08.11.2019

Jeder hat sie, keiner kennt sie Sind Mandelsteine schuld an Mundgeruch?

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Mandelsteine haben wir alle – und manchmal sind sie der Auslöser für Mundgeruch. Was Sie dagegen tun können.

Foto: iStock/fotostorm

Mandelsteine haben wir alle – und manchmal sind sie der Auslöser für Mundgeruch. Was Sie dagegen tun können.

Eklig riechende Bröckchen im Mund – die Mehrheit kennt das, aber niemand spricht darüber. Mandelsteine sind ein Haupt-Grund für Mundgeruch.

Eigentlich unglaublich, dass Mandelsteine (med. Tonsillensteine) so wenigen Menschen ein Begriff sind. Denn jeder hat sie! Allerdings werden sie uns erst bewusst, wenn sie Probleme verursachen. Dauerhaft schlechter Atem – von dem man evtl. selbst nichts weiß – ist wohl die unangenehmste Folge der kleinen weißlichen Ablagerungen im Rachen. Das Problem: Mandelsteine kommen immer wieder bzw. sind ständig da.

Woraus bestehen Mandelsteine?

Wenn wir "Mandeln" sagen, meinen wir meist unsere Gaumenmandeln, die weichen Gebilde, die sich hinter dem Gaumenbogen befinden. Sie sind es, die bei einer Mandelentzündung rot, geschwollen und oft sogar vereitert sind. Mit Eiter haben Mandelsteine allerdings nichts zu tun, auch wenn sie so ähnlich aussehen können.

Mandelsteine sind Gebilde aus Nahrungsresten, abgestorbenen Zellen, weißen Blutkörperchen und Bakterien, die sich in Furchen ansammeln. Die Oberfläche der Mandeln ist wie ein Relief mit unzähligen Einsenkungen (Krypten) konstruiert, denn sie sind ein wichtiger Teil des Immunsystems. Durch die Faltung erhöht sich die Fläche, auf der Krankheitserreger gleich im Mund abgefangen werden können.

Wie Mandelsteine im Körper entstehen

Die Furchen der Gaumenmandeln sind also gut für die Gesundheit, aber eklig für uns, wenn daraus die Mandelsteine zutage treten. Einfach so oder nach Halskitzeln und Husten spürt man harte, bröcklige Krümel im Mund. Sie sind weiß-gelblich und meist unter einem Zentimeter groß. Weil sie sehr unangenehm riechen, etwa nach faulen Eiern, haben viele Menschen Angst, sie könnten Hinweis auf eine Krankheit sein. Die gute Nachricht: Mandelsteine sind harmlos.

Normalerweise werden die Ablagerungen beim Kauen und Sprechen von selbst heraus bewegt und über den Speichel abtransportiert, ohne, dass wir es bemerken. Es kann aber eben auch mal "was liegen bleiben". Die Mandelsteine sorgen dann dauerhaft für Mundgeruch, der auch durch Zähneputzen nicht verschwindet. Größere Mandelsteine können im Rachen drücken, so dass sie sich sogar manchmal anfühlen wie die einseitigen Halsschmerzen bei einer Erkältung oder wie geschwollene Lymphknoten.

Wie kann ich Mandelsteine entfernen?

Wenn Sie Mandelsteine selbst entfernen wollen, gibt es mehrere Möglichkeiten, wie man ihnen vorsichtig zu Leibe rücken kann:

  • Zahnbürste oder Munddusche: Schrubben Sie beim Zähneputzen auch die Mandeln mit ab, wenn Sie eine Munddusche haben, richten Sie diese regelmäßig in das Hintere des Rachens
  • Wattestäbchen: Öffnen Sie den Mund vor dem Spiegel so weit, dass sie die Mandelsteine sehen können und drücken Sie leicht mit einem Wattestäbchen von unten gegen die Mandeln, um sie so heraus zu heben.
  • Gähnen: Legen Sie den Kopf in den Nacken und öffnen und schließen Sie den Mund mehrmals weit. So entsteht ein Massage-Effekt auf den Rachen, der zur Ausscheidung der Mandelsteine beitragen kann.
  • Mundspülung: Gurgeln Sie in der Kehle so lange es geht mit Flüssigkeit. Besonders eignen sich Mundwasser mit Zink oder abgekühlter Salbei- oder Kamillentee.
  • Massage: Massieren Sie den Hals außen im Bereich zwischen Ohr und Kiefer auf der Seite des Mandelsteins. Durch die Bewegungen können auch die Steine locker und abgehustet werden.

Müssen Mandelsteine vom Arzt behandelt werden?

Zum Arzt muss man mit Mandelsteinen eigentlich nicht, höchstens sie bereiten größere Probleme wie Schmerzen oder wenn der Verdacht besteht, dass doch etwas anderes dahintersteckt. Die Ablagerungen an sich sind gewiss kein Anzeichen für eine Mandelentzündung. Nur wenn die Mandeln zusätzlich rot und schmerzhaft sind und man Fieber bekommt, ist eine Infektion wahrscheinlich. Menschen, die häufiger Mandelentzündungen haben, sind leider auch häufiger von lästigen Mandelstein-Auswürfen betroffen, denn die Entzündungsfolgen stören die natürliche Entleerung der Krypten langfristig.

Sie bekommen immer wieder Mandelentzündung oder es hat Sie gerade erwischt? Hier gibt es schnelle Hilfe:

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Wer sich häufig von Mandelsteinen beeinträchtigt fühlt, etwa durch Mundgeruch, findet im Hals-Nasen-Ohrenarzt den richtigen Ansprechpartner. Er kann die Gebilde mit speziellen Pipetten hervorholen oder sie mit einer Unterdruck-Behandlung heraussaugen. Auch wenn es nicht gerade appetitlich ist, sich so vor Augen zu führen, was da so in unserem Mund vor sich geht – hier liegt vielleicht der Schlüssel zu dauerhaft frischem Atem!

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