Aktualisiert: 20.11.2020 - 21:32

Schmerzhafte Entzündung Nasenfurunkel: "Pickel" bitte nicht ausdrücken!

Hausmittel bei Haarwurzelentzündung

Hausmittel bei Haarwurzelentzündung

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Ein Pickel direkt auf der Nase? Vorsicht, wenn der so richtig weh tut, könnte es sich um ein Nasenfurunkel handeln. Wenn die Nase also selbst beim Sprechen oder Kauen schmerzt: Finger weg!

Furunkel entstehen, wenn sich das Gewebe um ein Haarfollikel entzündet. Ein Eiterpfropf entsteht, der sich verhärtet und schnell schmerzhaft wird. Meist bilden sich Furunkel, weil Bakterien, etwa durch verschmutzte Finger, in tiefe Hautschichten eindringen. Damit unterscheiden sie sich von normalen Pickeln, die sich in den äußeren Hautschichten bilden. Entsteht ein Furunkel an der Nase, spricht man von einem Nasenfurunkel – einer besonders schmerzhaften Form. Denn die Haut an der Nase ist dünn – und sowieso schon gespannter als an vielen anderen Körperstellen.

Nasenfurunkel: Das sind die Ursachen

Meist sind es Bakterien der Art Staphylokokkus aureus, die ein Nasenfurunkel auslösen. Sie gelangen beispielsweise durch häufiges Anfassen der Nase mit dreckigen Fingern auf die Haut und wandern dann Richtung tiefere Hautschichten. Ein Nasenfurunkel kann aber auch im Innern der Nase auftreten. Besonders gefährdet sind dabei Menschen mit längeren, kräftigen Nasenhaaren oder mit chronisch entzündeter Nasenschleimhaut. Besonders betroffen sind immungeschwächte Menschen, etwa Diabetes-Patienten.

Die Symptome: Schmerzhafte Schwellung

Ein Nasenfurunkel braucht einige Stunden bis Tage, um zu wachsen. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man es dann nicht nur durch Tasten, sondern auch durch spannenden Schmerz spürt. Oft tritt rund um das Furunkel eine Schwellung auf, die prall gespannt und gerötet ist, sich warm anfühlt und ziemlich schmerzt. Schon früh spürt man beim vorsichtigen Betasten (Vorsicht! Nur mit gewaschenen Fingern und auch nur selten!) einen kleinen Knoten unter der Haut.

Um das Furunkel sammelt sich im weiteren Entzündungsverlauf Eiter, der sich nach einiger Zeit von selbst entleert.

Nasenfurunkel können bis zu zwei Zentimeter groß werden.

So behandeln Sie ein Nasenfurunkel richtig

Wichtig ist: Drücken Sie bitte nie selbst an einem Nasenfurunkel herum. Warten Sie, bis sich der Eiter selbst entleert. In der Regel heilt ein Nasenfurunkel nach einigen Tagen von selbst ab, sofern Sie die Finger davon lassen. Bei starken Problemen können Sie das Nasenfurunkel vom Arzt aufschneiden lassen. Bei nicht fachgerechter Behandlung kann es dagegen nicht nur zur späteren Narbenbildung, sondern auch zu weiteren, schwerwiegenden Entzündungen bis hin zu einer Blutvergiftung kommen. Also: Finger weg!

Was kann ich zu Hause gegen Nasenfurunkel ausrichten?

Hilfreich können zudem folgende Behandlungsmethoden und auch Hausmittel sein:

  • Desinfizierende Salben (etwa aus der Apotheke)
  • Wärme, etwa durch einen Umschlag oder mithilfe einer Rotlichtlampe.
  • Falls das Furunkel noch nicht groß ist: Ein ausgedrückter, noch warmer Kamillenteebeutel kann leicht auf das Furunkel gedrückt werden. Kamille wirkt leicht desinfizierend. Aber Vorsicht: Wird das Furunkel groß und schmerzt, verzichten Sie bitte auf solche Hausmittelchen!
  • Ruhe halten! Insbesondere, wenn das Nasenfurunkel beim Kauen oder Sprechen Schmerzen verursacht, hilft es, lieber erst einmal auf weiche Kost zurückzugreifen und so wenig wie möglich zu reden, damit alles gut abheilen kann.

Hier gibt's weitere Tipps, auch für andere Körperstellen: So werden Sie Furunkel schnell wieder los

Das Nasenfurunkel entzündet sich: Ab zum Arzt!

Um einen Arztbesuch kommen Sie allerdings nicht herum, wenn sich das Furunkel nicht von selbst zurückbildet oder sich weiter entzündet. Insbesondere, wenn sich die Entzündung über die Gesichtsvenen in Richtung Auge ausbreitet, ist ärztliche Hilfe dringend notwendig. Auch einen Dermatologen können Sie aufsuchen. Hier kann es sein, dass eine Behandlung mit Antibiotika notwendig wird, um die Bakterien zu stoppen.

Auch einen Arztbesuch wert ist es, wenn Nasenfurunkel immer wieder auftreten. Dann kann die Ursache in einem durch eine Krankheit wie Diabetes ausgelösten schwachen Immunsystem zu finden sein.

Am besten: Nasenfurunkel direkt vermeiden

Meist entstehen Furunkel, auch die an der Nase, durch Verunreinigungen bzw. durch Hautreizungen, durch die Bakterien dann eindringen können. Ist dann das Immunsystem noch geschwächt und kann sich nicht richtig dagegen wehren, haben es die Erreger besonders leicht. Glücklicherweise lässt sich ganz einfach vorbeugen:

  • Achten Sie auf Ihre Körperhygiene und waschen Sie sich regelmäßig die Hände. Auch das Gesicht kann mindestens einmal am Tag eine Grundreinigung mit Wasser vertragen. So waschen und pflegen Sie ihr Gesicht richtig!
  • Fassen Sie sich nur mit sauberen Fingern ins Gesicht. Das ist gar nicht so einfach, das wissen wir. Aber es gibt ein paar Tricks, wie Sie lernen können, sich nicht so oft ins Gesicht zu fassen. Das hilft übrigens auch vor anderen Infektionskrankheiten, etwa durch Viren.
  • Drücken Sie nicht an Pickeln, Mitessern und Co im Gesicht herum. Am besten nirgendwo am Körper.
  • Haben Sie sich Haare im Gesicht entfernt? Desinfizieren Sie die Hautpartie und pflegen Sie sie dann mit einer feuchtigkeitsspendenden, nicht fettenden Creme. Tipps für die Hautpflege gibt's hier.
  • Geben Sie Ihrer Haut Luft zum Atmen.

Ein Problem können bei empfindlicher Haut leider auch Masken – also Mund-Nasen-Bedeckungen – darstellen. Hier gibt's Tipps, wie Sie Hautirritationen wie Pickel und Furunkel durch die Maske vermeiden können.

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