15.05.2020 - 09:54

Kann den ganzen Körper betreffen Covid-19 und seine Symptome: So fühlt sich das Coronavirus an

Coronavirus: Das alles sollten Sie jetzt wissen
Di, 17.03.2020, 16.34 Uhr

Coronavirus: Das alles sollten Sie jetzt wissen

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Wir leben in Zeiten einer Pandemie: Weltweit breitet sich ein neuartiges Coronavirus aus, das wir erst nach und nach kennen lernen. Die Symptome häufen sich. Zwei Patienten, darunter ein Deutscher sowie einer der ersten genesenen Patienten in China, erzählen, wie sie die Krankheit erlebt haben. Doch sie sind nur zwei Beispiele von vielen verschiedenen.

Die Zahl der Infizierten hat weltweit die 4-Millionen-Grenze längst überschritten. Auch, wenn uns die Zahlen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung gering vorkommen: Auf der Welt breitet sich eine neue Art eines Virus aus, Impfung und Heilmittel gibt es noch nicht. Lediglich die Symptome des Coronavirus können bekämpft werden. Und die häufen sich in ihrer Vielfalt. Die einen spüren wenig, so wie einer der ersten in Deutschland erkrankten Menschen. Andere müssen ins Krankenhaus – davon berichtet einer der ersten Patienten überhaupt aus Wuhan – der Stadt, in der das Virus 2019 erstmals ausgebrochen war. Andere wieder um sterben – oft nicht am Virus, sondern an Multiorganversagen, das durch die Immun-Überreaktion des Körpers zustande kommt.

Symptome des Coronavirus: So zeigt sich Covid-19

Die Inkubationszeit, also der Beginn zwischen Infektion und dem Auftauchen der ersten Symptome kann recht lang sein: Zwischen einem und 14 Tagen können dazwischen liegen, im Schnitt liegt sie bei fünf bis sechs Tagen. Dabei variieren die Verläufe laut Robert-Koch-Institut (RKI) stark: Während die meisten Patienten keine bis kaum Symptome verspüren, entwickeln manche am Ende der ersten Woche der Infektion Grippe-ähnliche Symptome, während Covid-19 in einigen Fällen aber extrem mit schweren Lungenentzündungen, Herzproblemen und anderen Beschwerden verläuft.

Das Coronavirus macht sich im Rachen, aber auch in der Nase bemerkbar, beeinflusst Körperfunktionen in der Lunge aber auch im Kopf, im Herz, Nieren, Magen und Darm oder verändert die Haut. Warum so viele Symptome? Das Virus, vor allem aber die Immunreaktion des Körpers, schädigen Gewebe, durch Entzündungsreaktionen. Das wiederum kann dann im späteren Verlauf ganz andere Symptome mit sich ziehen.

Wer mit einem leichten Verlauf davon kommt, spürt manchmal einfach nur ein Kratzen im Hals, hat vielleicht einen trockenen Husten. Diese ersten Symptome deuten auf eine Infektion hin. Beachten Sie aber: Sie müssen nicht kommen! Trotzdem können Sie ansteckend sein, da das Virus vor allem zu Beginn so weit oben im Rachenraum steckt und auch durchs Sprechen in die Welt transportiert werden kann.

Die typischsten Symptome am Anfang:

  • trockener Husten
  • Kopfschmerzen
  • Halskratzen
  • möglicherweise erhöhte Temperatur

Nach ein paar Tagen können sich entwickeln:

  • Höheres Fieber
  • Schüttelfrost
  • Schwindel
  • Brustschmerzen
  • Atembeschwerden wie Kurzatmigkeit oder andere Lungenprobleme
  • Gliederschmerzen
  • Hals- und Kopfschmerzen
  • Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns im späteren Verlauf
  • Durchfall und/oder Erbrechen und Übelkeit
  • Unterleibsprobleme
  • laufende Nase
  • bei manchen Covid-19-Patienten kommt es zu Hautveränderungen

Doch es können sich dann auch schwere Symptome anschließen:

Bei manchen Patienten ist die Reaktion des Immunsystems auf das Virus so stark, dass sie an den Folgen einer Überreaktion und Multiorganversagen sterben.

Dass solch schwere Symptome und Komplikationen bei einer Virusinfektion vorkommen können, ist übrigens normal. Die ungewöhnlich hohe Vielzahl der beobachteten Symptome aber hat mit der hohen Zahl an Infizierten zu tun: "Bei einer weit verbreiteten Krankheit treten selbst seltene Komplikationen häufig auf", sagt der Infektiologe Babak Javid vom Universitätsklinikum Cambridge. "Wenn also einer von 1000 oder auch nur einer von 10.000 Komplikationen entwickelt, sind das immer noch tausende Betroffene", sagt der Mediziner.

Mediziner rechnen außerdem mit möglichen Folgekomplikationen, Schäden, die nicht mehr so einfach weggehen.

Forscher arbeiten mit Hochdruck an Medikamenten gegen Covid-19 sowie an einem wirksamen und sicheren Impfstoff gegen das Coronavirus. Und auch Hoffnung gibt es in der Prävention schwerer Fälle: Ein Urintest scheint frühzeitig zu zeigen, ob einem Covid-19-Patienten ein schwerer Verlauf droht.

Bei aller Vorsicht: Rufen Sie beim Auftreten erster Symptome beim Arzt an. Und auch ganz wichtig: Wenn Sie andere schwere Symptome verspüren, die beispielsweise auf einen Herzinfarkt hindeuten und lebensbedrohlich sind: Kontaktieren Sie den Notarzt! Denn trotz aller Angst und Einschränkungen: Auch andere Krankheiten sind noch da und können schwere Folgen haben.

Um sich vor dem Coronavirus zu schützen und auch andere zu schützen: Halten Sie Abstand zueinander!

Deutscher Patient berichtet von Symptomen des Coronavirus: "Nie in Lebensgefahr gefühlt"

Nachricht vom 23. März 2020: Seit im Januar erste Berichte über das neuartige Coronavirus, das mittlerweile auf den Namen Sars-CoV-2 hört, aufgetaucht sind und damals einer der ersten chinesischen Patienten von seinen Erfahrungen berichtet hatte, erzählte auch der erste in Deutschland wieder genesene Covid-19-Patient von seinen Erlebnissen. In einer Radiosendung beim Sender "Bayern 1" hatte er mitgeteilt, wie die Zeit ablief, nachdem er sich bei einer Kollegin aus China angesteckt hatte, und wie ihn die Erkrankung beeinflusst hat.

So habe er vier Tage nach dem Treffen mit seiner Kollegin erste Symptome verspürt, ähnlich denen einer Erkältung. Alles startete mit Halskratzen: "Zum Abend hin kam dann noch ein Husten dazu. In der Nacht hatte ich dann tatsächlich Fieber bekommen. 39 Grad und Schüttelfrost, ein bisschen Gliederschmerzen." Er habe dann etwas Paracetamol genommen und sei am Montag ganz normal zur Arbeit gegangen – dort sei ihm dann bewusst geworden, dass es sich um Sars-CoV-2 handeln könnte.

Patient rät: "Ich würde erstmal allen raten, ruhig zu bleiben"

Er sei dann nach der Diagnose in ein spezielles Haus in Quarantäne gebracht worden, da habe er sich aber schon wieder "komplett gesund gefühlt. Ich habe mich nie in Lebensgefahr gefühlt", erklärt er. Daher rät er auch erst einmal allen, ruhig zu bleiben. "Es ist natürlich ein neues Virus, das ist bekannt. Es ist aber [in vielen Fällen] nicht so schlimm wie die Grippe. Also das ist wirklich eine Art Erkältung." So hatte dieser Patient nur mit einem leichten Verlauf zu kämpfen. Doch nicht jeder kommt so glimpflich davon.

Zumindest scheint es in den meisten Fällen so zu laufen. Es gibt auch einige schwerere Verläufe, das ist mittlerweile bekannt.

Aber: Auch bei jungen Menschen kann Covid-19 schwer verlaufen

Meist läuft Covid-19, soviel ist bisher bekannt, bei älteren Menschen und bei Menschen mit Vorerkrankungen oder starkem Übergewicht schwerer ab. Für sie und in ihrem Sinne ist es daher besonders wichtig, dass wir alle uns an die Abstandsregel halten und aufeinander acht geben. Dazu gehören auch die gängigen Hygieneregeln wie richtiges Händewaschen.

Aber auch jüngere, vermeintlich gesündere Menschen können schwer an der Lungenkrankheit erkranken. Davon berichten unter anderem Patienten aus Italien, die trotz fehlender Vorerkrankung intensivmedizinisch behandelt werden mussten. Sie erzählen etwa davon, dass es sich bei schweren Verläufen so anfühlen kann, als würde man bei lebendigem Leibe ertrinken. In solchen Fällen helfen nur noch Beatmungsmaschinen, die aber bei zu hoher Belastung der Krankenhäuser nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen – und selbst große Schäden verursachen können. Daher ist umso wichtiger, die weitere Ausbreitung des Virus jetzt mit den Maßnahmen der Bundesregierung einzudämmen und auf Kontakte weitgehend zu verzichten.

Infizierter berichtet von den Symptomen des Coronavirus

Original vom 24. Januar 2020: Der 23-jährige Huang hat die Infektion mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 überlebt – und erzählt in einem Video auf chinesisch, wie es sich anfühlt – darüber berichtete die "Bild".

Er arbeite als Bahnarbeiter nur rund einen Kilometer von dem Fischmarkt entfernt, auf dem das Coronavirus Ende 2019 erstmals aufgetreten war. Am 24. Dezember habe er die ersten Symptome verspürt. Wie eine gewöhnliche Erkältung habe es sich erst angefühlt. Schwächegefühl und Kopfschmerzen, leichter Schwindel, mit diesen Symptomen sei er noch zur Arbeit gegangen. Doch am nächsten Tag kamen noch Husten, Schnupfen und starke Gliederschmerzen hinzu.

Er habe sich dann doch krankmelden müssen, berichtet Huang, und sei dann auch in eine Klinik gegangen. Drei Tage habe man ihn dort unter anderem mit Penicillin behandelt, aber angeschlagen habe keines der Medikamente so richtig. Aufgrund von schlechtem Gewissen seines Arbeitgebers gegenüber habe er sich dann am 28. Dezember wieder zur Arbeit begeben wollen – aber plötzlich hohes Fieber habe ihn zurück ins Krankenhaus verfrachtet.

Verdacht auf Lungenentzündung: Huang kam in Quarantäne

Im Wuhan Union Hospital verdichtete sich der Verdacht auf eine Lungenentzündung. Die Ärzte hätten sehr schlechte Leberwerte diagnostiziert. Als man herausfand, dass Huang nahe dem Fischmarkt arbeite, habe man ihn dann auf direktem Wege ins Jinyintan-Krankenhaus geschicht, auf dessen Quarantänestation man sich mittlerweile mit dem Coronavirus auskennt.

Dort sei er alsdann sogar an ein Beatmungsgerät angeschlossen worden, mit purem Sauerstoff wurde er beatmet. Zudem habe er sich kaum noch bewegen können. Zusammengefasst also:

  1. Erste Symptome wie Unwohlsein, Schwächgefühl, Kopfschmerzen und Schwindel
  2. Dann stärkere Symptome wie Husten, Halsschmerzen und Schnupfen sowie Gliederschmerzen
  3. Es folgen hohes Fieber sowie starke Schmerzen, die die Bewegung einschränken und Atemschwierigkeiten bis hin zu Atemnot sowie andere Symptome einer schweren Lungenentzündung. Eine Behandlung im Krankenhaus ist daher zwingend notwendig.

Symptome ließen nach rund zehn Tagen nach

Am 2. Januar, sagt er, sei das Fieber dann endlich zurückgegangen. Huang erzählt, er sei bis dato immer topfit gewesen. Das sei wohl auch der Grund, warum er wieder gesund sei: "Ich habe mich recht schnell erholt, weil ich noch jung bin", erklärt er in dem Video, das das chinesische Nachrichtenportal "Pear" geteilt hatte. "Ich war der Erste, der sich von dem kritischen Zustand erholt hat und das Krankenhaus verlassen konnte."

Das Video von Huang (Vorsicht, in chinesischer Sprache) ist hier zu sehen.

Mehr Infos zur aktuellen Lage und Tipps zum Umgang mit der Pandemie finden Sie auf unserer Themenseite zum Coronavirus.

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