Aktualisiert: 19.11.2020 - 19:49

Von wegen genesen Corona-Patienten werden oft noch krank entlassen

Raus aus dem Krankenhaus und putzmunter? Bei Corona-Patienten ist das leider nicht immer der Fall, sie brauchen oft weitere Betreuung und sind noch Monate später nicht fit.  Das betrifft übrigens nicht nur Ältere!

Foto: iStock.com/interstid

Raus aus dem Krankenhaus und putzmunter? Bei Corona-Patienten ist das leider nicht immer der Fall, sie brauchen oft weitere Betreuung und sind noch Monate später nicht fit. Das betrifft übrigens nicht nur Ältere!

Im Krankenhaus werden mittlerweile nur die Corona-Patienten behandelt, die unter einem schwereren Verlauf von Covid-19 leiden und etwa Probleme mit dem Atmen haben. Doch viele von ihnen sind nach ihrer Entlassung noch gar nicht richtig gesund.

"Nicht mehr infektiös" heißt noch lange nicht, dass man wieder gesund ist. Das stellt der private Krankenversicherer DKV in einer Auswertung klar. Viele im Krankenhaus behandelte Corona-Patienten sind nach der Entlassung noch gar nicht gesund. Die Auswertung zeigt außerdem: 15 Prozent der stationär behandelten Covid-Patienten hatte keine Vorerkrankungen.

Genesen? Covid-19-Patienten sind noch lange nicht gesund

Über zehntausend Corona-Fälle haben sich die Experten der Versicherung angesehen – und Kurioses festgestellt: Seit Beginn der zweiten Welle steigt die Zahl der Neuinfektionen bei den unter 20-Jährigen. Im Krankenhaus behandelt werden ebenfalls mehr junge Menschen, doch die Zahl der Corona-Krankenhauspatienten mit schwerem Verlauf sei in hohem Alter immer noch am höchsten, heißt es.

Besonders auffällig zeigt sich den Experten aber: Die Patienten sind nach erfolgreicher Behandlung im Krankenhaus bei der Entlassung noch lange nicht gesund. "Unsere Auswertung zeigt: Patienten sind noch lange nicht gesund, nur, weil sie als nicht mehr infektiös gelten", erklärt Clemens Muth, Vorstandsvorsitzender der DKV. "Eien Covid-19-Infektion belastet die Gesundheit weit über die direkte Erkrankung hinaus."

"Folgewirkungen sind alles andere als ein Bagatellschaden"

Muth spezifiziert: "Die Folgewirkungen einer solchen Infektion sind demnach alles andere als nur ein gesund­heitlicher Bagatellschaden." Es zeigen sich als anhaltende Langzeitwirkungen etwa starke Müdigkeit (Fatigue), über Wochen bleibende Atemnot bei Belastung, neurologische Einschränkungen wie anhaltender Geschmacksverlust oder sogar Psychosen. Das Phänomen "Long Covid" betrifft aktuellen Erkenntnissen zufolge bis zu ein Drittel aller Patienten – auch solche, die nicht im Krankenhaus behandelt worden sind.

Vorerkrankungen stellen ein Risiko dar – aber es geht auch ohne!

Auch stellt die DKV erneut klar, dass längst nicht nur Menschen mit Vorerkrankungen von schweren Verläufen getroffen werden: Den Überprüfungen zufolge hatten rund 15 Prozent der stationär behandelten Corona-Patienten im DKV Vollversichertenbestand zwischen 2018 und ihrer Infektion keine Leistungen eingereicht.

Wer von den Patienten vorerkrankt war, litt insbesondere an Herzerkrankungen und Bluthochdruck, aber auch Atemwegserkrankungen waren häufig vertreten. Über die Hälfte der untersuchten Patienten litt zudem an einer Störung des Fettstoffwechsels, an Fettleber oder wies erhöhte Harnsäurewerte auf.

Die Erkenntnisse zeigen: Vorerkrankungen stellen ein Risiko dar, doch auch wer sich fit und gesund fühlt, kann schwer erkranken. Das berichteten etwa auch fünf Covid-Patienten, die mittlerweile als genesen gelten, aber noch immer unter Langzeitfolgen leiden: "Dass mich dieses Virus so umhaut …": Diese 5 Patienten haben überlebt

Also: weiter schützen

Und auch, wer als von Covid-19 genesen gilt, also seit mindestens 24 Stunden keine Symptome mehr verspürt, mindestens 48 Stunden fieberfrei und wieder ohne Unterstützung lebensfähig ist, ist noch lange nicht gesund. Über die Langzeitfolgen, die offenbar jeden treffen können, auch solche Patienten mit sehr mildem Verlauf, können wir erst in den kommenden Jahren lernen. Wichtig ist daher weiterhin: aufpassen, an die AHA+C+L-Formel halten und auf sich und andere achtgeben.

Darum schützt die AHA+L+C-Formel
Darum schützt die AHA+L+C-Formel

Übrigens: So verbreitet sich das Coronavirus mit und ohne Maßnahmen. Mehr Infos gibt's hier: Coronavirus

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