Aktualisiert: 27.10.2020 - 14:46

Murmeltiere im Vorteil Wer so viel schläft, schützt sich vor Covid-19

Schon wieder schlecht geschlafen? Das könnte die Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus erhöhen, sagen Experten. Warum ausreichend Schlaf wichtig für unser Immunsystem ist:

Foto: iStock.com/CasarsaGuru

Schon wieder schlecht geschlafen? Das könnte die Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus erhöhen, sagen Experten. Warum ausreichend Schlaf wichtig für unser Immunsystem ist:

Wie unser Körper letztendlich auf eine Virusinfektion reagiert, kommt stark auf unser Immunsystem an. Egal ob Coronavirus, Grippe oder Erkältung: Ein starkes Immunsystem kann vor allem jetzt in Herbst und Winter nie schaden. Doch Zitrone und Sport sind nicht die einzigen Maßnahmen. Gesunder Schlaf spielt eine mindestens genauso große Rolle!

Es wird wohl doch Zeit für Winterschlaf. Nicht nur würde sich damit die Zahl der Kontakte zu anderen, möglicherweise mit dem Coronavirus infizierten Menschen verringern. Gesunder Schlaf stärkt vor allem auch unser Immunsystem – und kann damit signifikant vor Covid-19, aber auch Grippe und Co schützen!

Schlaf hilft dem Immunsystem – und damit gegen Covid-19!

"Fitforfun.de" hat dazu mit Dr. Verena Senn gesprochen. Sie ist Neurobiologin, aber auch Schlafexpertin beim Matratzenhersteller "Emma". Sie erklärt in Kürze, was Viren – egal welcher Art – im Körper eigentlich machen: "Viren infizieren unsere Zellen, indem sie an Oberflächenproteine andocken und dann ihre eigenen Moleküle in eine Zelle injizieren. Das führt dazu, dass diese körpereigene Zelle 'umprogrammiert' wird und selbst anfängt, Virenbausteine herzustellen." Sind genügend neue Viren durch diese Wirtszelle entstanden, stirbt sie – und hinterlässt die von ihr "hergestellten" Viren – die dann wiederum weitere Zellen befallen können. Wie bei einem Schneeballsystem werden so immer mehr Zellen befallen. Unser Körper muss sich da irgendwie zur Wehr setzen.

Dazu setzt er unterschiedliche Kampfstoffe gegen die Viren frei, etwa Killerzellen. Damit unser Körper es aber auch schafft, genügend Abwehrkräfte bereitzustellen, muss er selbst gekräftigt sein. Und dafür ist Schlaf essenziell – denn im Schlaf regeneriert sich unser Körper: Er repariert Zellen und bildet neue, die bereits abgestorbene Zellen ersetzen.

Das konnten Forscher sogar schon vor etlichen Jahren in einer Studie nachweisen: Sie haben Probanden, also Studienteilnehmer, unterschiedlich lange schlafen lassen. Dabei konnten sie zeigen, dass der Anteil an natürlichen Killerzellen im Körper um ganze 70 Prozent sank, wenn die Teilnehmer statt der im Schnitt empfohlenen acht Stunden nur insgesamt vier Stunden zur Nachtruhe kamen. Dr. Senn erörtert: "Das ist markant und ein deutlicher Appell, stets für ausreichend Schlaf zu sorgen."

Achten Sie auf Ihre innere Uhr

Sieben bis neun Stunden Schlaf enmpfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dabei lohnt es sich, auf die eigene innere, biologische Uhr zu hören. Von "Lerchen" und "Eulen" ist in diesem Zusammenhang oft die Rede – morgens muntere Frühaufsteher und nachtaktive Langschläfer. Wobei die Bezeichnungen irreführend sind: Die "Lerchen" gehen früher ins Bett, während die "Eulen" eben besonders abends und nachts auf ihrem Tageshoch sind und entsprechend später schlafen gehen. Mit Faulheit hat das Langschläfertum daher nichts zu tun.

Wann man ins Bett geht, ist dem Immunsystem erst einmal herzlich egal – solange durch fehlende Sonne kein Vitamin-D-Mangel entsteht. Hauptsache ist aber, dass die Schlaflänge ausreichend ist.

So klappt's mit gutem und gesundheitsförderndem Anti-Corona-Schlaf

  • Machen Sie es sich also vor dem Schlafengehen schön bequem. Folgende Tipps können beim Einschlafen und Durchschlafen helfen:
  • Achten Sie auf eine kühle Raumtemperatur. 15 bis 19 °C sind perfekt.
  • Verzichten Sie etwa sechs bis acht Stunden vor geplanter Nachtruhe auf Kaffee, Schwarzen und Grünen Tee oder andere aufputschende Mittel. Hilfreich sind dagegen Gute-Nacht-Tees.
  • Essen Sie nicht direkt vor dem Schlafengehen und verzichten Sie auf schwere, fettige Speisen am Abend.
  • Weg mit Handy, Laptop und TV! Blaues Licht von Bildschirmen hält uns wach!
  • Sport am Tag hilft, uns auszupowern – so werden wir abends schneller müde.
  • Entwickeln Sie eine für sich passende Schlafroutine.
  • Bei Schlafstörungen: Vor dem Schlafengehen warm duschen, baden, vielleicht noch ein paar Zeilen lesen.
  • Meditieren, Achtsamkeitsübungen, Entspannungsyoga und ruhige Musik helfen.
Einschlafprobleme? Probieren Sie diese Tipps!
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Hier finden Sie weitere Hilfe: 10 Sofortmaßnahmen gegen Schlafstörungen in der Corona-Krise

Auch Grippeimpfung profitiert von gesundem Schlaf

Tipp: Wer sich jetzt noch gegen die Grippe impfen lässt, gibt seinem Immunsystem noch eine weitere Möglichkeit, sich eher auf eine potentielle Infektion mit dem Coronavirus zu konzentrieren. Zudem kann eine Grippeimpfung dabei helfen, die Symptome besser zuzuordnen, denn Covid-19, Grippe und auch Erkältung ähneln sich in ihren Symptomen teilweise. So lässt sich Covid-19 potentiell schneller erkennen – und Sie schützen sich vor einer Superinfektion mit beiden Viren.

Laut einem Bericht der CNN könne eine "gute Schlafhygiene" sogar dabei helfen, dass die Grippeimpfung noch besser schützt. Laut Schlafforscher Matthew Walker via CNN könne zu wenig Schlaf dazu führen, dass die Antikörperreaktion auf den Grippe-Impfstoff abgeschwächt wird – bis zur Hälfte!

Wäre das mit dem Winterschlaf also nicht wirklich eine gute Idee? Nunja, davon müssen wir Ihnen trotz allem abraten: Denn nicht nur der Schlaf sorgt für ein gesundes Immunsystem. Auch ausgewogene Ernährung und ein gesundes Maß an Sport helfen unserem Körper dabei, fit zu bleiben. Und das geht schließlich schlecht, wenn wir schlafen... Zu einem gesunden Lebensstil gehört also leider mehr als sich im warmen Bettchen einzurollen. Schade eigentlich...

Studie:

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