12.06.2020 - 11:19

Nach Corona-Stillstand RKI warnt: In Schwimmbädern und Hotels könnten Legionellen drohen

Atemwegserkrankungen

Atemwegserkrankungen

Beschreibung anzeigen

Wochenlang mussten Hotels, Schwimmbäder und Sportanlagen schließen, jetzt geht das Urlaubs- und Freizeitgeschehen mit den Corona-Lockerungen langsam wieder los. Doch das Robert-Koch-Institut warnt vor einer ganz anderen Gefahr.

Die Branche freut sich, die Urlauber auch: Endlich darf – unter Auflagen – wieder im Hotelpool entspannt und sich in der Freizeitsportanlage körperlich ertüchtigt werden. Damit das Coronavirus keine allzu große Gefahr für die Besucher darstellt, sind Hotel- und Sportanlagenbetreiber zu jeder Menge Auflagen gezwungen. Doch eine andere Gefahr lauert, und vor der warnt jetzt das Robert-Koch-Institut (RKI): Nach der wochenlangen Corona-Pause könnten vermehrt Legionellen in Trinkwasseranlagen auftauchen – wenn zuvor sie nicht ausreichend gewartet worden sind.

Legionellen im Trinkwasser: RKI warnt vor vermehrtem Wachstum nach Corona-Pause

Fehlender Betrieb über Wochen lässt in manchen Fällen auch die eigentlich elementaren Versorgungsnotwendigkeiten schleifen – das vermuten zumindest Experten vom RKI laut "Epidemiologischem Bulletin". Werden Trinkwasseranlagen nämlich nicht durchgängig genutzt, müssen sie umso mehr gewartet oder gereinigt werden. Denn steht das Wasser in den Leitungen, können sich Legionellen ansiedeln und wachsen – und so das Trinkwasser verseuchen.

Ideale Wachstumsbedingungen finden die Bakterien vor allem bei Temperaturen zwischen 25 bis 45 °C, heißt es im Bulletin des RKI. Demnach wird das Wachstum der Keime aber bei Wassertemperaturen über 55 °C gehemmt. Bei über 60 °C Wassertemperatur sterben die Keime dann ab.

Übertragen werden die Erreger vor allem durch zerstäubtes Wasser, wie es etwa beim Duschen passiert, aber auch über Wasserhähne, in Whirlpools oder durch Luftbefeuchter.

Die Warnung ist daher auch ein Aufruf an alle Betreiber, ihre Trinkwasseranlagen vor dem Öffnen für den Publikumsverkehr nochmal gründlich zu überprüfen.

Legionellen verursachen Atemwegsprobleme bis hin zur Lungenentzündung

Die Keime können beim Menschen Krankheiten wie grippeartige Beschwerden, aber auch schwere Lungenentzündungen auslösen. Man spricht bei einer Infektion von Legionellose bzw. Legionärskrankheit. Besonders anfällig für eine Infektion mit dem Bakterium sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem und bestimmten Grunderkrankungen, darunter Diabetes oder Herz-Kreislauf- und Lungenleiden. Als gefährdeter gelten außerdem Raucher und ältere Menschen. Zudem erkranken Männer zwei- bis dreimal so häufig. Meist heilt eine Legionelleninfektion wieder gut aus, wird sie rechtzeitig behandelt. Bei fünf bis zehn Prozent der Patienten verläuft sie allerdings tödlich.

Das RKI ruft daher auch Ärzte dazu auf, bei Atemwegsproblemen derzeit auch auf eine mögliche Legionelleninfektion zu testen. Test-Möglichkeiten gebe es.

Kann man Wasser aus dem Hahn bedenkenlos trinken? Hier erfahren Sie es.

Quellen: dpa, RKI (Epidemiologisches Bulletin des RKI), RKI-Ratgeber zu Legionellose

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen