Aktualisiert: 15.12.2020 - 14:42

Bitte Zuhause bleiben! Erkältet? So lange sind Sie ansteckend!

Bei Erkältung: Wann zum Arzt?

Bei Erkältung: Wann zum Arzt?

Husten, Schnupfen und Halsschmerzen heilen meist von allein wieder aus – aber ab wann sollte man zum Arzt gehen? Mehr im Video!

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"Mit einer Erkältung kann ich doch locker arbeiten" – leider kann diese Annahme nicht nur für Sie als erkrankter Mensch gefährlich werden, sondern auch für Ihre Kollegen – und das ganz unabhängig von der Corona-Pandemie. Denn auch "einfache" Erkältungen können schwerwiegende Folgen haben. Wir verraten, wann die Ansteckungsgefahr am höchsten ist.

Wenn es draußen nass und kalt ist, laufen sie wieder ohne Ende, die Nasen. Der Hals kratzt, die Glieder schmerzen. Auch, wenn die Vorsicht in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie endlich einmal höher ist, so wird eine einfache Erkältung noch immer häufig bagatellisiert. Da müssen wir schließlich rund dreimal im Jahr durch. Da kann man doch auch arbeiten gehen oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Einkaufen fahren. Doch davon abgesehen, dass Sie sich selbst einem sehr großen Risiko aussetzen (Stichwort Herzmuskelentzündung), gefährden Sie auch die Menschen in Ihrer Nähe. Wie lange eine Erkältung ansteckend ist, verraten wir Ihnen hier.

Richtig Hände waschen
Richtig Hände waschen

Ein erkälteter Mensch ist in den ersten Tagen am ansteckendsten

Die ersten Symptome einer Erkältung machen sich nach spätestens zwei Tagen bemerkbar, manchmal auch früher. Und wenn es dann losgeht mit Husten, Niesen und laufender Nase, genau dann begeben sich auch die erkältungsauslösenden Viren schon auf Wanderschaft und suchen sich ihre nächsten Opfer.

Das Sekret, das die oder der Erkältete ausniest und aushustet, steckt voller Viren, die sich über Tröpfcheninfektion übertragen oder über die Hände etwa auf Türklinken oder Bushaltestangen gelangen, wo sie dann von anderen mitgenommen werden.

Hier steckt übrigens der Unterschied zur vom Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelösten Krankheit Covid-19: Damit Infizierte scheinen nach aktuellen Erkenntnissen bereits vor Auftreten erster Symptome hochansteckend zu sein.

Und übrigens: Es gibt noch mehr Coronaviren da draußen, und ein paar davon lösen tatsächlich nur normale Erkältungen aus. Die Corona-Pandemie rührt vom im Jahr 2019 neu aufgetauchten Coronavirus mit dem Namen Sars-CoV-2, das zur selben Familie gehört, sich aber in seinem Verhalten stark unterscheidet und schwere Krankheitsverläufe sowie offensichtlich auch Langzeitfolgen auslösen kann.

Eine Erkältung ist länger ansteckend, als Sie denken

Nach der Inkubationszeit bei Erkältung: Auch wenn der allgemeine Konsens zur Dauer einer Erkältung lautet: "Drei Tage kommt die Erkältung, drei Tage bleibt sie und drei Tage braucht sie, um zu verschwinden", kann es doch vorkommen, dass man sich schon nach wenigen Tagen wieder besser fühlt. Aber auch wenn Sie sich wieder arbeitsfähig fühlen: So ein Erkältungshusten oder ein wenig zu viel Schleim in der Nase bleiben gerne doch ein bisschen länger. Und damit tragen Sie auch Erreger mit zur Arbeit.

Es kommt aber auch immer auf das eigene Immunsystem an: Wer ein schwaches Immunsystem hat, kann durchaus auch länger ansteckend sein, da der Körper möglicherweise länger braucht, um mit den Viren fertig zu werden. Auch Kinder, deren Immunsystem noch nicht stark ausgeprägt ist, können länger ansteckend sein.

Ähnlich ist das übrigens auch bei Sars-CoV-2: Menschen mit sowieso schon geschwächtem Immunsystem sind nach aktuellen Erkenntnissen sehr lange ansteckend, teilweise sogar über 60 Tage lang.

Jetzt bitte nicht übertreiben

Sie fühlen sich aber viel besser und die Pflicht ruft? Wichtig ist, dass Sie erst einmal genau auf Ihren Körper hören – denn keine Pflicht ist so wichtig, dass Sie Ihre Gesundheit dafür aufs Spiel setzen. Wer seinen Körper trotz geschwächten Immunsystems zu Höchstleistungen trimmen will (und sei es nur die Treppe zum Büro oder die Einkaufstasche, die schwer auf der Schulter lastet), fährt ein hohes Risiko, sich schlimme Komplikationen einzufangen. Bei bestimmten Erkältungs-Symptomen müssen Sie zum Arzt. Mit einer Herzmuskelentzündung ist nicht zu spaßen – damit liegen Sie dann definitiv eine Weile flach, und die Pflicht muss noch länger warten. Zudem kann sie sogar bleibende Schäden wie Herzrhythmusstörungen auslösen.

Zusätzlich besteht derzeit das Risiko, sich eine Superinfektion und zusätzlich zum Erkältungsvirus noch Covid-19 einzufangen. Dass dieses Virus dann dem sowieso schon beschäftigten Immunsystem erst richtig zusetzen kann, sollte jedem klar sein.

Vorbeugen: So können Sie auch trotz Ansteckungsgefahr wieder produktiv sein

Fühlen Sie sich aber trotz noch ein wenig laufender Nase bereit, zumindest wieder halbwegs in den Alltag zu starten, achten Sie bitte auf ein paar Dinge:

  • Sollten Sie einem Bürojob nachgehen und die Möglichkeit haben, zu Hause zu arbeiten, nutzen Sie das. Hier können Sie gleichzeitig auch Ihren eigenen Körper noch schonen.
  • Verzichten Sie, wenn möglich, erst einmal aufs Händeschütteln.
  • Waschen Sie sich regelmäßig gründlich die Hände. Das sollte generell gelten.
  • Versuchen Sie, anderen möglichst nicht allzu nahe zu kommen.
  • Wer niesen muss: am besten in die Armbeuge.
  • Achten Sie insbesondere jetzt auf das Tragen einer Mund-Nasen-Maske.

Praktisch: Die AHA+L+C-Formel schützt auch gegen Erkältung und Grippe!

Behandeln können Sie die Erkältung mit bewährten Hausmitteln – oder Sie greifen auf hilfreiche, von der Stiftung Warentest geprüfte Erkältungs-Arzneimittel aus der Apotheke zurück. Wichtig ist aber vor allem viel, viel Ruhe. Weitere Tipps zur Erkältung finden Sie auf unserer Themenseite.

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