Aktualisiert: 04.05.2020 - 19:02

Südkoreanische Studie ist falsch Forscher-Irrtum: Neuansteckung mit Covid-19 "unmöglich"

In Südkorea sollten angeblich Covid-19-Patienten ein zweites Mal erkrankt sein. Jetzt kam raus: Die Studie ist falsch, eine zweite Ansteckung zumindest erst einmal nicht möglich. (Symbolbild)

Foto: imago images / Panthermedia

In Südkorea sollten angeblich Covid-19-Patienten ein zweites Mal erkrankt sein. Jetzt kam raus: Die Studie ist falsch, eine zweite Ansteckung zumindest erst einmal nicht möglich. (Symbolbild)

Kann man sich mehrfach mit dem Coronavirus anstecken? Diese Frage beschäftigt seit Auftreten der Pandemie die ganze Welt. Südkoreanische Forscher behaupteten, Patienten hätten sich ein zweites Mal infiziert – jetzt gaben sie gravierende Fehler in der Studie zu.

Die Hinweise verdichten sich, dass eine Neuinfektion mit Sars-CoV-2 nach überstandener Covid-19-Erkrankung zumindest für einen gewissen Zeitraum nicht möglich ist. Bis vor Kurzem gab es aber Meldungen unter anderem aus Südkorea, in denen von Zweitinfektionen berichtet wurde. Jetzt gaben die Forscher zu: Die Ergebnisse sind falsch, die Wissenschaftler haben die Studie korrigiert und sind sicher: Eine zweite Ansteckung mit Sars-CoV-2 ist direkt nach der ersten Infektion nicht möglich. Doch für immer muss das nicht gelten.

Südkoreanische Forscher lagen falsch: Keine Doppelinfektion möglich

277 Fälle gab es allein in Südkorea mit Verdacht auf eine zweite Infektion mit dem neuen Coronavirus nach kürzlich überstandener Covid-19-Erkrankung. Jetzt ist klar: Die südkoreanischen Forscher lagen falsch – und damit bestätigt sich, worauf auch Virologe Christian Drosten zuletzt beharrte: Nachdem man mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert war, bilden sich – in den meisten Fällen – Antikörper, die die Patienten erst einmal immun gegen eine Neuansteckung machen. Jedenfalls für mindestens zwei Jahre, prognostiziert Drosten.

Die Wissenschaftler aus Südkorea springen nun auf diesen Zug auf, nachdem sie erst dachten, das Virus könne im Körper "reaktiviert" werden. Eine Art "Aufflammen" der Infektion hatten Ergebnisse von Tests an den 277 Patientinnen und Patienten gezeigt.

Grund wäre eine unkontrollierte Mutation des Virus. Das neuartige Coronavirus ist durchaus bereits mutiert – aber Mutationen müssen nicht unbedingt Schaden anrichten oder so enorm sein, dass die gebildeten Antikörper gar nichts mehr ausrichten können. Zudem hatte man in Südkorea zusätzlich genetische Analysen des Virus vorgenommen und keine wesentlichen Veränderungen festgestellt.

Stattdessen hätten bei den Rückfall-Patienten Messfehler vorgelegen, die man nun eingeräumt habe, erklärten die Forscher des südkoreanischen Zentrums für Krankheitsbekämpfung und -prävention (CDC), wie "Sky News" berichtete.

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Coronaviren dringen nicht in Wirtszell-Kern ein: Reaktivierung unmöglich

Stattdessen sei es "unmöglich", dass Sars-CoV-2 im menschlichen Körper reaktiviert werde. Das liege in der Natur der Coronaviren. Anders als es etwa bei Viren wie HIV und Windpocken (eine Form der Herpesviren) der Fall sei – diese dringen in den Kern menschlicher Zellen ein und können dort über Jahre ruhen, bis sie aktiviert werden –, würden Coronaviren nicht bis dorthin vordringen.

"Dies bedeutet, dass es weder eine chronische Infektion noch ein Rezidiv verursacht", erklärte Dr. Oh Myoung-don, der Leiter des CDC-Ausschusses, gegenüber "Sky News". Demnach sei es unwahrscheinlich, dass Patienten einen Rückfall erleiden.

Aber: Nicht für immer immun

Das bedeute aber nicht, dass man nun für immer immun sei. Denn es kann weiterhin passieren, dass auch das neuartige Coronavirus weiter mutiert und damit zwar möglicherweise "schwächer", eventuell aber auch aggressiver wird – und dass die gebildeten Antikörper damit dann nicht mehr so gut klar kommen. So passiert es regelmäßig mit dem Grippevirus, das sich so schnell verändert, dass Neuinfektionen immer wieder möglich sind. In diesem Fall muss auch immer wieder der Impfstoff überarbeitet werden.

Beim neuartigen Coronavirus gehen Forscher derzeit von einer Immunität von mehreren Monaten bis wenigen Jahren aus.

Man ist also höchstwahrscheinlich nach der Coronavirus-Infektion erst einmal immun. Das bestätigt die bisherigen Vermutungen. Christian Drosten hatte bereits an einer gewissen Immunität nach Covid-19-Erkrankung festgehalten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte sich dazu derletzt kritisch geäußert – wohl aber auch, um Immunitätsausweise nach Coronavirus-Infektion, wie sie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorschlägt, genau zu hinterfragen. Was sich sonst noch so in Sachen Coronavirus tut? Schauen Sie auf unsere Themenseite.

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