18.03.2020 - 22:13

Schlafraubende Hitze Nachtschweiß: Was tun, wenn Schwitzen die wohlverdiente Ruhe stört?

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Nachts so viel schwitzen, dass es Sie um den Schlaf bringt: Das kann hin und wieder passieren. Wenns aber regelmäßig passiert, sollten Sie hellhörig werden.

Foto: iStock/demaerre

Nachts so viel schwitzen, dass es Sie um den Schlaf bringt: Das kann hin und wieder passieren. Wenns aber regelmäßig passiert, sollten Sie hellhörig werden.

Viele Menschen schwitzen im Schlaf mehr oder minder stark. Manchmal ist es aber so schlimm, dass die Nacht so verschwitzt ausfällt, dass sogar der Schlaf zu kurz kommt. Was steckt dahinter und kann man etwas dagegen machen?

Nachtschweiß selbst ist keine Erkrankung. Er kann ein Symptom für eine Krankheit, aber auch die Folge eines zu warmen Raumes oder wenig atmungsaktiver Bettwäsche sein. Fakt ist, dass die gesunde Nachtruhe durch häufiges Aufwachen "im eigenen Schweiß" gestört wird und dass Betroffene das morgendliche Aufstehen als Belastung empfinden. Woher kommt das nächtliche Schwitzen?

Nachtschweiß hat ganz verschiedene Ursachen

Wie bereits angeschnitten, kann es sich bei Nachtschweiß um ein Begleitsymptom einer schweren Erkrankung handeln. Ebenso kann die Ursache aber auch harmlos sein und auf den eigenen Lebensgewohnheiten beruhen. Tritt die erhöhte Schweißbildung abrupt und ohne sonstige Anzeichen auf, ist die Ursache mit einem kurzen Rückblick auf Veränderungen im Schlafzimmer oder in den Ernährungsgewohnheiten meist schnell gefunden. Komplizierter wird es, wenn ein erkennbarer Grund ausbleibt und das nächtliche Schwitzen zum Dauerzustand wird. Gelangen die Hormone ins Ungleichgewicht, ist die aktuelle Lebensphase stressig oder funktioniert der Stoffwechsel nicht richtig, kommt es nicht selten zu nächtlichen Schweißausbrüchen.

Was ist normal, wann ist die Schweißproduktion übermäßig?

Pro Nacht verliert ein gesunder Mensch bis zu einen halben Liter Flüssigkeit. Hierbei handelt es sich um eine Menge, die unbemerkt in die Bettwäsche und in die Matratze einzieht, ohne dass es zum Aufwachen mit schweißnasser Haut kommt. Nach einem Albtraum kann die Schweißmenge deutlich höher, aber dennoch unbedenklich sein. Besorgniserregend wird der Nachtschweiß erst dann, wenn er mit weiteren Symptomen einhergeht und länger als zwei bis drei Wochen zu nasser Bettwäsche und einem ständig klammen Hautgefühl führt.

Dr. Wimmer nächtliches Schwitzen

Schweißnasses Aufwachen - Steckt eine Erkrankung dahinter?

Eine konkrete Diagnose kann nur der Facharzt stellen. Bei Infektionen, während der Einnahme von Medikamenten und bei chronischen Erkrankungen ist die nächtliche Schweißbildung erhöht. Das menschliche Immunsystem reagiert auf Entzündungen, auf Bakterien und Viren mit einer Erhöhung der Körpertemperatur, welche wiederum zur gesteigerten Produktion von Schweiß führt. Unterschieden werden muss zwischen Schweißattacken, die sich beispielsweise durch einen Albtraum einstellen und zwischen Nachtschweiß als Dauerzustand. Im Zweifelsfall ist die Konsultation eines Arztes immer die richtige Wahl und wenn sie nur dazu dient, Erkrankungen als Ursache für die nächtliche Hitze auszuschließen.

Wie das Raumklima den Schlaf beeinflusst

Im Schlafzimmer liegt die optimale Raumtemperatur bei 16 °C bis 19 °C. Ist es auch nur ein Grad wärmer, kann sich hierin bereits die Problematik mit dem Nachtschweiß begründen. Auch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit fördert die Sekretbildung. Am besten schläft man bei geöffnetem Fenster und ohne Heizung. Sicherlich ist es angenehm, in einen warmen Raum zu kommen und sich unter eine warme Bettdecke zu legen. Doch für den erholsamen Schlaf ist ein zu warmer Raum nicht geeignet. Auf ein überhitztes Zimmer reagiert der Körper mit großen Mengen Schweiß, die auf der Haut haften und den natürlichen Prozess der Kühlung einleiten sollen.

Manchmal ist es einfach nur der Stress ...

In besonderen Situationen kann der Körper mit ungewohntem Verhalten reagieren. Ängste und Sorgen, Stress oder ein traumatisches Ereignis sind häufige Gründe für Nachtschweiß. Ist die Psyche im Ungleichgewicht, kommt es auch tagsüber zu Schweißattacken. Doch im Wachzustand lässt sich die Schweißbildung zuordnen, während sie innerhalb der Nachtruhe zusätzlich beängstigt und dadurch für einen erhöhten Stresspegel sorgt. Der Betroffene befindet sich in einem Kreislauf aus Stress und verstärkter Schweißbildung, die wiederum zu neuem Stress führt. Der Hausarzt kann helfen und darüber beraten, ob eine Therapie beim Psychologen sinnvoll ist.

Scharfes und zu heißes Essen am Abend

Fette, zu heiße und vor allem scharf gewürzte Speisen sind am Abend tabu. Gleiches gilt auch für Alkohol und Kaffee. In vielen Fällen löst sich das Problem ganz von selber, in dem man das Abendbrot leicht hält und nicht zu spät verzehrt. Wer auf einen aufmunternden Kaffee nicht verzichten möchte, sollte den Konsum auf den Morgen legen und nicht mehr als zwei Tassen genießen. Peperoni, Chili und Pfeffer sind zwar gesund, beschweren den Magen aber am Abend und begünstigen die Schweißbildung im Schlaf. Manchmal ist die Ursache ganz profan: Ein spannender Film vor dem Zubettgehen wühlt auf und bringt sprichwörtlich ins Schwitzen.

Fazit: Ursachenforschung und Abhilfe bei nächtlichen Schwitzattacken

Ein einmaliger Nachtschweiß-Ausbruch ist noch kein Grund zur Besorgnis. Tritt das Phänomen allerdings häufiger oder gar in jeder Nacht auf, sollte die Ursachenforschung nicht auf die lange Bank geschoben werden. Ehe ein Besuch beim Arzt erfolgt, lohnt sich meist ein kritischer Blick in die eigenen Lebens-, Ernährungs- und Schlafgewohnheiten. Auch die Einnahme von Medikamenten erhöht die Schweißbildung und kann, ebenso wie eine Erkältungskrankheit zu Nachtschweiß führen. Wenn sich trotz aller Maßnahmen keine Besserung einstellt, kann ein Arzt Aufschluss geben und die konkrete Ursache ermitteln.

Mehr über Schlafstörungen lesen Sie auf unserer Themenseite.

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