13.09.2019

Ausschlag und Juckreiz Waschmittel-Allergie: Worauf muss ich achten?

Ist mein Waschmittel für jeden geeignet? Eine Waschmittel-Allergie kann mit der Zeit entstehen. Was Sie dagegen tun können.

Foto: iStock/Tinatin1

Ist mein Waschmittel für jeden geeignet? Eine Waschmittel-Allergie kann mit der Zeit entstehen. Was Sie dagegen tun können.

Allergene lauern überall – leider auch in den Stoffen, die uns eigentlich ein sauberes, reines Gefühl geben sollen. Wie sich eine Waschmittel-Allergie zeigt und was Sie dagegen tun können.

Eine allergische Kontaktreaktion äußert sich meist mit Hautausschlag, der oft auch noch juckt. So verhält es sich auch bei einer Waschmittel-Allergie. Zwar ist noch gar nicht richtig bewiesen, ob Waschmittel bzw. deren Inhaltsstoffe tatsächlich Allergien auslösen, aber in den Saubermittelchen sind oft jede Menge Substanzen sind, die als potentielle Allergene gelten – also durchaus bei manchen Menschen Allergien auslösen könnten.

Waschmittel-Allergie: Diese potentiellen Allergene sind meist schuld

In herkömmlichem Waschmittel sind diverse Stoffe enthalten, die bei empfindlicher Haut Reizungen hervorrufen können. Das sind

  • Tenside (waschaktive Substanzen gegen Fette)
  • Enzyme (entfernen spezielle Flecken, z.B. Blut)
  • Bleichmittel
  • Duftstoffe oder
  • Farbstoffe sowie
  • Desinfektionsmittel.

Je mehr davon in einem Waschmittel enthalten sind, desto höher ist die Gefahr einer allergischen Reaktion.

Symptome bei Waschmittelallergie kommen versetzt

Eine Allergie gegen Waschmittel tritt in der Regel nicht sofort auf. Meist vergeht einige Zeit beim Tragen eines damit gewaschenen Kleidungsstückes. Partikel aus dem Waschmittel bleiben nämlich an der Kleidung haften. Zwar geschieht dies nur in geringer Menge, aber der dauerhafte Kontakt mit der Haut kann schließlich zu einer Überreaktion führen. Die häufigsten Symptome sind dabei direkt an der betroffenen Stelle sichtbar:

  • Ausschlag
  • Juckreiz sowie
  • manchmal auch Bläschen oder Quaddeln.

Jedoch gibt es auch unspezifischere Symptome, die im ersten Moment gar nicht nach Allergie aussehen:

  • Halskratzen
  • Husten
  • vermehrte Schleimbildung und
  • Kopfschmerzen.

Glücklicherweise ist der unter Allergikern gefürchtete anaphylaktische Schock bei einer Waschmittel-Allergie äußerst selten. Auf ein Notfallset, wie es etwa bei Insektengiftallergikern wichtig ist, müssen Sie also nicht zurückgreifen.

Sehen Sie hier auch, wie die Stiftung Warentest Colorwaschmittel bewertete:

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So reagieren Sie richtig bei einer allergischen Reaktion gegen Waschmittel

Sollten Sie die oben genannte Symptome bei sich oder jemandem in Ihrem Haushalt beobachten, heißt es erstmal: Waschmittel wechseln. Sonst kann sich die Allergie verschlimmern. Am besten nutzen Sie jetzt erst einmal eines, das für Allergiker geeignet ist, bis weitere mögliche Ursachen ausgeschlossen sind.

Dazu sollten Sie zum Arzt gehen und einen Allergietest machen lassen. Meist bleibt eine Kontaktallergie, daher ist es wichtig, dann auf die entsprechenden auslösenden Stoffe zu verzichten. Dann klingen die Beschwerden meist langsam ab und sind spätestens nach wenigen Wochen wieder verschwunden. Allerdings können auch Stress und ungesunde Ernährung sowie Rauchen und Alkoholkonsum eine Allergie verschlimmern oder es so aussehen lassen, als sei sie erst ausgelöst worden.

Manchmal hilft es aber auch, einfach etwas weniger Waschmittel zu nutzen oder noch einmal nachzuspülen.

Wie erkennen Sie ein Waschmittel für Allergiker?

Im ersten Moment hilft nur testen, wenn Sie nicht genau wissen, worauf Sie reagieren. Manche Hersteller verzichten auf Enzyme, andere auf Duftstoffe...

Die Stiftung ECARF (European Centre For Allergy Research Foundation) hat allerdings ein Qualitätssiegel entwickelt, das allergikerfreundliche Produkte kennzeichnet. Auf Waschmittel mit dem Siegel können außerdem auch Neurodermitis-Leidende zurückgreifen.

Wenn Sie nach dem Tragen Ihrer frisch gewaschenen Wäsche eine Hautreaktion bei sich beobachten, greifen Sie also am besten auf Allergiker-Waschmittel zurück. Bei diesen wird auf bekannte Allergieauslöser verzichtet, insgesamt finden sich weniger einzelne Bestandteile im Waschmittel. Oder Sie machen sich Ihr Waschmittel selbst – dann wissen Sie genau, was enthalten ist. Außerdem gibt's auch noch Waschnüsse. Aber ob die so gut sind, hat sich die Stiftung Warentest gefragt.

Und auch bei höheren Temperaturen werden Keime besser abgetötet. Allerdings lässt sich eben nicht jedes Kleidungsstück bei 90 Grad waschen – vom ökologischen sowie ökonomischen Aspekt mal abgesehen. Hin und wieder können Handtücher und Bettwäsche (sofern sie aus Baumwolle bestehen) aber auch mal in die Kochwäsche.

Extratipp: Auf Weichspüler sollten Sie vor allem als Allergiker in jedem Fall verzichten. In den Mitteln stecken viele Weichmacher, die noch einmal das Allergiepotential erhöhen. Die Stoffe bleiben zudem viel mehr an der Kleidung hängen und lösen noch schneller eine Allergie aus. Außerdem sind Weichspüler aus ökologischer Sicht schwierig, da sie schwer zersetzbar sind und Grundwasser und Lebewesen stark belasten. Und zusätzlich zerstören Sie auf Dauer Ihre Kleidung, denn Weichspüler legen sich so sehr um die Fasern, dass kaum noch Waschmittel oder gar Wasser rankommen. Mit der Zeit werden Fasern dadurch brüchig.

Es ist übrigens gar nicht so einfach, Wäsche richtig zu waschen. Ein Wasch-Experte gibt Tipps. Und weitere praktische Haushaltstipps sowie wichtige Informationen zu Allergien und Intoleranzen finden Sie auf unseren Themenseiten.

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