässe in Krankenhäusern und Pflegeheimen ausgleichen könnte. Und es könnte möglicherweise schon bald zugelassen werden.

Corona-Medikament von AstraZeneca könnte sofort immun machen

Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca ist derzeit vor allem aufgrund seines Corona-Impfstoffes in aller Munde. Das Vakzin, anders als die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna ein eher klassischer Impfstoff, entwickelt das Unternehmen zusammen mit der Oxford-Universität, weshalb es auch gerne "Oxford-Vakzin" genannt wird. In mehreren Staaten, unter anderem Großbritannien und Kanada, ist der Impfstoff schon zugelassen, in der EU noch nicht. Hier erwarten Experten, dass sich die Europäische Arzneimittelbehörde EMA gleich nach Zulassungsberatungen des Moderna-Impfstoffes mit beschäftigen. In der Zwischenzeit könnte ein weiteres Mittel aus dem Hause AstraZeneca in den Fokus rücken.

Geforscht wird nämlich auch am Medikament AZD7442. Und das soll sofort nach der Gabe eine Erkrankung mit Covid-19 verhindern können. Das wäre Experten zufolge eine wichtige Ergänzung zu den zugelassenen Impfstoffen.

Warum das Medikament ergänzend zur Impfung hilfreich wäre

Impfungen entfalten ihre Schutzwirkung meist erst einige Zeit nach dem Pieks – in manchen Fällen, wie beim Impfstoff von Biontech und Pfizer baut sich der Schutz sogar so richtig erst nach der zweiten Impfung auf. Es kann daher durchaus mehrere Wochen dauern, bis der Körper genügend Antikörper produziert hat, damit das Immunsystem bei Kontakt mit dem Erreger reagieren und die Erkrankung verhindern kann. Angesichts der weltweit hohen Infektionszahlen könnte das ein Problem werden. Denn auch wer geimpft ist, kann sich in den Tagen nach der Impfung durchaus noch infizieren und schwer erkranken. Das Medikament von AstraZeneca könnte genau das verhindern – bis der Impfschutz aufgebaut ist.

Eine Rolle könnte das übrigens auch angesichts der Impfstoff-Knappheit spielen. Daher wird derzeit diskutiert, ob Impfdosen für die zweite Impfung aufgespart werden – oder an noch nicht Geimpfte verteilt werden sollen.

Finale Studie fast abgeschlossen

Für das Medikament wird eine Kombination aus zwei langlebigen Antikörpern genutzt. Diese sind bereits genesenen Covid-19-Patienten entnommen bzw. im Labor hergestellt worden.

"Wenn wir nachweisen können, dass diese Behandlung funktioniert und verhindert, dass Menschen, die dem Virus ausgesetzt sind, weiter an COVID-19 erkranken, wäre das eine spannende Ergänzung des Arsenals an Waffen, die zur Bekämpfung dieses schrecklichen Virus entwickelt werden", zitiert die britische Zeitung "The Guardian" die Virologin Dr. Catherine Houlihan vom University College London Hospitals NHS Trust (UCLH). Sie leitet eine Studie zum Medikament AZD7442, die auf den klangvollen Namen "Storm Chaser" (deutsch: Sturmjäger) hört.

Das Medikament wird bereits seit Ende August 2020 an Freiwilligen getestet. Dafür hatte das Unternehmen mit der US-Regierung kooperiert. Die dritte Studienphase, und damit die letzte, läuft seit Mitte Oktober 2020, wie u.a. die Pharmazeutische Zeitung berichtete. Hierbei wird das Mittel an insgesamt über 6.100 Menschen auf Wirksamkeit und Sicherheit getestet.

Notzulassung noch dieses Quartal?

Da die Zulassung bei Medikamenten oft schneller vonstatten gehen kann als bei Impfstoffen, erhoffen sich die Forscher eine Notfallzulassung bereits in diesem Frühjahr – sollte das Medikament sich anhand der derzeit laufenden finalen Studie als sicher und wirksam beweisen. Dann könnte es, so der "Guardian" schon in Pflegeheimen oder bei Patienten im Krankenhaus zum Einsatz kommen, um sie bis zum ausgebildeten Impfschutz vor einer schweren Erkrankung zu schützen.

Weiterhin wird übrigens untersucht, ob das Medikament auch Immungeschwächte besser schützen kann. Dafür läuft am Londoner UCLH eine weitere Phase-III-Studie. Sollte dies der Fall sein, könnten auch Krebspatienten oder andere Patienten mit immunschwächenden Krankheiten oder Therapien besser geschützt werden, obwohl sie nicht geimpft werden können.

Übrigens gibt es noch weitere vielversprechende Corona-Medikamente – eines könnte sogar die Übertragung verhindern.

Rund um die Impfungen gibt es noch jede Menge andere Diskussionen: etwa ob Geimpfte Sonderrechte eingeräumt bekommen. Dabei stellen sich viele die Frage, ob sie sich überhaupt impfen lassen wollen. Wir räumen mit den größten Impfmythen auf. Klar ist aber: Auch Impfstoffe werden die Pandemie nicht schlagartig beenden. Ein wenig Solidarität – sowohl bei bereits Geimpften als auch bei Ungeimpften ist daher weiterhin gefragt. Wir sollten uns und unsere Mitmenschen daher auch weiterhin mit Abstand, Hygiene, Mundschutz und Lüften gegen das Coronavirus schützen.

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