09.12.2020 - 09:50

Ja, sie bringen was Studie zeigt: So drastisch senken Masken das Infektionsrisiko!

Corona Mythen: Diese 5 Gerüchte sind bereits entlarvt

Corona Mythen: Diese 5 Gerüchte sind bereits entlarvt

Gerüchte über das Coronavirus verbreiten sich rasend schnell. Im Netz kursieren Mythen über Sterblichkeitsraten, Übertragungswege und Heilmittel. Mit schlimmen Folgen: Falschinformationen kosteten erste Menschenleben. Diese Corona Mythen sind längst entlarvt.

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In Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus 20 Tage nach Einführen der Maskenpflicht drastisch zurückgegangen. Das zeigen die Daten einer jetzt veröffentlichten Studie. Es ist damit bewiesen: Masken schützen vor Corona-Infektionen – wenn alle sie tragen!

Seit 29. April gilt in Deutschland bundesweit Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden, beim Einkaufen und im ÖPNV. Einige Städte, etwa Jena, hatten sie bereits vorher eingeführt. Doch sie wird noch immer von vielen kritisiert. Neue Studiendaten verraten aber jetzt: Doch, nach Einführen der Maskenpflicht ist die Zahl der Neuinfektionen gesunken. Und zwar um fast die Hälfte.

Die Maske bringt nichts? Doch, sie hilft!

Die Maske bringe nichts – das hört man auch jetzt noch vielerorts. Doch was Kritiker oft nicht sehen: Die Mund-Nasen-Bedeckung schützt tatsächlich nur in manchen Fällen, etwa im Falle von FFP2-Masken, die auch die Träger zu einem gewissen Teil vor Coronaviren schützen. Die Maskenpflicht selbst setzt auf Solidarität: Sie fängt potenziell infektiöse Tröpfchen ihrer Träger ab, so dass die Infektionsgefahr für die Mitmenschen sinkt.

Und das passiert auch, wie neue Studiendaten zeigen: Die Studie, veröffentlicht in "Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America" (PNAS), beweist: 20 Tage nach Einführen der Maskenpflicht hat sich die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen um im Schnitt 45 Prozent reduziert – bei wirtschaftlich kaum vorhandenen Kosten. Sie ist damit eine der effizientesten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus, schließen die Studienautoren.

Jena als Paradebeispiel: Infektionen nach Maskenpflicht-Einführung stark gefallen

Dabei sind Erkenntnisse über die Schutzwirkung von Masken nicht einmal neu, wie die Seite volksverpetzer.de etwa erklärt. So ist der Nutzen von Masken für Klinikpersonal längst unbestritten – das Hauptziel von OP-Masken, die Hygiene einzuhalten und Patienten vor Tröpfchen des medizinischen Personals zu schützen, wird erreicht. Und die Studienautoren merken auch an: es gebe Belege dafür, dass Masken auch in vorangegangenen Pandemien bei der Eindämmung geholfen hätten.

Die Studienautoren haben sich im Zuge der Corona-Pandemie insbesondere die Gegenden angeschaut, die Vorreiter in Sachen Maskenpflicht waren. In Jena etwa seien demnach die Neuinfektionen nach Maskenpflicht-Einführung nach zehn Tagen fast auf null gefallen.

Masken reduzieren Neuinfektionen um fast 50 Prozent

Die Studienautoren betonen dabei, dass sie explizit darauf geachtet haben, die genauen Zeitpunkte der Maskenpflicht-Einführungen in den untersuchten Gegenden zu berücksichtigen. So habe man ausschließen können, dass andere Maßnahmen mit in die Infektions-Reduzierungen eingeflossen sind.

"Abhängig von der Region, die wir betrachten, stellen wir fest, dass Gesichtsmasken die Zahl der neu registrierten schweren Infektionen mit Sars-CoV-2 über einen Zeitraum von 20 Tagen nach ihrer obligatorischen Einführung um 15 bis 75 Prozent reduziert haben", erklären die Autoren in der Studienzusammenfassung. "Wenn wir die Glaubwürdigkeit der verschiedenen Schätzungen beurteilen, kommen wir zu dem Schluss, dass Gesichtsmasken die tägliche Wachstumsrate der gemeldeten Infektionen um etwa 47 Prozent reduzieren."

Kanada-Studie zeigt ähnliche Ergebnisse – und gibt Empfehlungen

Ähnliche Ergebnisse zeigt übrigens eine Studie, deren Autoren sich mit den Auswirkungen der Maskenpflicht in Kanada beschäftigt haben. Je nach Provinz waren dort Maskenpflichten über Monate nach und nach eingeführt worden – bei sonst überall gleichbleibenden Maßnahmen. So konnte man gut den Effekt der Masken analysieren. In Ontario etwa sei die wöchentliche Anzahl neu diagnostizierter Covid-19-Fälle in den ersten Wochen um durchschnittlich 25 bis 31 Prozent verringert worden. Es gibt in der kanadischen Studie zudem eine klare Empfehlung an die Politik: Die Maskenpflicht schränkt die Freiheit wenig ein und bedarf geringen ökonomischen Aufwands – und sie ist sehr effektiv.

Warum die Neuinfektionen jetzt trotzdem hoch bleiben

Bleibt die Frage, warum die Infektionszahlen jetzt so rasant steigen: Wir befinden uns im Lockdown Light. Vieles verlagert sich nach drinnen, draußen wird es jedoch zunehmend kälter. Das Dauerlüften, sonst ebenfalls wichtig in der Eindämmung, wird aufgrund der Außentemperaturen eher vernachlässigt. Im privaten Bereich werden selten Masken getragen. Hinzu kommt, dass OP-Masken oder Stoffmasken infektiöse Aerosole weniger aufhalten, sich diese in ungelüfteten Räumen aber durchaus verbreiten können.

Vergessen wir nicht: Masken schützen insbesondere vor Tröpfcheninfektion. Sie können Infektionen nicht vollständig verhindern – doch einschränken können sie sie. Und wenn dann noch weitere Maßnahmen wie Abstand und Lüften – der beste Schutz gegen Aerosole – eingehalten werden, ist viel gewonnen. Leider bedeutet Abstand im Winter auch: auf private Treffen in der Wohnung besser verzichten – oder ständig lüften und, genau, Maske tragen. Zum Schutz vor dem Coronavirus und zur Eindämmung der Pandemie brauchen wir alle Maßnahmen.

Übersicht gefällig? Stoff, OP, FFP3: Welche Maske hilft wem?

Studien:

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