06.09.2019

Wenn's juckt und brennt Störfaktor Scheidenpilz – Ursachen liegen im Immunsystem

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Wenn's juckt und brennt, kann ein Scheidenpilz dahinterstecken. Verschiedene Ursachen führen schnell zur Vaginalmykose. Was Sie tun können.

Foto: iStock/someone25

Wenn's juckt und brennt, kann ein Scheidenpilz dahinterstecken. Verschiedene Ursachen führen schnell zur Vaginalmykose. Was Sie tun können.

Jucken, Brennen, Ausfluss – die meisten Frauen haben mal Scheidenpilz. Die Ursachen dafür liegen im Körper selbst, auch Stress ist ein Auslöser.

Wenn Frauen sagen "Ich habe einen Pilz", meinen sie meist den krankhaften Pilzbefall der Vagina und Vulva, der die typischen, unangenehmen Symptome auslöst. Dazu zählen teils extremes Jucken der äußeren und / oder inneren Scheide, Brennen und Rötung der Schamlippen und weißer Ausfluss, der häufig unangenehm riecht.

Allerdings ist die Scheide bei bis zu 30 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter mit Hefepilzen (Candida) besiedelt, ohne dass das zu Beschwerden führt. Erst bestimmte Faktoren bedingen eine Infektion, die fachlich auch Vaginalmykose heißt, und die wir landläufig Scheidenpilz nennen. Ursachen ergeben sich durch Veränderungen im Hormonhaushalt und Immunsystem und der Aktivität der Milchsäurebakterien der Schleimhaut, auch Scheidenflora genannt.

Häufige Scheidenpilz-Ursachen und ihr Zusammenhang

Die Hefepilze finden im Scheidenmilieu ideale Wachstumsbedingungen, da es feucht und warm ist. Generell werden sie durch die Milchsäurebakterien reguliert, die ein saures Scheidenklima schaffen und so der lokalen Abwehr von Krankheitserregern dienen. Die Milchsäurebakterien werden auch vom Geschlechtshormon Östrogen gesteuert, deshalb hat auch der Hormonhaushalt großen Einfluss auf das Risiko für vaginale Infektionen. Häufige Scheidenpilz-Ursachen sind:

  1. Einnahme von bestimmten Medikamenten: Antibiotika (zerstören Bakterien, aber leider auch die "guten" Milchsäurebakterien), Kortison oder Chemotherapie schwächen das Immunsystem.
  2. Stress – bei erhöhter psychischer Angespanntheit schüttet der Körper Kortisol aus, was ähnlich wie Kortison wirkt und die Immunabwehr unterdrückt.
  3. Übertriebene Intimhygiene – das häufige Waschen oder gar Spülen der Scheide mit Produkten mit dem falschen pH-Wert und irritierenden Stoffen, wie Parfum, stört das saure Milieu.
  4. Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus oder AIDS, mit denen eine Schwächung des Immunsystems einhergeht.
  5. Hormonschwankungen, z.B. durch die Einnahme von Geschlechtshormonen wie Gestagen, wie in der Anti-Baby-Pille.
  6. Störungen im Hormonhaushalt, etwa durch Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse oder Morbus Cushing.
  7. Hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft.

Scheidenpilz-Ursachen selbst behandeln oder zum Arzt?

An sich ist eine Pilzinfektion – meist übrigens hervorgerufen durch den häufig auftretenden Hefepilz Candida albicans – keine gefährliche Erkrankung und Zäpfchen und Salben aus der Apotheke, können sie zum Verschwinden bringen, in sehr leichten Fällen auch Hausmittel gegen Scheidenpilz.

Es gibt aber einige Faktoren, die gegen eine Selbstbehandlung von Scheidenpilz sprechen. Ursachen werden nämlich von Betroffenen oft falsch eingeschätzt bzw. die Symptome falsch gedeutet. Weniger bekannt als Scheidenpilz ist als Ursache eine bakterielle Infektion der Scheide, eine Vaginose, die ähnliche Beschwerden hervorruft.

Der Bundesverband der Frauenärzte erklärt: "Da Juckreiz und Ausfluss auch Folge einer bakteriellen Störung (bakterielle Vaginose) oder Trichomoniasis sein können, sollte in jedem Fall ein Frauenarzt aufgesucht werden, um die tatsächliche Ursache abzuklären. Solange der Auslöser für die Beschwerden nicht geklärt ist, wird von einer Selbstbehandlung mit freiverkäuflichen Mitteln abgeraten. Studien haben nämlich ergeben, dass eine Selbstdiagnose durch die Patientin in mindestens zwei Drittel der Fälle falsch war!" Die Symptome können also auch mit denen einer sexuell übertragbaren Krankheit verwechselt werden.

Ganz besonders vorsichtig müssen schwangere Frauen sein. Sie sollten sich beim Frauenarzt immer auf Candida-Befall testen lassen und bei positivem Befund immer behandelt werden, auch wenn sie keine Scheidenpilz-Symptome haben. Denn das Baby kann sich schon während der Geburt anstecken und unangenehme Folgen wie Entzündungen im Mund oder Windelsoor erleiden.

Zum Arztbesuch rät der Bundesverband der Frauenärzte auf jeden Fall, wenn Sie Beschwerden haben und

  • Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre Beschwerden tatsächlich von Scheidenpilz kommen oder andere Ursachen dahinterstecken.
  • Eine Pilzinfektion zum ersten Mal auftritt.
  • Sie schwanger sind.
  • Die Beschwerden trotz Selbstbehandlung nach spätestens drei Tagen nicht nachlassen oder gar schlimmer werden.
  • Sie mehr als viermal im Jahr an einer Pilzinfektion leiden.
  • Sie unter Fieber, Schmerzen oder blutigem Ausfluss leiden.

Mehr über die Vagina erfahren Sie auf unserer Themenseite.

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