Aktualisiert: 05.08.2020 - 20:48

Kampf gegen Covid-19 Coronavirus: Wer bekommt den Impfstoff zuerst?

Wer wird eigentlich zuerst geimpft, wenn ein Impfstoff gegen das Coronavirus da ist? Voraussichtlich Medizinpersonal und Risikogruppen?

Foto: iStock.com/Halfpoint

Wer wird eigentlich zuerst geimpft, wenn ein Impfstoff gegen das Coronavirus da ist? Voraussichtlich Medizinpersonal und Risikogruppen?

Noch ist kein Impfstoff zugelassen – doch die Forschung läuft auf Hochtouren. Klar ist aber auch, dass ein fertiger Impfstoff nicht sofort flächendeckend verfügbar sein wird. Wer bekommt den Pieks also zuerst?

Es wird geforscht und gewerkelt, überall auf der Welt: Die Suche nach einem geeigneten Impfstoff – oder mehreren – gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 und damit zum Schutz vor Covid-19 laufen auf Hochtouren. Klar ist: Ein Wirkstoff wird nur dann zugelassen, wenn der Nutzen die Risiken übersteigt und entsprechend wirklich etwas bringt. Und dann muss erst einmal produziert werden. Für die ganze Welt. Und dann verteilt. Das dauert. Es wird also nicht direkt eine ausreichende Menge an Impfdosen vorhanden sein. Daher stellt sich die Frage: Wer bekommt den Coronavirus-Impfstoff eigentlich zuerst? Wie die Verteilung letztendlich ablaufen wird, müssen die Behörden entscheiden.

So läuft die Suche nach dem Corona-Impfstoff
CureVac und Co.: So läuft die Suche nach dem Corona-Impfstoff

Corona-Impfstoff: Wer wird zuerst geimpft?

Diverse Studienergebnisse versprechen Großes, diverse Landesoberhäupter sogar noch Größeres: Die USA und Russland verkünden, man werde Impfdosen noch dieses Jahr verteilen. In Deutschland ist man etwas vorsichtiger, spricht aber stellenweise schon von Mitte 2021. Dass das für eine Impfstoffentwicklung enorm schnell ist, dürfte mittlerweile überall angekommen sein. Zur Erinnerung: Normalerweise vergehen bis zu diesem Stand mindestens zehn Jahre.

Aber auch, wenn ein Wirkstoff gefunden ist: Wie lange dauert die Zulassung? Und wer stellt ihn her? Klar gibt es weltweit Produktionsstätten. Die müssen aber erst einmal auf einen Impfstoff zugeschnitten werden. Und so eine Produktion dauert ja auch. Dann noch die Verteilung... Und gibt es vielleicht mehrere Impfstoffe für verschiedene Bevölkerungsgruppen? Bekommen Kinder einen anderen Impfstoff als ältere Menschen oder immungeschwächte Risikopatienten? Hürden über Hürden. Klar ist also: Sobald ein Impfstoff zugelassen ist, wird er erst nach und nach verfügbar sein. Er muss also zuerst an die gehen, die einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind UND womöglich leicht als Weiterverteiler des Virus infrage kommen.

Auch, wenn die Europäische Union bereits Verträge mit Pharmaherstellern über Impfdosen geschlossen hat – beispielsweise mit Astra Zeneca, die der EU demzufolge 300 Millionen Impfdosen liefern sollen –, reicht das vorne und hinten nicht für alle. Vor allem, da eine Impfdosis allein pro Person wahrscheinlich nicht ausreichen wird.

Irgendwann wird sich vielleicht jeder impfen lassen können, der will – soverspricht es Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Doch wann das der Fall sein wird, steht noch höher in den Sternen, als das Verfügbarkeitsdatum eines Impfstoffes. Stellen wir uns darauf ein: Erst sind die dran, die am stärksten gefährdet sind.

Konzept wird erarbeitet: Risikogruppen und medizinisches Personal zuerst?

Es muss also erst einmal noch einiges geschehen, bis überhaupt Impfdosen in Deutschland ankommen. Und dann wird geschaut: Wer zuerst? Dazu arbeiten das Bundesgesundheitsministerium, das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und die Ständige Impfkommission (Stika) derzeit an einem Konzept. Dieses Papier soll später den einzelnen Bundesländern als Richtlinie dienen. Das PEI teilt seine Erfahrungen unterdessen übrigens noch mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die ebenfalls an Konzepten für die ganze Welt arbeitet.

Noch ist nicht ganz klar, wer nun zuerst gepiekst werden kann und soll, doch es gibt Ideen:

Es kann wohl davon ausgegangen werden, dass die "Risikogruppen" – im Falle von Covid-19 sind das Ältere, Vorerkrankte und auch Schwangere – sowie das medizinische Personal zuerst dran sein werden, einfach um die Gesundheitssysteme der Länder zu stabilisieren. Kinder werden hingegen wohl erst spät zur Impfung kommen, da sie selten schwer an Covid-19 erkranken.

Weitere Fragen müssen geklärt werden – und die kommen auf die Impfstoffe an

Doch es gibt weitere Faktoren, die hier beeinflussen werden: Wie wirken die zugelassenen Impfstoffe und bei wem? Hilft ein Impfstoff eher jüngeren Menschen oder ist er für Ältere sicher? Mildert er die Erkrankung nur oder verhindert er eine Ansteckung? Es ist also noch sehr vieles offen.

Immerhin dürfte das die einen oder anderen Mitbürger etwas beruhigen: Die Hürden, die bei der Corona-Impfstoffentwicklung im Weg stehen, sind so hoch, dass der gefürchtete Impfzwang gar nicht durchsetzbar sein wird.

Klar ist hingegen, dass der Impfstoff gegen das Coronavirus nicht der einzige Faktor ist, der uns aus der weltweiten Pandemie herausführen kann. Es wird ja nicht nur am Corona-Impfstoff geforscht, sondern es werden gleichzeitig auch Medikamente entwickelt, die dabei helfen, die Situation abzumildern. Und was wir vor allem alle tun können: Weiter Abstand halten, wo das nicht möglich ist, Masken tragen, große Veranstaltungen und Versammlungen erst einmal meiden. Rücksicht nehmen.

Mehr zum Coronavirus sowie zu Impfungen im Allgemeinen lesen Sie auf unseren Themenseiten.

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