Aktualisiert: 10.04.2020 - 17:55

Überaktive Blase Reizblase: Symptome, Ursachen & Abhilfe

Von der Redaktion

Vor allem unterwegs kann eine Reizblase äußerst belastend sein.

Foto: iStock/Catalin205

Vor allem unterwegs kann eine Reizblase äußerst belastend sein.

Wenn häufiges Wasserlassen zur Last wird, spricht man von einer Reizblase. Warum vor allem Frauen betroffen sind und was hilft.

Vor allem Frauen sind von einem häufigen Harndrang betroffen, der allgemein als Reizblase bezeichnet wird. Mediziner sprechen meist von einer überaktiven Blase. Insbesondere bei Frauen nach einer Schwangerschaft, in den Wechseljahren oder im Alter können Symptome einer Reizblase auftreten und sehr belastend sein.

Symptome einer Reizblase

Unter einer überaktiven Blase leiden Sie, wenn Sie mehr als sieben Mal am Tag auf die Toilette gehen müssen, um Wasser zu lassen. Frauen, die unter einer Reizblase leiden, empfinden mindestens zehn Mal oder mehr das Bedürfnis, ihre Blase zu entleeren. Besonders unangenehm ist das nächtliche Wasserlassen (Nykturie). Meist ist die Blase nicht einmal prall gefüllt, meldet sich aber und der Schlaf wird unterbrochen. Mitunter drei bis vier Mal in der Nacht. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa jede sechste Frau davon betroffen ist. Es reichen oft nur wenige Milliliter, um einen Harndrang auszulösen. Dies nennt man Pollakisurie.

Unterschied zwischen einer Reizblase, einer Blasenentzündung und einer Blasenschwäche

Eine Reizblase können Sie medizinisch abklären lassen. Um Entzündungen der Blase und der Harnwege sowie eines Tumors auszuschließen, wird meist eine

  • Untersuchung des Urins
  • Ultraschalluntersuchung der Harnwege
  • Restharnmessung in der Blase
  • Blasenspiegelung

vorgenommen.

Erst wenn definitiv keine organische Erkrankung vorliegt, kann der Arzt die Diagnose Reizblase stellen, für die es therapeutische Maßnahmen gibt. Bei einer Blasenentzündung handelt es sich um eine bakterielle Infektion der Harnwege, die ebenfalls zu einem häufigen Harndrang führt, aber nach der Ausheilung wieder abklingt. Eine Blasenschwäche wie eine Belastungsinkontinenz wird durch einen schwachen Schließmuskel verursacht. Menschen mit Inkontinenz können ihren Harndrang deshalb mitunter nicht kontrollieren. Auch bei Krankheiten kann es zu einem vorübergehenden Kontrollverlust kommen.

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Ursachen einer Reizblase

Eine organische Ursache kann bei den üblichen Untersuchungen nicht festgestellt werden. Es wird aber vermutet, dass bei einigen Frauen häufige Blasenentzündungen, Unterleibsoperationen sowie eine Gebärmutter- und Scheidensenkung dafür verantwortlich sind. Ebenfalls Übergewicht kann eine Ursache sein. Andererseits kommt ein häufiger Harndrang bereits im jugendlichen Alter vor. Auch psychosomatische, also seelische Ursachen, können einen zu starken und häufigen Harndrang auslösen und zu und Nykturie Co führen.

Worum handelt es sich genau bei einer Reizblase? Was geht da vor sich?

Unsere Blase nimmt gewöhnlich zwischen 250 und 400 ml Harn auf. Eine Voraussetzung dafür sind jedoch lockere und entspannte Muskeln. Bei einer überaktiven Blase meldet sich der Harndrang jedoch bereits, wenn diese nicht mal halb gefüllt ist, also vielleicht gerade 100 ml gesammelt hat. Wird eine Reizblase nämlich nicht schnell genug behandelt, schrumpft die Blase durch die häufigen Toilettengänge und meldet immer vorzeitiger einen Druck, obwohl das Organ an sich ein höheres Fassungsvermögen hat.

Selbstverständlich hängt das häufige Wasserlassen, gerade bei einer Reizblase auch sehr davon ab, was wir trinken. Tee, Kaffee und Alkohol treiben stärker, wohingegen Wasser ohne Kohlensäure, Saft oder Milch nicht zu einem schnellen Anstieg der Flüssigkeitsmenge und damit einhergehend dem Drang zum Wasserlassen führen.

Was kann man dagegen tun?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Reizblase zu behandeln. Medikamente wie Anticholinergika wirken auf den Nervenbotenstoff Acetylcholin und tragen dazu bei, den überaktiven Blasenmuskel zu beruhigen. Physiotherapeuten bieten ein gezieltes Beckenbodentraining an, um durch Übungen die Muskeln zu trainieren. Auch eine Reizstromtherapie kann Abhilfe schaffen. Wenn Stress die Ursache für eine gereizte und überaktive Blase ist, helfen Stressbewältigungstechniken oder mentale Entspannungsübungen.

Können Naturheilmittel helfen?

Gegen alles ist ein Kraut gewachsen, heißt es im Volksmund so treffend. Bereits im Mittelalter kannte man die krampflösende und entzündungshemmende Wirkung der Echten Goldrute, welche auch heute noch als pflanzliche Therapie bei jeder Art von Blasenschwäche oder Entzündung der Harnwege eingesetzt wird. Das Goldrutenkraut bewährt sich durch folgende Wirkmechanismen:

  • Kräftigung der Harnwege
  • Anregung der Nierentätigkeit
  • beruhigender Einfluss auf die Blasenmuskulatur
  • krampflösend
  • bakterienhemmend

Fazit: Ärztlicher Rat ist wichtig – dann kann auch Natur helfen

Eine überaktive Blase kann sowohl mit chemischen Medikamenten, verhaltenstherapeutischen Maßnahmen als auch mit bewährten Naturheilmitteln beruhigt werden. Vertrauen Sie sich Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin an, lassen Sie die Beschwerden von einem Urogynäkologen oder in einem Inkontinenz-Zentrum abklären. Und vertrauen Sie bei einer akuten oder auch chronischen Reizblase auch auf die Kraft der Naturheilmittel!

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