Aktualisiert: 16.11.2020 - 20:58

Oft unerwartet Quälende Schulterschmerzen: 7 Ursachen und ihre Behandlung

Schulterschmerzen: Was tun?

Schulterschmerzen: Was tun?

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Schon wieder zu krumm gesessen oder verhoben? Oder doch unerklärlich? Schmerzen in der Schulter treten meist plötzlich auf und Betroffene fragen sich entsprechend häufig, was der Grund sein könnte. An einen akuten Auslöser erinnern sich die Wenigsten. Kein Wunder, liegt der oft weit in der Vergangenheit.

Gerade jetzt leiden viele von uns unter mangelnder Bewegung: Wer im Homeoffice arbeitet, sitzt viel – doch der ausgleichende Arbeitsweg fällt weg. Wir sind weniger unterwegs. Manche arbeiten aber ungleich härter und kommen gar nicht mehr zur Ruhe. All das kann Schmerzen und Verspannungen hervorrufen. Schulterschmerzen haben eine ganze Breite an möglichen Ursachen. Sie können akut auftreten, etwa durch plötzliche Überlastung, oder aber sich chronisch entwickeln.

Von Gelenkverschleiß über Entzündungen bis hin zum Problem an der Wirbelsäule: Bleiben die Schmerzen über einen längeren Zeitraum bestehen, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Hier lesen Sie vorab, was eventuell dahinter stecken könnte. Wichtig: Dieser Artikel ist nicht zur Selbstdiagnose gedacht. Eine ärztliche Untersuchung ist immer unbedingt notwendig.

Schulterschmerzen: Woher kommen die Beschwerden?

Ein Schmerz, viele Ursachen: Schmerzen in der Schulter können durch vieles ausgelöst werden. Nicht immer ist die Schulter selbst der Ausgangspunkt. Manchmal sind es Haltungsprobleme, die Verspannungen verursachen, ein anderes Mal ist es das Gelenk. Was tun?

1. Arthrose in der Schulter: Wenn das Gelenk Verschleiß zeigt

Mit Arthrose haben viele Menschen mit zunehmendem Alter zu tun. Doch der Gelenkverschleiß kann auch schon in jungen Jahren auftreten. Grund dafür können rheumatische Erkrankungen sein, aber auch jahrelange Fehlhaltung, zu hohe Belastung oder eine Kombination aus allem können dem Knorpel am Schultergelenk zusetzen.

Bei der Schulterarthrose setzt der Arzt auf entzündungshemmende Therapien. Oft kommt Kälte zum Einsatz, kombiniert mit entzündungshemmenden Schmerzmedikamenten. Wichtig ist aber bei dieser Diagnose: Bleiben Sie in Bewegung – aber verzichten Sie übermäßige Belastung durch schweres Heben.

2. Eingeengtes Gelenk: Das Impingementsyndrom

Entzündungen rund um das Gelenk verursachen eine Quetschung, die dazu führt, dass der Oberarmknochen an das sogenannte Schulterdach stößt. Das führt dazu, dass die Schulter nur noch schwer bewegt werden kann und kann auch eine unangenehme und langwierige Schleimbeutelentzündung auslösen. Das merken Sie daran, dass Sie Ihren Arm nicht mehr höher als 90 Grad heben können.

Auch hier hilft Bewegung in Form von Krankengymnastik zusammen mit abschwellenden Medikamenten. Wer starke Probleme hat, dem kann als letzter Ausweg auch eine operative Entfernung des Schleimbeutels helfen. Dies wird aber nur gemacht, wenn der Schleimbeutel chronisch entzündet ist. Auch möglich: eine Sehnenglättung.

3. Weitere Engpass-Ursache: Die Kalkschulter

Auch Verkalkungen im Gelenk, die sogenannte Kalkschulter, können dafür sorgen, dass das Gelenk eingeengt wird, sich nicht mehr richtig bewegen lässt und starke Schmerzen entstehen. Der Druck des Oberarmknochens auf das Schulterdach sorgt für Sehnenreizungen, der Kalk kann sich aber auch lösen – was zu heftigen Schmerzen führt.

Die Diagnose stellt der Arzt hier mit Ultraschall oder Röntgenaufnahme. Behandelt wird meist mit entzündungshemmenden Medikamenten und Kältetherapien, unterstützt werden kann mit Krankengymnastik und Elektrotherapie. Wer starke Schmerzen hat, kann nach einer Stoßwellentherapie fragen.

4. Plötzlich steif: Die "Frozen Shoulder"

Die Schulter kann auch nach und nach immer steifer werden und sich wie eingefroren anfühlen. Meist liegt das an einer Entzündungen auslösenden Erkrankung der Gelenkkapseln. Schulterschmerzen sollten Sie daher niemals ignorieren, denn sie können ein erstes Anzeichen sein, insbesondere, wenn sie über Monate hinweg immer stärker werden. Ein Grund ist nicht immer erkennbar. Betroffene klagen vor allem über Schmerzen in Ruhemomenten. Oft treten sie daher nachts auf und stören den Schlaf erheblich. Der Arm wird demzufolge noch weniger bewegt und wird dadurch noch steifer als durch die Kapselerkrankung selbst.

Krankengymnastik ist hier als Therapie essentiell. Gegen die Schmerzen werden außerdem Entzündungshemmer gegeben, in schweren Fällen kann Kortison als Spritze oder in Tablettenform helfen. Eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) ist die letzte Lösung, sollte die Krankengymnastik gar nicht anschlagen.

5. Unfall gehabt? Rotatorenmanschette kann reißen

Wer nach einem Unfall über starke Schulterschmerzen klagt und die einfachsten Dinge nicht mehr richtig heben kann, sollte seine Rotatorenmanschette untersuchen lassen. Das Muskel-Sehnen-Gebilde am Dach des Schultergelenks kann nämlich durch heftige Stöße einreißen.

Hier ist dringend ärztliche Hilfe gefragt, denn ein Riss in der Rotatorenmanschette heilt nicht von selbst. Wer nicht handelt, läuft Gefahr, dass die Verletzung noch größer wird. Als Therapie wird meist operativ eingegriffen. Bei einer Gelenkspiegelung können Muskeln und Sehnen repariert werden.

Bei nur kleinen Rissen kann auch eine krankengymnastische Therapie in Kombination mit Entzündungshemmern helfen, jedoch wachsen die gerissenen Sehnen dadurch nicht zusammen. Die umgebenden Sehnen lernen dadurch, sie zu ersetzen.

6. Wenn die Halswirbelsäule Probleme Macht: Das Schulter-Arm-Syndrom

Wenn zu Schulterschmerzen auch ein Taubheitsgefühl oder ein ständiges oder immer wiederkehrendes Kribbeln hinzukommt, könnte eine Erkrankung der Halswirbelsäule (HWS) der Grund sein. Am sogenannten Schulter-Arm-Syndrom sind oft eingeengte Nervenwurzeln schuld. Ein Zeichen für diese Diagnose ist eine ständige Nackenverspannung.

Bemerken Sie häufig Verspannungen des Nackens und des Schulterbereichs, etwa durch Fehlhaltungen oder Kälte, können Massagen, Muskelrelaxantien und gezielte Bewegung helfen. Auch Wärmebehandlungen helfen dabei, Verspannungen zu lösen. Wirbelblockaden kann ein Chiropraktiker behandeln. Wichtig ist aber hier regelmäßige Bewegung. Gegen die akuten Probleme kann Physiotherapie helfen, jedoch sollten Betroffene darauf achten, ihre Übungen regelmäßig anzuwenden, damit die Probleme nicht zurückkehren. Ruhe hilft bei Muskelverspannungen selten.

7. Akute Schmerzen nach dem Sport

Haben Sie es möglicherweise beim Sport etwas übertrieben? Dann könnten die Schulterschmerzen von einem einfachen Muskelkater kommen. Werden die Schmerzen aber nach drei Tagen nicht schwächer oder können Sie vor lauter Schmerz den Arm nicht mehr bewegen, könnte auch eine Muskel- oder Sehnenverletzung oder Überlastung der Grund sein. Ärztliche Untersuchung ist hier Pflicht!

Insbesondere nach einseitiger Überlastung kann es übrigens auch in der Schulter zu einer Sehnenscheidenentzündung kommen. 4 Hausmittel helfen gegen die Schmerzen.

Je nach Diagnose helfen also unterschiedlichste Therapien gegen die Schulterschmerzen. In den meisten Fällen, insbesondere dann, wenn ärztlich gesehen nichts dagegen spricht, tut Bewegung gut: Hier gibt es hilfreiche Übungen gegen Schulterschmerzen.

Vor allem bei Fehlhaltung Gold wert: Mit diesen 6 Übungen verbessern Sie Ihre Haltung!

Bei Rückenschmerzen können Sport und Fitness helfen. Handeln Sie aber immer nur nach ärztlicher Rücksprache, sollten Sie bereits Probleme haben! Alleingänge können Schmerzen und Beschwerden verstärken und zu Verletzungen führen!

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