Aktualisiert: 28.10.2020 - 09:03

Pneumonie überstehen Lungenentzündung verhindern: Diese 7 Tipps können helfen

Ein Tipp, mit dem sich eine Lungenentzündung möglicherweise vermeiden lässt, ist einer, der generell ratsam ist: viel trinken!

Foto: iStock/Rawpixel

Ein Tipp, mit dem sich eine Lungenentzündung möglicherweise vermeiden lässt, ist einer, der generell ratsam ist: viel trinken!

Die Lungenentzündung ist das, was bei einer Erkrankung mit dem Coronavirus als schwerer Verlauf gilt. Aber lässt sich eine Pneumonie verhindern? Diese Tipps könnten zumindest ein bisschen helfen.

Trockener Husten und Fieber sind die Hauptsymptome der vom Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelösten Krankheit Covid-19. Zwar verläuft die Erkrankung in den meisten Fällen leicht, doch auch schwere Verläufe sind möglich – und zwar nicht nur innerhalb der Risikogruppe, sondern durchaus auch bei jungen und/oder eigentlich gesunden Menschen.

Es gibt bisher weder Impfungen noch als wirksam bestätigte Medikamente gegen Covid-19. Vorbeugen mit den typischen Hygieneregeln sowie Abstand halten und dem Einschränken physischer Kontakte sind am besten, aber was tun, wenn's einen doch erwischt hat? Symptome behandeln ist das eine. Doch es gibt auch Tipps, mit denen sich eine Lungenentzündung verhindern oder abschwächen lassen kann. Und die stammen aus der Pflege.

Lungenentzündung verhindern: Geht das überhaupt?

Vorweg sei gesagt: Jeder Tipp ist nur ein Tipp, keine Garantie dafür, dass man bei Befolgung auf keinen Fall eine Pneumonie (Fachbegriff für Lungenentzündung) entwickelt. Jedoch stammen die folgenden Tipps aus der evidenzbasierten Pflege. Sie wurden zusammengetragen von Monja Schünemann und auf dem Blog "mypflegephilosophie.com" veröffentlicht. Den Link dazu gibt's unten.

Diese Tipps wurden von Pflegenden gesammelt, die unter anderem mit Risikopatienten arbeiten, und sind über Jahre hinweg entstanden. Sie rühren daher, dass sich eine Lungenentzündung aus verschiedenen, den Allgemeinzustand schwächenden Krankheiten entwickeln kann, etwa immer dann, wenn sich durch falsche Lagerung oder zu wenig Flüssigkeitszufuhr Sekret in der Lunge staut, weil es nicht abgehustet wird. Damit kann das Lungengewebe nicht umgehen, weshalb es sich entzündet – ganz einfach zusammengefasst.

Monja Schünemann selbst schreibt, sie und ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Pflege wissen nicht, ob diese Tipps auch auf Sars-CoV-2 positiv getesteten Menschen helfen. Denn bei Covid-19 sammelt sich wohl kein bis kaum Schleim in der Lunge. Aber sie schaden auf keinen Fall, können die Lunge möglicherweise im Vorfeld stärken und könnten im Zweifel vielleicht auch Leben retten – auch angesichts der Vielzahl an schweren Erkrankungen, die wohl noch auf uns zukommen werden. Denn eine Lungenentzündung kann sich etwa auch nach einer verschleppten Erkältung oder aus einer Grippe heraus entwickeln.

Aufgepasst! Diese Tipps könnten Kranke vor einer Lungenentzündung schützen

Das sind die Tipps vom Blog myPflegephilosophie im genauen Wortlaut:

  • Bitte legen Sie sich nicht wie bei einer Erkältung ins Bett. Wenn Ihr Zustand es auch nur annähernd zulässt, bleiben Sie mit aufrechtem Oberkörper, mindestens aber 30 Grad, sitzen. (Tipp: Hier helfen Kissen unter Rücken und Kopf.)
  • Heben Sie mehrmals täglich die Arme, um die Lunge weit zu machen. Atmen Sie tief ein und aus. Versuchen Sie, zu husten.
  • Sekret kann nur abgehustet werden, wenn Sie genug getrunken haben. Hat Ihr Arzt Ihnen keine Trinkmenge verordnet, trinken Sie bitte ausreichend Flüssigkeit, damit die Lunge überhaupt Sekret produzieren kann. Kann sie das nicht, verdickt das Sekret und Sie können es nicht mehr abhusten. Hoch die Tassen! Und zwar mit nichtalkoholischen Getränken, die Sie mögen.
  • Wenn Sie noch irgendwo ein altes "Pusteröhrchen" (Spirometer) haben, ist jetzt der beste Moment dafür. Stündlich wäre nicht übertrieben. Bitte stellen Sie es außer Reichweite Anderer. Am Mundstück und auf dem Gerät selbst sitzen Keime aus Ihrer Ausatemluft.
  • Haben Sie kein solches Gerät, kann man sich anders behelfen: Pusten Sie durch Trinkhalme. Oder lassen Sie sich Luftballons mitbringen und pusten stündlich einen auf. Auch Trinkhalme und Ballons bitte außer Reichweite Anderer lagern. Auch dort sitzen Keime von Ihrem Mund. Stündlich den gleichen Ballon aufpusten. Das ist sehr anstrengend, beugt aber Atelektasen (Anm. d. Red.: luftleeres Lungengewebe: Fallen die Lungenbläschen zusammen, kann dort kein Sauerstoffaustausch mehr stattfinden, was wiederum zu Atemnot und unzureichender Versorgung des Blutes mit Sauerstoff führen kann) vor.
  • Ab ans Fenster! Frische Luft ist wichtig. Lüften Sie auch Ihr Zimmer. Die alte Weisheit, man würde sich eine Lungenentzündung durch Verkühlen holen, ist völliger Quatsch. Die Lunge BENÖTIGT frische Luft. Und nein, auch "Zug" macht Sie nicht krank. Jede Brise Luft hilft und beugt vor. Ab mit der Luft in die Lungen.
  • Nehmen Sie keine Hustenstiller. Husten ist das, was Sie schützt. Immer raus damit. Seien Sie froh über jeden Abhuster. Das Taschentuch bitte in Ihren persönlichen Müllbeutel, den Sie schließen.

Auch interessant: Wann wird aus Husten eine Lungenentzündung?

Kein Wundermittel – aber sie schaden nicht

Ganz wichtig dabei: Es sind wie gesagt nur Tipps, die möglicherweise helfen können, eine Lungenentzündung zu verhindern, die aber zumindest nicht schaden. Im Falle von Covid-19 bildet sich in den meisten Fällen kein Schleim zum Abhusten. Hier sind definitiv weitere Forschungen, auch innerhalb der Pflege, sowie weitere Erkenntnisse wichtig. Also sehen Sie diese Tipps bitte nicht als Wundermittel – aber immerhin als mögliche Hilfe, deren Umsetzung nicht weh tut. Alle Tipps sowie den Text finden Sie hier im Blog mypflegephilosophie.

Zudem: Wenn tatsächlich ein Verdacht auf Covid-19 bei Ihnen besteht, zögern Sie nicht, Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt anzurufen, sich beim Gesundheitsamt oder bei einer der Corona-Hotlines oder dem Kassenärztlichen Notdienst unter 116 117 zu melden. Bitte gehen Sie dann nicht einfach in eine Praxis, Notaufnahme oder Teststelle. Hier lesen Sie, wer sich testen lassen kann: 6 Kriterien: Erfüllen Sie eines, sollten Sie einen Corona-Test machen lassen!

Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt werden Ihnen Tipps zum weiteren Verfahren geben. Sollte die Krankheit bei Ihnen nachgewiesen werden, aber mild genug verlaufen, dass Sie sich zu Hause in Quarantäne auskurieren können, wird sich dennoch regelmäßig jemand nach Ihrem Befinden erkunden. Sobald Sie merken, dass Sie schlechter Luft bekommen, der Husten schlimm wird und/oder Sie Fieber bekommen, melden Sie sich bitte von selbst dort!

Mehr zum Coronavirus-Test sehen Sie im Video:

Coronavirus-Test: Wichtige Fragen geklärt
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Unter folgenden Telefonnummern können Sie sich bei Verdacht melden:

  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
  • Einheitliche Behördennummer: 115
  • Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800 011 77 22
  • Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Zudem stehen Ihnen Ihre Hausärzte telefonisch zur Verfügung. Alle neuen Informationen zur Ausbreitung des Virus gibt es außerdem auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Mehr Infos zum Thema finden Sie auch auf unserer Coronavirus-Themenseite.

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