Aktualisiert: 28.11.2020 - 21:34

Keine Besuche möglich Während Corona im Krankenhaus: Wie Sie Krebspatienten jetzt unterstützen können

Krankenhausbesuche sind während der Pandemie nur in Ausnahmefällen möglich. Doch es gibt andere Möglichkeiten, Krebspatienten während Corona zu unterstützen.

Foto: iStock.com/KatarzynaBialasiewicz

Krankenhausbesuche sind während der Pandemie nur in Ausnahmefällen möglich. Doch es gibt andere Möglichkeiten, Krebspatienten während Corona zu unterstützen.

Aufgrund der Corona-Pandemie sind Krankenhausbesuche derzeit nicht möglich. Den Menschen, die aufgrund einer Krebserkrankung in dieser Zeit behandelt werden, macht dies die Situation noch schwerer, als sie sowieso schon ist. Wie können Angehörige ihre Lieben trotzdem unterstützen und ihnen beistehen?

Krebs ist eine Diagnose, die Betroffenen den Boden unter den Füßen wegreißen kann. Unzählige Krankenhausaufenthalte machen das Leben mit dem ständigen Gedanken an die Krankheit nicht einfacher. Umso wichtiger ist daher die Unterstützung von Angehörigen, sei es aus der Familie oder dem Freundeskreis. Doch die Pandemiesituation macht es schwierig bis unmöglich, Krebspatienten im Krankenhaus zu besuchen. Selbst Besuche zu Hause sind immer ein Risiko für die oder den Erkrankten – trotz aller Schutzmaßnahmen. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz) gibt Angehörigen und Nahestehenden daher Tipps an die Hand, wie sie trotzdem den so wichtigen Beistand leisten können.

Keine Besuche wegen Corona: Krebspatienten trifft die Situation besonders hart

Der Besuch von Freunden oder der Familie ist für viele Krebspatienten ein wertvoller Bestandteil auf dem Weg zu besserem Wohlbefinden. Die Unterstützung und die Nähe tun gut, regelmäßiger Besuch gibt Hoffnung und Freude. Gespräche mit vertrauten Personen helfen, dem Druck und der Belastung standzuhalten, Sorgen zu teilen oder einfach ein wenig Normalität in den Alltag zu bringen. Besonders in Zeiten längerer Krankenhausaufenthalte sind diese Momente der Freude und des Vertrauens enorm wichtig – und zwar sowohl für die Erkrankten selbst, als auch für die Angehörigen. Denn Krebs belastet alle.

Doch die Besuchsmöglichkeiten im Krankenhaus sind derzeit stark eingeschränkt bis unmöglich – zum Schutz der Patienten natürlich. Denn, und das gilt für Krebs wie für jede weitere Erkrankung, die im Krankenhaus behandelt werden muss: Ein zusätzlicher Erreger könnte das Leben umso mehr gefährden. Doch auch diese Situation der Einschränkung ist ungesund. Und je länger die Pandemie dauert, desto mehr Menschen sind davon betroffen, weiß Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des dkfz. Denn Krebs macht keine Pause und hält sich an keine Pandemiesituation.

So können Angehörige ihre Lieben trotz Besuchsverbot begleiten

Auch, wenn nichts davon den direkten Kontakt ersetzen kann, gibt es doch immerhin mittlerweile einige Alternativen, die helfen können, mit der Situation besser klarzukommen und die Zeit ohne Besuche besser auszuhalten. Der Dienst gibt etwa folgende Tipps:

  • Feste Telefonzeiten vereinbaren, auf die sich Patient und Angehörige freuen können.
  • Chatdienste oder Videotelefonie nutzen: Mit der Videofunktion kann man sich so sogar sehen und zumindest digital von Angesicht zu Angesicht miteinander sprechen.
  • Auch mal wieder einen Brief oder eine Postkarte schreiben. Diese mittlerweile eher altmodische Form der Kommunikation macht noch immer Freude – und jeder bekommt gerne liebe Briefe.
  • Kleine "Durchhalte-Päckchen" schnüren und sie der Patientin oder dem Patienten vorbeibringen, etwa mit kleinen Glücksbringern, Fotos und lieben Worten, einem guten Buch oder Selbstgebasteltem.

Zusätzlich sind möglicherweise folgende Tipps umsetzbar:

  • Lässt es der Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten zu und gibt es einen Raum mit einem Fenster zur Straßenseite im Krankenhaus, können Angehörige und Freude ihnen ohne direkten Kontakt zumindest gegenüberstehen. Alleine zu sehen, dass die Lieben da sind, kann ungemein helfen.
  • Für Bastelaffine: Kleine Püppchen basteln, die aussehen wie Freunde und Familie, oder zumindest deren Namen tragen. So sind sie immer dabei.

"Natürlich ist das nicht das Gleiche, wie ein persönlicher Besuch am Krankenbett, aber es kann doch dazu beitragen, Krebspatienten im Krankenhaus die Situation erträglicher zu machen, ergänzt Dr. Susanne Weg-Remers.

Wenn die Patientin oder der Patient nicht selbst telefonieren kann, können Angehörige zumindest mit der Situation besprechen, wie sie sich erkundigen können, ob es ihr oder ihm gut geht – und so auch liebe Worte ausrichten lassen.

Tipp: Vorher beim Krankenhaus informieren

Übrigens: Die Besuchsregelungen in Krankenhäusern sind je nach Bundesland unterschiedlich, sie können sich außerdem jederzeit ändern, wenn die Infektionslage es notwendig macht. Sonderregelungen gelten teilweise für den Besuch bei Schwerstkranken. Der Krebsinformationsdienst empfiehlt daher, sich vor einem Besuch direkt bei der behandelnden Klinik zu informieren und die Regelungen vor Ort zu erfragen.

Auch während der Corona-Pandemie müssen Krebspatienten schnellstmöglich behandelt werden. Wie sicher ist Krebstherapie in Pandemie-Zeiten?

Falls Sie oder jemand in Ihrer Umgebung plötzlich unerwartete Symptome verspüren, gilt in allen Fällen, trotz Corona-Angst: Bei Herzinfarkt und Co ins Krankenhaus!

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Die Ärztinnen und Ärzte des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums sind täglich von 8 bis 20 Uhr telefonisch unter 0800-4203040 oder über die E-Mail-Adresse krebsinformationsdienst@dkfz.de zu erreichen und beantworten alle Fragen.

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