Aktualisiert: 21.10.2020 - 09:55

Kann den ganzen Körper betreffen Covid-19 und seine Symptome: So fühlt sich das Coronavirus an

Coronavirus: Das sind die Symptome und Übertragungswege

Coronavirus: Das sind die Symptome und Übertragungswege

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Wir leben in Zeiten einer Pandemie – und nachdem uns der Sommer zumindest teilweise wieder Normalität vorgespielt hat, steigen die Zahlen wieder. Blöderweise trifft die Covid-19-Welle jetzt auf andere, saisonal bedingte Krankheiten mit zumindest teilweise ähnlichen Symptomen. Hier lohnt sich ein genauerer Blick. Zudem berichten wir, wie zwei der ersten Patienten die Krankheit erlebt haben. Doch sie sind nur zwei von vielen Erkrankten einer Krankheit, die offenbar die unterschiedlichsten Beschwerden mitbringen und Folgen nach sich ziehen kann.

Die Zahl der Infizierten explodiert. Und die Welt wartet auf Impfungen und Heilmitteil gegen das Sars-CoV-2 und die dadurch ausgelöste Krankheit Covid-19. Immer mehr verstehen wir das Virus, das sich seit Monaten weltweit ausbreitet, doch noch viel, viel mehr liegt im Dunklen. Warum die Erkrankung bei vielen nur schwach verläuft, bei manchen dagegen extrem schwer mit Todesfolge und wie die Langzeitfolgen aussehen, können wir erst nach und nach erfahren.

Und auch die Symptome des Coronavirus geben Rätsel auf, so diffus und unterschiedlich sie sind. Die einen spüren wenig, so wie einer der ersten in Deutschland erkrankten Menschen. Andere müssen ins Krankenhaus – davon berichtet einer der ersten Patienten überhaupt aus Wuhan, der Stadt, in der das Virus 2019 erstmals ausgebrochen war. Andere wiederum sterben – oft nicht am Virus direkt, sondern an Multiorganversagen, das durch die Immun-Überreaktion des Körpers zustande kommt.

Verwechseln kann man die Symptome, je nachdem, welche auftreten, mit einer Vielzahl anderer Krankheiten. Das macht es mitunter schwierig, eine genaue Diagnose zu treffen. "Muss ich mich jetzt testen lassen, oder nicht?" – eine Frage, die im Hinblick auf überlastete Gesundheitsämter oft gestellt wird. Klar sollte sein: Wer einschlägige Symptome zeigt, sollte vorerst den Kontakt mit anderen Menschen unterlassen. Und auch ohne Symptome gilt Abstand halten – denn auch, wer sich gesund fühlt, kann das Virus in sich tragen und weitergeben.

Symptome des Coronavirus: So zeigt sich Covid-19

Die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen der Infektion und dem Auftauchen der ersten Symptome, kann recht lang sein: Zwischen einem und 14 Tagen können dazwischen liegen, im Schnitt liegt sie bei fünf bis sechs Tagen. Dabei variieren die Verläufe laut Robert-Koch-Institut (RKI) stark: Während die meisten Patienten keine bis kaum Symptome verspüren, entwickeln manche am Ende der ersten Woche der Infektion Grippe-ähnliche Symptome. In einigen Fällen verläuft Covid-19 extrem, führt zu schweren Lungenentzündungen, Herzproblemen und anderen Beschwerden.

Das Coronavirus macht sich im Rachen, aber auch in der Nase bemerkbar, beeinflusst Körperfunktionen in der Lunge aber auch im Kopf, im Herz, in den Nieren, im Magen und Darm oder verändert die Haut. Warum so viele Symptome? Das Virus, vor allem aber die Immunreaktion des Körpers, schädigt Gewebe durch Entzündungsreaktionen. Das wiederum kann dann im späteren Verlauf ganz andere Symptome mit sich ziehen.

Wer mit einem leichten Verlauf davon kommt, spürt manchmal einfach nur ein Kratzen im Hals, hat vielleicht einen trockenen Husten. Diese ersten Symptome deuten auf eine Infektion hin. Beachten Sie aber: Sie können auch ausbleiben! Trotzdem können Sie ansteckend sein, da das Virus vor allem zu Beginn weit oben im Rachenraum steckt und auch durch das Sprechen in die Welt transportiert werden kann.

Die typischsten Symptome am Anfang:

  • trockener Husten
  • Kopfschmerzen
  • möglicherweise erhöhte Temperatur

Außerdem verzeichnet, meist nach ein paar Tagen:

  • Erschöpfung, Abgeschlagenheit, Müdigkeit
  • Halskratzen (in der Regel nur mit anderen Symptomen)
  • Höheres Fieber
  • Schüttelfrost
  • Schwindel
  • Brustschmerzen
  • Atembeschwerden wie Kurzatmigkeit oder andere Lungenprobleme
  • Gliederschmerzen
  • Hals- und Kopfschmerzen
  • Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns im späteren Verlauf
  • Durchfall und/oder Erbrechen und Übelkeit
  • Unterleibsprobleme
  • laufende Nase
  • leichte Bindehautentzündung in machen Fällen, zusammen mit anderen Symptomen
  • bei manchen Covid-19-Patienten kommt es zu Hautveränderungen

Doch es können sich dann auch schwere Symptome anschließen:

Bei manchen Patienten ist die Reaktion des Immunsystems auf das Virus so stark, dass sie an den Folgen einer Überreaktion (Stichwort Zytokinsturm) und Multiorganversagen sterben.

Dass solch schwere Symptome und Komplikationen bei einer Virusinfektion vorkommen können, ist übrigens normal. Die ungewöhnlich hohe Vielzahl der beobachteten Symptome aber hat mit der hohen Zahl an Infizierten zu tun: "Bei einer weit verbreiteten Krankheit treten selbst seltene Komplikationen häufig auf", sagt der Infektiologe Babak Javid vom Universitätsklinikum Cambridge. "Wenn also einer von 1000 oder auch nur einer von 10.000 Komplikationen entwickelt, sind das immer noch tausende Betroffene", sagt der Mediziner.

Mediziner rechnen außerdem mit möglichen Folgekomplikationen, Schäden, die nicht mehr so einfach weggehen.

Unterschiede zwischen Covid-19, Grippe und Erkältung nicht immer klar

Herbst und Winter sind aber auch klassischerweise die Zeit der Schniefnasen. Wenn plötzlich der Hals kratzt oder die Nase läuft, man sich müde und abgeschlagen fühlt, kann natürlich auch eine andere Infektion dahinterstecken. Habe ich Corona? Oder doch nur Erkältung?

Der Patientenservice der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hat eine ganz praktische Übersicht entwickelt, mit der sich die Krankheiten zumindest etwas besser unterscheiden lassen. Doch sei gesagt: Auch diese Einordnung ist nicht hundertprozentig korrekt und gibt nur die mehrheitlich gemachten Beobachtungen wieder. Symptome können in Einzelfällen auch anders ausfallen. Die Einordnung dient damit nur der besseren Einschätzung:

Symptom Covid-19 Grippe Erkältung
Fieber xxxx xxxx x
Müdigkeit xx* xxxx xx
Husten xxxx (trocken) xxxx (trocken) xxx
Niesen     xxxx
Gliederschmerzen xx xxxx xxxx
Schnupfen x xx xxxx
Halsschmerzen xx xx xxxx
Durchfall x xx (bei Kindern)  
Kopfschmerzen xx xxxx x
Kurzatmigkeit xx    

* Müdigkeit kommt dennoch hin und wieder vor – es gibt Berichte von Patienten, die über bleierne Müdigkeit während und nach Covid-19 klagen, die auch nach Genese einfach nicht verschwinden will.

Forscher arbeiten mit Hochdruck an Medikamenten gegen Covid-19 sowie an einem wirksamen und sicheren Impfstoff gegen das Coronavirus. Und auch Hoffnung gibt es in der Prävention schwerer Fälle: Ein Urintest scheint frühzeitig zu zeigen, ob einem Covid-19-Patienten ein schwerer Verlauf droht.

Bei aller Vorsicht: Rufen Sie beim Auftreten erster Symptome beim Arzt an. Und auch ganz wichtig: Wenn Sie andere schwere Symptome verspüren, die beispielsweise auf einen Herzinfarkt hindeuten und lebensbedrohlich sind: Kontaktieren Sie den Notarzt! Denn trotz aller Angst und Einschränkungen: Auch andere Krankheiten sind noch da und können schwere Folgen haben.

Um sich vor dem Coronavirus zu schützen und auch andere zu schützen: Halten Sie Abstand zueinander!

Deutscher Patient berichtet von Symptomen des Coronavirus: "Nie in Lebensgefahr gefühlt"

Dass Covid-19 auch fast symptomfrei ablaufen kann, hat einer der ersten in Deutschland offiziell erkrankten Patienten bereits im März berichtet. In einer Radiosendung beim Sender "Bayern 1" hatte er mitgeteilt, wie die Zeit ablief, nachdem er sich bei einer Kollegin aus China angesteckt hatte, und wie ihn die Erkrankung beeinflusst hat.

So habe er vier Tage nach dem Treffen mit seiner Kollegin erste Symptome verspürt, ähnlich denen einer Erkältung. Alles startete mit Halskratzen: "Zum Abend hin kam dann noch ein Husten dazu. In der Nacht hatte ich dann tatsächlich Fieber bekommen. 39 Grad und Schüttelfrost, ein bisschen Gliederschmerzen." Er habe dann etwas Paracetamol genommen und sei am Montag ganz normal zur Arbeit gegangen – dort sei ihm dann bewusst geworden, dass es sich um Sars-CoV-2 handeln könnte.

Patient rät: "Ich würde erstmal allen raten, ruhig zu bleiben"

Er sei dann nach der Diagnose in ein spezielles Haus in Quarantäne gebracht worden, da habe er sich aber schon wieder "komplett gesund gefühlt. Ich habe mich nie in Lebensgefahr gefühlt", erklärt er. Doch nicht jeder kommt so glimpflich davon.

Infizierter aus China berichtet von den Symptomen des Coronavirus

Schon im Januar haben erste chinesische Patienten berichtet, wie sich das Coronavirus anfühlt. Der 23-jährige Huang war einer der ersten Erkrankten in Wuhan, hat die Infektion mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 überlebt – und erzählt in einem Video auf Chinesisch von seinen Erfahrungen – darüber berichtete die "Bild".

Er arbeite als Bahnarbeiter nur rund einen Kilometer von dem Fischmarkt entfernt, auf dem das Coronavirus Ende 2019 erstmals aufgetreten war. Am 24. Dezember habe er die ersten Symptome verspürt. Wie eine gewöhnliche Erkältung habe es sich erst angefühlt. Schwächegefühl und Kopfschmerzen, leichter Schwindel, mit diesen Symptomen sei er noch zur Arbeit gegangen. Doch am nächsten Tag kamen noch Husten, Schnupfen und starke Gliederschmerzen hinzu.

Er habe sich dann doch krankmelden müssen, berichtet Huang, und sei dann auch in eine Klinik gegangen. Drei Tage habe man ihn dort unter anderem mit Penicillin behandelt, aber angeschlagen habe keines der Medikamente so richtig. Aufgrund von schlechtem Gewissen seines Arbeitgebers gegenüber habe er sich dann am 28. Dezember wieder zur Arbeit begeben wollen – aber plötzlich hohes Fieber habe ihn zurück ins Krankenhaus verfrachtet.

Verdacht auf Lungenentzündung: Huang kam in Quarantäne

Im Wuhan Union Hospital verdichtete sich der Verdacht auf eine Lungenentzündung. Die Ärzte hätten sehr schlechte Leberwerte diagnostiziert. Als man herausfand, dass Huang nahe dem Fischmarkt arbeite, habe man ihn dann auf direktem Wege ins Jinyintan-Krankenhaus geschicht, auf dessen Quarantänestation man sich mittlerweile mit dem Coronavirus auskannte.

Dort sei er alsdann sogar an ein Beatmungsgerät angeschlossen worden, mit purem Sauerstoff wurde er beatmet. Zudem habe er sich kaum noch bewegen können. Zusammengefasst also:

  1. Erste Symptome wie Unwohlsein, Schwächegefühl, Kopfschmerzen und Schwindel
  2. Dann stärkere Symptome wie Husten, Halsschmerzen und Schnupfen sowie Gliederschmerzen
  3. Es folgen hohes Fieber sowie starke Schmerzen, die die Bewegung einschränken und Atemschwierigkeiten bis hin zu Atemnot sowie andere Symptome einer schweren Lungenentzündung. Eine Behandlung im Krankenhaus ist daher zwingend notwendig.

Symptome ließen nach rund zehn Tagen nach

Am 2. Januar, sagt er, sei das Fieber dann endlich zurückgegangen. Huang erzählt, er sei bis dato immer topfit gewesen. Das sei wohl auch der Grund, warum er wieder gesund sei: "Ich habe mich recht schnell erholt, weil ich noch jung bin", erklärt er in dem Video, das das chinesische Nachrichtenportal "Pear" geteilt hatte. "Ich war der Erste, der sich von dem kritischen Zustand erholt hat und das Krankenhaus verlassen konnte."

Das Video von Huang (Vorsicht, in chinesischer Sprache) ist hier zu sehen.

Auch bei jungen Menschen kann Covid-19 schwer verlaufen

Meist läuft Covid-19, soviel ist bisher bekannt, bei älteren Menschen und bei Menschen mit Vorerkrankungen oder starkem Übergewicht schwerer ab. Für sie und in ihrem Sinne ist es daher besonders wichtig, dass wir alle uns an die Abstandsregel halten und aufeinander acht geben. Dazu gehören auch die gängigen Hygieneregeln wie richtiges Händewaschen.

Dass auch jüngere, vermeintlich gesündere Menschen schwer an der Covid-19 erkranken, hat man in der Zwischenzeit auch in Europa gesehen: Unter anderem berichten Patienten aus Italien, die trotz fehlender Vorerkrankung intensivmedizinisch behandelt werden mussten. Sie erzählen etwa davon, dass es sich bei schweren Verläufen so anfühlen kann, als würde man bei lebendigem Leibe ertrinken. In solchen Fällen helfen nur noch Beatmungsmaschinen, die den Körper aber ebenfalls belasten. Und hinzu kommt, dass die intensivmedizinische Betreuung irgendwann ein Ende hat. Auch wenn es noch genügend freie Betten gibt, so ist das Personal knapp. Daher ist umso wichtiger, die weitere Ausbreitung des Virus jetzt mit den Maßnahmen der Bundesregierung einzudämmen und auf Kontakte weitgehend zu verzichten.

Mehr Infos zur aktuellen Lage und Tipps zum Umgang mit der Pandemie finden Sie auf unserer Themenseite zum Coronavirus.

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