25.10.2019

Infizierte in Frankreich Gefährliche Tropenkrankheit: Zika-Virus erstmals in Europa aufgetaucht

Erste Fälle des Zika-Virus sind in Südfrankreich aufgetaucht. Wahrscheinlich haben sich die Patienten zu Hause angesteckt.

Foto: iStock/Motortion

Erste Fälle des Zika-Virus sind in Südfrankreich aufgetaucht. Wahrscheinlich haben sich die Patienten zu Hause angesteckt.

Vor allem in Brasilien ist das Virus eigentlich bekannt und gefürchtet, in unseren kühleren Breitengraden bisher nicht vorhanden. Doch die Asiatische Tigermücke als Hauptüberträger siedelt sich immer weiter nördlich an. Jetzt sind erste Fälle des Zika-Virus in Europa aufgetaucht.

Vor exotischen Krankheiten sind wir hier sicher, solange wir nicht in tropische Gebiete reisen und eine Krankheit mitbringen? Weit gefehlt. Denn immer mehr tropische Parasiten breiten sich auch in unseren Breitengraden aus – bisher war es dort eigentlich immer zu kühl für die Asiatische Tigermücke und Co. Doch die Winter in Europa werden immer milder, die Sommer immer heißer. Jetzt bekommen wir die Folgen der globalen Erwärmung am eigenen Leib zu spüren: In Frankreich sind erste Fälle des Zika-Virus in Europa aufgetaucht – offenbar hat sich mindestens einer der Patienten zu Hause in Frankreich angesteckt.

Zika-Virus-Fälle in Europa: Tropenkrankheiten verlieren exotischen Charakter

In Deutschland ist die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die das Zika-Virus übertragen kann, schon längst angekommen. Infektionen gab es aber noch keine – zumindest keine nachgewiesenen.

Nun musste sich aber Anfang August in Frankreich ein Mann wegen Hautausschlag, Gelenkschmerzen und Fieber behandeln lassen, wie unter anderem welt.de berichtet. In Südfrankreich, wo der Patient lebt, ist die Tigermücke bereits länger heimisch – obwohl sie eigentlich aus den Tropen und Subtropen stammt.

Die Ärzte vom Krankenhaus Sainte-Marguerite in Hyères bei Toulon konnten schnell das Zika-Virus als Auslöser der Symptome ausmachen. Der Patient sei aber in jüngster Vergangenheit nicht im Ausland gewesen – der Verdacht eines sogenannten autochthonen Zika-Falles, also einer Ansteckung im Heimatgebiet des Patienten, liegt daher nahe und konnte demnach auch bestätigt werden. Kurz darauf war ein zweiter Franzose in Hyères erkrankt.

Beide Patienten sind mittlerweile wieder genesen – doch die Fälle geben Ärzten und Behörden Anlass zur Sorge: Das Zika-Virus ist auch ohne Ansteckung auf Reisen in Europa angekommen.

Besonders Schwangere sind gefährdet

Der Krankheitsverlauf nach Ansteckung mit dem Zika-Virus verläuft in den meisten Fällen mild und unauffällig. Symptome sind etwa Kopfschmerzen, Fieber und Hautrötungen.

Doch kann das Virus schlimme Folgen haben, wenn sich schwangere Frauen vor allem im Frühstadium einer Schwangerschaft anstecken. Das Virus kann auf den Embryo übergehen und dann zu Mikrozephalie führen, einer Hirn- und Schädelfehlbildung, bei der der Kopf der Kinder sich zu klein entwickelt. Solche Fälle traten im vierstelligen Bereich um 2015 in Brasilien auf.

Noch sind eher südliche Gebiete betroffen

Darauf, dass die Tigermücke Überträger ist, weisen auch andere Krankheitsfälle hin. Denn die tagaktive Mückenart überträgt nicht nur das Zika-Virus, sondern kann auch das Dengue- und Gelbfieber- sowie West-Nil- und Chikungunya-Virus übertragen, den Erreger der Japanischen Enzephalitis in sich tragen und weitergeben. Immerhin schon sieben Meldungen von Infektionen mit dem Dengue-Virus seien im südfranzösischen Département Alpes-Martimes seit dem 1. August gemacht worden. Im Verwaltungsbezirk Rhône gab es zwei Fälle.

Hyères liegt in Südfrankreich – dort ist es noch etwas wärmer als hierzulande. Doch die Asiatische Tigermücke wurde bereits mehrmals im Süden Deutschlands gesichtet, vor allem rund um Freiburg und Heidelberg. Beide Gegenden gelten als überdurchschnittlich warm.

Im Osten Deutschlands treten zudem immer mehr Fälle des West-Nil-Virus bei Tieren auf, rund um Leipzig und in Berlin haben sich zudem erstmals Menschen in Deutschland mit dem West-Nil-Virus infiziert. Als Überträger gilt hier außer der Tigermücke auch die Japanische Buschmücke, und die hat es sich auch in nördlichen Gebieten bereits gemütlich gemacht. Beide gelten als zwei von drei gefährlichen Mückenarten, die sich bei uns mittlerweile ausbreiten.

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