16.03.2020

Gründlich Hände waschen! So schützen Sie sich vor dem Coronavirus

Stopp Coronavirus - 6 simple und effiziente Maßnahmen im Alltag
Fr, 13.03.2020, 16.56 Uhr

Stopp Coronavirus - 6 simple und effiziente Maßnahmen im Alltag

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Die Viren heißen Sars-CoV-2, die von ihnen ausgelöste Lungenkrankheit trägt den Namen "Covid-19". Vor einer weiteren Ausbreitung des aktuellen Coronavirus haben immer mehr Menschen Angst. Wie schützt man sich?

Die Infektionszahlen in Europa sind mittlerweile enorm hoch, auch in Deutschland gibt es immer mehr Fälle, Mundschutz ist mittlerweile ausverkauft – dabei ist er für Gesunde überhaupt nicht sinnvoll. Das Fazit: Dort, wo er gebraucht wird, ist er knapp, gleiches gilt für Desinfektionsmittel. Aber es gibt tatsächlich ein paar sinnvolle Tipps zum Schutz vor dem Coronavirus, an die wir uns alle halten können. Hilfreich sind sie aber auch zum Schutz vor anderen Infektionskrankheiten. Es gibt ja nicht nur Coronaviren. Unsere jetzige Aufgabe ist es, die Infektionskurve so flach wie möglich zu halten. Das können wir, indem wir uns selbst schützen und damit auch an andere denken.

Vor Coronaviren und Co schützen: Darum sollten Sie vorsichtig sein

Das Coronavirus überträgt sich von Mensch zu Mensch sehr leicht. Ähnlich wie bei der Influenza funktioniert die Ansteckung dabei sowohl über Tröpfcheninfektion als auch über Schmierinfektion. Sprich: im Falle von Sars-CoV-2 über Anhusten, aber auch über Berührungen, etwa über Gegenstände wie Türklinken.

Stellen Sie sich vor, ein infizierter Mensch hustet sich in die Hand, öffnet daraufhin eine Tür. Sie möchten kurz darauf auch durch die Tür gehen, fassen die Türklinke an und kurz später juckt es Sie am Auge. Unbedacht kratzen Sie sich – und Erreger landen über die Hand des Infizierten, die Türklinke und Ihre eigene Hand an Ihrem Auge und damit auf einer Schleimhaut. Durch die haben die Erreger es leicht, in den Körper einzudringen und dort Schaden anzurichten.

Hier finden Sie eine interaktive Karte zur aktuellen Ausbreitung von Sars-CoV-2 in Deutschland.

Das Virus löst nicht immer Symptome aus

"Sars-CoV-2" heißt die Virenart mittlerweile, die erstmals in Wuhan, China, aufgetreten ist, und die Lungenkrankheit "Covid-19" auslöst. Diese wiederum zeigt sich durch Symptome wie Husten, Atemprobleme und in vielen, aber nicht allen Fällen Fieber. Verläuft die Krankheit schwer, kann es auch zu einer Lungenentzündung, Atemnot bis hin zum Kreislaufkollaps kommen. Schwer verläuft laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund ein Viertel der Fälle, vor allem bei alten und vorerkrankten Menschen. Rund 95 Prozent aller Infizierten werden problemlos wieder gesund. Behandelt wird wie bei anderen Atemwegserkrankungen: Es wird versucht, die Symptome zu bekämpfen und die Krankheit so "auszustehen". Eine spezifische Therapie gegen Sars-CoV-2 gibt es derzeit nicht, erklärt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, an einem Impfstoff wird gearbeitet, doch damit können wir erst in einem Jahr rechnen.

Das Heikle an dieser neuen Art des Coronavirus ist, dass sie sich auch bereits übertragen lässt, wenn die oder der Infizierte selbst noch keine Symptome verspürt. Und tatsächlich löst das Virus nicht bei allen Betroffenen Symptome aus. Manche merken gar nichts davon, können andere aber dennoch anstecken, die dann eben doch erkranken. Und wenn die Kurve bei uns so stark ansteigt wie anfangs in China und zuletzt in Italien, und mehr Menschen intensivmedizinisch mit Beatmung behandelt werden müssen, als es entsprechende Betten in Krankenhäusern, geschweige denn sowieso schon stark überlastetes Krankenhaus- und Pflegepersonal gibt, könnte unser Gesundheitssystem genauso kollabieren. Nah dran sind wir schon. Daher ist es JETZT unsere gesellschaftliche Pflicht, ein paar Regeln einzuhalten, um die gleichzeitigen Infektionszahlen so gering wie irgend möglich zu halten. Genau deshalb ist ein Schutz vor Infektionen so wichtig.

Zum Glück sind viele an Covid-19 erkrankte Menschen wieder gesund und berichten nun von den Symptomen: Einer der ersten chinesischen Patienten sowie eine deutsche Patientin berichten, wie sich die Erkrankung mit dem Coronavirus anfühlt.

So schützen Sie sich am besten

  • Tipp 1: Waschen Sie sich regelmäßig gründlich die Hände. Das bedeutet nicht "kurz Wasser drüber laufen lassen", sondern vielmehr: Seifen Sie sich die Hände gut für mindestens 20 Sekunden ein. Dabei eignet es sich, beispielsweise zweimal "Happy Birthday" zu singen, oder etwa den Refrain von Rick Astleys "Never gonna give you up". So macht Händewaschen dann auch noch Spaß.
  • Tipp 2: Unterstützend wirken kann Desinfektionsmittel. Dazu das RKI: "Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich 'begrenzt viruzid' (wirksam gegen behüllte Viren), 'begrenzt viruzid PLUS' oder 'viruzid' anzuwenden." Übertreiben Sie es aber nicht, denn Desinfektionsmittel können die Haut austrocknen, die nur dann eine natürliche Barriere gegen Krankheitserreger darstellt, wenn sie unversehrt ist. Nutzen Sie daher möglichst rückfettende Mittel, wenn Sie unterwegs sind. Händewaschen ist aber Pflege Nummer eins.
  • Tipp 3: Halten Sie mindestens 2 Meter Abstand zu Ihren Mitmenschen.
  • Tipp 4: Lassen Sie Ihre Grippeimpfung wenn möglich auffrischen. Zwar wirkt der Impfstoff nicht gegen Sars-CoV-2, doch ein Impfschutz erleichtert die Diagnose. Außerdem entlastet jede nicht ausgebrochene Grippe das Gesundheitssystem und die Krankenhäuser, die sich dann vermehrt auf mögliche Covid-19-Fälle vorbereiten können. Außerdem geht es um Selbstschutz. Covid-19 und Grippe gleichzeitig wären fatal.
  • Tipp 5: Desinfizieren Sie auch Ihr Smartphone und andere oft genutzte Gegenstände regelmäßig.
  • Tipp 6: Lüften Sie gut. Ein guter Luftaustausch hält eine mögliche Virenkonzentration in der Luft gering.
  • Tipp 7: Schränken Sie Ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum ein, wenn, dann an der frischen Luft. Geschlossene Ansammlungen sollten Sie vermeiden. Wenn es irgend möglich ist, versuchen Sie auch, zuhause zu arbeiten.
  • Tipp 8: Vermeiden Sie öffentliche Verkehrsmittel jetzt, so gut es geht. Wie gefährlich ist das Coronavirus im ÖPNV?
  • Tipp 9: Gehen Sie ruhig raus an die frische Luft – wenn Sie nicht unter Quarantäne stehen. Aber halten Sie dabei Abstand zueinander.
  • Tipp 10: Informieren Sie sich regelmäßig, aber achten Sie auf Fake-News. Die WHO enttarnt auf ihrer Website regelmäßig falsche Informationen: UV-Lampen und Handtrockner töten das Virus nicht ab und auch in Alkohol oder Chlor baden hilft nicht. Auch Nasensprays helfen nicht vor einer Ansteckung, ebensowenig wie der Konsum von Knoblauch oder Sesamöl. Ibuprofen macht das Virus nicht gefährlicher und die Lebensmittelläden schließen nicht. Und auch die Ansteckung über Hund und Katze findet so nicht statt. Die Tiere dienen nicht als Wirte dieser Art des Coronavirus.

Außerdem: Wer gesund und fit ist und merkt, dass andere, etwa in der direkten Nachbarschaft, Hilfe benötigen, weil sie zur Risikogruppe gehören: Unterstützen Sie! Das lässt sich alles kontaktlos regeln!

Richtig Hände waschen

Richtig Hände waschen

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So schützen Sie andere, sollten Sie sich krank fühlen

Diese Tipps gelten nicht nur für mit dem Coronavirus Infizierte, sondern sollten auch bei jeder anderen Infektion, auch bei Grippe oder einer einfachen Erkältung beherzigt werden. Denn Winterzeit ist Erkältungszeit und draußen schnieft und hustet gerade sowieso alles.

  • Tipp 1: Halten Sie möglichst Abstand von anderen. Wenn es geht, sollten Sie sich sowieso schonen, zuhause bleiben und sich auskurieren. Das schützt Sie auch vor Komplikationen, die auch nach einer einfachen Erkältung auftreten können.
  • Tipp 2: Sie merken, dass Sie niesen oder husten müssen? Drehen Sie sich von anderen Personen weg und halten Sie möglichst mindestens einen Meter Abstand.
  • Tipp 3: Versuchen Sie, sich möglichst nicht in die Hände zu niesen, denn damit fassen Sie später möglicherweise Dinge wie eben Türklinken an. Am besten niesen Sie, wenn noch möglich, in ein Papiertaschentuch, das Sie danach entsorgen können (Mülleimer mit Deckel und Mülltüte). Oder notfalls in die Armbeuge.
  • Tipp 4: Nutzen Sie zum Naseputzen Einwegtaschentücher. Sollten Sie Stofftaschentücher benutzen, waschen Sie sie regelmäßig bei 60 °C.
  • Tipp 5: Auch hier gilt: Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich Hände waschen.

Was ist mit Gesichtsmasken? Helfen die?

Wie erwähnt ist die Nachfrage nach Schutzmasken für das Gesicht gerade so hoch, dass viele Apothekentüren eine Notiz mit dem Hinweis "Gesichtsschutzmasken ausverkauft!" ziert. Doch der Nutzen ist umstritten – zumindest zum Schutz vor einer Infektion. Entscheiden ist hier laut RKI das Material sowie der korrekte Sitz.

Sinnvoller sind sie, wenn sie von Infizierten oder von Menschen mit Verdacht auf eine Infektion getragen werden, um andere Mitmenschen zu schützen. Das Risiko einer Übertragung kann so weiter eingeschränkt werden.

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Wichtig bei allem ist aber auch: Nicht in Panik geraten! Über alle aktuellen News zum Coronavirus halten wir Sie täglich auf dem Laufenden. Auch, wenn es bisher kein Mittel gegen Covid-19 gibt, laufen klinische Studien und es gibt sogar bestehende Medikamente, die gegen das Coronavirus helfen könnten – zumindest in Maßen, bis ein geeigneter Wirkstoff gefunden ist. Wir erklären außerdem, was Coronavirus-Patienten in häuslicher Quarantäne erwartet.

Ein wenig Entwarnung zum Schluss: Meist verläuft die Krankheit gut, die Zahl der Genesenen steigt zum Glück. So zeigen nicht einmal alle Infizierten Symptome wie Fieber. In China scheint das Schlimmste mittlerweile überstanden zu sein, langsam öffnen dort wieder Cafés, die Menschen gehen wieder raus, die Zahl der täglichen Neuinfektionen ist stark abgesunken.

Dennoch: Mit Blick auf die prekäre Lage in Italien und die Zahlen aus Deutschland, die Stand jetzt so aussehen wie anfangs in China und vor kurzem noch in Italien haben wir jetzt einfach die gesellschaftliche Verantwortung, auf gegenseitigen Schutz zu achten, um die Kurve so flach wie möglich zu halten. Bleiben Sie gesund!

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