Aktualisiert: 28.10.2020 - 17:13

Fakten vs. Fake-News Das ist das Coronavirus: Diese 9 Fakten wissen wir über die Pandemie

Covid-19 und die Pandemie: Diese Dinge sind jetzt klar!

Covid-19 und die Pandemie: Diese Dinge sind jetzt klar!

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Das Coronavirus und die damit verbundene Pandemie haben uns bisher viel gelehrt – über unseren Körper, über Viren – aber auch über unsere Gesellschaft. Und wir lernen immer weiter. Dabei verändert sich unser Wissen kontinuierlich. Manche Annahmen werden widerlegt, andere bestätigt. Die folgenden 9 Punkte gelten mittlerweile als geklärt.

Bei all der Information, die übers Netz und andere Medien auf uns hereinprasseln, ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Was stimmt denn jetzt, und was nicht? Wir haben mittlerweile eines verstanden: Die Wissenschaft verändert sich – und lernt. Dass da auch einmal Annahmen wieder über Bord geworfen werden, weil sie nicht bewiesen werden konnten, oder Informationen widersprüchlich sind, mag irritieren. Doch so funktioniert Forschung – sie lebt vom Diskurs. Und Sars-CoV-2 verhält sich anders, als wir es noch im März dachten.

Mittlerweile wissen wir so viel mehr über dieses Coronavirus. Gleichzeitig gibt es jede Menge Falschinformationen, die ungefiltert verbreitet werden. Und das, was uns einfach zu verstehen und schlüssig vorkommt – und woran wir uns als erstes erinnern – das behalten wir eher im Kopf. Zu verstehen, dass der Forschungsstand sich wandelt, ist nicht einfach.

In all dem Dschungel gibt es aber mittlerweile neun Lehren zum Coronavirus, die als bestätigt gekennzeichnet werden können – und an denen können wir uns wunderbar orientieren, um die derzeit steigende Tendenz der Infektionsfälle wieder umzukehren.

9 Lehren zum Coronavirus: Das steht mittlerweile fest

  • Covid-19 kann jeden treffen: Ein Fakt, der noch immer nicht ganz angekommen ist. Es war immer die Rede von Risikogruppen. Doch mittlerweile zeigt sich: Auch, wenn ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen gefährdeter für schwere Verläufe sind: Auch junge Menschen werden krank. Manche davon schwer. Auch junge Erwachsene, Teenager und Kinder können an den Folgen sterben.
  • Covid-19 zeigt nicht immer Symptome – doch auch ohne Symptome (oder vor Auftreten solcher) können Infizierte ansteckend sein. Und infiziert ist man, sobald man das Virus in sich trägt. Wer also keine Rücksicht auf andere nimmt, da er selbst ja keine Symptome verspürt, kann das Virus unwissentlich weitergeben und gefährdet seine Mitmenschen. Mehr zu den Symptomen von Covid-19 lesen Sie hier.
  • Menschen können ohne Symptome ansteckend sein: Diesen Punkt erwähnen wir noch einmal gesondert. Bei Vorgängerviren wie Sars und Mers, aber auch bei der Grippe oder Erkältung ist es so, dass Menschen vor allem ansteckend sind, wenn sie husten oder niesen – also Symptome zeigen. Das verhält sich bei Sars-CoV-2 anders. Und das ist großer Treiber der Pandemie, da viele noch nicht wissen, dass sie infiziert sind, und so unwissentlich andere anstecken können. Abstand halten und Maske tragen sowie Lüften tragen dazu bei, dass diese Gefahr zumindest gesenkt wird – und entsprechend müssen sich auch die vermeintlich Gesunden daran halten, um eine Verbreitung einzuschränken.
  • Das Coronavirus kennt keine Landesgrenzen und kann überall ausbrechen: "Wir essen hier ja keine Wildtiere vom Markt, die man eigentlich nicht isst!" Die Diskussion um die Herkunft von Sars-CoV-2 war anfangs groß. Heute wissen wir: Das Virus verbreitet sich anders. Auch nicht nur über Küsschen und Herzlichkeit wie in Italien gelebt, oder in großen Städten mit vielen Menschen auf engem Raum. Es kann auf dem Land und in der Stadt und in jeder Kultur ausbrechen.
  • Sars-CoV-2 verbreitet sich über die Luft: Tröpfcheninfektion ist der Hauptübertragungsweg des Coronavirus – daher ist Abstand halten auch so wichtig. Doch es sind nicht nur die schweren Tröpfchen und Schleimklumpen, schon gar nicht beim Niesen (denn Niesen ist kein Hauptsymptom). Das Coronavirus sitzt auch in sogenannen Aerosolen. Wir stoßen das Virus in einer ganzen Reihe von Tröpfchengrößen aus. Masken helfen gegen die großen Tröpfchen, regelmäßiges Lüften gegen die feinen Aerosole.
  • Masken schützen– und zwar vor allem die Mitmenschen. Denn die Masken schränken die Menge an Viren ein, die beim Sprechen oder Husten ausgestoßen werden. Je nach Art können sie aber auch die Träger schützen, etwa FFP2-Masken. Das kann zumindest dafür sorgen, dass die Viruslast, die aufgenommen wird, geringer ist und der Verlauf damit leichter ausfällt.
  • Wir müssen Oberflächen nicht ständig desinfizieren: Schmierinfektionen sind nicht völlig ausgeschlossen. Doch es reicht, sich einfach regelmäßig die Hände zu waschen. Das hilft im Übrigen auch gegen jede Menge andere Viren.
  • Das Coronavirus ist keine saisonale Krankheit: Das warme Sommerwetter kann Sars-CoV-2 nicht aufhalten – das merkt man, wenn man sich die weltweiten Infektionszahlen ansieht. Zwar konnte etwa bei uns die Ausbreitung eingeschränkt werden, da das soziale Leben zu großen Teilen draußen stattfinden konnte und man bei warmem Wetter eher mal den ganzen Tag das Fenster aufreißt. Doch bei Sars-CoV-2 ist das Verhalten der Menschen der größte Indikator für die Ausbreitung: Wer lange nah aneinander steht, kann sich anstecken. In ungelüfteten Räumen eher als draußen, weshalb Herbst und Winter dennoch mehr Verbreitungspotential haben. Aber im Sommer oder aber in anderen warmen Gebieten gab es auch Fälle.
  • Fake-News und Fehlinformationen bringen Menschen um: Seit Beginn der Pandemie ist die Zahl an irrwitzigsten Theorien in allen möglichen Bereichen in sozialen Medien und Co geradezu explodiert. Das reicht vom Tipp, Knoblauch töte das Virus ab (tut er nicht) über Beschwichtigung durch US-Präsident Trump ("Die Pandemie ist bald vorbei!" – ist sie nicht) bis hin zu kruden Verschwörungstheorien ("5G ist schuld, man will uns Chips implantieren, das Virus gibt es nicht, Menschen quälen Kinder, um ihnen einen Stoff zu entziehen, der verjüngt" – da müssen wir nichts mehr zu sagen, oder?). Die Angst der Bevölkerung machen sich rechte Gruppierungen zunutze, um zu polarisieren. Da wird "Maske tragen" etwa als Diktatur gesehen. Man dürfe seine Meinung nicht mehr sagen, sagen sie. Dass sie es aber auf offener Straße – auch ohne Maske – sagen dürfen, ohne dafür erschossen oder ins Arbeitslager gesteckt zu werden, zeigt, wie weit wir von einer Diktatur entfernt sind. All das führt dazu, dass die Stimmung in der Gesellschaft zu kippen scheint. Wie tötet das? Einerseits steigt die Aggressivität. Andererseits führen etwa Vermutungen, wie die des US-Präsidenten, Desinfektionsmittel zu trinken oder zu spritzen, würde helfen, zu vermehrten Giftnotrufen. Gleichzeitig werden echte Experten infrage gestellt, während Laien ungefiltert angebliche Wahrheiten über Youtube und Co verbreiten, ohne haltbare Quellen und Argumente. Wie formuliert es "Spektrum" so schön: "Lügen zu verbreiten, hat geholfen, die Krankheit zu verbreiten." Mehr dazu: Corona-Mythen entschärft: Experten räumen auf

Solidarität und gesunder Meschenverstand bringen uns weiter

Was heißt das also? Solidarität bringt uns weiter, im Umgang mit dem Coronavirus, aber auch in vielen anderen Bereichen des Lebens. Bleiben wir ruhig. Sehen wir uns die Fakten an. Denken wir an uns, aber auch an unsere Mitmenschen. Ist es wirklich so schlimm, eine Maske zu tragen? Eine OP-Maske etwa birgt kaum Einschränkungen beim Atmen. Ist es so schlimm, Abstand zu halten? Wir dürfen trotzdem noch raus, wir dürfen kommunizieren. Muss es erst knallen, oder können wir nicht einfach mal auf die Prävention bauen?

Wir lernen immer mehr über Sars-CoV-2 und Covid-19. Sicherlich werden diese 9 Punkte in Zukunft ergänzt – etwa zum Thema Langzeitfolgen. Es wird weiter geforscht. Bleiben wir auf dem Laufenden.

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