Aktualisiert: 04.05.2020 - 14:18

Malaria-Mittel Warnung vor Covid-19-Medikament: Schwere Nebenwirkungen möglich

Remdesivir, Chloroquin, Plasma: Was hilft gegen Coronavirus

Remdesivir, Chloroquin, Plasma: Was hilft gegen Coronavirus

Alle Betroffenen warten auf ein Medikament gegen Covid-19. Doch noch ist keine Heilung in Sicht. Wir zeigen im Video die Hoffnungen: Remdesivir, Blutplasma und Chloroquin.

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Gerade wird fieberhaft gesucht nach einem Mittel gegen Covid-19, die durch das neue Coronavirus ausgelöste Krankheit. Einige bereits existente Medikamente geben Hoffnung – doch eines davon kann schwere Nebenwirkungen hervorrufen.

Ein schnelles, wirksames Mittel gegen Covid-19: Das ist das, wonach Forscher zurzeit weltweit suchen – nebst Impfstoff. Großes Potential bieten bereits existierende Medikamente, die für andere Krankheiten entwickelt worden sind, aber auch gegen das Coronavirus wirksam sein könnten. Die Forschung wird so stark vereinfacht. Doch es gibt auch Probleme.

Eines der eigentlich vielversprechenden, bereits existierenden Mittel ist das Malariamittel Hydroxychloroquin – und dieses ist sogar schon vielerorts zugelassen. Doch genau da liegt das Problem: Hydroxychloroquin (und Chloroquin) könnten relativ leicht "einfach so" verschrieben und eingenommen werden. Doch die Nebenwirkungen von Hydroxychloroquin sind enorm bis tödlich. Wissenschaftler warnen daher vor einer Einnahme außerhalb klinischer Studien.

Nebenwirkungen von Hydroxychloroquin enorm: tödliche Herzrhythmusstörungen möglich

Auf das Risiko schwerer Nebenwirkungen bei der Anwendung von sowohl Hydroxychloroquin als auch Chloroquin weist die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hin, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mitteilt.

Das BfArM warnt: Diese Medikamente dürfen auf keinen Fall ohne Verschreibung und ohne ärztliche Aufsicht eingenommen werden! Sowohl Hydroxychloroquin und Chloroquin sollen im Zusammenhang mit Covid-19 vorzugsweise im Rahmen klinischer Studien eingesetzt werden.

Gerade Hydroxychloroquin, das derzeit zur Behandlung von Malaria und bestimmten Autoimmunerkrankungen zugelassen ist, könne laut den Experten Herzrhythmusstörungen verursachen, die wiederum verstärkt werden können, wenn andere Medikamente, beispielsweise das Antibiotikum Azithromycin, gleichzeitig eingenommen werden.

Zudem kann das Mittel Störungen der Leber- und Nierenfunktion, Nervenzellschäden (bis hin zu epileptischen Anfällen) und einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie) hervorrufen.

Das Risiko sei schon bei den empfohlenen Dosen vorhanden, steige aber bei höherer Dosierung nochmals an, so das BfArM.

Nicht einfach so nehmen: "Off-Label-Use" in zweierlei Hinsicht kritisch

Hydroxychloroquin ist in Deutschland als Medikament gegen Malaria und diverse Autoimmunerkrankungen zugelassen – als Medikament gegen das Coronavirus jedoch noch nicht. Das BfArM bittet Ärzte und Apotheken darum, einen sogenannten "Off-Label-Use" zu vermeiden, das Medikament also nur dann zu verschreiben, wenn die Indikation eindeutig dem Zweck entspricht, für den das Medikament zugelassen ist.

Einerseits soll das verhindern, dass es zu Lieferengpässen kommt und sicherstellen, dass Menschen, die aufgrund ihrer Autoimmun- oder Malariaerkrankung darauf angewiesen sind, weiterhin darauf zugreifen können. Andererseits darf das Medikament aufgrund der hohen Nebenwirkungen nicht ohne Beobachtung genommen werden! Einen prophylaktischen Schutz gegen Covid-19 bietet das Medikament nicht!

Bei Covid-19: Patienten sollen genauestens beobachtet werden

Das BfArM empfiehlt Medizinern, die Covid-19-Patientinnen und -Patienten, die Hydroxychloroquin erhalten, genauestens zu überwachen und auch vorbestehende Herzerkrankungen zu berücksichtigen, die sie anfälliger für Herzrhythmusstörungen machen könnten. Dazu solle man auch EKG-Kontrollen vor Beginn sowie im Verlauf der Therapie regelmäßig in Betracht ziehen.

Zudem sollte das Risiko für Nebenwirkungen insbesondere bei höheren Dosen sorgfältig abgewogen werden und besonders vorsichtig vorgegangen werden, wenn eine Kombination mit der Gabe des Antibiotikums Azithromycin kombiniert wird.

Nebenwirkungen auch bei Verdachtsfall melden

Alle Verdachtsfälle von Nebenwirkungen sollen sowohl Patientinnen und Patienten sowie Angehörige der Gesundheitsberufe direkt beim BfArM melden.

Ansonsten muss weiter untersucht werden, ob eines der bestehenden potentiellen Medikamente gegen Covid-19 hilft und wie hoch die Risiken jeweils sind.

Die bisher erfassten klinischen Daten zu Hychroxychloroquin aus den klinischen Studien mit Patientinnen und Patienten mit Covid-19 seien nach wie vor begrenzt und nicht eindeutig, heißt es seitens BfArM. So habe das Medikament laut einer der Studien US-amerikanischer Forscher keinen positiven Effekt auf Menschen mit Covid-19. Im Gegenteil sei sogar die Sterblichkeit erhöht gewesen. Andere Untersuchungen laufen allerdings noch.

Währenddessen läuft aber auch die Suche nach einem geeigneten Corona-Impfstoff auf Hochtouren: Kampf gegen das Coronavirus: Kommen erste Impfstoffe im Herbst?

Hier finden Sie eine interaktive Karte über den aktuellen Stand der Infektionen mit Sars-CoV-2 sowohl in Deutschland, in Europa als auch weltweit.

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Quellen:

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