15.05.2020 - 21:49

Feinste Tröpfchen Deshalb Abstand: Coronavirus kann durchs Sprechen übertragen werden

Joggen, Oberflächen, Masken: Alles über Ansteckungsgefahren
Di, 31.03.2020, 10.38 Uhr

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Dass sich Aerosole mit Virenpartikeln lange in der Luft halten können, wurde bereits vermutet. Eine Studie zeigt jetzt: Bis zu 10 Minuten lang schweben Teilchen im Raum – auch nach dem Sprechen.

Und genau deshalb ist Abstand so wichtig und der Aufenthalt in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen keine gute Idee: Eine neue Studie zeigt, dass das Coronavirus möglicherweise vor allem beim Sprechen übertragen wird. In einem Experiment zeigte sich: Nach nur einem ausgesprochenen Satz hielten sich Tröpfchen mehr als zehn Minuten im Raum.

Coronavirus: Übertragung beim Sprechen möglich

Das Coronavirus sitzt vor allem dann, wenn Infizierte am ansteckendsten sind – nämlich rund drei Tage bis Auftreten eventueller Symptome bis zu ebendiesem Auftreten, in den oberen Atemwegen. So kann es schnell in die Welt gelangen, ohne dass Infizierte das überhaupt merken. Das ist der Grund, warum das Virus so ansteckend ist.

Einen weiteren Hinweis darauf, dass es sogar beim ganz normalen Sprechen übertragen werden kann, gibt eine Untersuchung von Forschern des National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK), veröffentlicht im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America" (PNAS).

Demnach können beim Sprechen ausgestoßene Mikrotröpfchen in einem geschlossenen Raum mehr als zehn Minuten lang in der Luft schweben. Sind Virenpartikel in diesen Tröpfchen vorhanden, weil der Sprechende infiziert ist, kann das Virus so möglicherweise von anderen Menschen im Raum eingeatmet werden.

Im Versuch sollte eine Testperson in einem komplett geschlossenen Raum 25 Sekunden lang laut die Phrase "Stay healthy" ("bleib gesund") wiederholen. Die Wissenschaftler hatten zuvor einen Laser installiert, der die von der Person beim Sprechen ausgestoßenen Tröpfchen sichtbar und auch zählbar machen konnte. Das Ergebnis: Im Schnitt zwölf Minuten schwebten die feinen Tröpfchen in der Luft.

Lautes Sprechen: Tröpfchen bleiben rund zehn Minuten in der Luft

Wie erwähnt: Die Konzentration des Virus im Speichel ist hoch, vor allem dann, wenn ein Infizierter kurz vor Ausbruch eventueller Symptome steht. Daher gehen die Wissenschaftler davon aus, dass jede Minute lauten Sprechens mehr als tausend virenbelastete Tröpfchen produzieren kann, die in einem geschlossenen Raum eben rund zehn Minuten verbleiben können.

Leises Sprechen wiederum produziert weniger Tröpfchen – das fanden dieselben Forscher in einer im April veröffentlichten Studie heraus.

Bereits im Vorfeld gab es Studien über die "Viruswolke" und über die feine Verteilung von Aerosolen in der Luft. Klar ist: Unter Normalbedingungen sehen die Ergebnisse nochmal anders aus als unter solchen Laborbedingungen. So propagiert auch Charité-Chefvirologe Christian Drosten immer wieder: Geschlossene Räume bitte immer gut durchlüften! Und an der frischen Luft kommen noch Wind und Luftbewegungen hinzu.

Abstand halten ist zum Schutz vor dem Coronavirus weiter enorm wichtig – auch mit Mund-Nasen-Maske! Auch wenn – oder eher weil – wir nicht wissen, ob unser Gegenüber unwissentlich mit dem Coronavirus infiziert ist.

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