Aktualisiert: 26.09.2020 - 22:04

"Zugluft" abbekommen? Mythos aufgedeckt: Kann man sich durch Kälte erkälten?

Wenn's draußen kalt wird, ist auch die Erkältung nicht fern? Nur an der Kälte liegt das aber – entgegen des klangvollen Namens – nicht.

Foto: iStock.com/MoreISO

Wenn's draußen kalt wird, ist auch die Erkältung nicht fern? Nur an der Kälte liegt das aber – entgegen des klangvollen Namens – nicht.

Der Name scheint's zu sagen: Zu lange in der Kälte gewesen und schon hat man eine Erkältung? Das stimmt so nicht – denn da braucht es zwingend noch etwas anderes!

Wenn's draußen wieder kühler und regnerischer wird, steigen auch die Erkältungszahlen wieder an. Verankert ist auch heute immer noch die alte Großmutter-Weisheit: "Kind, zieh dich warm an, sonst erkältest du dich!" – erschreckend verankert. Denn dass der Schnupfen oder der Husten nur durchs "Verkühlen" kommen, ist ein alter Mythos: Erkältung nur durch Kälte ist nicht möglich – es braucht einen winzig kleinen Auslöser. Und trotzdem hatte Oma zumindest ein bisschen recht...

Erkältung durch Kälte: Da braucht's schon etwas mehr

Derzeit ist Halskratzen sowieso ein Alarmsignal. Laufende Nase, Kopfschmerzen, Müdigkeit – aber vielleicht ist es doch nur eine Erkältung – kommt ja oft vor in dieser Jahreszeit? Klar, kann sein. Doch testen lassen ist im Zweifel keine schlechte Idee. Denn egal ob Coronavirus oder einfache Erkältung: Ein Krankheitserreger, bei letzterer in den meisten Fällen ein Virus – steckt in jedem Fall dahinter.

Ohne Virus, oder in seltenen Fällen auch ein Bakterium, ist nämlich auch eine einfache Erkältung nicht möglich. Auch nicht durch reines Frieren oder die gefürchtete "Zugluft". Auch wenn der Name es denken lassen könnte: An der Kälte liegt's nicht, die Erkrankung lösen in 95 Prozent der Fälle Viren aus. Viren, die unser Körper bereits kennt und auf die er weiß, wie er zu reagieren hat.

Rhinoviren und Co – das sind die Übeltäter!

Schuld an Erkältungen sind eine ganze Reihe an Viren – nämlich rund 200 mehr oder minder verschiedene. Die am häufigsten auftretenden sind sogenannte Rhinoviren, die etwa 40 Prozent aller Erkältungen auslösen. Aber auch Enteroviren und Mastadenoviren beschweren uns gerne mal einen Schnupfen. Und dann gibt es da noch andere Coronaviren, die bereits länger bekannt sind als Sars-CoV-2 und sogar das damalige Sars, und die ebenfalls dafür bekannt sind, die Nase zu kitzeln.

Warum ist dann der Winter Erkältungszeit?

Aber warum werden wir dann, wenn's draußen kälter ist, eher krank? Im Winter sind mehr Viren unterwegs als in der trockenen, warmen Sommerluft. Denn im feuchtkühlen Klima können sie einfach länger überleben – und haben so ein Leichtes, von Mensch zu Mensch zu hüpfen. Der hingegen kann aber durchaus anfälliger werden, wenn's kalt wird.

Denn wenn die Temperaturen sinken, heizen wir mehr. Die trockene Heizungsluft bringt im starken Kontrast zur kalten Außenluft auch gleich austrocknende Schleimhäute mit sich. Zudem sinkt bei kalten Außentemperaturen auch die Blutzirkulation in der Nase, was die Schleimhäute ebenfalls beansprucht. Und sind die erstmal zu trocken und schlecht durchblutet, also auch mit weniger Abwehrzellen versorgt, sind sie gleich viel anfälliger für Krankheitserreger. Zudem: Mehr Menschen in schlecht gelüfteten Räumen – da ist früher oder später jemand dabei, der was einschleppt. Und das kann sich dann wunderbar verbreiten.

Aber auch schlechtere Laune bis hin zur ausgewachsenen Winterdepression könnten eine gewisse Schuld daran haben, scheint negative Stimmung doch unser Immunsystem zu schwächen.

Übrigens: Nicht immer ist eine Erkältung harmlos. Bei welchen Warnzeichen Sie besser zum Arzt gehen sollten, sehen Sie im Video:

Bei Erkältung: Wann zum Arzt?
Bei Erkältung: Wann zum Arzt?

Nur durch Kälte keine Erkältung

Allein durch Kälte also keine Erkältung. Aber: Kälte kann dafür Erkältungen vorbeugen! Zugegeben, das ist nur was für die Hartgesottenen, aber wer es einmal "finnisch" ausprobieren will, versucht's mit Eisbaden, am besten gleich nach dem Saunagang. Das härtet ab.

Was aber durchaus sein kann – und was Sie möglicherweise nicht wissen: Rund 20 Prozent aller Menschen tragen Erkältungserreger mit sich herum. Ein Körper, der konstant auf 37 Grad Celsius erwärmt ist, kommt da in aller Regel gut mit klar. Ist das Immunsystem aber geschwächt und die Temperatur des Körpers sinkt – etwa durch kalte Außentemperatur –, kann es sein, dass die Viren im Kampf gegen Abwehrkräfte des Körpers einen Sieg erringen und sich durchsetzen – auch wieder, weil gewisse Körperregionen bei Kälte schlechter durchblutet werden. Gewissermaßen hatte Oma also trotzdem recht: Schal und Mütze helfen dem Körper zumindest dabei, sich besser gegen fiese Viren zur Wehr zu setzen.

Dem Körper beim Kampf unterstützen klappt übrigens auch mit Hausmitteln gegen Erkältung – zumindest mit ein paar der normalerweise gängigen. Was sonst noch bei Erkältung wichtig zu wissen ist und wie der aktuelle Stand in Sachen Coronavirus ist, lesen Sie auf unseren Themenseiten.

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