Aktualisiert: 26.10.2020 - 09:29

Selbstgemacht oder gekauft? Stoff, OP, FFP3: Welche Maske hilft wem?

Alle wichtigen Infos zu den 3 Schutzmasken-Typen

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Sieht chic aus, aber hilft diese Maske auch? Ja – aber nicht so, wie Sie vielleicht denken. Wir klären die Unterschiede zwischen den Maskenarten und sagen, wem welcher Mundschutz hilft.

Foto: iStock.com/Rike_

Sieht chic aus, aber hilft diese Maske auch? Ja – aber nicht so, wie Sie vielleicht denken. Wir klären die Unterschiede zwischen den Maskenarten und sagen, wem welcher Mundschutz hilft.

Zu Beginn der Corona-Pandemie hieß es, Mundschutz helfe nicht. Mittlerweile ist klar: Doch, er hilft – nur eben nicht so sehr dem Träger, sondern den Mitmenschen. Doch welche Art bringt was, und gibt es nicht doch welche, die auch einen Selbstschutz mitbringen? Klar sollte sein: Solidarität ist jetzt gerade ganz wichtig!

Die Maskenpflicht hat uns seit Monaten in verschiedenen öffentlichen Bereichen des Lebens im Griff – und so wie es aussieht, wird sie möglicherweise noch verschärft werden müssen über den Winter. Das trifft bei vielen auf Unverständnis – auch, weil noch nicht jedem klar ist, wie und wem die Maske überhaupt hilft, und welche für wen und welche Situation geeignet ist.

Es gibt gewisse Unterschiede zwischen den Arten einer Mund-Nasen-Bedeckung, die derzeit empfohlen werden. Darunter gibt es etwa festere, unter denen das Atmen gar nicht so leicht fällt. Es gibt aber auch dünnere, vorrangig zum Fremdschutz, unter denen der Atem nahezu normal fließen kann. Es gibt selbstgemachte Masken und professionellen Mundschutz. Wer soll da durchblicken? Wir klären auf:

Unterschiede zwischen Mund-Nasen-Bedeckungen: Selbstgemacht vs. professionell

Welche Masken helfen also wem?

  • Klassische OP-Masken: Die dünneren Vliesmasken, die Ärzte und Pfleger auch im OP tragen, dienen NICHT dem Eigenschutz, sondern dem Fremdschutz. Denn das Coronavirus Sars-CoV-2 wird vor allem über Tröpfcheninfektion übertragen – und das auch schon ohne Covid-19-Symptome – denn die treten erst im Schnitt fünf Tage nach Infektion auf, manchmal sogar noch später, oder gar nicht. Die Tröpfchen werden zu einem Teil beim Sprechen, Husten, Niesen von der Maske aufgefangen. Damit gelangen weniger Viren in die Luft um uns herum. Feine Aerosole halten diese Masken allerdings nicht auf. Daher ist auch der Schutz anderer nicht hunderprozentig gegeben. Doch er ist, und das ist mittlerweile überprüft, weit größer als ohne Maske.
  • FFP-Masken: Schützen auch den Träger, wenn sie mindestens Schutzstufe 2, besser Schutzstufe 3 aufweisen – sind aber etwas unbequemer und erschweren das Atmen, insbesondere im Falle von FFP3. FFP2-Masken eignen sich aber beispielsweise für längere Zugfahrten, wenn man sowieso nur sitzt. ABER VORSICHT: Bitte keine Maske mit eingebautem Ventil nutzen! Diese Masken haben keinerlei Fremdschutz-Wirkung, so dass sie den eigentlichen Zweck der Maskenpflicht verfehlen! Sie zeigen eigentlich nur: Der Träger ist ein Egoist. Diese Masken sind nicht für den Fremdschutz ausgelegt.
  • Selbstgemachte Masken: Helfen, wie OP-Masken, vor allem den Mitmenschen. Als Selbstschutz eignet sich eine solche selbstgemachte Maske nicht oder nur, wenn sie fest genug gewebt ist! Selbst gemacht werden können Masken aus Stoff (genäht), dann können sie sogar mehrfach wiederverwendet werden. Wer möchte, kann Filtermaterial einschieben, sofern eine solche Tasche vorhanden ist. Alternativ, aber nicht ganz so gut, hilft auch ein Schal oder ein festeres Tuch vor Mund und Nase. Diese Masken sind, je nach Qualität und Dicke, eher ein Zeichen der Solidarität, das zeigt: "Ich denke an meine Mitmenschen und möchte sie schützen, falls ich Krankheitserreger in mir trage, von denen ich nichts weiß." Auch, wenn eine selbstgenähte Maske aus Stoff, insbesondere wenn sie dünner ist, Aerosole nicht aufhält, dann aber immerhin größere Tröpfchen beim Sprechen oder Husten. Sie sollten aus kochfestem Baumwollstoff bestehen. Dieser ist luftdurchlässig und hindert den Träger nicht beim Atmen. Gehäkelte oder gestrickte Masken hingegen, oder solche mit Luftloch schützen weder Träger noch Umgebung! Wir hätten nicht gedacht, dass wir das extra erwähnen müssen...
  • Stoffmasken mit antiviraler Funktion: Mittlerweile gibt es auch Stoffmasken zu kaufen, die beschichtet sind und so sogar Viren unschädlich machen können. Etwa, indem ein Stoff auf ihnen positiv geladen ist und damit die negative Ladung der Virenhülle aufbricht. Diese Masken schützen vor allem die Mitmenschen, können aber auch den Träger zumindest ein wenig schützen, solange die Maske fest sitzt. Sie sind aber in der Regel so fest gewebt, dass sie das Atmen doch merklich erschweren.

Wir sehen also: Maske tragen ist vor allem ein Thema der Solidarität! Wenn wir ALLE Maske tragen, und sei es eine OP-Maske, dann sind wir auch alle besser geschützt, da niemand mehr infektiöse Tröpfchen in die Welt katapultiert. Wichtig dafür ist nur, die Maske richtig zu tragen: über Mund UND Nase – und bitte nicht zum Niesen, Husten oder Sprechen runterziehen. Wenn die Maske feucht ist, bitte austauschen gegen eine frische.

Bei Verdacht auf Covid-19: Bitte zu Hause bleiben!

OP-Masken müssen in Deutschland durch eine DIN-Norm-Regelung zugelassen sein. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) dazu: "Da der Träger je nach Sitz des MNS (Anm. d.R.: Mund-Nasen-Schutz) im Wesentlichen nicht durch das Vlies des MNS einatmet, sondern die Atemluft an den Rändern des MNS vorbei angesogen wird, bieten MNS für den Träger in der Regel kaum Schutz gegenüber erregerhaltigen Tröpfchen und Aerosolen."

Übrigens dürfen die Masken aus Stoff, die nun vielerorts erhältlich sind, nicht als "Schutz" bzw. "Mundschutz" bezeichnet werden. Denn das sind sie nicht: Sie schützen nicht Sie als Träger, sondern bieten zumindest ein Bisschen Schutz Ihren Mitmenschen. WENN sie richtig gehandhabt werden.

Selbstverständlich gilt auch trotz Verfügbarkeit selbstgemachter Masken: Wer sich krank fühlt, egal ob mit Verdacht auf Covid-19 oder auch nur aufgrund einer Erkältung oder Grippe: Bitte zuhause bleiben und auskurieren! Das sollten wir uns auch für die Zeit nach der Corona-Krise wieder mehr ins Gedächtnis rufen! Dann hätte auch die "echte" Grippe, das Influenza-Virus eine geringere Chance, jährlich Todesopfer zu fordern.

Was muss bei der selbstgemachten Maske noch beachtet werden?

Bei allen Masken gilt: Sie müssen so getragen werden, dass sie Mund und Nase wirksam bedecken: Von der Nasenwurzel bis unters Kinn muss die Bedeckung reichen. Auch wenn Lösungen aus Filterpapier beispielsweise, oder etwa Windeln, schon hilfreich sind, schön sind sie nicht, und sie verursachen jede Menge Müll. Die wohl umweltfreundlichste und nachhaltigste Art eines Mundschutzes ist die aus Stoff genähte Maske, die lässt sich sogar selbst herstellen. Wer selbst nicht nähen kann, kann dazu vielleicht Bekannte fragen oder sich online umschauen. Viele Kleidungshändler und vor allem auch kleinere Unternehmen bieten ebenfalls Masken aus Stoff an. Und wie erwähnt: Auch vor Mund und Nase gewickelte Schals bieten einen gewissen Schutz für die Mitmenschen. Doch regelmäßiges Waschen sowie sehr vorsichtiges Auf- und Absetzen sind enorm wichtig. Und generell gilt trotzdem: Abstand halten ist nach wie vor wichtig!

Was ist eigentlich mit unhygienischen Masken – können die krank machen? – nur, wenn sie nicht regelmäßig ausgetauscht oder gereinigt werden! Sie sollten Ihre persönliche Stoffmaske regelmäßig desinfizieren, auch um eventuelle Bakterien zu entfernen: Dazu reicht es, die Maske entweder bei mindestens 60 °C zu waschen. 5 wirksame Methoden: So reinigen Sie Ihre Gesichtsmaske richtig! Vorsicht gilt bei der Mikrowelle: Masken mit Draht dürfen auf keinen Fall so desinfiziert werden!

Eine Übersicht gibt auch das Portal vergleich.org:

Und allgemein: Was ist mit Vermummungsverbot?

So mancher hat sich vielleicht auch schon gefragt: Wenn jetzt alle anfangen, Gesichtsmasken zu tragen – fällt das nicht unter das Vermummungsverbot? Da lässt sich kurz sagen: Nein. Medizinische Gründe, darunter Infektionsschutz, sind vom Vermummungsverbot ausgenommen – und die gelten in Zeiten der Coronavirus-Pandemie. Zudem greift das Vermummungsverbot in Deutschland nur bei Demonstrationen oder Versammlungen (ausgenommen Karneval) sowie bei Autofahrern. In Österreich, wo in der Öffentlichkeit mittlerweile auch Maskenpflicht herrscht, sieht das normalerweise etwas anders aus. Dort ist es normalerweise verboten, solch große Teile des Gesichts zu verdecken. Ausnahme aber auch hier nun: Infektionsschutz, Schutz vor Luftverschmutzung und Schutz vor witterungsbedingten Umständen, etwa Frost.

Coronavirus – Alle wichtigen Infos
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Ganz wichtig: Auch Mundschutz und vor allem nicht die selbstgemachte Maske aus Stoff und Co oder ein Schal ersetzen nicht die sonstigen Hygienevorschriften! Und auch andere Maßnahmen zum Eindämmen der Virusausbreitung werden damit nicht außer Kraft gesetzt! Die Masken sind ein Zusatz – präventiv gegenüber anderen eingesetzt.

Sie sollten daher darauf achten, Ihre Gesichtsmaske in der Öffentlichkeit nur mit frisch gewaschenen Händen aufzusetzen oder zu berühren. Denn auch Sie können sich durch Schmierinfektion anstecken. Fassen Sie also etwa an einen kontaminierten Türgriff, können Sie Viren darüber an Ihren Mundschutz übertragen, ebenso wie auch an alle anderen Gegenstände oder Körperstellen. Daher gilt nach wie vor: Gründliches Händewaschen nicht vergessen! So schützen Sie sich vor dem Coronavirus!

Übrigens ist eine gewisse Anzahl an eingeatmeten Viren, genannt Viruslast, notwendig für eine Infektion.

Diese Tipps sind kein Garant dafür, gesund zu bleiben! Auch mit Maske können Sie sich anstecken oder andere infizieren. Daher ist die Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen – also auch Hygiene sowie Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote – so äußerst wichtig in Zeiten der Coronavirus-Pandemie.

Mehr dazu: Risikopatientin klärt auf: Darum sollten alle Mundschutz tragen

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