Aktualisiert: 27.12.2020 - 10:33

Früherkennung: Symptome richtig deuten Schlafstörungen können Demenz schon Jahre vorher ankündigen

Von der Redaktion

Demenz frühzeitig erkennen - Das sind die Symptome von Alzheimer und Co.

Demenz frühzeitig erkennen - Das sind die Symptome von Alzheimer und Co.

Vorstellung von Symptomen und Anzeichen die auf Demenz hindeuten könnten.

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Demenz und Alzheimer sind Diagnosen, die so schnell wie möglich gestellt werden müssen, damit Betroffene so lange wie möglich Lebensqualität behalten können. Forscher fanden jetzt ein Frühwarnzeichen, das die neurodegenerativen Erkrankungen bereits viele Jahre zuvor ankündigen kann. Und das hat mit dem Schlaf zu tun.

Sind die Symptome bereits stark ausgeprägt, ist es meist zu spät für eine wirklich hilfreiche Behandlung. Meist fällt die Diagnose Alzheimer bzw. Demenz aber erst dann. Dabei gibt es tatsächlich ein paar Demenz-Frühwarnzeichen. Eines davon sind Schlafstörungen. Wie unser Schlafverhalten eine drohende Alzheimer-Erkrankung ankündigen kann, haben Neurowissenschaftler aus Kanada herausgefunden.

REM-Schlafstörung kann Demenz-Risiko stark erhöhen

Die Forschenden der Universität Toronto haben herausgefunden, dass Menschen, die im Traum ständig um sich schlagen oder treten ein um 80 bis 100 Prozent höheres Risiko haben, im späteren Lebensverlauf eine neurodegenerative Störung zu entwickeln. Neben Demenz und der Unterart Alzheimer gehört dazu etwa auch Parkinson.

Ein solches Schlafverhalten deutet den Forschern zufolge auf eine Verhaltensstörung des REM-Schlafes hin – und diese sei ein Warnzeichen für Hirnkrankheiten, die dann rund 15 Jahre später auftreten können.

Bewegungsdrang: Keine Paralyse in REM-Phase

Ausschlaggebend sei dafür der Bewegungsdrang, der in der REM-Schlafphase auftritt, in der wir rund ein Viertel unseres nächtlichen Schlafes verbringen. Den REM-Schlaf beschreibt der Schlafforscher Dr. Christian Benedict von der schwedischen Universität in Uppsala gegenüber Bild als "die Schlafphase, in der wir gefühlsbetont träumen." Normalerweise deuten schnellerer Puls, schnelle Augenbewegungen hinter den geschlossenen Lidern und höherer Blutdruck auf diese Phase hin, in der wir träumen. Die Bezeichnung "REM" stammt aus dem Englischen und bedeutet "Rapid Eye Movement", also "schnelle Augenbewegung. Gleichzeitig ist die Muskulatur aber erschlafft. "Äußerlich liegt man ruhig da, Blutdruck und Hirnaktivität nehmen jedoch zu", beschreibt Benedict.

Nicht so bei der Verhaltensstörung im REM-Schlaf: Dann bewegt sich der Körper ebenfalls heftig, besonders bei lebhaften Träumen. Die Studienautor*innen bezeichnen dies als das "Ausüben von Träumen". Die Schlafenden mit einer solchen Störung sind in der Traumphase nicht paralysiert.

Darum ist gesunder Schlaf so wichtig

Die Ergebnisse der kanadischen Wissenschaftler sind nicht die einzigen, die eine Verknüpfung zwischen REM-Schlaf und Demenzerkrankungen zeigen. Auch eine Studie von der Boston University zeigt: Verkürzte REM-Schlafphasen können das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, steigern.

Benedict erklärt der Bild gegenüber, warum gesunder Schlaf so wichtig ist und schlechter Schlaf ein Risiko darstellt: "in Grund ist, dass die körpereigene Müllabführ unsere Zell-Abfallprodukte vor allem im Tiefschlaf aus dem Gehirn befördert. Wird der Schlaf auf Dauer zu schlecht, kann der Protein-Müll im Oberstübchen zur Alterung des Gehirns beitragen." Auch eine Langzeit-Studie seiner Arbeitsgruppe habe zeigen können, dass wer dauerhaft schlecht schläft, einem erhöhten Alzheimer-Risiko ausgesetzt sei als Menschen mit normalem Schlaf.

Wissen über Schlaf-Verhaltensstörung kann späteren Krankheitsverlauf mildern

Ob man das Risiko mit Medikamenten senken kann, ist fraglich. Es gibt Arzneimittel, die Patienten mit "Rapid eye movement sleep behavior disorder", kurz RBD, einnehmen können, damit sie sich nicht so sehr bewegen im Schlaf. Die sollen aber vor allem wirken, damit die Patienten nicht sich selbst oder andere Mitschläfer verletzen. Allein das Wissen über eine solche Schlaf-Verhaltensstörung kann aber hilfreich sein, denn so kann eine neurodegenerative Störung möglicherweise frühzeitig erkannt werden. Je früher dann eine Behandlung einsetzt, desto länger können Patienten, wie oben erwähnt, ihre Lebensqualität erhalten.

Guter Schlaf kann sogar Demenz und Co vorbeugen. Wer sich am Tag körperlich und geistig ertüchtigt, nicht raucht, sich gesund ernährt und nicht allzu viel Alkohol trinkt sowie ein möglichst ausgeglichenes Sozialleben führt, schläft in der Regel besser und kann sein Risiko für neurodegenerative Erkrankungen so senken.

Ein Risiko stellen aber auch andere Schlafstörungen dar, die etwa durch hohen Blutdruck verursacht werden oder von Atemaussetzern in der Nacht, dem sogenannten Schlaf-Apnoe herrühren. Wird beides gut behandelt, sinkt aber auch dann das Risiko für Demenzerkrankungen.

Demenz-Befüruchtung? Folgende Symptome sollten Sie im Auge behalten:

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