14.02.2020

Covid-19 Coronavirus Sars-CoV-2: Deutscher aus Krankenhaus entlassen

Coronavirus verbreitet sich weiter rasend schnell
Di, 21.01.2020, 10.56 Uhr

Corona-Virus in China: Das müssen Sie über die Lungenkrankheit wissen

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Ein Virus breitet sich in China rasant aus – und hat die Landesgrenzen schon längst überschritten. Die Zahl der Infizierten und Toten steigt täglich, eine interaktive Karte zeigt die Ausbreitung. In Deutschland konnte jetzt allerdings der erste Patient aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Eine neue Lungenkrankheit macht sich in China breit und wurde nun in mindestens 24 Ländern bestätigt – auch in Deutschland ist das Coronavirus angekommen. Besonders besorgniserregend: Das Virus überträgt sich bereits, wenn ein Erkrankter nur leichte oder gar keine Symptome zeigt, bestätigt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Zahl der an "Covid-19" erkrankten bzw mit "Sars-CoV-2" infizierten Menschen stieg über Nacht erneut auf nunmehr über 64.440 Fälle. Die Zahl der Toten stieg von 1.370 auf 1.383 – allerdings hatte man die Zahl korrigieren müssen, da man versehentlich 108 Fälle doppelt gezählt hatte. Die Zahl der offiziell genesenen Menschen in China darf aber nicht unterschlagen werden: Sie beträgt laut einer Live-Karte von Forschern der Johns Hopkins University immerhin rund 6.980 Menschen. Dazu darf sich jetzt auch ein Deutscher zählen.

Coronavirus: Erster deutscher Patient gilt als geheilt

Update vom 14. Februar 2020: Angesichts der noch immer steigenden Infektionsfälle mit dem Coronavirus in China lässt diese Nachricht hierzulande immerhin aufatmen: Einer der 16 in Deutschland an Covid-19 erkrankten Menschen gilt offiziell als geheilt. Er durfte die Quarantäne im Krankenhaus in München am Mittwoch verlassen, Einzelheiten nennt das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege allerdings nicht. Aber das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und Experten, unter anderem vom Robert-Koch-Institut (RKI), hätten vor der Entscheidung intensive Gespräche geführt.

Die München Klinik in Schwabing, in der der Patient behandelt wurde, teilt die freudige Nachricht – und gibt noch einen wichtigen Hinweis: "Wir möchten betonen: Wer von uns offiziell entlassen wird, kann ohne Kontaktsperre wieder in seinen Alltag zurückkehren. Hier gibt es keinen Anlass mehr zur Sorge oder zur Zurückhaltung!"

Die Rückkehrer, die sich in Berlin in Quarantäne befinden, sind mit ihrer Lage derweil laut Angaben der "Welt" gar nicht zufrieden. Die Situation sei "sehr belastend" – nicht nur für die Gäste, sondern auch für die Helfer. 20 Menschen, die zuvor aus China zurückgekehrt waren, sind betroffen. Das teilte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Demnach gebe es nur wenige Toiletten und Duschen, die Beschwerden nehme man aber sehr ernst, hieß es seitens des DRK.

In einer Pressekonferenz der Berliner Charité hat der Präsident des RKI, Lothar H. Wieler, derweil erklärt: "Wir sind derzeit nicht in der Lage, den Ablauf dieses Ausbruchs zu prognostizieren." Daher müsse man Infektionsketten verhindern, was bisher auch gelinge. Man sei in Deutschland in der "Eindämmungsphase". Die Letalität, die Tödlichkeit des Virus, sei in China in der Provinz Hubei – dort war das Virus ausgebrochen und dort wütet es auch mit Abstand am schlimmsten – weitaus höher als in Deutschland.

Dritter Todesfall außerhalb Chinas: Frau in Japan verstorben

Weniger positive Neuigkeiten gibt es aus Japan. Auch hier gibt es nun ein Todesopfer zu betrauern. Eine 80-jährige Frau ist im Krankenhaus gestorben, bei ihr wurde posthum das Virus nachgewiesen. Damit gibt es nun drei auf das Coronavirus zurückführbare Todesfälle außerhalb Chinas. Grund zur Sorge gibt allerdings noch ein japanischer Taxifahrer, der in Tokio positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden war. Er habe laut TV-Sender NHK unter Berufung auf das japanische Gesundheitsministerium zuvor chinesische Gäste transportiert.

Zahl der Infizierten stark gestiegen – die Zählweise ist anders

Update vom 13. Februar 2020: Der sprunghafte Anstieg der Infizierten-Zahlen – die Zahl der Neuinfektionen hat sich nahezu verzehnfacht – ist auf überarbeitete Methoden der Zählweise zurückzuführen. Die chinesischen Methoden hatten sich auf die Umstellung der Erfassungsmethode geeinigt. Die Diagnoseergebnisse nach einer Untersuchung seien "überarbeitet" worden, so die Gesundheitskommission der Provinz Hubei, die am schlimmsten vom Coronavirus "Sars-CoV-2" betroffen ist.

Nun würden auch Fälle "klinischer Diagnosen" zu den bestätigten Diagnosen zugezählt. Laut Experten, zitiert von der Zeitung "China Daily", können Ärzte nun eine offizielle Diagnose stellen, die auf Lungenbilder, den physischen Zustand sowie die epidemiologische Vorgeschichte und andere Faktoren zurückzuführen sei. Bisher gab es lediglich ein Testverfahren über Nukleinsäuren. Hier mussten jedoch oft drei oder vier Tests angewendet werden, um eine eindeutige Erkrankung nachzuweisen.

Dunkelziffer liegt wahrscheinlich viel höher

Erst Anfang der Woche hatten die Behörden die Statistik-Bestimmungen abgeändert, so dass nur noch Patienten gezählt werden, die auch Symptome zeigen. Es können aber auch Menschen trotz Infektion mit dem Virus völlig symptomlos bleiben. Mittlerweile weiß man aber, dass sich das Virus auch ohne Symptome übertragen kann.

Kritisiert werden allerdings die unterschiedlichen Definitionen der einzelnen Fälle. Experten sagen, dass die täglich kommunizierten Fälle "eher die Fähigkeiten, Fälle zu indentifizieren und zu melden" repräsentierten als das Ausmaß der Epidemie, schreibt die "Tagesschau".

Webasto-Firmenzentrale wieder offen

Während in Deutschland nunmehr 16 Infektionsfälle bekannt sind, hat der Autozulieferer Webasto am Mittwoch in seiner Zentrale im Kreis Starnberg wieder den Betrieb aufgenommen. 14 Fälle stehen in Zusammenhang mit dem Unternehmen – auch die zwei neuesten: Es handelt sich um einen Mitarbeiter sowie um ein Familienmitglied eines anderen Mitarbeiters.

EU-Gesundheitsminister beraten in Brüssel

Am heutigen Donnerstag treffen sich derweil die Gesundheitsminister der EU, um bei einem Sondertreffen über das Coronavirus zu beraten. Thema sollen unter anderem einheitliche Einreisekontrollen sein, falls sich das Virus weiter ausbreitet. Und auch über die Imfpstoff-Entwicklung soll gesprochen werden. Weiterhin berät man darüber, wie die EU mit möglichen Lieferengpässen bei Medikamenten umgehen will. Denn aufgrund der Virusausbreitung stehen Produktionsstätten wichtiger Arzneimittel in China derzeit still.

Coronavirus und Lungenkrankheit bekommen offizielle Namen

Update vom 12. Februar 2020: Während die Infektionsfälle in China weiter ansteigen, stehen nun offizielle Namen für die Form des Coronavirus und die davon ausgelöste Lungenerkrankung fest. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus gab die neuen Namen in Genf bekannt: So heißt die Lungenerkrankung nun Covid-19. Das auslösende Virus hört auf den Namen Sars-CoV-2.

Namensgeber des Erregers ist die Coronavirus-Studiengruppe des Internationalen Komitees zur Taxonomie von Viren. Man wolle sich mit dem Namen auf die sehr enge Verwandschaft zum 2002/03 in China ausgebrochenen Sars-Virus Sars-CoV beziehen, da die Viren den Experten zufolge Varianten ein und derselben Virusart seien.

Sieben Vertreter der Gruppe der Coronaviren lösen beim Menschen Atemwegserkrankungen aus, drei davon mitunter schwere Symptome. Dazu zählt auch das neue Sars-CoV-2, das bisher unter dem vorläufigen Namen 2019-nCoV kursierte.

2 neue Infektionsfälle in Bayern

In Deutschland konnte das Virus derweil bei zwei weiteren Personen in Bayern nachgewiesen werden. Damit steigt die Zahl der hierzulande Infizierten auf 16. Beide neuen Fälle stünden ebenfalls im Zusammenhang mit dem Unternehmen, in dem das Virus in Deutschland erstmals aufgetaucht war, erklärt das bayerische Gesundheitsministerium. Genaueres war zuletzt nicht bekannt. Der Automobilzulieferer Webasto aus dem Landkreis Starnberg will seine Arbeit nun aber wieder aufnehmen.

Der Bundestag will am Mittwochnachmittag über die Lage und mögliche Vorbeugemaßnahmen beraten. Dabei soll wohl vor allem die Diskussion versachlicht werden, nachdem zuletzt vermehrt Gerüchte und Falschmeldungen aufgetreten worden waren.

Interaktive Karte zeigt Zahl der Infizierten, Toten und Genesenen

Dass das Virus kein absolutes Todesurteil bedeutet, zeigt spätestens eine Zahl, die man sonst kaum sieht: Die Zahl der genesenen ehemaligen Patienten steigt nämlich ebenfalls. Ein ehemaliger Patient aus China hat berichtet, wie sich die Infektion mit dem Coronavirus anfühlt.

Eine interaktive Karte des Center for Systems Science and Engineering (CSSE) der Johns Hopkins University in Baltimore, USA, zeigt die Ausbreitung des Virus weltweit. Dort sind neben den bestätigten Infektionsfällen auch die Todesfälle sowie die Zahl der wieder genesenen Patienten vermerkt. Die Karte lässt sich hier aufrufen.

Zahl der Toten wird vierstellig

Update vom 11. Februar 2020: 1.018 – das ist die Zahl, die am heutigen Dienstag bezüglich der Todesfälle aufgrund des Coronavirus gemeldet wurden. Immerhin scheint die Zahl der Infizierten sich nicht mehr so radikal zu erhöhen wie zu Beginn. Die WHO beobachtet diese Zahlen jedoch sehr genau. Auf einem zweitägigen Gipfel der Weltgesundheitsorganisation werden nun Antworten auf drängende Fragen gesucht. Es soll um Therapien, die mögliche Quelle des Virus und die Übertragbarkeit sowie eventuelle Impfmöglichkeiten gehen.

Zuletzt betonte die WHO, dass rund 80 Prozent der Fälle einen milden Verlauf nähmen. Doch es sei gerade jetzt wichtig, das Virus zu bekämpfen: "Wir sollten als ein Menschengeschlecht hart daran arbeiten, dieses Feuer zu bekämpfen, bevor es außer Kontrolle gerät", sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in einer Pressekonferenz.

Verstoß gegen WHO-Vorgaben: Infizierte ohne Symptome tauchen nicht mehr in der Statistik auf

Den chinesischen Behörden wurde zwischenzeitlich "Inkompetenz im Umgang mit dem Virus" vorgeworfen, wie unter anderem die "Tagesschau" berichtet. Die beiden ranghöchsten Vertreter der Gesundheitskommission der zentralchinesischen Provinz Hubei, in der das Virus im Dezember 2019 erstmals aufgetreten war, wurden entlassen.

Laut "dpa" kritisiert die WHO aber auch das jüngste Vorgehen der Behörden: Denn die Freude darüber, dass die Zahl der Infizierten nicht mehr so stark steigt, könne daran liegen, dass China nur noch Infizierte zähle, die wirklich Symptome zeigen. Das zumindest geht aus neuen Bestimmungen zur Vorbeugung und Kontrolle der nationalen Gesundheitskommission in Peking hervor. Das Virus ist allerdings bereits übertragbar, wenn ein Erkrankter keine Symptome aufweist. Das wäre ein Verstoß gegen die Vorgaben der WHO. Warum die Bestimmungen geändert worden sind und ob dies tatsächlich ausschlaggebend für den Rückgang ist, war zunächst unklar.

"Bürgerjournalisten" aus Wuhan von Polizei festgesetzt

Zwei Chinesen, die in den letzten Wochen als "Bürgerjournalisten" in Wuhan unterwegs waren und in Handyvideos etwa über die Lage vor Krankenhäusern berichtet hatten, sind von der chinesischen Polizei aufgegriffen und festgesetzt worden. Der Anwalt Chen Qiushi und der Blogger Fang Bin seien "unter dem Vorwand der Quarantäne" von der Polizei abgeholt worden, so die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, die in Kontakt mit Familien und Freunden der beiden steht.

Beide seien nicht mehr über ihr Handy erreichbar. In Quarantäne müsste dies aber möglich sein. "Wer in normaler Quarantäne steckt, kann telefonieren", erklärte die in New York ansässige Forscherin Wang Yaqiu von Human Rights Watch gegenüber der "Welt". "Beide haben die Zustände in Wuhan untersucht und unverblümt darüber gesprochen." Symptome seien bei beiden keine vorhanden gewesen. Die Videos der beiden waren um die Welt gegangen, unter anderem gab es Bildmaterial von Leichensäcken vor Krankenhäusern oder Berichterstattung über das Fehlen von Schutzmaterialen und auch Infektionstests.

Über 900 Tote in China

Update vom 10. Februar 2020: Jeden Tag gibt es zurzeit neue Todesmeldungen aus China, zuletzt ist die Zahl in Rekordschnelle nach oben gegangen. 910 Tote wurden mittlerweile verzeichnet, davon fast alle in China. Zwei weitere Todesfälle hatte es zudem in Hongkong und auf den Philippinen gegeben. Damit sind vier Menschen außerhalb Chinas an den Folgen der Lungenkrankheit gestorben.

Die Zahl der Infizierten liegt aktuell bei über 40.550, auch davon knapp 40.200 in China. Doch auch die Zahl der Genesenen steigt weiter – und glücklicherweise stärker als die Zahl der Verstorbenen.

Die Lage in Deutschland: 20 Rückkehrer in Berlin getestet

In Deutschland ist das Virus bei aktuell 14 Menschen nachgewiesen worden, die meisten davon Mitarbeiter der Firma Webasto oder deren Angehörige. Die ersten der insgesamt knapp 200 Menschen, die in Bayern Kontakt zu den Infizierten hatten, durften die 14-tägige "häusliche Isolierung" jedoch nun verlassen, da es keine Hinweise auf eine Ansteckung gebe und alle noch immer negativ getestet seien, so das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

Auch während der häuslichen Isolierung müsse man täglich zwei mal Fieber messen und werde jeden Tag von Gesundheitsamt angerufen. Bei einer weiteren Person, eine mit einem infizierten Webasto-Mitarbeiter verheiratete Frau, war das Virus nun nachgewiesen worden. Auch sie befindet sich jetzt im Krankenhaus in Quarantäne. Bei ihr und einem weiteren Mann gebe es "grippeähnliche Symptome", wie die "SZ" berichtet. Alle anderen Infizierten seien symptomfrei.

In Berlin sind am Wochenende 20 Rückkehrer aus China gelandet. Die 16 Erwachsenen und vier Kinder waren nach Angaben des "Spiegel" an Bord eines britischen Rückholfluges und sind über einen Zwischenstop in England nun am Sonntag in Berlin angekommen. Sie wurden direkt nach der Landung in einer Klinik in Berlin-Köpenick in Quarantäne gebracht und auf das Virus getestet. Die Ergebnisse werden für den heutigen Montag erwartet, jedoch erwartet die Rückkehrer nun ein mindestens zweiwöchiger Aufenthalt in Quarantäne inklusive Tests auf das Virus alle vier Tage.

Auf Kreuzfahrtschiff nun 130 Infizierte

Kritischer sieht die Lage derweil auf der "Diamond Princess" aus. Die Passagiere dürfen das vor Japan liegende Kreuzfahrtschiff aus Quarantänegründen nicht verlassen. 70 Patienten, bei denen das Virus nachgewiesen worden war, wurden von Bord geholt und in Krankenhäuser gebracht. Doch nun sind weitere 60 Infektionen hinzugekommen. Wie es um die zehn deutschen Passagiere bestellt ist, ist zurzeit nicht bekannt.

Arzt, der vor dem Virus warnte, ist tot

Update vom 07. Februar 2020: Der Arzt, der in China als einer der ersten vor dem Virus und seinen möglichen Auswirkungen öffentlich warnte, ist den Folgen der Lungenkrankheit erlegen. Dr. Li Wenliang hatte nach seiner Warnung zuerst Ärger mit den chinesischen Behörden bekommen. Das Zentrale Krankenhaus Wuhan teilte nun mit, dass sich der 34-jährige Arzt "leider während des Kampfs gegen die Lungenentzündungsepidemie der neuen Coronavirus-Infektion infiziert" habe. "Er starb um 2.58 Uhr am 7. Februar nach erfolglosen Wiederbelebungsversuchen."

Die Polizei hatte ihn Ende Dezember "gerügt", wie die "Welt" schreibt, da er "Gerüchte" über die Krankheit verbreitet habe. Medienberichten zufolge seien er und sieben weitere Mitglieder einer Gruppe von Medizinern, die allesamt vor dem Virus gewarnt hatten, bei der Polizei vorgeladen worden. Es heißt dort, sie haben unterschreiben müssen, dass sie nichts mehr über den Ausbruch der Krankheit enthüllen. Sie hatten damals vor der Wiederkehr des Sars-Virus gewarnt, das 2002/03 in China zu einer Pandemie mit 8000 Infizierten und über 770 Toten geführt hatte.

Der Tod des Arztes symbolisiert derweil für viele Chinesen die Folgen der langsamen Reaktionen und der immer wieder vorgeworfenen Untätigkeit der Behörden.

Elfter Fall in Bayern: Frau von Webasto-Mitarbeiter erkrankt

Nun ist auch die Frau eines bereits erkrankten Webasto-Mitarbeiters mit dem Coronavirus infiziert. Sie sei die Mutter der beiden infizierten Kinder. Beide Kinder sowie auch die Frau seien aber nach Ärzte-Angaben symptomfrei. Der Mann befinde sich in einem stabilen gesundheitlichen Zustand.

Weiterhin gibt es einen deutschen Infizierten auf der spanischen Insel La Gomera, der Kontakt mit einem Mitarbeiter der Firma Webasto gehabt haben soll. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit. Der 26-Jährige aus Landsberg am Lech sei auf La Gomera isoliert.

Auf dem Kreuzfahrtschiff, das vor Japan vor Anker liegt, sind weitere 41 Menschen positiv auf das Virus getestet worden. Damit sind von den Passagieren nun 61 erkrankt.

In China wurde derweil das zweite im Schnellbauverfahren hochgezogene Krankenhaus fertiggestellt und stellt nun 1500 weitere Betten zur Verfügung. Erkrankte, die weniger starke Symptome zeigen, werden allerdings nicht in Krankenhäusern behandelt, sondern provisorisch in Sport- und Messehallen untergebracht. In Wuhan gibt es Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur 132 Quarantänestätten mit über 12.500 Betten.

Neugeborene Kinder gefährdet

Update vom 06. Februar 2020: Wie Zeng Lingkong, der Chef der Neugeborenenabteilung des Kinderkrankenhauses in Wuhan laut Nachrichtenagentur China News Service am Mittwoch mitteilte, können infizierte Mütter das Virus an ihre Neugeborenen weitergeben. Bei einem Säugling war das Virus 30 Stunden nach der Geburt festgestellt worden. Das Kind sei stabil und zeige normale Lebenszeichen, leide aber unter einer Lungenentzündung und leicht abnormalen Leberfunktionen.

Allerdings muss dies nicht immer passieren. Es habe laut Zeng Lingkong auch schon Fälle gegeben, bei denen die neugeborenen Kinder infizierter Mütter negativ auf das Virus getestet worden waren. Offen bleibt zudem, ob sich das Kind nicht kurz nach der Geburt habe anstecken können.

Zehn weitere Infizierte auf Kreuzfahrtschiff vor Japan – Deutsche weiterhin gesund

Während die bisher auf dem Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" gefundenen Coronafälle in Krankenhäusern behandelt werden, sind unter den noch 2666 auf dem Kreuzfahrtschiff befindlichen unter Quarantäne gestellten Passagieren zehn weitere Infizierte ausgemacht worden. Erneut soll aber keiner der acht Deutschen unter den Gästen betroffen sein.

Blogger zeigt Szenen vor Krankenhäusern: Hat China die Lage wirklich unter Kontrolle?

Desweiteren gibt es nun vermehrt Kameraaufnahmen aus Wuhan, die den Anschein erwecken, dass die chinesische Regierung die Lage möglicherweise doch nicht so unter Kontrolle hat wie es kommuniziert wird. Zwar räumte China bereits ein, dass man Fehler im Umgang mit dem Virus gemacht habe. Im Video eines Bloggers, der sich Zugang zu einem Krankenhauseingang verschafft hatte, sind unter anderem mehrere Leichensäcke zu sehen.

Deutsche Kreuzfahrer sind nicht infiziert

Update vom 05. Februar 2020: Entwarnung für die acht deutschen Schiffspassagiere, die zurzeit an Bord der "Diamond Princess" vor Yokohama in Japan festsitzen. Auf dem Schiff wurde bei zehn Passagieren das Coronavirus entdeckt, die Deutschen seien aber gesund heißt es seitens der Reederei "Princess Cruises". Bei den infizierten Passagieren handele es sich um drei Menschen aus Japan, zwei aus Australien, drei aus Hongkong, einen aus den USA sowie einem Crewmitglied von den Philippinen. Alle zehn Betroffenen wurden vom Schiff heruntergeholt und in ein Krankenhaus gebracht. Niemand habe ernsthafte Symptome, manche sogar gar keine. Die verbleibenden 2666 Passagiere müssen allerdings weiterhin auf dem Schiff in Quarantäne bleiben, bis sichergestellt ist, dass sonst niemand angesteckt ist.

Insgesamt wurden bisher 24.500 bestätigte Fälle weltweit gemeldet, verstorben sind bisher 493 Menschen – bis auf zwei alle in China.

Chinesische Mitbürger erleben Anfeindungen

Das Virus zieht aber noch andere Konsequenzen mit sich: So meldete die chinesische Botschaft in Berlin aufgrund der Ausbreitung des Virus mehr Fälle von Anfeindungen gegenüber chinesischen Bürgern in Deutschland. "Die jüngsten Anfeindungsfälle und die fremdenfeindlichen Äußerungen in einzelnen Medien haben nach dem Coronavirus-Ausbruch zugenommen und sind besorgniserregend“, teilte die Botschaft auf Anfrage der "Welt" mit. Unter anderem hatte es demnach auch mindestens einen Angriff auf eine Chinesin in Berlin gegeben.

Haustieren in Wuhan droht der Tod

In China leiden aber noch ganz andere unter der aktuellen Lage: Die Provinz Hubei, in deren Stadt Wuhan das Virus zuerst ausgebrochen war, ist quasi Sperrgebiet. Zahlreiche Menschen haben die Stadt verlassen, vor allem, weil sie über das chinesische Neujahrsfest verreist sind und jetzt nicht mehr nach Hause zurückkehren dürfen. Viele Haustiere blieben zurück. Aktuell seien Schätzungen zufolge laut RTL noch 5000 Tiere auf sich allein gestellt. Im Auftrag der Besitzer brechen daher nun Tierschützer in Wohnungen ein, um die Tiere, meist Hunde und Katzen, zu retten. Die Freiwilligen, die sich noch in der Stadt aufhalten, versorgen die Tiere mit Wasser und Nahrung.

Zwölf Menschen in Deutschland erkrankt

Update vom 04. Februar 2020: Erneut ist die Zahl der Infektionen weiter gestiegen. In China wächst damit und mit dem bevorstehenden Ende der erweiterten Neujahrsferien auch die Angst vor weiteren Ansteckungen. Denn wenn die Ferien vorbei sind, wollen viele nach Hause zurückkehren und auch Arbeit und Schule gehen wieder los. Mittlerweile liegt die Zahl der Infizierten in China bei knapp 20.500, mindestens 425 Menschen sind an den Folgen der Erkrankung gestorben.

In Deutschland sind mittlerweile insgesamt zwölf Fälle bekannt. Bei zehn Menschen in Bayern wurde das Virus nachgewiesen. Auch der zehnte Betroffene ist Mitarbeiter des Automobilzulieferers Webasto, wo die ersten Fälle aufgetreten sind. Acht Mitarbeiter aus dem Unternehmen sind damit betroffen, außerdem zwei Kinder eines Mitarbeiters. Nach wie vor heißt es aus der München Klinik Schwabing, in der die Infizierten untergebracht sind, dass sich alle in einem stabilen gesundheitlichen Zustand befänden. Der Firmensitz in Stockdorf bleibe außerdem bis mindestens 11. Februar geschlossen. Zwei weitere Infizierte befinden sich im Uniklinikum Frankfurt.

Erster Todesfall in Hongkong – China räumt Fehler im Umgang mit der Epidemie ein

Zu den 425 Todesopfern in China meldet nun auch Hongkong den ersten Toten: offenbar einen 39-Jährigen, bei dem laut Reuters eine Vorerkrankung vorgelegen haben soll. Der Mann sei laut Nachrichtenagentur AP zuvor aus Wuhan zurückgekehrt. Dort war das Virus zuerst ausgebrochen. In der Sonderverwaltungszone Hongkong gab es bisher 15 bekannte Fälle.

Die Führungsebene Chinas hat derweil "Fehler" im Umgang mit der Epidemie zugegeben, heißt es seitens Nachrichtenagentur AFP und staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua. Man habe "Fehler und Schwierigkeiten" beim nationalen Notfallmanagement festgestellt.

Zahl der Todesopfer über SARS-Wert

Update vom 03. Februar 2020: Mittlerweile ist die Zahl der bekannten Infektionen erneut sprunghaft angestiegen und liegt mittlerweile bei rund 17.400 Patienten weltweit, davon 17.200 in China. Mindestens 361 Todesopfer hat das Coronavirus bisher gefordert, innerhalb eines Tages waren 57 weitere Menschen in China gestorben. Damit hat 2019-nCoV mehr Todesopfer gefordert als der Sars-Ausbruch 2002/03. Außerhalb Chinas gab es bisher einen Todesfall in der philippinischen Hauptstadt Manila. In Deutschland wurde das Virus bei zehn Personen nachgewiesen, allerdings soll es allen soweit gut gehen, alle seien laut Behörden in einem "klinisch stabilen Zustand". Die Patienten werden isoliert behandelt, weitere Personen, die mit den Erkrankten in Kontakt standen, befinden sich ebenfalls in Quarantäne. Rund 80 Menschen in Deutschland sollen zuhause bleiben trotz negativer Tests auf das Coronavirus.

Klar ist: Das Virus überträgt sich auch von Mensch zu Mensch – ist dabei allerdings nicht hochgradig ansteckend. Infizierte scheinen aber weit früher ansteckend zu sein als es damals bei Sars, einer ähnlichen Art des Coronavirus, der Fall war. Die WHO zeigt sich aber vor allem besorgt über die Informationsflut und damit verbundene "Fake News".

WHO kritisiert Informationsflut

Die Flut an Informationen mache es den Menschen schwer, zwischen Mythen und Fakten zu unterscheiden, kritisiert die Weltgesundheitsorganisation WHO. Daher wurde nun eine Informationskampagne in den sozialen Medien gestartet, in der Fragen beantwortet werden. Denn nebst wahren Informationen wird auch viel Panik verbreitet und es gibt verrückte Vorschläge zur vermeintlichen Heilung. So kursiert die Meldung, dass Feuerwerksrauch oder auch der Verzehr von Knoblauch helfen würden. Zu beidem sagt die WHO: keine Belege vorhanden. Die Annahme von Päckchen aus China sei dagegen unbedenklich, da das Virus nachgewiesenermaßen nicht lange auf Objekten überleben kann.

Weiterhin wird noch immer dazu geraten, sich regemäßig gründlichst die Hände zu waschen. Das sei immer noch der beste Schutz gegen das Virus, da es sich über Tröpfchen- und Schmierinfektion auszubreiten scheint. Atemmasken allerdings helfen nur, wenn bereits Infizierte sie tragen.

Höhepunkt der Epidemie später als erwartet

Ursprünglich hatten Fachleute aus China den Höhepunkt der Epidemie für Ende dieser Woche erwartet. Dieser Zeitpunkt wurde jetzt korrigiert: "Wir gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Epidemie in zehn Tagen bis zwei Wochen erwartet wird", so Zhong Nanshan, Chef des nationalen Expertenteams im Kampf gegen das Coronavirus nach Angaben chinesischer Staatsmedien.

Das erste der zwei neu erbauten Krankenhäuser in Wuhan ist derweil nach acht Tagen Bau fertiggestellt worden. 1000 Betten fasst das neue Krankenhaus "Huoshenshan" ("Feuergott Berg"). Noch einmal 1600 Betten soll es im zweiten Krankenhaus "Leishenshan" ("Donnergott Berg") geben. Dieses soll am 5. Februar eröffnen.

Frau in Thailand angeblich erfolgreich behandelt

Neben den hohen Infektions- und Todeszahlen gibt es aber auch mutmaßlich gute Nachricht aus Thailand: Laut thailändischen Behörden ist es gelungen, eine erkrankte Frau aus China mit einem Cocktail aus Grippe- und HIV-Medikamenten erfolgreich zu behandeln. Ihr Zustand habe sich dramatisch verbessert, so das Gesundheitsministerium in Bangkok am Sonntag. Das Virus sei nach 48 Stunden im Anschluss an die Behandlung nicht mehr nachweisbar gewiesen.

Der Medikamentencocktail werde jetzt im Labor weiter getestet. Von den in Thailand bisher 19 nachgewiesenen Infektionen seien acht Patienten mittlerweile geheilt, die verbleibenden elf werden noch in Krankenhäusern behandelt, heißt es.

Bereits vorher war es italienischen Forschern gelungen, das Virus zu isolieren. Der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza am Sonntag: "Das ist international eine wichtige Nachricht. Sie bedeutet, dass es mehr Möglichkeiten gibt, es zu verstehen und zu studieren, um es eindämmen zu können."

Coronavirus: WHO ruft internationalen Gesundheitsnotstand aus

Update vom 31. Januar 2020: Die Zahl der Toten steigt täglich, die Zahl der Neu-Infizierten und auch die Zahl der Verdachtsfälle. In Deutschland handelt es sich mittlerweile um fünf bestätigte Erkrankte. Auch die fünfte Person ist ein Mitarbeiter der in Starnberg angesiedelten Firma, wie bereits die anderen vier Infizierten.

Auch in Sachen der in China ausharrenden Deutschen gibt es Neuigkeiten. Offenbar ist von der Bundesregierung für Samstag ein Flug für die Rückholaktion eingeplant. Sobald die Menschen in Deutschland eintreffen, werden sie 14 Tage lang in Germersheim in Rheinland-Pfalz in Quarantäne verbringen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat nun auch den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Grund dafür seien nicht nur die Fälle in China selbst, sondern vor allem die schnelle Ausbreitung in viele andere Ländern. Große Sorge bestehe übrigens auch darin, dass sich die Krankheit in Länder ausbreitet, die mit einem weniger guten Gesundheitssystem ausgestattet sind.

81.000 Menschen stehen unter Infektionsverdacht

Update vom 30. Januar 2020: 7.111 Patienten, mindestens 170 Tote – und daneben etwa 81.000 Menschen, die derzeit unter Beobachtung stehen, weil es einen Verdacht für eine Infektion mit dem Coronavirus gibt. Auch in Deutschland häufen sich die Verdachtsfälle. Erst gestern wurde bekannt, dass – außer den vier tatsächlich erkrankten Menschen aus dem bayrischen Kreis Starnberg, die sich laut bayrischem Gesunheitsministerium übrigens in "gutem Zustand" befinden – auch zwei Menschen aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein auf das Virus hin untersucht werden. Der Test wurde an die Berliner Charité geschickt, Ergebnisse werden für den heutigen Donnerstag erwartet.

Heute Morgen wurde dann auch der erste Verdachtsfall aus Potsdam gemeldet: Eine chinesische Schülerin steht derzeit unter Beobachtung. Da diese allerdings schon seit mehreren Tagen nicht zur Schule gegangen ist, besteht zumindest keine Ansteckungsgefahr durch einen Aufenthalt im Schulgebäude, teilt das betroffene Schiller-Gymnasium mit.

Derweil gibt es auch Neuigkeiten betreffend der knapp 90 Deutschen, die sich im chinesischen Ausbruchsgebiet befinden. Offenbar wird derzeit nach einer geeigneten Örtlichkeit für die Quarantäne gesucht, in der sie während der Inkubationszeit von zwei Wochen untergebracht werden sollen.

Übrigens: Die Weltgesundheitsorganisation WHO berät derzeit erneut, ob sie wegen der enormen Ausbreitung des Coronavirus den weltweiten Gesundheitsnotstand ausrufen soll – und dabei wird auch Deutschland ein Thema sein.

Vier Deutsche erkrankt – Krankheitsverlauf aber milde

Update vom 29. Januar 2020: Nachdem im Landkreis Starnberg ein Mitarbeiter einer Firma von einer chinesischen Kollegin angesteckt worden und in Quarantäne gesteckt worden war, sind aus seinem Umkreis nun drei weitere bestätigte Fälle bekannt geworden. Alle vier Erkrankten befinden sich derzeit in einem Krankenhaus in München auf der Isolierstation, allen gehe es den Umständen entsprechend gut. Die Krankheit scheint bei allen "sehr, sehr milde" zu verlaufen, sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Mittlerweile wurde bekannt, dass sich die vier "Webasto"-Mitarbeiter auf dem Weg der Besserung befänden und allesamt symptomfrei seien, so ein Sprecher mit Informationen von Chefarzt Prof. Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie an der München Klinik Schwabing.

Spahn ruft weiterhin zu "wachsamer Gelassenheit" auf. Der Standort der Firma, in dem die Coronavirusfälle aufgetreten sind, wurde mittlerweile geschlossen, die Mitarbeiter seien gebeten worden, im Homeoffice zu arbeiten, sagte eine Sprecherin des Unternehmens.

"Es war zu erwarten, dass es auch zu Infektionen hier in Deutschland kommt, eben durch Kontakt mit Reisenden aus China", erklärte Spahn im ZDF-Morgenmagazin. Entscheidend sei, dass etwaige Patienten in Deutschland schnell identifiziert und isoliert werden. Dann müssten die zuständigen Stellen herausfinden, mit wem die Personen in Kontakt standen, damit eine Weiterverbreitung ausgeschlossen werden könne.

Verdachtsfälle gibt es mittlerweile auch in NRW. Zwei Menschen werden im Kreis Siegen-Wittgenstein auf das Virus geprüft und auf der Isolierstation im Kreisklinikum in Siegen-Weidenau behandelt. Einer davon sei kürzlich von einer Geschäftsreise aus China zurückgekehrt, heißt es seitens "Siegener Zeitung".

Währenddessen warten in Wuhan rund 100 Deutsche darauf, nach Hause geflogen zu werden. Sie sollen mit einem Flugzeug der Luftwaffe nach Deutschland gebracht werden und in Frankfurt am Main landen. Dort sollen sie in Quarantäne gebracht werden. Unter den potentiellen Passagieren soll sich keiner mit Symptomen befinden. Das erklärte die stellvertretende Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums, Doris Berve-Schucht.

British Airways hat derweil alle Flüge nach China ausgesetzt. Die Lufthansa wollte zuerst weiterfliegen, streicht nun aber laut "Bild" alle Flüge nach China. Am Mittwoch hatte es einen Verdachtsfall in einer Lufthansa-Maschine in Nanjing gegeben.

Erster Fall in Deutschland bestätigt

Update vom 28. Januar 2020: Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am späten Montagabend mitteilte, habe sich ein Mann aus dem Landkreis Starnberg in Bayern mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben der "Task Force Infektiologie" des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sei der Mann klinisch in einem guten Zustand: "Er wird medizinisch überwacht und ist isoliert", heißt es in einer Mitteilung. Demnach liegt er in einem Krankenhaus in München-Schwabing. Zurzeit würden die Menschen, die engen Kontakt mit dem Patienten gehabt hätten, über mögliche Symptome, Hygienemaßnahmen sowie Übertragungswerte informiert.

Der Patient habe sich bei einem chinesischen Gast seiner Firma angesteckt, heißt es laut Deutscher Presseagentur (dpa) am Dienstag. Eine chinesische Frau sei zu einer Fortbildung bei der Firma Webasto im Landkreis Starnberg in Oberbayern gewesen. Bei ihr sei dann nach ihrer Rückkehr das Virus diagnostiziert worden.

Der Sprecher des Gesundheitsministeriums betonte aber: "Das Risiko für die Bevölkerung in Bayern, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, wird von der 'Task Force Infektiologie' des LGL und vom Robert Koch-Institut (RKI) derzeit als gering erachtet."

Auch laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sei Deutschland gut gewappnet gegen den neuen Virus. An Flughäfen hängen Hinweise für das Verhalten beim Auftreten von Symptomen, Kliniken seien vorbereitet. Spahn sei allerdings nicht überrascht vom Auftreten des Coronavirus in Deutschland. "Die Gefahr für die Gesundheit der Menschen in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung aus China bleibt nach Einschätzung des RKI (Robert Koch-Instituts) weiterhin gering", sagte er am Dienstag.

Deutsche Apotheken merken allerdings bereits die Angst der Bevölkerung, dass sich das Coronavirus auch hier ausbreiten könne. Die Nachfrage nach Atemmasken sei stark gestiegen und übertreffe laut Angaben der "Welt" das Normalniveau um das Zehnfache.

Aber helfen Atemmasken überhaupt?

Helfen Atemschutzmasken gegen das Coronavirus?

Helfen Atemschutzmasken gegen das Coronavirus?

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Lungenkrankheit verläuft in den meisten Fällen mild

Auch wenn bereits über 100 Menschen in China an der durch das Virus ausgelösten neuartigen Lungenkrankheit gestorben sind, vereint diese, dass sie allesamt bereits geschwächt waren. Die meisten waren älter und litten unter schweren Vorerkrankungen, heißt es. Experten schätzen, dass die Krankheit in den meisten Fällen mild verläuft. Man geht sogar davon aus, dass sie manchmal sogar ohne Symptome verläuft.

Auch wenn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Gefährdungsniveau "sehr hoch in China, hoch in der Region und hoch auf weltweitem Niveau" einschätze – so ein Sprecher der WHO gegenüber der Nachrichtenagentur AFP – warnt sie vor Panikmache. WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte am Dienstag der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua, er sei zuversichtlich, dass China die Ausbreitung kontrollieren und eindämmen könne. Zurzeit überlegen viele Länder, ihre Staatsbürger, die sich zurzeit in China und in der Region Wuhan aufhalten, in ihre Heimatländer zurückzuholen. Tedros sprach sich dagegen aus. Die Menschen sollten Ruhe bewahren, sagt er.

Zahl der Infizierten steigt weiter an

Update vom 27. Januar 2020: Und wieder gab es einen Sprung in der Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen. In etwa 2750 Fällen konnte das Virus in China nachgewiesen werden, die Zahl der Todesopfer stieg auf mittlerweile 80. Zudem gibt es fast 6000 weitere Verdachtsfälle, bei denen die Diagnose aber noch nicht abgeschlossen ist. Auch außerhalb Chinas gibt es mittlerweile rund 50 bekannte Infektionen.

So sind in Hongkong, Taiwan und Macao insgesamt 17 Menschen erkrankt, in den USA fünf. Weitere Infizierte gibt es in Thailand, Japan, Südkorea, Australien, Vietnam, Singapur, Malaysia, Kanada und Nepal. Auch Europa hat die Krankheit mittlerweile erreicht, es gibt drei bestätigte Fälle in Frankreich. Am Wochenende gab es zudem einen Verdachtsfall in Berlin. Mittlerweile herrscht hier aber Entwarnung: Der Test auf das Virus fiel negativ aus.

In China sind derweil weiterhin rund 45 Millionen Menschen von der Außenwelt abgeschottet. In Wuhan, wo das Virus zuerst ausgebrochen war und wo es mit Abstand die meisten Infizierten gibt, sind die Krankenhäuser mittlerweile völlig überlastet. Im Eilverfahren werden zurzeit zwei provisorische Kliniken gebaut, Personal und Arbeitsmittel werden aus anderen Teilen Chinas und der Welt eingeflogen.

Die Symptome des Virus ähneln denen einer schweren Grippe und münden in eine Lungenentzündung. Befallen sind die unteren Atemwege..

Viele neue Infizierte in China und erste Verdachtsfälle in Europa

Update vom 24. Januar 2020: Erneut ist die Zahl der Coronavirus-Infizierten in China rasant gestiegen – über 870 Fälle sollen jetzt bekannt sein. Gleichzeitig stieg die Zahl der Todesopfer auf 26. Alle, die am Virus verstorben sind, sollen allerdings zuvor bereits gesundheitlich geschwächt gewesen sein. Nach Wuhan haben nun auch neun weitere Städte ihre Verbindungen nach außen gekappt und wurden so abgeriegelt. In Shanghai hat das Disneyland seine Tore geschlossen.

Betroffen von den Abriegelungen sind davon laut Angaben der "Bild" auch 100 deutsche Besucher, die sich zurzeit in der Provinz Hubei aufhalten. Das Auswärtigen Amt erklärte der Zeitung gegenüber: "In unserer Krisenvorsorgeliste, in die man sich freiwillig eintragen kann, sind für die gesamte Provinz Hubei um die 100 Deutsche mit ständigem Wohnsitz registriert. Es lässt sich aber derzeit nicht sagen, wie viele dieser Deutschen sich jetzt während der Feiertage tatsächlich in Wuhan aufhalten." Bisher sollen sich unter den Erkrankten aber keine Deutschen befinden.

Und in Wuhan entsteht nun im Blitzverfahren ein neues Krankenhaus mit 1000 Betten – ein Komplex aus Fertighäusern, der schon Anfang kommender Woche nutzbar sein soll.

Währenddessen gibt es Berichte über erste Verdachtsfälle sowohl in Schottland als auch in Frankreich. In beiden Ländern seien Menschen mit zum Coronavirus passenden Symptomen in Krankenhäuser eingeliefert worden – alle hatten sich in den vergangenen vier Wochen in Wuhan aufgehalten. Das entspricht etwa der Inkubationszeit. Bestätigt sind diese Fälle jedoch noch nicht.

Dennoch schätzen Experten die Gefahr noch immer als eher gering ein. Zwar sei das Virus von Mensch zu Mensch übertragbar, jedoch nur schwierig und nur, wenn enger Kontakt zu einem Infizierten bestanden hat. Auch hätte sich bisher verhältnismäßig wenig Krankenhauspersonal angesteckt. Zudem seien laut Weltgesundheitsorganisation WHO bisher keine Mutationen beobachtet worden. Mutationen würden das Virus gefährlicher machen. Experten loben dennoch die Vorgehensweise der Behörden, die betroffenen Gebiete abzuriegeln und so möglicher Weiterverbreitung umso mehr entgegenzuwirken. In Peking wurden alle größeren Veranstaltungen anlässlich des am Wochenende anstehenden Neujahrsfestes abgesagt.

Virus könnte von Schlangen stammen – Mensch möglicherweise nicht ganz unschuldig

Derweil sind Forscher dem Ursprung der neuen Coronavirus-Art weit näher gekommen. Nachgewiesen wurde es demnach in zwei in China häufig vorkommenden Schlangenarten, der Chinesischen Kobra und dem Vielgebänderten Krait. Andere wollen es in Fledermäusen nachgewiesen haben. Jetzt steht laut "ntv" im Raum, dass es sich um eine Kombination aus einem in Schlangen vorkommenden und einem in Fledermäusen vorkommenden Virus handeln könne – und das wiederum könne entstanden sein, da die Tiere auf Märkten zu eng beieinander gehalten worden sind. So wie auf dem Fischmarkt in Wutan, von dem das Virus ausging und auf dem auch wilde Tiere angeboten worden sind.

Coronavirus: Millionenstadt Wuhan wird abgeriegelt

Update vom 23. Januar 2020: Das Coronavirus hat weitere Opfer gefordert. Mittlerweile sind 17 Todesfälle bekannt, rund 500 Infizierte soll es geben. Als Maßnahme werden in China jetzt drastische Konsequenzen gezogen: Hinsichtlich des bevorstehenden chinesischen Neujahrsfestes ist dort nun eigentlich Hauptreisezeit. Am Mittwochabend verkündete nun aber der Krisenstab der Stadt Wuhan, in der das Virus ausgebrochen war: Die Stadt wird praktisch abgeriegelt.

Ab Donnerstagmorgen sollen demnach weder Züge noch Fähren oder Fernbusse fahren, Flugzeuge dürfen weder starten noch landen. Die rund elf Millionen Bewohner der zentralchinesischen Metropole dürfen die Stadt nur noch unter Angabe besonderer Gründe verlassen.

Virus löst eine schwere Lungenentzündung aus

Der Ursprung des neuen Virentyps scheint, wie viele Corona-Virenarten aus dem Tierreich zu stammen, die bei Säugetieren, Vögeln und Fischen unterschiedlichste Erkrankungen auslösen können. Auch die in den Jahren 2002 bis 2003 vermehrt aufgetretene Krankheit SARS (Severe acute respiratory syndrome-related coronavirus) ist auf Viren aus dieser Familie zurückzuführen. Das neue Virus, bisher auf den Namen 2019-nCoV getauft, wurde erstmals auf einem mittlerweile geschlossenen Fischmarkt in Wuhan nachgewiesen. Dort wurden aber auch wilde Tiere verkauft. Mittlerweile ist bekannt, dass das Virus auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann, vollständig sind die Übertragungswege aber noch nicht geklärt. Corona-Viren sind jedoch in der Regel weniger ansteckend als etwa Grippe-Viren und mutieren auch nicht so schnell. Wie es bei 2019 n-CoV aussieht, wird zurzeit untersucht.

Meist verursachen Corona-Viren nur harmlose Erkrankungen, etwa Erkältungen. Schwerere Krankheiten gab es bei den Ausbrüchen vom oben bereits genannten SARS sowie MERS (Middle East respiratory syndrome coronavirus), das 2012 vermehrt in Saudi-Arabien aufgetreten war. Auch das neue Virus löst ähnliche Symptome aus. Die Erkrankten leiden an einer Art Lungenentzündung inklusive Fieber.

In Deutschland bisher keine Gefahr – aber Vorsicht

Seitens Bundesgesundheitsministerium wird zur Zurückhaltung aufgerufen. "Die Gefahr für Deutschland durch das neu aufgetretene Coronavirus wird von unseren Fachleuten momentan als sehr gering eingeschätzt", heißt es auf Nachfrage des "Tagesspiegel". "Trotzdem beobachten wir die Situation in China natürlich aufmerksam und stehen dazu in ständigem Austausch mit unseren internationalen Partnern." In der Berliner Charité stehen bereits Testmöglichkeiten bereit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat derweil ihre Entscheidung, ob ein internationaler Gesundheitsnotstand ausgerufen werden soll, auf den heutigen Donnerstag verschoben.

Nach sprunghaftem Anstieg auch ein Fall in den USA

Update vom 22. Januar 2020: Erneut ist die Zahl der am Coronavirus erkrankten Menschen sprunghaft angestiegen, auf nunmehr 440 Patienten. Mittlerweile sind neun Personen der Lungenkrankheit erlegen, die das Virus auslöst. Die meisten Erkrankungen gibt es noch immer in China, neben Fällen in Thailand, Taiwan, Japan und Südkorea ist jetzt auch erstmals ein Fall in den USA bekannt geworden.

Gesundheitsexperten warnen, auch aufgrund der bevorstehenden Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest, vor sogenannten "Super-Spreadern", Infizierten, die besonders ansteckend sind und das Virus schneller streuen.

Ein Reisender in China mit dem Virus infiziert und ist damit in die USA gereist. In der vergangenen Woche sei der Mann im Bundesstaat Washington mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert worden, die Symptome seien kurz nach seiner Reise in die Wuhan-Region aufgetreten. Seit 15. Januar sei der Mann wieder in den USA und sei dort bisher in Seattle gewesen. Im Krankenhaus befinde er sich aber mittlerweile in gutem Zustand und das Risiko sei gering, dass er weitere Menschen angesteckt habe, heißt es.

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Coronavirus: Übertragung von Mensch zu Mensch höchstwahrscheinlich

Update vom 21. Januar 2020: Mittlerweile wurde bekannt, dass sich in einem Krankenhaus 15 Pflegerinnen und Pfleger in Wuhan, der Stadt, in der das Virus ausgebrochen war, mit dem Coronavirus angesteckt haben. Das gibt den Experten Grund zur Annahme, dass das Virus tatsächlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Bisher war dies noch unklar. Mittlerweile haben die Behörden dies bestätigt.

Auch einen weiteren Todesfall hat es gegeben. In Wuhan starb ein 89-jähriger Mann an den Folgen der Lungenkrankheit, die durch das Coronavirus ausgelöst wird. Der Mann litt laut Gesundheitsbehörde der Stadt an Vorerkrankungen wie einem Herzleiden und Diabetes.

Erste Erkrankungen wurde außerdem neben China und Südkorea nun in Japan und Thailand nachgewiesen. Wie vermutet handelt es sich bei der neuen Form des Coronavirus um eine Variante des Sars-Virus, das 2002/03 ebenfalls von China ausgehend gewütet hat.

Am Mittwoch will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem Notfallausschuss darüber beraten, ob eine Gesundheitsnotlage ausgerufen werden soll. Angesichts des chinesischen Neujahrsfestes am kommenden Samstag möglicherweise keine schlechte Idee vor dem Hintergrund der wohl leichten Übertragbarkeit. Zum Neujahrsfest sind traditionell viele Menschen in China auf Reisen.

Coronavirus: Ausbruch auf Fischmarkt in Wuhan

Original vom 20. Januar 2020: Die Krankheit, die von einer neuen Art von Corona-Viren ausgelöst wird, scheint in der 11-Millionen-Metropole Wuhan im Osten Chinas ihren Ursprung zu haben. Wuhan ist ein Handelszentrum. In der Zwischenzeit sind weitere Fälle an anderen Orten in China bekannt geworden, so in Daxing in Peking sowie in Shenzhen in Südchina. Auch ein erster Fall in Südkorea ist bekannt – aber alle Infizierten seien zuvor in Wuhan gewesen. Dort sind bisher auch mit 198 bekannten Fällen die meisten Infektionen aufgetreten. 35 Patienten darunter sind schwer erkrankt, neun seien in einem kritischen Zustand.

Doch Forscher vom britischen Zentrum für die Analyse globaler Infektionskrankheiten am Imperial College in London gehen davon aus, dass die Krankheit noch viel weiter ausgebreitet ist, als bekannt. Laut ihnen könnte die Zahl der Infizierten bereits bei über 1700 liegen.

China ruft zur Vorsicht wegen erhöhtem Reiseaufkommen auf

Es gibt bisher weitere Verdachtsfälle, von denen sich nicht alle auf direktem Weg nach Wuhan zurückverfolgen lassen. Zwar scheint die Übertragung von Mensch zu Mensch, wenn überhaupt, selten zu geschehen, doch aus Vorsicht ruft die chinesische Regierung zurzeit zu Schutzmaßnahmen auf. Denn in China steht das Neujahrsfest an, zu dem viele Menschen umherreisen.

"Ich möchte jeden daran erinnern, persönlich Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, gesund und problemlos nach Hause zu kommen", erklärt dazu Wang Yang vom chinesischen Transportministerium. Und weiter: "Das Auftauchen der Epidemie mag viele beunruhigen, über das Neujahrsfest zu reisen". An Flughäfen und Bahnhöfen werde jetzt vermehrt desinfiziert. An anderen Orten gibt es Fieberkontrollen.

Auch die US-Botschaft in Peking hat eine Reisewarnung ausgegeben. Meiden solle man vor allem Tiermärkte, den Kontakt mit Tieren sowie ungekochtes Fleisch. Weiterhin solle man den Kontakt zu kranken Personen meiden und sich regelmäßig gründlich die Hände waschen.

WHO lobt China im Umgang mit Krankheit

Die WHO hingegen lobt, dass die neue Art des Coronavirus so schnell identifiziert werden konnte und man in China so schnell darauf reagiert habe. Beim Ausbruch von SARS hatte das noch ganz anders ausgesehen: Damals waren die ersten Infektionen verschwiegen worden, was zu einer rasanten Verbreitung mit rund 1000 Todesopfern geführt hatte. SARS zeigt sich in einer Art atypischen Lungenentzündung (Pneumonie).

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