Aktualisiert: 18.09.2020 - 17:39

Eintrittspforte geschützt Wie bitte? Schlechte Augen schützen vor Corona

Schnell mal mit dem Finger ans Auge, an der Brille gescheitert – und möglicherweise vor einer Coronavirus-Infektion geschützt: möglich ist das, vermuten Ärzte.

Schnell mal mit dem Finger ans Auge, an der Brille gescheitert – und möglicherweise vor einer Coronavirus-Infektion geschützt: möglich ist das, vermuten Ärzte.

Sie erleichtert nicht nur das Sehen, möglicherweise schützt sie auch vor Infektionen! Brillenträger scheinen ein wenig sicherer vor dem Coronavirus Sars-CoV-2 zu sein. Kann das sein?

Die Brille ist derzeit in der Öffentlichkeit eher unbeliebt unter denen, die sie tragen müssen – denn beim Mundschutz tragen beschlagen die Gläser gleich noch schneller als sonst. Doch sollten Sie als Brillenträger wohl doch besser nicht auf Kontaktlinsen umschwenken. Forscher haben nämlich entdeckt, dass die Brille vor einer Coronavirus-Infektion schützen kann. Offenbar werden Brillenträger seltener krank. Denn wer Brille trägt, verwehrt dem Virus eine seiner Eintrittspforten in den Körper – oder macht sie zumindest schwerer erreichbar.

Brille senkt das Infektionsrisiko mit Covid-19
Brille senkt das Infektionsrisiko mit Covid-19

Brille auf: Schützen Augengläser vor Virusinfektionen?

Relativ weniger ihrer Patienten, deren Covid-19-Erkrankung sie behandelt haben, trugen eine Brille – das ist Ärzten in China aufgefallen. Jetzt haben sie dazu eine Studie in der Fachzeitschrift "Jama Opthalmology" veröffentlicht. Dort berichten die Mediziner rund um Yiping Wei, dass ihnen aufgefallen war, dass von 276 untersuchten Covid-19-Patienten im Suizhou Zengdu Hospital in der Provinz Hubei lediglich 16 mindestens acht Stunden lang eine Brille trugen. Kontaktlinsen hingegen trug keiner.

Erstaunlich wenige Brillenträger unter Patienten in Suizhou

Im Jahre 1987 hatte es in der Provinz bereits eine Studie zur Kurzsichtigkeit gegeben: 31 Prozent der Studierenden dort seien damals kurzsichtig gewesen, hieß es. Das Durchschnittsalter der untersuchten, behandelten Covid-Patienten liegt nun bei 51 – einem Alter, in dem die damals befragten Studierenden nun in etwa seien.

Im Vergleich zum eigentlich recht hohen Brillenträger-Anteil in der Provinz fällt auf, dass sich unter den Corona-Patienten erstaunlich wenige mit gläserner Sehhilfe befinden – auch, wenn nicht jeder kurzsichtige Mensch ständig Brille trägt.

Annahme plausibel: Kann die Brille vor Ansteckung wirklich schützen?

Eindeutig darauf schließen, dass eine Brille vor Ansteckung schützt – ob mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 oder einem anderen Erreger – kann man anhand dieser Daten natürlich nicht. Schließlich könnten auch andere Faktoren zugrunde liegen, die derzeit noch nicht bekannt sind, oder es handelt sich einfach um einen großen Zufall.

Doch möglich ist es schon, diese Vermutung hatten bereits im Vorfeld Wissenschaftler geäußert. Nicht nur, weil die Brillengläser wie eine Barriere wirken können. Vielmehr liegt es möglichweise am Verhalten der Brillenträger selbst.

Der Knackpunkt sind mögliche Viren an den Fingern

Denn wie wir alle durch entsprechende Hinweise wahrscheinlich an uns selbst festgestellt haben: Der Mensch fasst sich ständig unbedacht ins Gesicht – rund zehn Mal pro Stunde allein an die Augen. Befänden sich an den Fingern Viren, wäre es ein Leichtes für sie, diese Eintrittspforte in den Körper zu nutzen. Dass das geschehen kann, wird bereits vermutet, da auch in der Tränenflüssigkeit von Covid-19-Patienten bzw. Infizierten gewisse Antikörper nachgewiesen werden konnten.

Das betont auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: "Eine Ansteckung kann erfolgen, wenn solche virushaltigen Flüssigkeitspartikel (Anmerkung: Aerosole) an die Schleimhäute der Nase, des Mundes und gegebenenfalls der Augen einer anderen Person gelangen. Auch eine Übertragung durch Schmierinfektion über die Hände, die mit der Mund- oder Nasenschleimhaut sowie mit der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden, ist prinzipiell nicht ausgeschlossen."

Wer aber eine Brille trägt, fasst sich weniger direkt ans Auge, sondern eher an die Brille oder um die Augenpartie herum ins Gesicht.

Da nehmen wir doch jetzt irgendwie lieber in Kauf, dass die Brillengläser hin und wieder beschlagen. Dagegen gibt's übrigens Tricks: Beschlagene Sicht? Maske trotz Brille: Wir haben Tipps! Und damit die Sicht auch klar bleibt, haben wir hier noch Tipps, wie Sie Ihre Brille richtig putzen und Kratzer und Schlieren vermeiden.

Übrigens gibt's noch nen möglichen Vorteil des "MNS": Die Masken könnten uns immun machen gegen das Coronavirus. Mehr Neues zum Coronavirus lesen Sie auf unserer Themenseite.

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