Aktualisiert: 17.09.2020 - 19:27

Rettung bei Unfällen Erste Hilfe leisten: So geht's in Corona-Zeiten

Erste Hilfe ist auch in Corona-Zeiten wichtig: Um die Atmung zu überprüfen, können Sie sich derzeit aber darauf beschränken, den Nacken zu überstrecken und auf Atembewegungen zu achten. Wer nicht will, muss sich dem Mund des Verletzten nicht nähern.

Foto: iStock.com/bymandesigns

Erste Hilfe ist auch in Corona-Zeiten wichtig: Um die Atmung zu überprüfen, können Sie sich derzeit aber darauf beschränken, den Nacken zu überstrecken und auf Atembewegungen zu achten. Wer nicht will, muss sich dem Mund des Verletzten nicht nähern.

Auch in angespannten Zeiten wie diesen gilt: Erste Hilfe muss geleistet werden! Wie Sie vorgehen können, sich dabei aber selbst vor potentiellen Gefahren schützen:

Es kann jeden von uns ereilen: Auf der Straße passiert plötzlich ein Unfall, der Nachbar sackt in sich zusammen – in einer solchen Situation ist rasche Hilfe gefordert. Und doch steht man oft erst einmal da und überlegt: Was ist jetzt eigentlich zu tun? Vor allem in der aktuellen Situation der Coronavirus-Pandemie? Ganz klar: Erste Hilfe muss geleistet werden – auch trotz Corona. Ersthelfer sollten derzeit aber ein bisschen mehr beachten als sonst.

Notfall in Corona-Zeiten: So leisten Sie sicher Erste Hilfe

Wenn irgendwo ein Unfall passiert, sind wir als Verkehrsteilnehmer dazu verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten und die Unfallstelle abzusichern. Und auch bei anderen Notfällen ist rasches Eingreifen lebensrettend. Nun, während wir alle potentiell einer Infektionsgefahr ausgesetzt sind, gilt das alles natürlich trotzdem. Daher hier nochmal ein kleiner Leitfaden – auch, um sich nochmal ins Gedächtnis zu rufen, was eigentlich zu beachten ist.

Alles wie immer – fast!

Erst einmal gilt es, Ruhe zu bewahren. Das kann in einer Notsituation auch einmal nicht so einfach sein. Tief durchatmen und im Falle eines Verkehrsunfalls erst einmal die Unfallstelle absichern – damit nicht noch etwas passiert. Achten Sie dabei immer auf Ihre eigene Sicherheit, gerade wenn weitere Fahrzeuge vorbeifahren. Das rät der Auto Club Europa (ACE).

In Pandemiezeiten gilt: Tragen Sie bei direktem Kontakt mit Verletzten am besten einen Mund-Nasen-Schutz sowie Einweghandschuhe.

Rufen Sie dann den Notruf an und klären Sie die wichtigen W-Fragen:

  • Wo ist der Notfall/Wo ist der Unfall passiert?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Verletzte gibt es?
  • Welcher Art sind die Verletzungen?
  • Warten auf Rückfragen
Notruf! So reagiert man richtig
Notruf! So reagiert man richtig

Dann sollten Sie sich den Verletzten widmen. Bringen Sie Verletzte, sofern es möglich ist, aus dem Gefahrenbereich. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn etwa ein Motorradfahrer in den Unfall verwickelt ist oder die verletzte Person mögliche Rücken- oder Kopfverletzungen aufweist. Dann lieber großräumig absichern und die Person beobachten, während der Notruf kontaktiert wird. Bleiben Sie dann nach Möglichkeit in der Nähe der Verunfallten, um bei etwaigen Problemen weiter helfen zu können, bis die Rettungssanitäter eingetroffen sind.

Ist eine Person nicht bei Bewusstsein? Dann heißt es eigentlich Atmung kontrollieren. Derzeit rät der Deutsche Rat für Wiederbelebung allerdings dazu, die Atemkontrolle auf das Überstrecken des Nackens mit Anheben de Kinns sowie die Beobachtung von Brustkorbbewegungen zu beschränken. Wer befürchtet, sich zu infizieren, muss sich als Helfer derzeit nicht dem Gesicht des Verletzten nähern. Für Laien ist eine Atemspende übrigens generell nicht zwingend erforderlich, erklärt der ADAC. Bei bewusstlosen Menschen ohne Atmung oder mit unnormaler Atmung müssen Sie allerdings eine Herzdruckmassage ausführen, bis professionelle Hilfe da ist. Dazu ruhig Mund und Nase des Verletzten mit einem luftdurchlässigen Tuch abdecken.

Ist die Atmung normal, der Betroffene aber bei Bewusstsein, sollten Sie sie oder ihn in die stabile Seitenlage bringen.

Vorsicht: Unterlassene Hilfe ist strafbar – was Sie sich zumuten können

Der ACE rät, die Hygieneratschläge des Robert-Koch-Instituts zu befolgen, darunter vor allem so gut es geht Abstand. Wer als Ersthelfer aber etwa unter Vorerkrankungen leidet, solle individuell entscheiden, welche Hilfestellungen zumutbar sind, sobald eine mögliche Todesgefahr ausgeschlossen ist. Beachten Sie jedoch: Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar – auch während einer Pandemie. Es gilt der Paragraf 323c des Strafgesetzbuches (StGB), nach dem eine Geld- oder gar Freiheitsstrafe drohen können. Wir wiederholen: In Gefahr bringen muss sich niemand. Jedoch weist der ADAC hin: "Das Absichern der Unfallstelle sowie das Absetzen des Notrufs ist auch in Corona-Zeiten für jedermann zumutbar."

Wenn möglich, sollten Sie sich nach der Hilfestellung bzw. sobald die Verletzten gesichert sind, gründlich die Hände waschen oder sie desinfizieren.

Ein Notfall muss kein Unfall sein. Wie Sie etwa Erste Hilfe bei Schlaganfall leisten, verraten wir Ihnen auch. Übrigens: Krankenhäuser sind auch derzeit gut aufgestellt und achten mehr denn je auf Hygiene. Trotz Corona-Angst: Bei Herzinfarkt und Co bitte ins Krankenhaus!

Weitere Infos zu Hilfeleistung und Wiederbelebungsmaßnahmen in Zeiten der Coronavirus-Pandemie finden Sie in diesem pdf des Deutschen Rates für Wiederbelebung.

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