26.03.2020

Fast an Covid-19 gestorben Familienvater appelliert: "Haltet euch an die Vorgaben!"

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Bei einem 39 Jahre alten Mann aus England verlief Covid-19 trotz fehlender Vorerkrankung kritisch. Jetzt appelliert er aus dem Krankenhaus an seine Mitmenschen.

Foto: iStock/gorodenkoff

Bei einem 39 Jahre alten Mann aus England verlief Covid-19 trotz fehlender Vorerkrankung kritisch. Jetzt appelliert er aus dem Krankenhaus an seine Mitmenschen.

Matt Dockray aus England wäre fast an Covid-19 gestorben, er hat die Coronavirus-Infektion knapp überlebt. Was ihn aber ganz besonders ärgert, ist die Ignoranz der Mitmenschen bezüglich der Distanz zueinander.

Matt Dockray aus Marlow in Buckinghamshire, England, hat das neuartige Coronavirus anfangs nicht ernst genug genommen – auch nicht, als er irgendwann Symptome entwickelte. Doch die Erfahrung hat den 39-jährigen Familienvater gelehrt: er wäre fast an den Folgen von Covid-19 gestorben. Jetzt setzt er sich dafür ein, dass seine Mitmenschen die Lage endlich ernst nehmen, Distanz wahren, Rücksicht nehmen – und Symptome nicht auf die leichte Schulter nehmen. Von Panik rät er aber ebenso ab – dafür plädiert er für Solidarität.

Dockrays Krankheit begann harmlos – und wurde schlimmer

In einem Post auf Facebook erzählt der Brite von seinem Krankheitsverlauf. Er sei eigentlich gesund, gehöre nicht zu einer der Risikogruppen und sei mit 39 noch jung – auch wenn er kein "Poster Boy" eines gesunden Mannes sei. Er habe die Symptome unterschätzt – und genau deshalb wende er sich in seinem Post an seine Mitmenschen. Damit sie sich an die staatlichen Auflagen halten und damit aufhören, "geliebte Menschen zu gefährden".

Anfang März habe alles mit einem "kleinen Husten" begonnen, nachdem er bei einem Spiel im Londoner Wembley-Stadion gewesen sei. Dann seien Schüttelfrost, Fieber und Kopfschmerzen dazugekommen, er habe sich Tag für Tag schlapper gefühlt, wie verkatert. Doch er habe die Ratschläge seiner Familie ignoriert und weitergemacht "wie ein wahrer Held". Dann kam irgendwann die Quittung.

Appell an alle: "Seid keine Idioten! Haltet euch nicht für unverwundbar!"

Nach Tagen sei er dann doch ins Krankenhaus eingeliefert worden – als seine Lungen schon fast versagt hatten. Nach drei Tagen, so schreibt er, war er wieder stabil, doch gut gehe es ihm immer noch nicht. Aber er habe jetzt "die Möglichkeit, jedem von euch, der glaubt, unverwundbar zu sein oder jedes bisschen Rat zu ignorieren und grundlos rauszugehen", davon zu erzählen. "Für jeden, der denkt, mit einem Husten und milden Symptomen davonzukommen", oder der etwa denke, sie oder er habe die Erkrankung schon unbemerkt gehabt, so dass jetzt alles in Ordnung sei: "Bitte, bitte seid keine Idioten."

"Ich würde das keinem Feind wünschen", erklärt er weiter. Er habe sogar ein Abschiedsvideo für seine Frau und Kinder aufgenommen, weil er an einem Punkt doch fast aufgegeben hätte – aufgrund der Schmerzen und der Angst. Er befinde sich noch auf der Intensivstation, doch die Hoffnung sei wieder da. Dennoch beschreibt er weitere kritische Covid-19-Krankheitsfälle im Krankenhaus.

Er schließt mit den Worten, er wolle mit dem Post keine Aufmerksamkeit oder Sympathiepunkte sammeln, sondern die erreichen, die "einen Tritt in den Allerwertesten benötigen, um sich vernünftig zu verhalten, keine panischen Hamsterkäufe zu tätigen und mit ihrem Leichtsinn nicht geliebte Menschen in Gefahr zu bringen. Denn ein Erkrankter kann auch unwissentlich schon andere mit dem Coronavirus anstecken. "Tut, was euch gesagt wird, und lasst die Natur ihren Lauf gehen."

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Die Lungenkrankheit Covid-19 kann sehr unterschiedlich verlaufen. Auch wir haben weitere Berichte von Patienten, die von ihren Symptomen berichten und erzählen, wie sich die Erkrankung anfühlt. Nun reiht sich Dockray dort ein. Die Erfahrungen könnten nicht unterschiedlicher sein.

Wir stimmen daher zu: Auch wenn die Erkrankung glücklicherweise in den meisten Fällen glimpflich verläuft, es gibt eben schwere Fälle – auch bei jungen, vermeintlich nicht vorerkrankten Menschen, wenngleich diese selten sind. Bis wir Covid-19 und Sars-CoV-2 besser verstanden haben und Medikamente sowie Impfstoff entwickelt worden sind, sollten wir uns an die aktuell geltenden Regeln halten und darauf achten, dass wir sowohl uns, aber vor allem auch die Risikogruppe schützen – und physisch Abstand halten, psychisch aber zusammenrücken und uns unterstützen. Dann ist die Krise rund um das Coronavirus hoffentlich bald überstanden.

So schützen Sie sich vor dem Coronavirus

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