Aktualisiert: 03.01.2021 - 20:02

Deutsche Herzstiftung rät zur Impfung Herz-PatientIn? Darum sollten Sie sich gegen Corona impfen lassen

Die Deutsche Herzstiftung rät Herz-Kreislauf-Patient*innen: Lassen Sie sich gegen Corona impfen – aus diesen Gründen!

Foto: Getty Images/Kilito Chan

Die Deutsche Herzstiftung rät Herz-Kreislauf-Patient*innen: Lassen Sie sich gegen Corona impfen – aus diesen Gründen!

Die Impfung gegen das Coronavirus schützt insbesondere vor schweren Verläufen – und diesen sind insbesondere Menschen mit Vorerkrankungen ausgesetzt. Die Herzstiftung rät daher allen Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen – aus diesen Gründen:

Seit Ende Dezember ist mit dem Vakzin von Biontech und Pfizer der erste Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 in Deutschland zugelassen – die Impfungen haben bereits begonnen. Zwar werden zuerst Bewohner von Pflegeeinrichtungen versorgt, bald jedoch sollen weitere Personen mit hohem Risiko für schwere Verläufe der Krankheit Covid-19 folgen – darunter auch viele Herz-Kreislauf-Patient*innen. Und gerade die sollten die Corona-Impfung wahrnehmen, rät die Deutsche Herzstiftung.

So funktionieren mRNA-Impfstoffe
So funktionieren mRNA-Impfstoffe

Darum sollten sich Herz-Kreislauf-PatientInnen gegen Corona impfen lassen

"Jeder sollte diese Gelegenheit zur Impfung und zum Schutz vor Krankheit und Tod durch COVID-19 wahrnehmen", betont dazu der Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. "Auch um die Corona-Pandemie mit ihren bedrohlich hohen Infektions- und Sterberaten unter Kontrolle zu bringen, ist eine hohe Beteiligung der Bevölkerung an der Corona-Impfung unverzichtbar."

Menschen, die an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, erleiden häufiger einen schweren Covid-19-Verlauf als gesunde Personen. Genau davor aber kann die Impfung schützen. Bisher ist in Deutschland der Impfstoff BNT162b2 zugelassen, voraussichtlich folgt bald die Zulassung für den Impfstoff von Moderna, "mRNA-1273". Beide Vakzine sind sogenannte mRNA-Impfstoffe, die in den Studien vor der Zulassung enorm hohen Impfschutz gezeigt haben: Beide Impfstoffe können zuverlässig vor einer Covid-19-Erkrankung schützen. Dabei können sich Geimpfte zwar trotzdem infizieren, die Krankheit bricht aber nicht oder nur leicht aus.

Nutzen-Risiken-Abwägung: Der Nutzen der Impfung überwiegt!

Bisher hält sich die Impfbereitschaft der Deutschen allerdings in Grenzen – das geht auch an der Deutschen Herzstiftung nicht vorbei. Umso wichtiger ist eine gute, gesunde Aufklärung. Nicht nur die augenscheinlich schnelle Entwicklung der Impfstoffe irritiert viele. Auch Meldungen über Nebenwirkungen oder allergische Reaktionen durch die Impfungen aus Großbritannien und den USA sorgen für Unmut.

Doch mRNA-Impfstoffe befinden sich schon seit den 1990ern in der Entwicklung – und nie zuvor wurden Impfstoffe an so vielen Menschen getestet wie in diesem Jahr im Falle der Vakzine gegen Sars-CoV-2.

Dass Nebenwirkungen bei Impfungen auftreten, ist nicht ungewöhnlich, erklärt Meinertz: "Solche Nebenwirkungen kommen nicht unerwartet und entsprechen Impfreaktionen, wie sie auch bei anderen Impfungen gegen Viruserkrankungen, beispielsweise der Impfung gegen das Influenza-Virus, auftreten können." Auch, wenn es vereinzelte schwere Nebenwirkungen wie anaphylaktischen Schock gegeben hat, so sind dies Einzelfälle, zumal bei Menschen, denen bereits bekannt war, dass sie stark allergisch auf bestimmte Stoffe reagieren. In allen Fällen wurde schnell gehandelt – bei Allergikern werden besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

"Auch bei Impfungen gilt der Grundsatz: keine Wirkung ohne Nebenwirkung", betont Meinertz: "Wobei immer gewährleistet sein muss, dass der Nutzen die eventuellen Nebenwirkungen bei Weitem überwiegt." Und das, so Meinertz, sei bei Covid-19, einer Krankheit, die viele Todesfälle und Langzeitfolgen in bisher ungeahnten Maßstäben mit sich bringt, gegeben. Es ergebe sich eine vernünftige Konsequenz: den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu folgen und sich impfen zu lassen. Das hebt die Deutsche Herzstiftung ausdrücklich hervor. "Impfzentren sind auf den Umgang mit seltenen Nebenwirkungen vorbereitet", fügt Meinertz hinzu.

Bedenken ausmerzen und Vertrauen schaffen: Das wissen wir über die Impfstoffe

Wichtig für das Vertrauen ist die Transparenz. Damit der Impfschutz voll wirkt, sind im Falle des Biontech/Pfizer-Impfstoffes zwei intramuskulär zu verabreichende Impfstoffdosen in einem Mindestabstand von 21 Tagen notwendig. Insbesondere nach der zweiten Impfung kann es zu kurzzeitigen auffälligen Nebenwirkungen kommen: Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Müdigkeit. All diese Nebenwirkungen sind bereits von anderen Impfungen bekannt und verschwinden nach wenigen Stunden wieder. Wichtig ist nach der Impfung daher: Gönnen Sie sich ein paar Stunden Ruhe.

Und übrigens: Langzeitfolgen sind Folgen, die Betroffene über lange Zeit beeinflussen. Auch sie treten aber bereits frühzeitig nach der Impfung auf, in der Regel spätestens nach zwei Wochen. So können auch solche Folgen aufgrund der aufschlussreichen Daten durch die vielen Testpersonen wahrscheinlich so gut wie ausgeschlossen werden.

Unklar ist währenddessen noch, ob Geimpfte das Virus im Infektionsfall noch an Ungeimpfte weiterverbreiten können und wie lange der Impfschutz anhält. Das erste Hauptziel – Schutz vor schwerer Erkrankung – wird aber erreicht.

Gleichzeitig machen derzeit Meldungen über neue, ansteckendere Mutationen des Impfstoffes die Runde. Auch, wenn solche Meldungen aufgrund höherer Infektionszahlen und damit möglicherweise einer steigenden Zahl schwerer Fälle beunruhigend sind, so sind die Mutationen nach bisherigen Erkenntnissen jedoch so gering, dass die Impfstoff-Wirkung dadurch nicht beeinträchtigt wird. Das ist übrigens ebenfalls ein Vorteil der mRNA-Impfstoffe: Sie greifen breiter.

Die Deutsche Herzstiftung steht dazu im ständigen, engen Austausch mit Expert*innen, um wichtige Fragen zur Impfthematik schnell und auch speziell für Herz-Kreislauf-Patient*innen zu klären. Die Herzstiftung bietet Herz-Kreislauf-Patient*innen weitere Informationen rund um die Corona-Impfung hier.

Quellen:

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