Aktualisiert: 07.09.2020 - 16:52

Symptome unterscheiden sich Coronavirus: So anders reagieren Kinder auf Covid-19

Wenn ein Kind sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert, zeigt es nicht immer Symptome – und wenn doch, können die sich von denen eines Erwachsenen unterscheiden.

Foto: iStock.com/FamVeld

Wenn ein Kind sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert, zeigt es nicht immer Symptome – und wenn doch, können die sich von denen eines Erwachsenen unterscheiden.

Auch Kinder können sich mit Sars-CoV-2 infizieren, jedoch verläuft die Krankheit Covid-19 bei ihnen in den meisten Fällen leicht. Und auch die Symptome unterscheiden sich von denen von Erwachsenen, wie Forscher jetzt herausgefunden haben.

Auch Kinder können an der vom neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelösten Krankheit Covid-19 erkranken. Der Verlauf ist meist milde. Doch es gibt offenbar auch weitere Unterschiede zum Verlauf bei Erwachsenen: Kinder weisen öfter andere Coronavirus-Symptome auf als Erwachsene. Forscher konnten nun anhand einer groß angelegten Studie herausfinden, dass ein ganz bestimmtes Symptom bei Kindern überwiegt: Das Virus bringt bei sehr jungen Menschen vor allem den Magen-Darm-Trakt durcheinander.

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Kinder vs. Erwachsene: Ein Coronavirus-Symptom überwiegt bei jungen Menschen

Die Forscher der Queen's University Belfast untersuchen derzeit Kinder aus England, Schottland, Wales und Nordirland, um Verbreitung und Symptomatik der Infektion mit Sars-CoV-2 bei Kindern im Vereinigten Königreich genauer zu bestimmen. Noch ist die Studie nicht abgeschlossen, erste Erkenntnisse sind aber deutlich: Kinder leiden öfter unter gastrointenstinalen Beschwerden als Erwachsene, die mit dem Coronavirus infiziert sind.

Magen-Darm-Probleme, etwa Durchfall und Bauchschmerzen, kommen auch bei erwachsenen Covid-19-Patienten vor – bei Kindern scheint sich diese Symptomatik aber zu häufen und andere typische Symptome wie Husten und Fieber zu überwiegen.

Sieben Prozent der untersuchten Kinder waren infiziert

Über 1.000 Kinder hat das Forscherteam im Rahmen der Studie bereits getestet. Dabei wurden Blutproben genommen, die dann auf Antikörper untersucht worden sind. Zudem wurden Kinder und Eltern zur Symptomatik befragt.

Sieben Prozent der bereits getesteten Kinder wiesen Antikörper gegen Sars-CoV-2 auf – ein Zeichen für eine bereits durchgemachte Infektion.

Hälfte war asymptomatisch – die anderen zeigten vor allem Magen-Darm-Probleme

Auffällig sind bisher vor allem zwei Aspekte: Etwa die Hälfte der Kinder hatte die Infektion mit dem Coronavirus gar nicht einmal bemerkt, sie berichteten in der Befragung, dass ihnen keinerlei Beschwerden aufgefallen waren. Die andere Hälfte berichtete hingegen überwiegend über gastrointestinale Symptome. Dazu gehörten Durchfall und Erbrechen. Husten sowie das bei Erwachsenen auffällige Symptom des Verlustes von Geschmacks- und Geruchssinn traten weniger auf, so die Kinder.

Forschungsleiter Dr. Tom Waterfield resümiert die Zwischenergebnisse: "Nach der ersten Welle der Pandemie in Großbritannien haben wir herausgefunden, dass die Hälfte der an der Studie teilnehmenden Kinder asymptomatisch mit Sars-CoV-2 infiziert war. Diejenigen mit Symptomen haben seltener den typischen Husten oder Veränderungen im Geruchs- oder Geschmackssinn, wobei gastrointestinale Symptome weit häufiger auftreten."

Infektionen bei Kleinkindern unter zehn Jahren traten zudem genauso häufig auf wie bei älteren Kindern. Und auch asymptomatische Kinder, also solche, die keinerlei Symptome verspürten scheinen nach den ersten Erkenntnissen ebenso häufig Antikörper entwickelt zu haben wie Kinder, die unter Symptomen ihrer Covid-19-Erkrankung litten.

Weitere Forschung nötig: bei Kindern vermehrt auf bestimmte Symptome achten

Waterfield schließt in einer Pressemeldung der Universität, man müsse nun möglicherweise die Testkriterien für Kinder verfeinern und gastrointestinale Symptome einbeziehen. Dies müsse aber in weiteren Untersuchungen überprüft werden. Ob es auch bei Kindern möglicherweise Coronavirus-Langzeitfolgen geben kann, wird in der Studie nicht untersucht.

Die Coronavirus-Studie ist noch nicht abgeschlossen, erste Ergebnisse liegen derzeit noch auf einem sogenannten Preprint-Server. Sie müssen also noch von unabhängigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern überprüft werden.

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Studie:

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