30.03.2020 - 13:58

Covid-19 Coronavirus Sars-CoV-2: Söder verlängert Ausgangsbeschränkungen

Coronavirus – Alle wichtigen Infos

Corona-Virus – Alle wichtigen Infos

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Ein Virus breitet sich rasant aus – und trifft Europa mit voller Wucht. Die Zahl der Infizierten und Toten steigt täglich, eine interaktive Karte zeigt die Ausbreitung. Auch in Deutschland gibt es viele weitere neue Fälle, alle Bundesländer sind mittlerweile betroffen. Die Infektionswege sind kaum zurückverfolgbar. Die Weltgesundheitsorganisation stuft Covid-19 nun als Pandemie ein.

Eine neue Lungenkrankheit macht sich auf der Welt breit – auch in Deutschland ist das Coronavirus angekommen. Besonders besorgniserregend: Das Virus überträgt sich bereits, wenn ein Erkrankter nur leichte oder gar keine Symptome zeigt, bestätigt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Zahl der an "Covid-19" erkrankten bzw. mit "Sars-CoV-2" infizierten Menschen steigt weltwelt, die Zahlen sehen Sie in der Tabelle. Die Dunkelziffer wird dennoch viel höher geschätzt.

Mittlerweile sind die USA das in Sachen Infektionszahlen am härtesten betroffene Gebiet. In Italien steigt die Zahl der Todesopfer weiter an, weil einfach keine Kapazitäten an Intensivbetreuung mehr da sind. Die Zahl hat bereits die der Todesopfer in der Provinz Hubei in China übertroffen, in der das Virus zuerst ausgebrochen war. Mittlerweile übersteigen aber auch die Todeszahlen in Spanien die Chinas.

Die Zahl der offiziell genesenen Menschen weltweit darf aber nicht unterschlagen werden: Sie wächst ebenfalls und in China soll ein Großteil der Erkrankten mittlerweile wieder genesen sein, die chinesische Regierung spricht davon, den Höhepunkt überschritten zu haben, langsam kehrt dort wieder Normalität ein. Neuinfektionen kommen meist von außen ins Land. In Europa müssen wir uns allerdings wohl noch auf viele Einschränkungen einstellen. Das RKI reagiert jetzt mit der Gefährdungseinstufung.

Coronavirus: Wichtige Telefonnummern bei Verdacht auf Covid-19

Ärzte warnen davor, nun aus unnötigen Gründen Arztpraxen und Notaufnahmen aufzusuchen. Wer typische Covid-19-Symptome wie Husten und Fieber verspürt, ist dazu angehalten, nicht einfach so in die nächste Arztpraxis oder Notaufnahme zu marschieren, sondern sich im Vorfeld telefonisch über das weitere Vorgehen zu erkundigen. Denn Wartezimmer und Notaufnahmen sind Viren-Brutstätten. Um nicht ganze Notaufnahmen lahmzulegen, hat etwa die Charité in Berlin ein eigenes Corona-Zentrum im Virchow-Klinikum eingerichtet.

Unter folgenden Telefonnummern können Sie sich bei Verdacht melden:

  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
  • Einheitliche Behördennummer: 115
  • Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800 011 77 22
  • Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Zudem stehen Ihnen Ihre Hausärzte telefonisch zur Verfügung. Alle neuen Informationen zur Ausbreitung des Virus gibt es außerdem auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Hier finden Sie eine interaktive Karte über den aktuellen Stand der Infektionen mit Sars-CoV-2 sowohl in Deutschland, in Europa als auch weltweit.

Coronavirus: Söder verlängert Maßnahmen in Bayern

Update vom 30. März 2020: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat nach neun Tagen Konsequenzen gezogen und verlängert die Ausgangsbeschränkungen bis einschließlich 19. April. Verschärft werden sollen die Regelungen allerdings vorerst nicht.

Die Lage sei nach wie vor "sehr, sehr ernst". Doch die Kurve der Neuinfektionen flache langsam ab. So würde sich die Wirksamkeit der aktuellen Beschränkungen bestätigen. Gegenüber dem Wunsch der Bürger nach einem "freien Leben" zeigte sich Söder in der Pressekonferenz verständnisvoll. Doch eine "Exit-Strategie" komme derzeit für den Freistaat nicht infrage.

Es solle aber weiterhin auf die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen geachtet werden, daher werden sie immer wieder überprüft und neu beurteilt, es gehe "um Leib und Leben".

Am Wochenende waren in Bayern bei rund 50.000 Kontrollen 7.000 Verstöße gegen die Auflagen festgestellt worden. Allerdings zeigt der Vergleich zu den 13 Millionen Einwohnern, dass sich die meisten Menschen verantwortungsvoll und vernünftig verhalten. Innenminister Joachim Herrmann appelliert aber erneut, man solle die Vorgaben beachten.

Prinz Charles positiv gestestet worden

Update vom 25. März 2020: Angaben des Buckingham Palastes in England nach ist Prinz Charles positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Er habe bisher allerdings nur leichte Symptome. Mehr dazu hier: Prinz Charles hat sich mit dem Coronavirus infiziert

Telefonische Krankschreibungen in Deutschland für bis zu 14 Tage

Die Krankschreibungs-Regeln in Deutschland werden bis voraussichtlich 23. Juni weiter gelockert. Ab sofort können sich Menschen mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege telefonisch bis zu 14 Tage krankschreiben lassen. Mehr Infos dazu: Krankschreibung per Telefon: So kommt der Schein zum Arbeitgeber

Deutsche Krankenhäuser behandeln rund 4000 Corona-Patienten

Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) werden in Deutschland aktuell rund 1000 an Covid-19 erkrankte Patienten auf Intensivstationen behandelt. Insgesamt werden rund 4000 Corona-Patienten in Krankenhäusern betreut, so DKG-Präsident Gerald Gaß gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Doch man rechne mit einer deutlichen Steigerung in den kommenden Tagen: "Ich gehe davon aus, dass wir bis Ende dieser Woche mit etwa 70.000 registrierten Infektionen rechnen müssen", sagte Gaß. Die Dunkelziffer liege wahrscheinlich deutlich höher, Experten zufolge mindestens um den Faktor 10. Demzufolge wären dann rund 700.000 Bundesbürger infiziert.

Verstöße gegen Ausgangsbeschränkung werden teuer

Update vom 24. März 2020: Verstöße gegen die Corona-Vorschriften werden teuer: Das ist der Bußgeldkatalog von NRW!

Kontaktverbot gilt ab sofort deutschlandweit

Update vom 23. März 2020: Seit Sonntag ist es beschlossene Sache. Ab sofort gilt ein weitreichendes Kontaktverbot, das sich aber von einer kompletten Ausgangssperre in wesentlichen Punkten unterscheidet. Kontaktverbot statt Ausgangssperre: Das ist zu beachten!

Samstag entscheidet über Maßnahmen in Deutschland

Update vom 20. März 2020: Bisher sind die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Ausbreitung im Vergleich zu anderen Ländern in Deutschland recht dezent. Zwar haben nur noch bestimmte Bereiche des öffentlichen Lebens geöffnet, doch schon seit Tagen wird der lapidare Umgang der Bevölkerung mit der Situation kritisiert. In Freiburg unter anderem stiegen dieser Tage noch sogenannte "Corona-Partys", in Parks nutzten Menschen das gute Wetter, um ihre Kinder zusammen spielen zu lassen oder um mit Freunden in Gruppen eng zusammenzusitzen. In Cafés trafen sich auch vor allem ältere Menschen. All diesen Menschen scheine das Risiko noch nicht bewusst zu sein, kritisieren etwa Berlins Bürgermeister Müller oder auch Prominente, die zurzeit an ihre Fans appellieren. In Freiburg ist nun Ausgangssperre, ebenso in diversen bayerischen Orten. Markus Söder fordert sie für ganz Bayern. Jetzt sagt auch Kanzleramtschef Helge Braun: Samstag sei der entscheidende Tag, ob eine Ausgangssperre für Deutschland komme.

Bayern verhängt Ausgangssperre, Saarland folgt

Coronavirus: Ausgangssperre für Bayern, Bundesländer ziehen nach

China kämpft mit Neuinfektionen von außen

Update vom 19. März 2020: Aufatmen in China? Zumindest gab es dort nun erstmals seit Ausbruch des Coronavirus keine Neuinfektionen mehr im Inland. Sorge bereiten allerdings Rückkehrer, die eine neue Welle auslösen könnten. Coronavirus: In China erstmalig keine inländischen Neuinfektionen mehr verzeichnet

Berlins Bürgermeister Müller: "Die Menschen haben es noch nicht verstanden!"

Michael Müller, Bürgermeister von Berlin, ist derweil nicht zufrieden mit der Lage in Berlin. Seiner Einschätzung nach nehmen die Menschen die Lage nicht ernst genug. Er findet klare Worte: Wenn die Menschen nicht daheim bleiben, gibt es doch Ausgangssperre: Michael Müller sauer über das Verhalten der Berliner – Ausgangssperre kann kommen

Deutschland rüstet Krankenstationen auf

Update vom 18. März 2020: Der Bedarf an Betten und Stationen für intensivmedizinisch zu behandelnde Fälle steigt enorm. Daher hat sich die Regierung jetzt vorgenommen, die Kapazitäten zu erhöhen. Und zwar so: Hotels, Hallen und Rehazentren werden in der Corona-Krise zu Krankenstationen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält heute Abend in ARD und ZDF eine Fernsehansprache zum weiteren Vorgehen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung soll eine komplette Ausgangssperre allerdings aktuell noch nicht kommen. Diese wird bereits in fünf EU-Staaten umgesetzt. Jedoch will Merkel an die Bevölkerung appellieren, wirklich nur noch in nötigen Fällen vor die Tür zu gehen und soziale Kontakte weiter einzuschränken oder auszusetzen.

RKI stuft Gesundheitsrisiko als hoch ein

Update vom 17. März 2020: Das Robert-Koch-Institut hat die Risikoeinschätzung wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 auf hoch gesetzt. Grund sei laut RKI-Chef Lothar Wieler die Dynamik der Pandemie, denn es gebe vermehrt Alarmsignale, selbst von gut ausgestatteten Kliniken. Die Zahl der schweren Verläufe steige. Im Gegensatz zu den Zahlen der Johns-Hopkins-Universität, die von über 7.000 Fällen ausgeht, liegt die Zahl der Infizierten laut RKI bei 6.012. Doch die Dunkelziffer dürfte höher liegen.

"Es sind stärkere Maßnahmen notwendig, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen", so Wiehler. Die Infektionsketten seien ein großes Problem, da es immer mehr Fälle gebe, die sich nicht auf bekannte Fälle zurückführen lassen.

Die Hospitäler müssten jetzt die Intensivkapazitäten mindestens verdoppeln, sagt Wieler. Eine von fünf Infektionen werde einen schweren Verlauf nehmen: "Wir wissen noch nicht, wie die Sterberate am Ende aussieht." Das Risiko variiere aber von Region zu Region. Etwa in Heinsberg könne es auf "sehr hoch" eingestuft werden.

Geht Blut spenden!: DRK wart vor Engpass

Frankreich verhängt Ausgangssperre

In Frankreich werden nun noch strengere Maßnahmen gezogen, um die Ausbreitung von Sars-CoV-2 einzuschränken: Corona-Lage spitzt sich weiter zu: Frankreich verhängt Ausgangssperre.

Deutschland schränkt den Reiseverkehr ein und schließt Grenzen

Update vom 16. März 2020: Die deutschen Grenzen zu Risikogebieten sind ab sofort geschlossen, außerdem schränkt die Deutsche Bahn den Regionalverkehr ein: Wegen Coronavirus-Pandemie: Deutschland schränkt die Reisebewegungen ein

Bayern will Katastrophenfall ausrufen

Schon am Sonntagabend hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigt, am Montag den Katastrophenfall auszurufen. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sieht darin ein geeignetes Mittel, um dem Staat das Handeln zu erleichtern. Was das für Bürger bedeutet: Bayern kündigt an, den Katastrophenfall auszurufen

Deutschlands Bundesländer schließen Schulen

Update vom 13. März 2020: Erst das Saarland, dann Bayern, jetzt Berlin, höchstwahrscheinlich noch Niedersachsen – und bald wahrscheinlich ganz NRW: Die ersten Bundesländer schließen ab Montag Schulen und Kindertagesstätten. Auch Universitäten schließen mehr und mehr ihre Pforten. Coronavirus: Schul- und Kitaschließungen in den ersten Bundesländern

Derweil erwartet Bundesernährungsministerin Julia Klöckner weiterhin keine Versorgungsengpässe: Bundesernährungsministerin Julia Klöckner: "Keine Versorgungsengpässe durch das Coronavirus"

Coronavirus weltweit: WHO spricht offiziell von Pandemie

Update vom 12. März 2020: Die Weltgesundheitsorganisation hat die Ausbreitung von Sars-CoV-2 nun als Pandemie eingestuft, erklärte Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch. Das Ausmaß der Erkrankungen und der Todesfälle habe nun zu dieser Entscheidung geführt, sagte er, denn die Zahl der Fälle sei außerhalb Chinas in den vergangenen zwei Wochen um das 13-Fache angestiegen. Pandemie bedeutet laut WHO weltweiter Ausbruch einer neuen Krankheit.

In 114 Ländern konnten Erkrankungen mit Covid-19 mittlerweile nachgewiesenwerden. Die Einstufung der Lage als Pandemie werde die Politik der WHO aber nicht ändern, betonte er. Er sei aber "tief besorgt" über das "alarmierende Niveau der Untätigkeit" im Kampf gegen das Virus.

Fünf Tote in Deutschland: Baden-Württemberg und Bayern melden erste Fälle

Baden-Württemberg muss nun den ersten Todesfall aufgrund von Covid-19 registrieren: Das Gesundheitsministerium in Stuttgart teilte am Donnerstag mit, dass ein 67-jähriger Mann der Lungenerkrankung erlegen sei. Er ist der erste Verstorbene außerhalb NRWs.

Außerdem ist in der Nacht zum Donnerstag ein Mann aus Würzburg an den Folgen der Lungenkrankheit verstorben.

China sagt: "Haben den Höhepunkt überschritten"

Gute Nachrichten gibt es derweil aus China: Laut Gesundheitskommission kamen am Donnerstag nur 15 neue Infektionen zu den aktuell über 80.000 Infektionsmeldungen hinzu. Dem gegenüber gelten im ganzen Land mittlerweile weit über 50.000 Menschen als wieder genesen. Auch habe es "nur" elf neue Todesopfer gegeben. Dennoch ist weiterhin unklar, wie hoch die Dunkelziffer ist und inwieweit daher die offizielle Statistik die tatsächliche Lage widerspiegelt. Auch war in der Vergangenheit mehrmals die Zählweise geändert worden: So werden mittlerweile laut Medienberichten die Personen, die nachweislich infiziert sind, aber keine Symptome zeigen, nicht mehr zu den Neuansteckungen hinzugerechnet. Ansteckend können diese Personen aber trotzdem sein.

USA erlassen Einreisestopp für Europäer

US-Präsident Donald Trump hat jetzt einen 30-tägigen Einreisestopp für Personen aus Europa angeordnet. Ab Freitag um Mitternacht (Ortszeit) sollen die Grenzen für Europäer geschlossen sein, kündigte Trump in einer Fernsehansprache an. In der EU habe man nicht rasch genug gegen die Ausbreitung des Erregers angekämpft. Dazu hätte seiner Meinung nach gehören müssen, dass man die europäischen Grenzen für Reisende aus China schließt. Großbritannien sei hingegen nicht vom Einreisestopp betroffen – eine Begründung dafür nennt Trump nicht. Die Grenzschließung gelte nur für Reisende aus den 26 Staaten des Schengenraums.

Kritisch sieht das EU-Ratspräsident Charles MIchel, der vor wirtschaftlichen Folgen durch das Einreiseverbot warnt: "Wirtschaftliche Störung muss vermieden werden", schrieb er am Donnerstag auf Twitter. Die EU werde den Einreisestopp daher noch prüfen.

Coronavirus: Kanzlerin Merkel fordert Absage aller nicht notwendigen Veranstaltungen

Update vom 11. März 2020: Bundeskanzlerin Angela Merkel wird sich am heutigen Mittwoch erstmals offiziell zur Lage bezüglich des Coronavirus äußern. Am Dienstag hatte sie während der Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag bereits dafür plädiert, alle nicht notwendigen Veranstaltungen abzusagen und forderte ein striktes Vorgehen der Behörden im Kampf gegen Sars-CoV-2. "Spiele vor leeren Rängen sind nicht das Schlimmste, das diesem Land passieren kann", erklärte Merkel auch mit Blick auf Bundesligaspiele ohne Zuschauer. Derzeit werden mehr und mehr große Veranstaltungen abgesagt oder verschoben, Fußballspiele etwa sollen vermehrt ohne Publikum um Stadion stattfinden.

Wir müssen die Ausbreitung des Virus jetzt eindämmen, sagte Merkel am Mittag in Berlin. "Das Virus ist in Europa angelangt, es ist da, das müssen wir alle verstehen", erklärte sie. Auch weil es noch keine Therapie und keinen Impfstoff gebe, müsse man damit rechnen, dass 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung infiziert werden könnten, sagte sie unter Berufung auf Experten. Besonders gefährdet seien Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen.

Nun sei zentral, "dass wir unser Gesundheitssystem nicht überlasten", sondern die Ausbreitung des Virus verlangsamen. "Es ist eben nicht egal, was wir tun, es ist nicht vergeblich, es ist nicht umsonst", sagte Merkel. "Es geht also um das Gewinnen von Zeit."

Dritter Mensch in Deutschland an Covid-19 gestorben

Nordrhein-Westfalen muss den dritten Coronavirus-Toten in Deutschland vermelden. Eine Person aus dem Kreis Heinsberg ist laut Angaben eines Vertreters des Kreises im Krankenhaus verstorben. Zuvor waren ein Mann aus dem Kreis Heinsberg sowie eine Frau in Essen an den Folgen der Lungenkrankheit gestorben.

Österreich stoppt den Zugverkehr von und nach Italien

Österreich hat den Personen-Zugverkehr von und nach Italien über die Grenze eingestellt. Man folge den Anweisungen der Behörden, so ein Sprecher der Österreichischen Bundesbahn ÖBB. Der Güterverkehr sei nicht betroffen. Die ÖBB teilt auf ihrer Homepage mit, dass Tickets nach Italien mit Gültigkeit bis zum 3. April 2020 kostenlos storniert werden können.

Italien weitet Sperrzone auf das ganze Land aus

Update vom 10. März 2020: In Italien sollen ab sofort alle rund 60 Millionen Einwohner nach Möglichkeit zuhause bleiben. Die italienische Regierung hat die Sperrungen und Einschränkungen aufgrund der durch das Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelösten Krise auf das gesamte Land ausgeweitet. Premierminister Giuseppe Conte sagte am Montag, es gebe jetzt keine Zeit zu verlieren: "Unsere Gewohnheiten müssen sich ändern, wir müssen alle etwas aufgeben zum Wohl Italiens." Schulen, Universitäten und Kindergärten bleiben bis mindestens 3. April geschlossen.

Die Einwohner sind aufgerufen, zuhause zu bleiben und ihre Wohnungen und Häuser nur für Ausnahmen wie Einkaufen, Arbeit (wenn kein Homeoffice möglich ist und der Betrieb läuft), Arztbesuche oder die Pflege alter oder kranker Verwandter zu verlassen. Freunde besuchen und Spaziergänge zu anderen Orten sind untersagt, Kinos sowie Theater bleiben geschlossen, Restaurants, Bars und Läden bleiben eingeschränkt geöffnet. Auch Sportveranstaltungen werden bis mindestens 3. April abgesagt, das betrifft unter anderem die italienische Fußballliga Serie A.

Der Tourismus soll aber zumindest teilweise weitergehen, Flughäfen etwa werden nicht geschlossen. Inwiefern Urlauber betroffen sind, sollen sie möglichst vor der Reise beim Reiseveranstalter erfragen.

In Italien schlägt das neue Coronavirus besonders hart zu. Über 9.000 Menschen sind nachweislich infiziert, über 460 Menschen sind bisher an den Folgen von Covid-19 gestorben.

DRK ermutigt Blutspender

Derzeit kommt es beim DRK-Blutspendedienst Nord-Ost zu einem verstärkten Rückgang der Spenderzahlen, so medizinischer Geschäftsführer des DRK, Prof. Torsten Tonn. Zwar seien auch jahreszeitlich bedingte Rückgänge der Grund, weil zu dieser Zeit im Jahr vor allem auch Influenza- und Erkältungsfälle auftreten, doch auch die Angst vor dem Coronavirus sieht er als Grund. Aber: "Es ist wichtig, dass gerade jetzt in einer Frühphase der Epidemie verstärkt gespendet wird, wo die Durchseuchung noch auf Einzelfälle beschränkt ist, um einen Vorrat anlegen zu können, damit die Patienten weiterhin sicher mit Blutpräparaten in Therapie und Notfallversorgung behandelt werden können", so Tonn.

Blut spenden darf aber nur, wer gesund ist und in den vergangenen vier Wochen keine Erkältung oder eine andere Krankheit hatte. Und auch, wer aus einem Covid-19-Risikogebiet zurückkommt, muss derzeit vier Wochen bis zur nächsten Blutspende warten und bis dahin symptomfrei sei.

WHO: 70 Prozent der Patienten in China sind wieder gesund

Immerhin gibt es auch gute News zu vermelden: Wie die Weltgesundheitsorganisation WHO berichtet, sollen rund 70 Prozent der in China an Covid-19 erkrankten Menschen wieder gesund sein. Man könne davon sprechen, dass das Land dabei sei, die Epidemie unter Kontrolle zu bringen. 58.000 der insgesamt über 80.000 infizierten Menschen in China hätten die Krankenhäuser mittlerweile verlassen können, so WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag. Dennoch sei die Gefahr einer Pandemie weltweit mittlerweile "sehr real", ergänzte er. Doch sollte es zu einer solchen Coronavirus-Pandemie kommen, sei diese "die erste Pandemie in der Geschichte, die kontrolliert werden kann." Wir seien diesem Virus nicht ausgeliefert.

Auch sinkt in China die Zahl der neu Infizierten sowie der Todesfälle – auch wenn weiterhin eine hohe Dunkelziffer vermutet wird.

Erste deutsche Patienten in NRW gestorben

Update vom 09. März 2020: Nach dem in Ägypten verstorbenen deutschen Touristen muss Nordrhein-Westfalen nun hierzulande die ersten beiden Todesfälle aufgrund von Covid-19 vermelden. Der Kreis Heinsberg und die Stadt Essen haben beide Fälle bestätigt. In Essen starb eine 89-jährige Frau, nachdem das Virus bei ihr vergangenen Dienstag nachgewiesen worden war. Laut Mitteilung der Stadt Essen sei ihr Zustand bereits zuvor als "stark eingeschränkt" beschrieben worden. Die Frau war im Universitätsklinikum in Essen auf der Intensivstation behandelt worden. Todesursache sei eine Lungenentzündung gewesen. Der zweite Todesfall stammt aus dem in Deutschland am schlimmsten betroffenen Kreis Heinsberg, weitere Informationen waren zunächst nicht bekannt.

Tafeln bekommen nicht genug Lebensmittel – aufgrund von Hamsterkäufen

Die Tafeln in Deutschland müssen aufgrund der vielen Hamsterkäufe mit einer schlechteren Versorgung klarkommen. Deutlich weniger Lebensmittel seien zuletzt bei mehreren Tafeln angekommen, deutlich weniger konnten demnach auch an Bedürftige verteilt werden, da die Supermärkte weniger Ware spenden konnten. Jochen Brühl, Verbandsvorsitzender der Tafeln, sagte gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung", man habe in den vergangenen Tagen "stark improvisieren" müssen. Er appelliert daher an jene Menschen, die sich über Hamsterkäufe mit zu viel Ware eingedeckt haben: "Wer merkt, dass er doch zu viele lang haltbare Vorräte gekauft hat, kann sich gerne an die Tafel in seiner Stadt wenden."

In Deutschland gibt es mehr als 940 Tafeln, die nach eigenen Angaben regelmäßig 1,6 Millionen Menschen versorgen. Dafür bekommen sie übrig gebliebene Lebensmittel aus dem Handel sowie aus der Gastronomie.

Erster Deutscher in Ägypten gestorben

Ägypten vermeldet den ersten Todesfall als Folge von Covid-19: Ein 60-jähriger Deutscher ist an den Folgen der Krankheit gestorben. Er sei am 6. März aus der Stadt Luxor nach Hurghada gereist und habe nach der Ankunft dort über erhöhte Temperatur geklagt. Im Krankenhaus sei er positiv auf Sars-CoV-2 getestet und auf der Intensivstation behandelt worden. Nach Angaben des Krankenhauses habe er sich geweigert, in eine andere Klinik verlegt zu werden. Dann habe sich sein Zustand rapide verschlechtert, worauf er am Sonntag verstorben sei. Die Ansteckungsquelle ist unklar.

Spahn empfiehlt Absage von Großveranstaltungen

Die Zahl der Infektionsfälle hat sich über das Wochenende in Deutschland etwa verdoppelt. Gesundheitsminister Jens Spahn empfiehlt daher, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen vorsorglich abzusagen, um weitere Ansteckungswellen einzudämmen. Das geschehe zurzeit noch zu zaghaft. "Angesichts der dynamischen Entwicklung der letzten Tage sollte das schnell geändert werden", erklärte Spahn am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Davon könnten unter anderem Bundesligaspiele, Messen und große Konzerte betroffen sein. "Je langsamer sich das Virus verbreitet, desto besser kann unser Gesundheitssystem damit umgehen", ergänzte er als Erklärung. Prinzipien für den Umgang mit Veranstaltungen unter 1000 Besuchern habe das Robert-Koch-Institut (RKI ) entwickelt. Man werde in den kommenden Tagen darüber sprechen, wie man mit den wirtschaftlichen Folgen umgehe. Aber: "Die Gesundheit geht vor."

Zudem ermuntert Spahn jeden einzelnen Bürger, genau abzuwägen, worauf man in den kommenden zwei bis drei Monaten verzichten könne – ob Clubbesuch oder Geburtstagsfeier oder Vereinssitzung. Er vertraue auf kluge Entscheidungen der Bürgerinnen und Bürger für sich und ihre Liebsten. "Denn wir schützen mit dieser Vorsicht vor allem unsere älteren und chronisch kranken Mitbürger."

NRW kündigt mittlerweile Geisterspiele in der Bundesliga an, so wird das Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und 1. FC Köln voraussichtlich nicht vor Publikum stattfinden. Zudem wird zurzeit über Schulschließungen diskutiert, die über einzelne Schließungen hinausgehen.

Coronavirus: Weiterer rasanter Anstieg in Deutschland

Update vom 06. März 2020: Und wieder muss Deutschland rund 100 Neuinfektionen seit dem gestrigen Tag verzeichnen. Mittlerweile konnte das Virus bei über 570 Personen nachgewiesen werden, schreibt das RKI. Mit 281 Fällen ist Nordrhein-Westfalen weiterhin am schlimmsten betroffen, gefolgt von Baden-Württemberg mit 91 Fällen und Bayern mit 79 Infektionen. In den anderen Bundesländern liegen die Zahlen zwischen 1 und 18. Lediglich Sachsen-Anhalt ist nach wie vor nicht betroffen.

Kassenarztpräsident Andreas Gassen rechnet mit Infektionen beim Großteil der Bevölkerung

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesverinigung, Andreas Gassen rechnet weiterhin damit, dass sich das Virus weiter ausbreitet und geht davon aus, dass sich ein Großteil der Bevölkerung anstecken wird. Jedoch sei dies kein Grund zur Beunruhigung, sondern sogar langfristig gut: "Das mag für den Laien schockierend wirken, ist aber nüchtern betrachtet nichts Bedrohliches: Es gibt Viren, die praktisch jeden mindestens einmal befallen. Zum Beispiel Herpes und Influenza", erklärte er der "NOZ". Diese "Durchseuchung" der Gesellschaft führe letztendlich zu einer Art Herden-Immunität.

Er könne nur noch nicht einschätzen, wie lange diese Durchseuchung dauere und rechnet damit, dass es vier oder fünf Jahre dauern könne. "Je schneller es geht, je größer ist die Herausforderung für das Gesundheitswesen. Aber dass wir selbst bei einem weiteren raschen Anstieg der Fälle an Grenzen stoßen, sehe ich definitiv nicht." Er sehe Sars-CoV-2 derzeit "eher eine mediale als eine medizinisch relevante Infektion", schließt Gassen.

Auch Charité-Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass eine rasante Ausbreitung in Deutschland nicht mehr verhindert werden könne und wir nun an Grenzen stoßen. Vor allem für die Gesundheitsämter sei die Lage mancherorts schwierig. "Wir bekommen Rückmeldungen, wonach die Mitarbeiter kapitulieren. Sie sind personell nicht mehr in der Lage, die notwendigen Kontrollen durchzuführen. Kontaktpersonen werden nicht gleich getestet. Bei Menschen in Quarantäne wird nicht geprüft, ob sie wirklich zu Hause bleiben. Die Gesundheitsämter kommen nicht mehr hinterher."

Coronavirus-Fälle in Deutschland steigen auf knapp 450

Update vom 05. März 2020: Die Zahl der Infizierten in Deutschland ist laut RKI drastisch gestiegen. 444 Fälle sind jetzt bekannt, darunter die meisten aus NRW, Baden-Württemberg und Bayern. Laut RKI haben sich die meisten davon in Deutschland angesteckt, nur in manchen Fällen sind Auslandskontakte mit Italien und dem Iran bekannt. RKI-Präsident Lothar Wieler bestätigt, dass der Infektionsweg bei den meisten Fällen bekannt sei. Die Eindämmungsstrategie solle nun weitergeführt werden.

Coronavirus: Gesundheitsministerin warnt vor übermäßiger Panik

Weiter breitet sich das Coronavirus aus, auch in Deutschland steigt die Fall der Infizierten. Damit steigt auch die Verunsicherung in der Bevölkerung sowie die Angst vor dem Unbekannten. Dagegen stellt sich jetzt Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann. Sie warnt vor panischen Reaktionen auf die Ausbreitung von Sars-CoV-2. "Es greift eine Angst um sich, für die es keinen wirklichen Grund gibt“, erklärte die Ministerin der SPD am Donnerstag im Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Und weiter: "Es handelt sich bei Corona nach allem, was wir wissen, um eine Erkrankung, die in den allermeisten Fällen eher leicht verläuft und die wir gut behandeln können, wenn sie denn überhaupt behandelt werden muss."

Damit spricht sie auch auf Vorschläge wie etwa zweiwöchige "Coronaferien" vom Virologen Alexander Kekulé an. Solche Maßnahmen seien ihrer Meinung nach nicht nötig. Ebenso seien Hamsterkäufe übertrieben. Es müsse sich niemand Sorgen um zu wenig Essen machen, auch nicht in häuslicher Quarantäne. "Dann wird Ihnen etwas vor die Tür gestellt", so Reimann. "Das lässt sich alles organisieren, selbst wenn Familienangehörige, Freunde und Bekannte nicht in der Nähe leben."

Selbstverständlich darf nicht vergessen werden, dass das Virus durchaus eine tödliche Krankheit auslösen kann. Doch besonnen zu reagieren und die üblichen Vorsichtsmaßnahmen (Hände waschen, Nies- und Hustetikette, nötigen Abstand halten) einzuhalten, ist jetzt das Wichtigste. Dann kann auch denen besser geholfen werden, bei denen die Krankheit einen schweren Verlauf nimmt.

Neuinfektionen in China steigen weniger – dafür mehr Fälle in Südkorea, Italien und Iran

In China steigt die Zahl der Neuinfektionen zwar weiter, doch so langsam scheint dort die Ausbreitung zumindest leicht zurückzugehen. Währenddessen vermeldet Südkorea viele weitere Ansteckungen.

Nun stecken außerdem weitere Tausende Passagiere auf einem Kreuzfahrtschiff vor Kalifornien fest. Die "Grand Princess" sei vor der Küste gestoppt worden, weil Passagiere und Besatzungsmitglieder Symptome gezeigt hätten. Zuvor war ein 71-jähriger Passagier an Bord gewesen, der mittlerweile in Kalifornien an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19 verstorben ist. Es ist der erste Todesfall in dem US-Bundesstaat, der am Mittwoch deshalb den Notstand ausgerufen hat.

Pharmaunternehmen Agnes arbeitet mit Universität in Osaka am Impfstoff

Gemeinsam mit der Universität im japanischen Osaka will das Biopharma-Unternehmen Anges einen Coronavirus-Impfstoff entwickeln. Nach der Ankündigung stiegen die Aktien des Unternehmens um über zwölf Prozent. Experten rechnen allerdings erst mit einem wirksamen Impfstoff im Jahr 2021.

Ärzte warnen vor unnötigen Arztbesuchen

Update vom 04. März 2020: Die Ansteckungsgefahr ist aber nicht der einzige Grund, warum Deutschlands Kassenärzte vor unnötigen Arztbesuchen warnen. Sie sehen außerdem die Versorgung der Bevölkerung als gefährdet. Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), warnte außerdem, dass Tests nur sinnvoll seien, wenn jemand Symptome einer Erkrankung der oberen Atemwege aufweise und außerdem Kontakt zu Infizierten gehabt habe. Ohne Symptome sind die Tests zu oft negativ und Getestete könnten sich zudem in falscher Sicherheit wägen und unvorsichtig handeln.

Die Rettungsdienste geben sich bisher allerdings entspannt. So erklären der Deutsche Feuerwehrverband und das Deutsche Rote Kreuz – beide fahren die Mehrzahl der Rettungseinsätze in Deutschland –, dass Krankentransporte mit möglicherweise ansteckenden Patienten auch jenseits des Coronavirus zum Alltag gehörten. Es könne aber zur Herausforderung werden, wenn die Zahl der Fälle extrem ansteigen sollte.

Heute soll es laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Regierungserklärung zum Krisenmanagement bei Sars-CoV-2 geben. Auch treffen sich die Gesundheitsminister der Länder wieder. Unter anderem geht es derzeit auch darum, ob Grundrechte aufgrund der Virusausbreitung eingeschränkt werden. Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) äußert sich klar: "Die Vorsichtsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus stoßen in der Bevölkerung auf breite Akzeptanz", sagte sie der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Die Menschen seien vernünftig und blieben in Quarantäne, wenn die Behörden das anordneten, daher sehe sie gegenwärtig keine Notwendigkeit zu einer solchen Debatte.

Über 240 Patienten in Deutschland: Fast allen geht es gut

In Deutschland sind nunmehr über 240 Krankheitsfälle bestätigt, davon knapp über 100 in Nordrhein-Westfalen. Am schlimmsten betroffen ist der Kreis Heinsberg, in dem der erste Fall aufgetreten war.

Todesfälle gibt es in Deutschland noch keine, Experten vermuten allerdings, dass die Zahl der Infizierten eigentlich höher liegt. Bisher verliefen die in Deutschland bekannten Fälle aber größtenteils mild, erklärt das Robert-Koch-Institut (RKI). Bei den meisten Infizierten treten demnach leichte Erkältungssymptome wie Halsschmerzen und Frösteln auf, bei etwa 15 von 100 Fällen verlaufe die Krankheit schwerer, mit Atemproblemen und Lungenentzündung.

China verzeichnet Wirtschaftseinbruch – dafür geht die Luftverschmutzung zurück

Durch den Ausbruch des Virus kam die Geschäftstätigkeit in China nahezu zum Erliegen. Mehrere Millionen Menschen sind und waren nach Ausbruch der Krankheit Covid-19 gezwungen, zu Hause zu bleiben, die Produktion ging vielerorts zurück.

Ein Gutes hat die Situation aber: Laut Satellitenbildern der Nasa scheint die Luftverschmutzung in China seit Anfang des Jahres stark zurückgegangen zu sein. Die Satelliten hatten einen deutlichen Rückgang von Stickstoffdioxid verzeichnet. NO2 wird vor allem von Kraftwerken, Industrieanlagen und Autos ausgestoßen. Der deutliche Rückgang sei laut Nasa-Forschern zuerst in der am heftigsten vom Virus betroffenen Metropole Wuhan zu sehen gewesen und habe sich dann weiter über das Land ausgebreitet.

Coronavirus in fast allen deutschen Bundesländern angekommen

Update vom 03. März 2020: Und weiter steigt die Zahl der Infizierten in Deutschland. Mittlerweile sind in fast allen Bundesländern Fälle aufgetaucht, so dass die Gesamtzahl auf rund 170 steigt. Die meisten Fälle verzeichnet weiterhin Nordrhein-Westfalen mit über 90 Erkrankten. Neue Fälle wurden am Montagabend aus Brandenburg, Thüringen und Sachsen vermeldet, in Berlin sind zwei weitere dazugekommen, darunter ein Lehrer. Eine Schule in Berlin-Friedrichshain bleibt daher vorerst geschlossen.

Großveranstaltung: Leipziger Buchmesse wird abgesagt

So langsam macht sich das Virus auch im öffentlichen Leben bemerkbar. Hieß es am Wochenende noch, dass die Leipziger Buchmesse wie geplant vom 12. bis 15. März stattfinden soll, jetzt die Kehrtwende: Oberbürgermeister Burghard Jung (SPD) hat die Messe nach einer Dienstberatung mit dem Gesundheitsamt und Messeverantwortlichen im Neuen Rathaus nun doch abgesagt.

Gefordert hatte die Absage zuvor unter anderem Jochen Mende, Geschäftsführer der Verlagsauslieferung Prolit: "Wir sind der Meinung, dass die Leipziger Buchmesse abgesagt werden sollte, da wir die Gefahr einer beschleunigten Verbreitung des Coronavirus durch eine solche Veranstaltung sehen." Dies hatte er unter anderem in einem offenen Brief an den Oberbürgermeister, das Gesundheitsamt und andere Stellen geäußert. Mittlerweile gibt es auch einen Hinweis auf der offiziellen Seite der Leipziger Buchmesse, zuerst hatte die LVZ über die Absage berichtet. Zuvor war auch bereits die Pariser Buchmesse abgesagt worden. Sie sollte eigentlich vom 20. bis 23. März stattfinden.

Twitter und Google rufen Mitarbeiter zum Home-Office auf

Weltweit reagieren außerdem die ersten großen Arbeitgeber auf die Ausbreitung des Virus. Der Kurznachrichtendienst Twitter hat alle Mitarbeiter weltweit aufgerufen, von Zuhause aus zu arbeiten. Dafür will man die Vernetzung optimieren, damit interne Besprechungen und wichtige Aufgaben auch aus dem Home-Office erfolgen können. Gezwungen, zu Hause zu arbeiten, sind die Twitter-Mitarbeiter in Hongkong-Südkorea und Japan. Gerade Südkorea ist nach China die am meisten betroffene Gegend. In anderen Ländern sei es den Mitarbeitern bisher frei gestellt, von wo sie arbeiten.

Ähnlich handhabt es Google. Nach einem Fall in Dublin – ein Google-Mitarbeiter hatte über grippeähnliche Symptome geklagt – sind alle 8.000 Mitarbeiter in der irischen Hauptstadt dazu aufgerufen, daheim zu arbeiten.

Diebstähle in Krankenhäusern nehmen zu: Bitte reflektiert bleiben!

Die Angst vor dem Coronavirus bringt leider auch Menschen dazu, zu rabiaten Mitteln zu greifen. Da Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel im Einzelhandel knapp werden, mehren sich aktuell Diebstähle in Krankenhäusern.

Dazu sei gesagt, dass ein Mundschutz keinen ausreichenden Schutz vor dem Virus bietet und höchstens anzuraten ist, wenn man selbst erkrankt ist. Zudem ist der Preis für Schutzmasken aufgrund der Nachfrage so stark nach oben geschossen, das Krankenhäuser Probleme haben, selbst genügend davon zu erhalten. Solche Masken sind aber etwa für Operationen äußerst wichtig. Eine Krankenhaus-Mitarbeiterin weist in einem emotionalen Facebook-Post darauf hin, wie sehr solche Masken benötigt werden, um Leben zu retten und bittet die Bevölkerung, auch daran zu denken und sich lieber mit sinnvollen Maßnahmen zu schützen.

Dazu zählt übrigens auch nicht, sich in Desinfektionsmittel zu baden. Am Sinnvollsten ist noch immer eine gute Handhygiene (richtig Hände waschen bedeutet: Hände mindestens 20 Sekunden lang gut einseifen!) sowie das Einhalten der Niesetikette (in die Armbeuge niesen, Taschentücher nur einmal verwenden). Desinfektionsmittel hat außerdem noch einen Nachteil: Übermäßige Nutzung trocknet die Haut stark aus. Die wird daraufhin rissig und Keime haben ein Leichtes, in die rissige Haut einzudringen.

Coronavirus in Deutschland: 150 bestätigte Fälle in zehn Bundesländern

Update vom 02. März 2020: Die Zahl der in Deutschland mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infizierten Menschen ist sprunghaft gestiegen und hat sich seit Freitag verdoppelt. In zehn der 16 Bundesländer sind nun Fälle bestätigt. Lediglich im Saarland und in den neuen Bundesländern gibt es bisher keine offiziell infizierten Personen. Jetzt ist der erste nachgewiesene Fall in Berlin bekannt geworden.

Ein junger Mann aus Berlin-Mitte wird zurzeit isoliert in der Charité behandelt, erklärte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci gegenüber dem rbb. Er befinde sich aber in einem stabilen Zustand. 60 Kontaktpersonen habe es laut Nachverfolgung gegeben – neben Mitbewohnern und Freunden auch die Eltern des Erkrankten, die aus Nordrhein-Westfalen kommen und ihren Sohn in Berlin besucht hatten. Die Charité hat nun im Virchow-Klinikum eine eigene Corona-Untersuchungsstelle eingerichtet – in einem separaten Gebäude, um zu verhindern, dass ein Infizierter eine gesamte Notaufnahme lahmlegt, wenn Mitarbeiter in Quarantäne müssten.

Am stärksten betroffen ist nach wie vor der Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Quarantänemaßnahmen von Mitte Februar sind jetzt allerdings für viele Bewohner der Gegend aufgehoben.

Die EU-Gesundheitsagentur ECDC hat das Risiko durch Sars-CoV-2 in der EU derweil von moderat auf hoch eingestuft, sagt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel. Innerhalb der EU sind bisher rund 2.100 Fälle in 18 Staaten nachgewiesen, 38 Todesfälle gab es. Das RKI hat die Risikoeinschätzung in Deutschland auf "mäßig" gehoben.

Rückkehrer aus Risikogebieten: Das ist jetzt zu tun

Rückkehrer aus Risikogebieten sind dazu angehalten, erst einmal zu Hause zu bleiben und sich bei Symptomen telefonisch beim Hausarzt oder Krankenhaus zu melden – auf gar keinen Fall einfach so hinzugehen!

Risikogebiete laut Robert-Koch-Institut (RKI) sind:

  • China: Provinz Hubei mit der Stadt Wuhan und die Städte Wenzhou, Hangzhou, Ningbo, Taizhou in der Provinz Zhejiang
  • Italien: Region Emilia-Romagna, Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien
  • Iran: Provinz Ghom
  • Südkorea: Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang)

"Zersplitterte Zuständigkeit": Chef der Polizeigewerkschaft kritisiert Vorgehensweise

Kritisch über den Umgang mit dem Coronavirus äußert sich der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt: Er beklagt laut "Augsburger Allgemeine" eine "zersplitterte Zuständigkeit" bei der Bekämpfung des Virus. Der Zeitung gegenüber sagte er, es sei keine Strategie erkennbar, wie Deutschland insgesamt auf die Bedrohung reagiere.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betont immer wieder, Deutschland sei gerüstet. Alle Maßnahmen werden in Deutschland am RKI in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden der Bundesländer koordiniert. Doch aufgrund der hohen Nachfrage nach Informationen war dort kürzlich erst die Internetseite zusammengebrochen. Man arbeite aber daran, dass dies nicht mehr passiert. Man müsse sich zwar auf Einschränkungen an bestimmten Stellen im Alltag einstellen, es bestünde aber kein Anlass, davon auszugehen, dass etwa Lebensmittel knapp werden, erklärte Spahn im Interview mit dem SWR. Stellenweise sind aber etwa Desinfektionsmittel ausverkauft.

Weitere Deutsche erkrankt

Update 28. Februar 2020: Und es geht weiter – auch in den vergangenen 24 Stunden kamen weitere, bestätigte Infektionsfälle dazu. In Hamburg ist ein Mitarbeiter der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf am Coronavirus erkrankt – das teilten Klinik und auch Behörde für Gesundheit noch am späten Donnerstagabend mit.

Für alle Kinder und auch Eltern, die mit betroffenem Patienten in engem Kontakt standen, heißt es nun: 14 Tage Quarantäne. Ob im Klinikum oder zu Hause, hängt vom individuellen Gesundheitszustand ab. Andere Mitarbeiter des Klinikums gehen in häusliche Isolation, die betroffene Station nimmt bis auf weiteres keine neuen Patienten auf. Der erkrankte Mitarbeiter habe in Italien im Trentino Urlaub gemacht und sei im Anschluss zurück in seinen Wohnort Schleswig-Holstein zurückgekehrt. Nach einem Tag der Arbeit habe er Krankheitssymptome entwickelt und seinen Dienst daraufhin abgebrochen. Er selbst sei aktuell in stabilem Zustand, seine Kontaktpersonen werden informiert und auch getestet.

Damit nicht genug: Nun wurde auch in Hessen eine weitere Corona-Infektion nachgewiesen. Offenbar ist eine Person im Lahn-Dill-Kreis betroffen. Weitere Informationen stehen bis dato aus. Seitens der Regierung ist man darum bemüht, die besorgten Menschen zu beruhigen. "Der Staat tut alles, um seine Bürger bestmöglich zu schützen. Schnell, angemessen und effektiv. Wir haben uns darauf geeinigt, dass jetzt besser einmal mehr auf das Virus getestet wird als einmal zu wenig. Am Geld soll es jedenfalls nicht scheitern", so Bundesgesundheitsminister Spahn.

27 bestätigte Fälle – und jetzt?

Update vom 27. Februar 2020: Seit Dienstag hat es in Deutschland zehn neue Infektions-Bestätigungen gegeben. Mittlerweile gibt es bestätigte Fälle in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz. Gesundheitsminister Jens Spahn äußert sich kritisch: Es sei vor dem Hintergrund der Neuansteckungen nun "fraglich", ob die bisher gefahrene Strategie, das Virus einzugrenzen und die Infektionsketten zu unterbrechen, aufgehe. Die Infektionsketten seien "teilweise nicht nachvollziehbar". Und weiter: "Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Epidemie an Deutschland vorbeigeht, wird sich nicht ergeben." Am Donnerstag bildet die Bundesregierung einen Krisenstab.

Währenddessen befindet sich der erste Coronavirus-Patient aus NRW weiter in kritischem Zustand. Nach seiner Ehefrau – die beiden werden im Uniklinikum in Düsseldorf behandelt – seien drei weitere Kontaktpersonen der beiden identifiziert worden. Auch bei ihnen konnte das Virus nachgewiesen werden. "Alle zeigen Grippesymptome und sind derzeit zu Hause", hieß es in einer Mitteilung des Kreises Heinsberg. Nach jetzigem Stand sei eine Behandlung im Krankenhaus nicht erforderlich.

Der erste Fall in Rheinland-Pfalz ist ebenfalls auf das Ehepaar zurückzuführen. Ein 41-jähriger Soldat hat sich beim Karneval infiziert, nachdem er Kontakt mit den beiden hatte. "Nur weil er hörte, dass sein Bekannter in der Uniklinik in Düsseldorf behandelt wird, hat er sich gemeldet", sagte Bundeswehr-Oberstarzt Thomas Harbaum. Er habe zuvor gedacht, an normaler Grippe erkrankt zu sein. Aktuell läuft die Suche nach Kontaktpersonen, der Militärflughafen Köln-Wahn bleibt aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen.

Auch in Baden-Württemberg sind nunmehr vier Erkrankungen gemeldet. Einer davon, ein Mann aus dem Kreis Rottweil, habe keine Verbindung zu den anderen drei Fällen gehabt, sei aber selbst in Italien gewesen, heißt es.

Das sind die Maßnahmen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) legt sein Ziel für Deutschland darauf aus, eine Erkrankungswelle hinauszuzögern, um zu vermeiden, dass die Covid-19- und die derzeitige Grippewelle zusammenfallen.

NRWs Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sieht derzeit keine Veranlassung, ganze Ortschaften abzuriegeln, sagte er dem ZDF gegenüber. "Die zuständigen Behörden gehen den Fällen nun mit Hochdruck nach, um eine weitere Verbreitung des Coronavirus so gut es geht zu verhindern." Zwar seien weitere Fälle nicht auszuschließen, das Gesundheitswesen sei aber für solche Erkrankungen gut vorbereitet und aufgestellt.

Derzeit werden sowohl in NRW als auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz alle Kontaktpersonen der bisherigen Sars-CoV-2-Patienten ermittelt. Die Besucher der Karnevalssitzung in Gangelt, auf der das erkrankte Ehepaar zu Gast war, sollen sich bei den Behörden melden und müssten dann zusammen mit ihren Kindern in die 14-tägige Quarantäne. Im Krankenhaus Maria Hilf in Mönchengladbach sucht man nach Kontaktpersonen eines infizierten Arztes. Und im Kreis Heinsberg bleiben Schulen und Kindergärten bis Montag geschlossen – auch in der Kreisverwaltung fallen Publikumssprechstunden aus.

Sollten Behörden die Schließung eines Betriebs aufgrund des Coronavirus veranlassen, sind die Arbeitgeber dazu verpflichtet, den Beschäftigten weiterhin Lohn zu zahlen – "wenn die Arbeitnehmer arbeitsfähig und arbeitsbereit sind, aber der Arbeitgeber sie aus Gründen nicht beschäftigen kann, die in seiner betrieblichen Sphäre liegen". Auf Anfrage des Redaktions-Netzwerks Deutschland hat das Bundesarbeitsministerium (BMAS) dies bestätigt, ein Sprecher ergänzte, dass die ausgefallenen Arbeitszeiten grundsätzlich nicht nachgearbeitet werden müssten.

Auch können Arbeitnehmer für die Kinderbetreuung zu Hause bleiben, wenn Kindergärten oder Schulen zur Vorsicht geschlossen bleiben. Weiter Gehalt wird aber nur gezahlt, wenn nachweislich keine andere Betreuung möglich ist, so Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht aus Köln.

Coronavirus in Deutschland: Drei neue Erkrankungen

Update vom 26. Februar 2020: Deutschland muss zwei neue Infektionsfälle mit dem Coronavirus vermelden. In Baden-Württemberg ist laut Gesundheitsministerium in Stuttgart ein 25-jähriger Mann aus dem Landkreis Göppingen nach einer Italienreise infiziert. Nach seiner Rückkehr habe er Symptome verspürt und sich beim örtlichen Gesundheitsamt gemeldet. Er soll mittlerweile in einer Klinik isoliert untergebracht sein. Die Anzahl seiner Kontakte habe man mittlerweile nachvollziehen können, alle seien informiert hieß es am Mittwoch.

Außerdem liegt ein 47-Jähriger aus Erkelenz im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen im Krankenhaus – sein Zustand ist laut Behördenangaben ernst, er sei aber mittlerweile stabil. Der Mann habe Kontakt mit einem China-Rückkehrer gehabt und sei dann mit Symptomen einer schweren Lungenentzündung ins Krankenhaus in Erkelenz eingeliefert worden und mittlerweile ins Düsseldorfer Universitätsklinikum gebracht worden. WDR-Informationen zufolge leide er an einer Vorerkrankung. Auch seine Ehefrau wird ebenfalls behandelt. Auch bei ihr konnte das Virus mittlerweile nachgewiesen werden. Ob der Bekannte, der sich länger in China aufgehalten hatte, sich auch in Behandlung begeben hatte, konnte der Landrat des Kreises Heinsberg, Stephan Pusch, nicht sagen.

Fatal an der Lage ist, dass das Ehepaar trotz schon länger vorhandener Symptome noch im Urlaub gewesen sein und an einer Karnevalssitzung teilgenommen haben soll und der Mann noch vergangene Woche in der Kölner Uniklinik behandelt worden sein soll. Eine Mitarbeiterin der Uniklinik wird dort aufgrund von Symptomen aktuell isoliert behandelt. Zudem ist die Frau des Infizierten als Kindergärtnerin tätig und ist bis Karneval noch ihrer Arbeit nachgegangen. Ihre beiden Kinder im Schulalter zeigten aber laut nordrhein-westfälischem Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bisher keine Symptome. Anders als bei dem Mann aus Baden-Württemberg sei aber nicht klar, wie viele Kontakte das Ehepaar bis zur Einlieferung gehabt hat.

Ein Sprecher des Landkreises wies laut Deutscher Presseagentur (dpa) darauf hin, dass am heutigen Mittwoch Schulen, Kitas und die Kreisverwaltung geschlossen bleiben sollen. Auch soll der öffentliche Personennahverkehr gestoppt werden. In einem Video bei Facebook ruft Landrat Stephan Pusch dazu auf, Ruhe zu bewahren und nichts in die amtlichen Nachrichten "hineinzuinterpretieren". Jetzt gehe es darum, die "Infektionsketten zu unterbrechen".

Zudem wurde ein Krisenstab einberufen, der aber darum bat, die Notrufnummern 112 und 110 nicht unnötig zu blockieren. Stattdessen wurde ein Bürgertelefon für den Kreis unter der Nummer 02452/131313 eingerichtet.

Vorerst keine Reisebeschränkungen in Europa: So sollten Sie sich als Italien-Rückkehrer verhalten

Obwohl sich das Virus vor allem in Norditalien weiter ausbreitet, gelten erst einmal keine Reisesperren. Die seien nach Ansicht mehrere europäischer Staaten keine angemessene Antwort, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn am Dienstag in Rom nach dem dort einberufenen Krisentreffen. "Wir sind gemeinsam der Meinung, dass zu diesem Zeitpunkt, jetzt, Reisebeschränkungen oder gar das Schließen von Grenzen keine angemessene, verhältnismäßige Maßnahme wäre", erklärt er. In Italien wurde derweil der nunmehr elfte Todesfall gemeldet.

An Italien-Rückkehrer appelliert der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne), den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu folgen. Demnach sollen Rückkehrer aus Regionen mit Covid-19-Fällen beobachten, ob sie innerhalb von 14 Tagen nach Rückkehr Symptome wie Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln und unnötige Kontakte vermeiden, nach Möglichkeit zu Hause bleiben, beim Husten und Niesen Abstand zu anderen halten, regelmäßig und gründlich Hände waschen und sich telefonisch beim Arzt melden mit Hinweis auf die Reiseregion.

So schützt man sich vor dem Coronavirus

So schützt man sich vor dem Coronavirus

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Gesundheitsminister Spahn warnt vor veränderter Lage

Update vom 25. Februar 2020: Im Rahmen einer Pressekonferenz zur Coronavirus-Ausbreitung hat sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein wenig kritischer als zuvor geäußert. Man müsse davon ausgehen, dass sich das Virus auch in Deutschland weiter ausbreiten kann, sagte er: "Die Corona-Epidemie ist als Epidemie in Europa angekommen." Die Lage habe sich geändert, ergänzt er. Zwar betont er weiter, dass sowohl Behörden als auch Gesundheitssystem darauf vorbereitet seien. Doch man wisse nach wie vor nicht alles über das Virus.

Jeder Infizierte in Deutschland solle weiter isoliert und behandelt werden und die Kontaktpersonen schnellstmöglich identifiziert werden. So war auch bisher vorgegangen worden. Mittlerweile sind 14 der 16 in Deutschland Infizierten erfolgreich behandelt, neue Infektionen sind offiziell keine dazugekommen.

Lothar H. Wieler, Leiter des Robert-Koch-Instituts (RKI), erwartet eher lokale Ausbrüche als dass das Virus "wie ein Orkan durch Deutschland" ziehen könnte.

Lage in Italien weiter kritisch

Italien muss sich dagegen weiter großen Herausforderungen stellen. Am heutigen Dienstag findet ein Krisentreffen in Rom statt, zu dem Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza auch Vertreter anderer Länder erwartet – auch Jens Spahn. Er betont, dass innerhalb Europas "nationale Alleingänge keinen Sinn" ergeben. "Ein Virus macht ganz offenkundig an der Landesgrenze nicht halt."

In Norditalien sind mittlerweile über 230 Menschen nachweislich identifiziert, sieben Patienten sind gestorben. Kritischer sieht es nur in Südkorea aus, dort sind fast 1000 Menschen infiziert. Woher genau die Infektionen in Italien rühren, ist nicht genau nachvollziehbar, und das macht die Lage schwierig. Regierungsschef Guiseppe Conte führt die Ausbreitung unter anderem auf den fehlerhaften Umgang eines Krankenhauses mit dem Erreger zurück. In einer Klinik habe es "ungerechtfertigte Alleingänge" gegeben und Vorschriften seien nicht eingehalten worden. Um welches Krankenhaus es sich dabei handelt, sagte er nicht.

Auch Südtirol bestätigt nun einen ersten Fall. Ein junger Mann, der in der Lombardei gewesen sei, sei nun beim zweiten Test positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Zudem wird ein Verdachtsfall in Köln behandelt. Ein Italien-Tourist aus Köln war ebenfalls in dem Gebiet und hatte nach seiner Rückkehr Symptome verspürt. Er war laut Mitteilung der Stadt vom Rettungsdienst der Feuerwehr an eine medizinische Notfallpraxis verwiesen worden. Der Stadt sei nicht klar gewesen, dass die Region vom RKI als Covid-19-Risikogebiet ausgewiesen worden war.

Auch auf der spanischen Kanaren-Insel Teneriffa sei ein italienischer Tourist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Auch der 69-jährige Mann komme aus der Lombardei, heißt es seitens Sender RTVE.

Lage im Nahen Osten laut Experten perfekter Ort für Pandemie

Sorge bereitet Experten auch die Lage im Nahen Osten. Denn zum einen reisten sowohl Pilger als auch Wanderarbeiter regelmäßig durch die Region und zudem herrsche vor allem im möglicherweise stark betroffenen Iran nur wenig Klarheit über das genaue Ausmaß der Epidemie. Und auch das Gesundheitssystem der Nachbarländer, etwa Syrien, sei durch die Bürgerkriege geschwächt. So betont Peter Piot, Direktor der Londoner Schule für Hygiene und Tropenmedizin, gegenüber der "New York Times": "Das ist ein Rezept für einen massiven Virusausbruch."

Offiziell sind im Iran mittlerweile 14 Menschen am Virus gestorben. Die Zahl der Infizierten beträgt offiziell 61. Doch Experten vermuten eine weit höhere Dunkelziffer. Das liege auch daran, dass die Bevölkerung der Regierung wenig Vertrauen schenke.

Fehlalarm in Südtirol legt Zugverkehr lahm

Update vom 24. Februar 2020: Aus Angst vor dem Coronavirus mussten am Sonntagabend in Südtirol zwischen Italien und Österreich Züge angehalten werden. Zwar entpuppte sich die Vermutung als Fehlalarm, doch mehrere Stunden lang ging auf der Bahnstrecke nichts mehr vorwärts, nachdem zwei Eurocitys auf dem Weg von Venedig nach München von den österreichischen Behörden am Brenner gestoppt worden waren. An Bord eines der Züge seien zwei deutsche Frauen gewesen, die Fieber und starken Husten hatten. In Verona seien die Frauen dann aber laut österreichischen Innenministeriums negativ auf das Virus getestet worden. Kurz vor Mitternacht konnten die rund 500 festsitzenden Passagiere ihre Fahrt dann fortsetzen.

Grund zur Sorge gab es vor allem, weil Italien zurzeit die in Europa am schwersten betroffene Region ist. 150 Infektionen sind bekannt, die meisten in der Lombardei. Dort sind zehn Gemeinden in der Provinz Lodi in der Nähe von Mailand zu Sperrzonen erklärt worden. Mittlerweile sind laut italienischer Medien vier Menschen in Italien an Covid-19 gestorben. Eine Ausgangsperson der Infektionen konnte bisher nicht identifiziert werden, was den italienischen Behörden Sorge bereitet, da sich so mögliche weitere Ansteckungen schwerer verfolgen und auch vermeiden lassen.

Südkorea meldet 763 Infizierte – in China sind weitere Ärzte gestorben

Nach dem Ausbruch des Coronavirus in einer christlichen Sekte in Südkorea ist die Lage weiterhin nicht unter Kontrolle. Die Zahl der Infizierten ist am Wochenende auf 833 gestiegen. Die Zahl der Toten stieg auf sieben.

Währenddessen muss China weitere Infizierte und Tote unter dem Krankenhaus- und Pflegepersonal vermelden. Laut chinesischer Staatsmedien haben sich mittlerweile über 3000 Ärzte und Pfleger angesteckt. Am Wochenende verstarben erneut drei Ärzte, davon zwei in der am schwersten betroffenen Provinz Hubei. In Wuhan verstarb der 29-jährige Arzt Xia Sisi vom Xiehe Jiangbei Hospital. Zudem erlag der Chefarzt der Lungenabteilung des Zentralhospitals der Stadt Xiaogang, Huang Wenjun, der Erkrankung und auch der 55-jährige Arzt Du Xiansheng vom Volkskrankenhaus Haikou auf Hainan in Südchina ist verstorben.

Staats- und Parteichef Xi Jinping sprach von der "größten Gesundheitskrise" seit Staatsgründung im Jahr 1949.

Ein ehemaliger Patient aus China hat berichtet, wie sich die Infektion mit dem Coronavirus anfühlt

Interaktive Karte zeigt Zahl der Infizierten, Toten und Genesenen

Dass das Virus kein absolutes Todesurteil bedeutet, zeigt spätestens eine Zahl, die man sonst kaum sieht: Die Zahl der genesenen ehemaligen Patienten steigt nämlich ebenfalls.

Eine interaktive Karte des Center for Systems Science and Engineering (CSSE) der Johns Hopkins University in Baltimore, USA, zeigt die Ausbreitung des Virus weltweit. Dort sind neben den bestätigten Infektionsfällen auch die Todesfälle sowie die Zahl der wieder genesenen Patienten vermerkt. Die Karte lässt sich hier aufrufen.

Angst vor Coronavirus in der Ukraine

Update vom 21. Februar 2020: In der Ukraine kam es am Donnerstag zu Gewaltausbrüchen, weil Demonstranten versucht hatten, Busse mit China-Rückkehrern zu stoppen. Mehrere Dutzend Demonstranten sollen vor dem Krankenhaus der Kleinstadt Nowi Sanzhary in gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei geraten sein, weil sie versucht hatten, die Zufahrt der Busse zum Krankenhaus zu stoppen. In den sechs Bussen befanden sich 72 Rückkehrer aus der chinesischen Stadt Wuhan, in der das Coronavirus Ende 2019 erstmals ausgebrochen war.

Hunderte von Sicherheitskräften seien im Einsatz gewesen, um die teils mit Eisenstangen bewaffneten Demonstranten zurückzuhalten, sagte ein Anwohner der Nachrichtenagentur AFP. Mehrere Feuer entzünden und mindestens drei Scheiben der Busse einschlagen konnten sie wohl dennoch.

Die Rückkehrer konnten trotzdem in das Krankenhaus gebracht werden – und zeigten bei Untersuchungen durch chinesische und ukrainische Ärzte keine Symptome der Lungenkrankheit Covid-19.

Als Reaktion auf die Ausschreitungen beschloss die ukrainische Gesundheitsministerin Sorjana Skalezkaja nun, ebenfalls zwei Wochen lang in Quarantäne zu gehen, um ein Zeichen zu setzen: "Ich hoffe, dass mein persönliches Verhalten eine Beruhigung der Situation und eine Aussöhnung begünstigt. Das brauchen wir alle", schrieb sie bei Facebook.

Auch weitere Rückkehrer in Deutschland erwartet

Währenddessen werden am heutigen Freitag auch Rückkehrer aus Wuhan in Stuttgart erwartet. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) soll die Betreuung im Auftrag der Bundesregierung übernehmen, wie ein Sprecher am Donnerstag in Berlin erklärte. Ein weiterer Sprecher des baden-württembergischen Sozialministeriums sagte, dass die Gesundheitsbehörden auf die Ankunft vorbereitet seien. Mehr über die Anzahl der Personen war zunächst jedoch nicht bekannt.

Lage in Südkorea spitzt sich zu: Weitere 52 Personen erkrankt

Verschlechtert hat sich die Lage in der südkoreanischen Stadt Daegu, in der eine Frau in einer christlichen Sekte mehrere Menschen angesteckt hatte. Über Nacht stieg die Zahl der Infizierten nun auf 156. Der Bürgermeister der Stadt hatte bereits alle 2,5 Mio. Einwohner dazu aufgerufen, ihre Wohnungen nicht mehr zu verlassen, um eine weitere Ausbreitung einzuschränken.

Jetzt meldet sich auch Präsident Moon Jae In zu Wort und spricht von einer "ernsthaften Situation". Es sollen nun "rasche und starke" Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Zählweise in China erneut verändert: Zahlen sind kaum noch vergleichbar

Zum wiederholten Male wurde in dieser Woche die Zählweise der Infizierten in China angepasst. Die wiederholten Änderungen machen es den Behörden nun allerdings schwierig, Vergleiche zu ziehen. Klinische Diagnosen der Lungenkrankheit werden in Hubei, der am stärksten betroffenen Provinz, jetzt nicht mehr als Infektionen gezählt – dies hatte man erst kürzlich geändert. Die Ansteckung muss nun wieder durch einen DNA-Test im Labor bestätigt werden. Damit ist die Infektionszahl zuletzt deutlich langsamer gestiegen.

Coronavirus fordert Tod zweier Kreuzfahrtschiff-Passagiere

Update vom 20. Februar 2020: Auch wenn die Zahl der Neuinfizierten langsamer zu steigen scheint, die Zahl der Toten klettert weiter in die Höhe. Nach dem ersten Todesfall in Frankreich – ein chinesischer Mann war dort der Krankheit erlegen – muss jetzt auch das Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" zwei Tote vermelden.

Der 87 Jahre alte Japaner und die 84-jährige Japanerin seien nach einem positiven Test auf das Coronavirus vom Schiff ins Krankenhaus gebracht worden und dort nun verstorben.

Die Quarantäne auf der vor Yokohama liegenden "Diamond Princess" ist derweil vorbei. Mittlerweile sind 621 infizierte Personen bekannt, die bereits vom Schiff geholt wurden, sobald die Testergebnisse vorlagen. Nach und nach werden nun die noch auf dem Schiff befindlichen Passagiere geholt, deren Tests bisher negativ waren. An Bord bleiben müssten laut "Bild" alle Passagiere, deren Testergebnisse noch nicht vorlagen oder die Kontakt mit Infizierten hatten.

Infektiologe kritisiert Lage auf "Diamond Princess": "Noch nie solche Angst gehabt"

Zwar betonte die japanische Regierung, dass auf der "Diamond Princess" von Beginn des Ausbruchs an "strikte Maßnahmen" angeordnet worden seien. Und Infektiologen sagen, dass der Hygienestandard auf Kreuzfahrtschiffen allgemein hoch sei. Doch dass auch ein Kreuzfahrtschiff einer solchen Situation nicht gewachsen zu sein scheint, erklärt jetzt ein japanischer Infektionsmediziner. Kentaro Iwata von der Fakultät für Infektionskrankheiten der Universität Kobe sei am Dienstag selbst an Bord gewesen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Und seine Beschreibung zeichnet ein ganz anderes Bild:

Iwata spricht von "völlig chaotischen" Zuständen. Er habe beim Besuch "Angst" gehabt wie nie zuvor in seiner Karriere als Mediziner. Er beschreibt in einem nicht verifizierten Youtube-Video: "Es gibt keine klare Abgrenzung zwischen den grünen Zonen, die für die Gesunden sind, und den roten Zonen, die für die potenziell Infizierten gelten." Das Personal überquere diese Grenzen ständig, eine Ärztin habe gar nicht erst eine Maske getragen, da sie sowieso schon infiziert sei. Allgemein würden Atemschutzmasken nicht richtig getragen. Er schiebt die chaotischen Zustände an Bord darauf, dass der Umgang mit dem Virus auf dem Schiff nicht Experten, sondern Bürokraten übertragen worden sei.

Zwar konnten die Beschreibungen des japanischen Infektiologen noch nicht bestätigt werden, doch auch die Fachgesellschaft für Krankenhaushygiene in Deutschland hält es dem "Spiegel" gegenüber für "unmöglich", dass die Hygienebedingungen während einer Quarantäne auf einem abgeschnittenen Kreuzfahrtschiff eingehalten werden könnten. Zudem wisse man immer noch nicht, wie die Infektionswege genau aussehen, wie lange das Virus etwa auf Türklinken aktiv sei. Auch über die Belüftung des Schiffes herrscht derzeit noch Unklarheit.

Zahl der Infizierten in Südkorea steigt stark

Derweil gibt es in Südkorea einen Anstieg der Infektionszahlen: In der 2,5-Millionen-Stadt Daegu hatten sich zahlreiche Menschen bei einer Frau während eines Gottesdienstes einer christlichen Sekte angesteckt. Wie die Frau sich infiziert hatte, zunächst unklar. Jedoch ist die Zahl der Infizierten in Daegu auf 35 gestiegen – 28 davon hatten Kontakt zu der Frau. Insgesamt sind damit in Südkorea 82 Fälle bekannt.

Der Bürgermeister der Stadt Daegu, Kwon Young-Jin, hat die 2,5 Millionen Einwohner in einer Fernsehansprache am Mittwoch dazu aufgerufen, ihre Wohnungen nicht zu verlassen, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen.

Zahl der Toten übersteigt die 2000

Update vom 19. Februar 2020: 2012 Tote – das ist die offiziell bekannte Zahl am Mittwoch Morgen. Davon fast alle in China. Und auch die Zahl der als mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierten Menschen ist erneut gestiegen und hat die 75.000 überschritten. Insgesamt scheint die Zahl aber zumindest langsam rückläufig zu sein.

Kreuzfahrtpassagiere dürfen an Land

Entwarnung gibt es derweil für einen Teil der seit zwei Wochen auf dem Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" vor Japan festsitzenden Passagiere. Die erste Gruppe von rund 500 noch immer negativ getesteten Personen darf das Schiff nach der zweiwöchigen Quarantäne verlassen, darunter vor allem ältere Passagiere. In den nächsten drei Tagen sollen dann alle 3000 Menschen an Land gehen dürfen.

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Passagiere und Crewmitglieder beträgt mittlerweile über 540. Die Patienten wurden jedoch bereits von Bord geholt und in Krankenhäusern untergebracht. Alle Personen an Bord seien mittlerweile getestet worden, heißt es. Zehn deutsche Passagiere befinden sich unter den insgesamt 3700 Menschen, die an Bord waren, ein deutsches Ehepaar wurde positiv getestet.

Anders sieht es auf der "Westerdam" aus. Das Kreuzfahrtschiff hatte kürzlich nach einer Irrfahrt durch die Gewässer in Kambodscha anlegen dürfen, nachdem eine von Bord gegangene Frau positiv getestet worden war. Einige Passagiere sind bereits auf dem Heimweg, die noch in Kambodscha verbliebenen 781 Reisenden seien laut Reederei Holland America Line unter Berufung auf das Gesundheitsministerium von Kambodscha negativ getestet worden, wie man auf Twitter mitteilte.

Coronavirus-Epidemie: Experte rechnet mit Stabilisierung erst Ende April

Update vom 18. Februar 2020: Ursprünglich hatte man auf Mitte Februar gehofft. Das wäre jetzt. Doch ein chinesischer Experte ist der Meinung: Die Epidemie mit der Lungenkrankheit Covid-19 wird sich erst Ende April stabilisieren. Und die aktuellen Zahlen sprechen dafür. "Das ist eine sehr grobe Schätzung", erklärt Professor Zhong Nanshan in einem Video eines Gesprächs mit Medizinern, über das die Zeitnung "Nanfang Dushibao" berichtete. Den Höhepunkt des Ausbruchs in ganz China sieht er nun Ende Februar. Doch der Mediziner erklärt: "Den Höchststand zu erreichen, bedeutet aber nicht den Wendepunkt." Dennoch erwarte er aufgrund der radikalen Maßnahmen keinen großen Anstieg mehr.

Gesundheitsbehörden in China: 80 Prozent der Erkrankungen verlaufen mild

Ein wenig Entwarnung gibt es seitens chinesischer Gesundheitsbehörden: Mehr als 80 Prozent der Erkrankungen verlaufen mild oder seien mild verlaufen. Und auch die Zahl der Neuinfektionen sei seit Anfang des Monats zurückgegangen, erklärte das chinesische Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention am Montag.

Auf Basis der ersten 45.000 Infektionsfällle mit Sars-CoV-2 seien folgende Zahlen herausgefunden worden: Bei 14 Prozent der Fälle wurde eine ernsthafte Erkrankung wie etwa Lungenentzündung festgestellt, bei fünf Prozent verlief die Krankheit kritisch. Dabei liegt die Sterberate niedriger als bei Sars oder Mers: Sie beträgt bei Männern bisher 2,3 bis 2,8 Prozent, bei Frauen 1,7 Prozent.

Chinesischer Krankenhausdirektor an Coronavirus verstorben

Dennoch sterben bisher täglich Menschen an der vom Virus ausgelösten Lungenkrankheit und ihren Folgen. Nun ist in China auch der Direktor eines Krankenhauses verstorben. Laut Nachrichtenagentur China News sei Liu Zhiming, Direktor des Wuchang Hospitals in Wuhan an den Folgen der Infektion gestorben. Dabei sei er laut eines Kollegen in einem guten Gesundheitszustand gewesen. Eigentlich heißt es, seien besonders vorerkrankte, bereits geschwächte Menschen gefährdet.

Mehr als 1.700 medizinische Helfer – Ärzte und Pflegekräfte – sind unter den bisher über 70.000 Infizierten, die meisten davon sind in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei und deren Hauptstadt Wuhan im Einsatz.

Sieben Coronavirus-Patienten in Bayern aus Krankenhaus entlassen

In Deutschland kann nun die Hälfte der in Bayern infizierten Menschen aufatmen: Sieben der 14 Patienten konnten nun als geheilt bezeichnet und aus dem Krankenhaus entlassen werden. Sie gelten laut Kriterien des Robert-Koch-Instituts als nicht mehr ansteckend. Darunter befindet sich auch die Familie aus Traunstein.

Experten warnen: Deutschland könnte dem Coronavirus nicht gewachsen sein

Update vom 17. Februar 2020: Neue Verdachtsfälle gab es in Deutschland zwar keine, und auch gilt der erste Deutsche als genesen. Doch Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des Verbands der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) äußern sich kritisch. Eine Pandemie sei noch immer möglich. Und auf die sei Deutschland nicht ausreichend vorbereitet, warnt etwa VKD-Präsident Josef Düllings.

Das führt er vor allem darauf zurück, dass in den vergangenen Jahren viele Krankenhäuser ihre Kapazitäten haben einschränken müssen. Geschlossene Abteilungen, weniger Betten, weniger Personal. Damit seien auch Reserven für Notsituationen gekappt worden, kritisiert er.

RKI-Präsident Lothar H. Wieler ist der Meinung, das Coronavirus Sars-CoV-2 werde voraussichtlich "wie eine schwere Grippewelle durch Deutschland" laufen, sollte es weiter herüberschwappen. Es sei wichtig, Zeit durch Eindämmungsmaßnahmen zu gewinnen, um die Erkrankungswelle von der saisonalen Grippe zu entkoppeln. Die habe seit Januar bereits 60 Menschenleben gefordert. Er hingegen gehe davon aus, dass es zwar volle Arztpraxen geben und eine Normalversorgung schwierig aufrecht zu erhalten, eine Pandemie aber zu bewältigen sei. Er verwies dabei auf die Grippewelle 2017/18, bei der rund 25.100 Menschen in Deutschland ums Leben gekommen seien. Rund 10 Millionen Arztbesuche habe es damals gegeben, ein normaler Krankenhausbetrieb nicht mehr möglich gewesen. Und doch sei das System in der Lage gewesen, die Erkrankungswelle zu managen.

Kreuzfahrtschiff-Rückkehrer nach Hause unterwegs – trotz erkrankter US-Amerikanerin an Bord

Grund zur Sorge vor einer weiteren weltweiten Verbreitung gibt allerdings ein Fall auf dem Kreuzfahrtschiff Westerdam. Das Schiff durfte tagelang nirgendwo anlegen aus Angst vor dem Coronavirus. Es gibt negative Tests, schließlich dürfen hunderte Passagiere von Bord gehen, auch 57 Deutsche waren oder sind noch an Bord, einige davon sind mittlerweile aber auf dem Weg nach Frankfurt. Doch nachträglich stellte sich heraus: An Bord war auch eine 83-jährige Amerikanerin, bei der das Virus nun nachgewiesen werden konnte. Sie wurde bei der Weiterreise in Malaysia positiv getestet und in Kuala Lumpur in ein Krankenhaus gebracht. Das teilt die malaysische Gesundheitsbehörde mit. Auch ihr Ehemann wurde dort zur Überwachung untergebracht, bei ihm fielen die Tests jedoch negativ aus.

Bisher seien auch keine weiteren Passagiere positiv getestet worden. Die Gäste, die zurzeit auf dem Weg nach Hause sind oder bereits dort angekommen sind, sollen von ihren örtlichen Gesundheitsbehörden kontaktiert werden, wie die Reederei "Holland America Line" mitteilt.

Erster deutscher Patient gilt als geheilt

Update vom 14. Februar 2020: Angesichts der noch immer steigenden Infektionsfälle mit dem Coronavirus in China lässt diese Nachricht hierzulande immerhin aufatmen: Einer der 16 in Deutschland an Covid-19 erkrankten Menschen gilt offiziell als geheilt. Er durfte die Quarantäne im Krankenhaus in München am Mittwoch verlassen, Einzelheiten nennt das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege allerdings nicht. Aber das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und Experten, unter anderem vom Robert-Koch-Institut (RKI), hätten vor der Entscheidung intensive Gespräche geführt.

Die München Klinik in Schwabing, in der der Patient behandelt wurde, teilt die freudige Nachricht – und gibt noch einen wichtigen Hinweis: "Wir möchten betonen: Wer von uns offiziell entlassen wird, kann ohne Kontaktsperre wieder in seinen Alltag zurückkehren. Hier gibt es keinen Anlass mehr zur Sorge oder zur Zurückhaltung!"

Die Rückkehrer, die sich in Berlin in Quarantäne befinden, sind mit ihrer Lage derweil laut Angaben der "Welt" gar nicht zufrieden. Die Situation sei "sehr belastend" – nicht nur für die Gäste, sondern auch für die Helfer. 20 Menschen, die zuvor aus China zurückgekehrt waren, sind betroffen. Das teilte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Demnach gebe es nur wenige Toiletten und Duschen, die Beschwerden nehme man aber sehr ernst, hieß es seitens des DRK.

In einer Pressekonferenz der Berliner Charité hat der Präsident des RKI, Lothar H. Wieler, derweil erklärt: "Wir sind derzeit nicht in der Lage, den Ablauf dieses Ausbruchs zu prognostizieren." Daher müsse man Infektionsketten verhindern, was bisher auch gelinge. Man sei in Deutschland in der "Eindämmungsphase". Die Letalität, die Tödlichkeit des Virus, sei in China in der Provinz Hubei – dort war das Virus ausgebrochen und dort wütet es auch mit Abstand am schlimmsten – weitaus höher als in Deutschland.

Dritter Todesfall außerhalb Chinas: Frau in Japan verstorben

Weniger positive Neuigkeiten gibt es aus Japan. Auch hier gibt es nun ein Todesopfer zu betrauern. Eine 80-jährige Frau ist im Krankenhaus gestorben, bei ihr wurde posthum das Virus nachgewiesen. Damit gibt es nun drei auf das Coronavirus zurückführbare Todesfälle außerhalb Chinas. Grund zur Sorge gibt allerdings noch ein japanischer Taxifahrer, der in Tokio positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden war. Er habe laut TV-Sender NHK unter Berufung auf das japanische Gesundheitsministerium zuvor chinesische Gäste transportiert.

Zahl der Infizierten stark gestiegen – die Zählweise ist anders

Update vom 13. Februar 2020: Der sprunghafte Anstieg der Infizierten-Zahlen – die Zahl der Neuinfektionen hat sich nahezu verzehnfacht – ist auf überarbeitete Methoden der Zählweise zurückzuführen. Die chinesischen Methoden hatten sich auf die Umstellung der Erfassungsmethode geeinigt. Die Diagnoseergebnisse nach einer Untersuchung seien "überarbeitet" worden, so die Gesundheitskommission der Provinz Hubei, die am schlimmsten vom Coronavirus "Sars-CoV-2" betroffen ist.

Nun würden auch Fälle "klinischer Diagnosen" zu den bestätigten Diagnosen zugezählt. Laut Experten, zitiert von der Zeitung "China Daily", können Ärzte nun eine offizielle Diagnose stellen, die auf Lungenbilder, den physischen Zustand sowie die epidemiologische Vorgeschichte und andere Faktoren zurückzuführen sei. Bisher gab es lediglich ein Testverfahren über Nukleinsäuren. Hier mussten jedoch oft drei oder vier Tests angewendet werden, um eine eindeutige Erkrankung nachzuweisen.

Dunkelziffer liegt wahrscheinlich viel höher

Erst Anfang der Woche hatten die Behörden die Statistik-Bestimmungen abgeändert, so dass nur noch Patienten gezählt werden, die auch Symptome zeigen. Es können aber auch Menschen trotz Infektion mit dem Virus völlig symptomlos bleiben. Mittlerweile weiß man aber, dass sich das Virus auch ohne Symptome übertragen kann.

Kritisiert werden allerdings die unterschiedlichen Definitionen der einzelnen Fälle. Experten sagen, dass die täglich kommunizierten Fälle "eher die Fähigkeiten, Fälle zu indentifizieren und zu melden" repräsentierten als das Ausmaß der Epidemie, schreibt die "Tagesschau".

Webasto-Firmenzentrale wieder offen

Während in Deutschland nunmehr 16 Infektionsfälle bekannt sind, hat der Autozulieferer Webasto am Mittwoch in seiner Zentrale im Kreis Starnberg wieder den Betrieb aufgenommen. 14 Fälle stehen in Zusammenhang mit dem Unternehmen – auch die zwei neuesten: Es handelt sich um einen Mitarbeiter sowie um ein Familienmitglied eines anderen Mitarbeiters.

EU-Gesundheitsminister beraten in Brüssel

Am heutigen Donnerstag treffen sich derweil die Gesundheitsminister der EU, um bei einem Sondertreffen über das Coronavirus zu beraten. Thema sollen unter anderem einheitliche Einreisekontrollen sein, falls sich das Virus weiter ausbreitet. Und auch über die Imfpstoff-Entwicklung soll gesprochen werden. Weiterhin berät man darüber, wie die EU mit möglichen Lieferengpässen bei Medikamenten umgehen will. Denn aufgrund der Virusausbreitung stehen Produktionsstätten wichtiger Arzneimittel in China derzeit still.

Coronavirus und Lungenkrankheit bekommen offizielle Namen

Update vom 12. Februar 2020: Während die Infektionsfälle in China weiter ansteigen, stehen nun offizielle Namen für die Form des Coronavirus und die davon ausgelöste Lungenerkrankung fest. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus gab die neuen Namen in Genf bekannt: So heißt die Lungenerkrankung nun Covid-19. Das auslösende Virus hört auf den Namen Sars-CoV-2.

Namensgeber des Erregers ist die Coronavirus-Studiengruppe des Internationalen Komitees zur Taxonomie von Viren. Man wolle sich mit dem Namen auf die sehr enge Verwandschaft zum 2002/03 in China ausgebrochenen Sars-Virus Sars-CoV beziehen, da die Viren den Experten zufolge Varianten ein und derselben Virusart seien.

Sieben Vertreter der Gruppe der Coronaviren lösen beim Menschen Atemwegserkrankungen aus, drei davon mitunter schwere Symptome. Dazu zählt auch das neue Sars-CoV-2, das bisher unter dem vorläufigen Namen 2019-nCoV kursierte.

2 neue Infektionsfälle in Bayern

In Deutschland konnte das Virus derweil bei zwei weiteren Personen in Bayern nachgewiesen werden. Damit steigt die Zahl der hierzulande Infizierten auf 16. Beide neuen Fälle stünden ebenfalls im Zusammenhang mit dem Unternehmen, in dem das Virus in Deutschland erstmals aufgetaucht war, erklärt das bayerische Gesundheitsministerium. Genaueres war zuletzt nicht bekannt. Der Automobilzulieferer Webasto aus dem Landkreis Starnberg will seine Arbeit nun aber wieder aufnehmen.

Der Bundestag will am Mittwochnachmittag über die Lage und mögliche Vorbeugemaßnahmen beraten. Dabei soll wohl vor allem die Diskussion versachlicht werden, nachdem zuletzt vermehrt Gerüchte und Falschmeldungen aufgetreten worden waren.

Zahl der Toten wird vierstellig

Update vom 11. Februar 2020: 1.018 – das ist die Zahl, die am heutigen Dienstag bezüglich der Todesfälle aufgrund des Coronavirus gemeldet wurden. Immerhin scheint die Zahl der Infizierten sich nicht mehr so radikal zu erhöhen wie zu Beginn. Die WHO beobachtet diese Zahlen jedoch sehr genau. Auf einem zweitägigen Gipfel der Weltgesundheitsorganisation werden nun Antworten auf drängende Fragen gesucht. Es soll um Therapien, die mögliche Quelle des Virus und die Übertragbarkeit sowie eventuelle Impfmöglichkeiten gehen.

Zuletzt betonte die WHO, dass rund 80 Prozent der Fälle einen milden Verlauf nähmen. Doch es sei gerade jetzt wichtig, das Virus zu bekämpfen: "Wir sollten als ein Menschengeschlecht hart daran arbeiten, dieses Feuer zu bekämpfen, bevor es außer Kontrolle gerät", sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in einer Pressekonferenz.

Coronavirus verbreitet sich weiter rasend schnell

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Verstoß gegen WHO-Vorgaben: Infizierte ohne Symptome tauchen nicht mehr in der Statistik auf

Den chinesischen Behörden wurde zwischenzeitlich "Inkompetenz im Umgang mit dem Virus" vorgeworfen, wie unter anderem die "Tagesschau" berichtet. Die beiden ranghöchsten Vertreter der Gesundheitskommission der zentralchinesischen Provinz Hubei, in der das Virus im Dezember 2019 erstmals aufgetreten war, wurden entlassen.

Laut "dpa" kritisiert die WHO aber auch das jüngste Vorgehen der Behörden: Denn die Freude darüber, dass die Zahl der Infizierten nicht mehr so stark steigt, könne daran liegen, dass China nur noch Infizierte zähle, die wirklich Symptome zeigen. Das zumindest geht aus neuen Bestimmungen zur Vorbeugung und Kontrolle der nationalen Gesundheitskommission in Peking hervor. Das Virus ist allerdings bereits übertragbar, wenn ein Erkrankter keine Symptome aufweist. Das wäre ein Verstoß gegen die Vorgaben der WHO. Warum die Bestimmungen geändert worden sind und ob dies tatsächlich ausschlaggebend für den Rückgang ist, war zunächst unklar.

"Bürgerjournalisten" aus Wuhan von Polizei festgesetzt

Zwei Chinesen, die in den letzten Wochen als "Bürgerjournalisten" in Wuhan unterwegs waren und in Handyvideos etwa über die Lage vor Krankenhäusern berichtet hatten, sind von der chinesischen Polizei aufgegriffen und festgesetzt worden. Der Anwalt Chen Qiushi und der Blogger Fang Bin seien "unter dem Vorwand der Quarantäne" von der Polizei abgeholt worden, so die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, die in Kontakt mit Familien und Freunden der beiden steht.

Beide seien nicht mehr über ihr Handy erreichbar. In Quarantäne müsste dies aber möglich sein. "Wer in normaler Quarantäne steckt, kann telefonieren", erklärte die in New York ansässige Forscherin Wang Yaqiu von Human Rights Watch gegenüber der "Welt". "Beide haben die Zustände in Wuhan untersucht und unverblümt darüber gesprochen." Symptome seien bei beiden keine vorhanden gewesen. Die Videos der beiden waren um die Welt gegangen, unter anderem gab es Bildmaterial von Leichensäcken vor Krankenhäusern oder Berichterstattung über das Fehlen von Schutzmaterialen und auch Infektionstests.

Über 900 Tote in China

Update vom 10. Februar 2020: Jeden Tag gibt es zurzeit neue Todesmeldungen aus China, zuletzt ist die Zahl in Rekordschnelle nach oben gegangen. 910 Tote wurden mittlerweile verzeichnet, davon fast alle in China. Zwei weitere Todesfälle hatte es zudem in Hongkong und auf den Philippinen gegeben. Damit sind vier Menschen außerhalb Chinas an den Folgen der Lungenkrankheit gestorben.

Die Zahl der Infizierten liegt aktuell bei über 40.550, auch davon knapp 40.200 in China. Doch auch die Zahl der Genesenen steigt weiter – und glücklicherweise stärker als die Zahl der Verstorbenen.

Die Lage in Deutschland: 20 Rückkehrer in Berlin getestet

In Deutschland ist das Virus bei aktuell 14 Menschen nachgewiesen worden, die meisten davon Mitarbeiter der Firma Webasto oder deren Angehörige. Die ersten der insgesamt knapp 200 Menschen, die in Bayern Kontakt zu den Infizierten hatten, durften die 14-tägige "häusliche Isolierung" jedoch nun verlassen, da es keine Hinweise auf eine Ansteckung gebe und alle noch immer negativ getestet seien, so das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

Auch während der häuslichen Isolierung müsse man täglich zwei mal Fieber messen und werde jeden Tag von Gesundheitsamt angerufen. Bei einer weiteren Person, eine mit einem infizierten Webasto-Mitarbeiter verheiratete Frau, war das Virus nun nachgewiesen worden. Auch sie befindet sich jetzt im Krankenhaus in Quarantäne. Bei ihr und einem weiteren Mann gebe es "grippeähnliche Symptome", wie die "SZ" berichtet. Alle anderen Infizierten seien symptomfrei.

In Berlin sind am Wochenende 20 Rückkehrer aus China gelandet. Die 16 Erwachsenen und vier Kinder waren nach Angaben des "Spiegel" an Bord eines britischen Rückholfluges und sind über einen Zwischenstop in England nun am Sonntag in Berlin angekommen. Sie wurden direkt nach der Landung in einer Klinik in Berlin-Köpenick in Quarantäne gebracht und auf das Virus getestet. Die Ergebnisse werden für den heutigen Montag erwartet, jedoch erwartet die Rückkehrer nun ein mindestens zweiwöchiger Aufenthalt in Quarantäne inklusive Tests auf das Virus alle vier Tage.

Arzt, der vor dem Virus warnte, ist tot

Update vom 07. Februar 2020: Der Arzt, der in China als einer der ersten vor dem Virus und seinen möglichen Auswirkungen öffentlich warnte, ist den Folgen der Lungenkrankheit erlegen. Dr. Li Wenliang hatte nach seiner Warnung zuerst Ärger mit den chinesischen Behörden bekommen. Das Zentrale Krankenhaus Wuhan teilte nun mit, dass sich der 34-jährige Arzt "leider während des Kampfs gegen die Lungenentzündungsepidemie der neuen Coronavirus-Infektion infiziert" habe. "Er starb um 2.58 Uhr am 7. Februar nach erfolglosen Wiederbelebungsversuchen."

Die Polizei hatte ihn Ende Dezember "gerügt", wie die "Welt" schreibt, da er "Gerüchte" über die Krankheit verbreitet habe. Medienberichten zufolge seien er und sieben weitere Mitglieder einer Gruppe von Medizinern, die allesamt vor dem Virus gewarnt hatten, bei der Polizei vorgeladen worden. Es heißt dort, sie haben unterschreiben müssen, dass sie nichts mehr über den Ausbruch der Krankheit enthüllen. Sie hatten damals vor der Wiederkehr des Sars-Virus gewarnt, das 2002/03 in China zu einer Pandemie mit 8000 Infizierten und über 770 Toten geführt hatte.

Der Tod des Arztes symbolisiert derweil für viele Chinesen die Folgen der langsamen Reaktionen und der immer wieder vorgeworfenen Untätigkeit der Behörden.

Neugeborene Kinder gefährdet

Update vom 06. Februar 2020: Wie Zeng Lingkong, der Chef der Neugeborenenabteilung des Kinderkrankenhauses in Wuhan laut Nachrichtenagentur China News Service am Mittwoch mitteilte, können infizierte Mütter das Virus an ihre Neugeborenen weitergeben. Bei einem Säugling war das Virus 30 Stunden nach der Geburt festgestellt worden. Das Kind sei stabil und zeige normale Lebenszeichen, leide aber unter einer Lungenentzündung und leicht abnormalen Leberfunktionen.

Allerdings muss dies nicht immer passieren. Es habe laut Zeng Lingkong auch schon Fälle gegeben, bei denen die neugeborenen Kinder infizierter Mütter negativ auf das Virus getestet worden waren. Offen bleibt zudem, ob sich das Kind nicht kurz nach der Geburt habe anstecken können.

Deutsche Kreuzfahrer sind nicht infiziert

Update vom 05. Februar 2020: Entwarnung für die acht deutschen Schiffspassagiere, die zurzeit an Bord der "Diamond Princess" vor Yokohama in Japan festsitzen. Auf dem Schiff wurde bei zehn Passagieren das Coronavirus entdeckt, die Deutschen seien aber gesund heißt es seitens der Reederei "Princess Cruises". Bei den infizierten Passagieren handele es sich um drei Menschen aus Japan, zwei aus Australien, drei aus Hongkong, einen aus den USA sowie einem Crewmitglied von den Philippinen. Alle zehn Betroffenen wurden vom Schiff heruntergeholt und in ein Krankenhaus gebracht. Niemand habe ernsthafte Symptome, manche sogar gar keine. Die verbleibenden 2666 Passagiere müssen allerdings weiterhin auf dem Schiff in Quarantäne bleiben, bis sichergestellt ist, dass sonst niemand angesteckt ist.

Insgesamt wurden bisher 24.500 bestätigte Fälle weltweit gemeldet, verstorben sind bisher 493 Menschen – bis auf zwei alle in China.

Zwölf Menschen in Deutschland erkrankt

Update vom 04. Februar 2020: Erneut ist die Zahl der Infektionen weiter gestiegen. In China wächst damit und mit dem bevorstehenden Ende der erweiterten Neujahrsferien auch die Angst vor weiteren Ansteckungen. Denn wenn die Ferien vorbei sind, wollen viele nach Hause zurückkehren und auch Arbeit und Schule gehen wieder los. Mittlerweile liegt die Zahl der Infizierten in China bei knapp 20.500, mindestens 425 Menschen sind an den Folgen der Erkrankung gestorben.

In Deutschland sind mittlerweile insgesamt zwölf Fälle bekannt. Bei zehn Menschen in Bayern wurde das Virus nachgewiesen. Auch der zehnte Betroffene ist Mitarbeiter des Automobilzulieferers Webasto, wo die ersten Fälle aufgetreten sind. Acht Mitarbeiter aus dem Unternehmen sind damit betroffen, außerdem zwei Kinder eines Mitarbeiters. Nach wie vor heißt es aus der München Klinik Schwabing, in der die Infizierten untergebracht sind, dass sich alle in einem stabilen gesundheitlichen Zustand befänden. Der Firmensitz in Stockdorf bleibe außerdem bis mindestens 11. Februar geschlossen. Zwei weitere Infizierte befinden sich im Uniklinikum Frankfurt.

Zahl der Todesopfer über SARS-Wert

Update vom 03. Februar 2020: Mittlerweile ist die Zahl der bekannten Infektionen erneut sprunghaft angestiegen und liegt mittlerweile bei rund 17.400 Patienten weltweit, davon 17.200 in China. Mindestens 361 Todesopfer hat das Coronavirus bisher gefordert, innerhalb eines Tages waren 57 weitere Menschen in China gestorben. Damit hat 2019-nCoV mehr Todesopfer gefordert als der Sars-Ausbruch 2002/03. Außerhalb Chinas gab es bisher einen Todesfall in der philippinischen Hauptstadt Manila. In Deutschland wurde das Virus bei zehn Personen nachgewiesen, allerdings soll es allen soweit gut gehen, alle seien laut Behörden in einem "klinisch stabilen Zustand". Die Patienten werden isoliert behandelt, weitere Personen, die mit den Erkrankten in Kontakt standen, befinden sich ebenfalls in Quarantäne. Rund 80 Menschen in Deutschland sollen zuhause bleiben trotz negativer Tests auf das Coronavirus.

Klar ist: Das Virus überträgt sich auch von Mensch zu Mensch – ist dabei allerdings nicht hochgradig ansteckend. Infizierte scheinen aber weit früher ansteckend zu sein als es damals bei Sars, einer ähnlichen Art des Coronavirus, der Fall war. Die WHO zeigt sich aber vor allem besorgt über die Informationsflut und damit verbundene "Fake News".

WHO kritisiert Informationsflut

Die Flut an Informationen mache es den Menschen schwer, zwischen Mythen und Fakten zu unterscheiden, kritisiert die Weltgesundheitsorganisation WHO. Daher wurde nun eine Informationskampagne in den sozialen Medien gestartet, in der Fragen beantwortet werden. Denn nebst wahren Informationen wird auch viel Panik verbreitet und es gibt verrückte Vorschläge zur vermeintlichen Heilung. So kursiert die Meldung, dass Feuerwerksrauch oder auch der Verzehr von Knoblauch helfen würden. Zu beidem sagt die WHO: keine Belege vorhanden. Die Annahme von Päckchen aus China sei dagegen unbedenklich, da das Virus nachgewiesenermaßen nicht lange auf Objekten überleben kann.

Weiterhin wird noch immer dazu geraten, sich regemäßig gründlichst die Hände zu waschen. Das sei immer noch der beste Schutz gegen das Virus, da es sich über Tröpfchen- und Schmierinfektion auszubreiten scheint. Atemmasken allerdings helfen nur, wenn bereits Infizierte sie tragen.

Coronavirus: WHO ruft internationalen Gesundheitsnotstand aus

Update vom 31. Januar 2020: Die Zahl der Toten steigt täglich, die Zahl der Neu-Infizierten und auch die Zahl der Verdachtsfälle. In Deutschland handelt es sich mittlerweile um fünf bestätigte Erkrankte. Auch die fünfte Person ist ein Mitarbeiter der in Starnberg angesiedelten Firma, wie bereits die anderen vier Infizierten.

Auch in Sachen der in China ausharrenden Deutschen gibt es Neuigkeiten. Offenbar ist von der Bundesregierung für Samstag ein Flug für die Rückholaktion eingeplant. Sobald die Menschen in Deutschland eintreffen, werden sie 14 Tage lang in Germersheim in Rheinland-Pfalz in Quarantäne verbringen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat nun auch den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Grund dafür seien nicht nur die Fälle in China selbst, sondern vor allem die schnelle Ausbreitung in viele andere Ländern. Große Sorge bestehe übrigens auch darin, dass sich die Krankheit in Länder ausbreitet, die mit einem weniger guten Gesundheitssystem ausgestattet sind.

Vier Deutsche erkrankt – Krankheitsverlauf aber milde

Update vom 29. Januar 2020: Nachdem im Landkreis Starnberg ein Mitarbeiter einer Firma von einer chinesischen Kollegin angesteckt worden und in Quarantäne gesteckt worden war, sind aus seinem Umkreis nun drei weitere bestätigte Fälle bekannt geworden. Alle vier Erkrankten befinden sich derzeit in einem Krankenhaus in München auf der Isolierstation, allen gehe es den Umständen entsprechend gut. Die Krankheit scheint bei allen "sehr, sehr milde" zu verlaufen, sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Mittlerweile wurde bekannt, dass sich die vier "Webasto"-Mitarbeiter auf dem Weg der Besserung befänden und allesamt symptomfrei seien, so ein Sprecher mit Informationen von Chefarzt Prof. Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie an der München Klinik Schwabing.

Spahn ruft weiterhin zu "wachsamer Gelassenheit" auf. Der Standort der Firma, in dem die Coronavirusfälle aufgetreten sind, wurde mittlerweile geschlossen, die Mitarbeiter seien gebeten worden, im Homeoffice zu arbeiten, sagte eine Sprecherin des Unternehmens.

"Es war zu erwarten, dass es auch zu Infektionen hier in Deutschland kommt, eben durch Kontakt mit Reisenden aus China", erklärte Spahn im ZDF-Morgenmagazin. Entscheidend sei, dass etwaige Patienten in Deutschland schnell identifiziert und isoliert werden. Dann müssten die zuständigen Stellen herausfinden, mit wem die Personen in Kontakt standen, damit eine Weiterverbreitung ausgeschlossen werden könne.

Verdachtsfälle gibt es mittlerweile auch in NRW. Zwei Menschen werden im Kreis Siegen-Wittgenstein auf das Virus geprüft und auf der Isolierstation im Kreisklinikum in Siegen-Weidenau behandelt. Einer davon sei kürzlich von einer Geschäftsreise aus China zurückgekehrt, heißt es seitens "Siegener Zeitung".

Währenddessen warten in Wuhan rund 100 Deutsche darauf, nach Hause geflogen zu werden. Sie sollen mit einem Flugzeug der Luftwaffe nach Deutschland gebracht werden und in Frankfurt am Main landen. Dort sollen sie in Quarantäne gebracht werden. Unter den potentiellen Passagieren soll sich keiner mit Symptomen befinden. Das erklärte die stellvertretende Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums, Doris Berve-Schucht.

British Airways hat derweil alle Flüge nach China ausgesetzt. Die Lufthansa wollte zuerst weiterfliegen, streicht nun aber laut "Bild" alle Flüge nach China. Am Mittwoch hatte es einen Verdachtsfall in einer Lufthansa-Maschine in Nanjing gegeben.

Erster Fall in Deutschland bestätigt

Update vom 28. Januar 2020: Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am späten Montagabend mitteilte, habe sich ein Mann aus dem Landkreis Starnberg in Bayern mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben der "Task Force Infektiologie" des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sei der Mann klinisch in einem guten Zustand: "Er wird medizinisch überwacht und ist isoliert", heißt es in einer Mitteilung. Demnach liegt er in einem Krankenhaus in München-Schwabing. Zurzeit würden die Menschen, die engen Kontakt mit dem Patienten gehabt hätten, über mögliche Symptome, Hygienemaßnahmen sowie Übertragungswerte informiert.

Der Patient habe sich bei einem chinesischen Gast seiner Firma angesteckt, heißt es laut Deutscher Presseagentur (dpa) am Dienstag. Eine chinesische Frau sei zu einer Fortbildung bei der Firma Webasto im Landkreis Starnberg in Oberbayern gewesen. Bei ihr sei dann nach ihrer Rückkehr das Virus diagnostiziert worden.

Der Sprecher des Gesundheitsministeriums betonte aber: "Das Risiko für die Bevölkerung in Bayern, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, wird von der 'Task Force Infektiologie' des LGL und vom Robert Koch-Institut (RKI) derzeit als gering erachtet."

Auch laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sei Deutschland gut gewappnet gegen den neuen Virus. An Flughäfen hängen Hinweise für das Verhalten beim Auftreten von Symptomen, Kliniken seien vorbereitet. Spahn sei allerdings nicht überrascht vom Auftreten des Coronavirus in Deutschland. "Die Gefahr für die Gesundheit der Menschen in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung aus China bleibt nach Einschätzung des RKI (Robert Koch-Instituts) weiterhin gering", sagte er am Dienstag.

Deutsche Apotheken merken allerdings bereits die Angst der Bevölkerung, dass sich das Coronavirus auch hier ausbreiten könne. Die Nachfrage nach Atemmasken sei stark gestiegen und übertreffe laut Angaben der "Welt" das Normalniveau um das Zehnfache.

Aber helfen Atemmasken überhaupt?

Helfen Atemschutzmasken gegen das Coronavirus?

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Lungenkrankheit verläuft in den meisten Fällen mild

Auch wenn bereits über 100 Menschen in China an der durch das Virus ausgelösten neuartigen Lungenkrankheit gestorben sind, vereint diese, dass sie allesamt bereits geschwächt waren. Die meisten waren älter und litten unter schweren Vorerkrankungen, heißt es. Experten schätzen, dass die Krankheit in den meisten Fällen mild verläuft. Man geht sogar davon aus, dass sie manchmal sogar ohne Symptome verläuft.

Auch wenn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Gefährdungsniveau "sehr hoch in China, hoch in der Region und hoch auf weltweitem Niveau" einschätze – so ein Sprecher der WHO gegenüber der Nachrichtenagentur AFP – warnt sie vor Panikmache. WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte am Dienstag der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua, er sei zuversichtlich, dass China die Ausbreitung kontrollieren und eindämmen könne. Zurzeit überlegen viele Länder, ihre Staatsbürger, die sich zurzeit in China und in der Region Wuhan aufhalten, in ihre Heimatländer zurückzuholen. Tedros sprach sich dagegen aus. Die Menschen sollten Ruhe bewahren, sagt er.

Coronavirus: Millionenstadt Wuhan wird abgeriegelt

Update vom 23. Januar 2020: Das Coronavirus hat weitere Opfer gefordert. Mittlerweile sind 17 Todesfälle bekannt, rund 500 Infizierte soll es geben. Als Maßnahme werden in China jetzt drastische Konsequenzen gezogen: Hinsichtlich des bevorstehenden chinesischen Neujahrsfestes ist dort nun eigentlich Hauptreisezeit. Am Mittwochabend verkündete nun aber der Krisenstab der Stadt Wuhan, in der das Virus ausgebrochen war: Die Stadt wird praktisch abgeriegelt.

Ab Donnerstagmorgen sollen demnach weder Züge noch Fähren oder Fernbusse fahren, Flugzeuge dürfen weder starten noch landen. Die rund elf Millionen Bewohner der zentralchinesischen Metropole dürfen die Stadt nur noch unter Angabe besonderer Gründe verlassen.

Virus löst eine schwere Lungenentzündung aus

Der Ursprung des neuen Virentyps scheint, wie viele Corona-Virenarten aus dem Tierreich zu stammen, die bei Säugetieren, Vögeln und Fischen unterschiedlichste Erkrankungen auslösen können. Auch die in den Jahren 2002 bis 2003 vermehrt aufgetretene Krankheit SARS (Severe acute respiratory syndrome-related coronavirus) ist auf Viren aus dieser Familie zurückzuführen. Das neue Virus, bisher auf den Namen 2019-nCoV getauft, wurde erstmals auf einem mittlerweile geschlossenen Fischmarkt in Wuhan nachgewiesen. Dort wurden aber auch wilde Tiere verkauft. Mittlerweile ist bekannt, dass das Virus auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann, vollständig sind die Übertragungswege aber noch nicht geklärt. Corona-Viren sind jedoch in der Regel weniger ansteckend als etwa Grippe-Viren und mutieren auch nicht so schnell. Wie es bei 2019 n-CoV aussieht, wird zurzeit untersucht.

Meist verursachen Corona-Viren nur harmlose Erkrankungen, etwa Erkältungen. Schwerere Krankheiten gab es bei den Ausbrüchen vom oben bereits genannten SARS sowie MERS (Middle East respiratory syndrome coronavirus), das 2012 vermehrt in Saudi-Arabien aufgetreten war. Auch das neue Virus löst ähnliche Symptome aus. Die Erkrankten leiden an einer Art Lungenentzündung inklusive Fieber.

Richtig Hände waschen

Richtig Hände waschen

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Coronavirus: Übertragung von Mensch zu Mensch höchstwahrscheinlich

Update vom 21. Januar 2020: Mittlerweile wurde bekannt, dass sich in einem Krankenhaus 15 Pflegerinnen und Pfleger in Wuhan, der Stadt, in der das Virus ausgebrochen war, mit dem Coronavirus angesteckt haben. Das gibt den Experten Grund zur Annahme, dass das Virus tatsächlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Bisher war dies noch unklar. Mittlerweile haben die Behörden dies bestätigt.

Auch einen weiteren Todesfall hat es gegeben. In Wuhan starb ein 89-jähriger Mann an den Folgen der Lungenkrankheit, die durch das Coronavirus ausgelöst wird. Der Mann litt laut Gesundheitsbehörde der Stadt an Vorerkrankungen wie einem Herzleiden und Diabetes.

Erste Erkrankungen wurde außerdem neben China und Südkorea nun in Japan und Thailand nachgewiesen. Wie vermutet handelt es sich bei der neuen Form des Coronavirus um eine Variante des Sars-Virus, das 2002/03 ebenfalls von China ausgehend gewütet hat.

Am Mittwoch will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem Notfallausschuss darüber beraten, ob eine Gesundheitsnotlage ausgerufen werden soll. Angesichts des chinesischen Neujahrsfestes am kommenden Samstag möglicherweise keine schlechte Idee vor dem Hintergrund der wohl leichten Übertragbarkeit. Zum Neujahrsfest sind traditionell viele Menschen in China auf Reisen.

Coronavirus: Ausbruch auf Fischmarkt in Wuhan

Original vom 20. Januar 2020: Die Krankheit, die von einer neuen Art von Corona-Viren ausgelöst wird, scheint in der 11-Millionen-Metropole Wuhan im Osten Chinas ihren Ursprung zu haben. Wuhan ist ein Handelszentrum. In der Zwischenzeit sind weitere Fälle an anderen Orten in China bekannt geworden, so in Daxing in Peking sowie in Shenzhen in Südchina. Auch ein erster Fall in Südkorea ist bekannt – aber alle Infizierten seien zuvor in Wuhan gewesen. Dort sind bisher auch mit 198 bekannten Fällen die meisten Infektionen aufgetreten. 35 Patienten darunter sind schwer erkrankt, neun seien in einem kritischen Zustand.

Doch Forscher vom britischen Zentrum für die Analyse globaler Infektionskrankheiten am Imperial College in London gehen davon aus, dass die Krankheit noch viel weiter ausgebreitet ist, als bekannt. Laut ihnen könnte die Zahl der Infizierten bereits bei über 1700 liegen.

China ruft zur Vorsicht wegen erhöhtem Reiseaufkommen auf

Es gibt bisher weitere Verdachtsfälle, von denen sich nicht alle auf direktem Weg nach Wuhan zurückverfolgen lassen. Zwar scheint die Übertragung von Mensch zu Mensch, wenn überhaupt, selten zu geschehen, doch aus Vorsicht ruft die chinesische Regierung zurzeit zu Schutzmaßnahmen auf. Denn in China steht das Neujahrsfest an, zu dem viele Menschen umherreisen.

"Ich möchte jeden daran erinnern, persönlich Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, gesund und problemlos nach Hause zu kommen", erklärt dazu Wang Yang vom chinesischen Transportministerium. Und weiter: "Das Auftauchen der Epidemie mag viele beunruhigen, über das Neujahrsfest zu reisen". An Flughäfen und Bahnhöfen werde jetzt vermehrt desinfiziert. An anderen Orten gibt es Fieberkontrollen.

Auch die US-Botschaft in Peking hat eine Reisewarnung ausgegeben. Meiden solle man vor allem Tiermärkte, den Kontakt mit Tieren sowie ungekochtes Fleisch. Weiterhin solle man den Kontakt zu kranken Personen meiden und sich regelmäßig gründlich die Hände waschen.

WHO lobt China im Umgang mit Krankheit

Die WHO hingegen lobt, dass die neue Art des Coronavirus so schnell identifiziert werden konnte und man in China so schnell darauf reagiert habe. Beim Ausbruch von SARS hatte das noch ganz anders ausgesehen: Damals waren die ersten Infektionen verschwiegen worden, was zu einer rasanten Verbreitung mit rund 1000 Todesopfern geführt hatte. SARS zeigt sich in einer Art atypischen Lungenentzündung (Pneumonie).

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