22.10.2019

Hausmittel und Medikamente Kann ich Nagelbettentzündung selbst behandeln?

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Bewährte Hausmittel bei Nagelbettentzündung
Fr, 01.11.2019, 10.02 Uhr

Bewährte Hausmittel bei Nagelbettentzündung

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Ruppige Pediküre, eine Infektion und schon droht eine Nagelbettentzündung. Die richtigen Hausmittel können sie heilen, allerdings nicht immer.

Zehen und Finger müssen im Alltag viel aushalten, da kommt es schnell zu Verletzungen an der empfindlichen Haut, die den Nagel umgibt. Die kleinen Wunden können zum Einfallstor für Krankheitserreger, wie Bakterien, Pilze und Viren, werden. Eine besonders unangenehme Folge davon ist die Nagelbettentzündung. Zeh oder Finger werden um den Nagel rot, pulsieren schmerzhaft, häufig sammelt sich Eiter unter der Nagelplatte.

Zwei Formen der Nagelbettentzündung: Welcher Teil ist betroffen?

Generell kann man zwei Formen der Nagelbettentzündung (Panaritium) unterscheiden, je nachdem, wo genau sie auftritt:

  • Panaritium paraunguale: Vor allem der Umriss des Nagels ist von der Entzündung betroffen, ist gerötet und geschwollen. Das eigentliche Nagelbett – die Haut unter dem Nagel – ist aber kaum angegriffen.
  • Panaritium subunguale: Die Entzündung befindet sich (auch) im Nagelbett selbst. Nicht selten sammelt sich im Verlauf Eiter unter dem Nagel an, was extrem schmerzhaft sein kann.

Daneben gibt es akute und chronische Nagelbettentzündung. Der große Zeh beispielsweise ist bei immungeschwächten Menschen oder Diabetes-Patienten häufig immer wieder oder dauerhaft betroffen. In der chronischen Form sind oft auch die Beschwerden subtiler, und Jucken und Schmerzen fallen leichter aus. Manchmal kann sich (vor allem bei chronischer Entzündung) auch der Zehnnagel ablösen. Wer dauerhaft oder immer wieder unter Nagelbettentzündung leidet, sollte damit auf jeden Fall zum Arzt gehen.

Hilfe bei Nagelbettentzündung: Hausmittel und Salbe

Erstmal können Sie versuchen, der Nagelbettentzündung selbst beizukommen. Folgende Hausmittel und Anwendungen könnten die Beschwerden lindern:

Warme Kamillenbäder: Zwei bis drei Mal täglich die betroffenen Hände oder Füße in warmem (nicht heißem) Wasser mit Kamillentee legen. Wenn die Hornhaut aufgeweicht wird, kann Eiter leichter abfließen. Die Kamille beruhigt und desinfiziert leicht. Reinigen sie die Stelle danach zusätzlich mit Haut-Desinfektionsmitteln.

Die besten rezeptfreien Salben: Verschiedene Salben und Lösungen, die Sie ohne Rezept in der Apotheke kaufen können, genügen oft zur Ausheilung der Nagelbettentzündung. Der Klassiker gegen alle Arten von Keimen ist Povidon-Jod, welches man unter ein Pflaster oder einem Verband auf die betroffene Stelle einwirken lässt. Auch entzündungshemmende und antibakterielle Wund- und Brand-Salbe, mit dem Wirkstoff Benzethoniumchlorid, zeigt bei Nagelbettentzündung gute Wirkung. Sogenannte "Zugsalbe" kann vor allem helfen, wenn sich Eiter bei einem Abszess unter dem Nagelbett gesammelt hat. Der Wirkstoff Ammoniumbituminosulfonat dient bei Nagelbettentzündung als Salbe oder Lösung dazu, die Hornhaut aufzuweichen und Eiter und Keime praktisch herauszuziehen.

Pflanzen und ätherische Öle: Zubereitungen von Pflanzen, die keimabtötend wirken, können auch auf und unter dem Nagel für Linderung sorgen. Allen voran das Teebaumöl, das gegen alle möglichen Hautprobleme eingesetzt wird, und mehrmals täglich auf Finger oder Zeh aufgetragen wird. Auch Arnika und Zwiebelextrakt wird bei Nagelbettentzündung als Hausmittel Wirksamkeit zugeschrieben. Allerdings sollten Sie diese natürlichen Mittel nur bei leichteren Fällen ausprobieren.

Nagelbettentzündung – wie der Arzt helfen kann

Allgemein gilt: Wenn sich die Symptome der Nagelbettentzündung an Zeh oder Finger nicht nach drei Tagen bessern, oder starke Rötung und Schmerzen vorkommen, sollten Sie damit zum Arzt. Die richtigen Ansprechpartner sind Hausarzt oder Dermatologe. Wenn Nagelbettentzündung immer wieder auftaucht, muss außerdem abgeklärt werden, ob eine weitere Krankheit dahintersteckt.

Besonders, wenn Menschen schon vorgeschwächt sind, z. B. während einer Chemotherapie oder chronischer Krankheit, ist das Risiko einerseits größer überhaupt eine Nagelbettentzündung zu bekommen, andererseits auch, dass durch sie Komplikationen entstehen.

Im schlimmsten Fall wäre das eine Sehnenscheidenentzündung oder gar eine Blutvergiftung, das ist allerdings sehr selten. Deshalb verschreiben Ärzte gerade Risikopatienten zusätzlich zu äußerlich desinfizierenden Salben auch Antibiotika zum Einnehmen. Vor allem passiert das, wenn sich die Nagelbettentzündung durch Hausmittel und rezeptfreie Medikamente nicht hat zurückdrängen lassen.

Sollte sich trotzdem keine Besserung zeigen oder die Entzündung immer wieder zurückkommen, kann das chronisch entzündete, vereiterte Gewebe chirurgisch entfernt werden.

Wie Nagelbettentzündung vorgebeugt wird

Vor allem trockene, angegriffene Nagelhaut ist leichter zu verletzten. Tragen Sie deshalb beim Putzen (vor allem mit scharfen Reinigungsmitteln) immer Gummihandschuhe. Cremen Sie Hände und Füße regelmäßig mit fetthaltigen, schützenden Produkten ein und sorgen Sie dafür, dass vor allem die Füße trocken und gut belüftet sind.

Bei Mani- und Pediküre müssen Sie sehr vorsichtig sein, schneiden Sie auf keinen Fall die Nagelhaut ab und schneiden Sie die Nagelkanten am Zeh gerade, nicht rund ab, damit die Gefahr einwachsender Nägel minimiert ist.

Allgemein brüchige und weiche Nägel werden oft durch Magnesium-Mangel oder Folsäure-Mangel ausgelöst. Nehmen Sie aber nicht einfach auf Verdacht Nahrungsergänzungsmittel. Wenn Ihr Immunsystem schlappmacht und sie deshalb Nagelbettentzündung und weitere Infektionen häufig plagen, müssen Sie die Gründe bei Arzt abklären lassen und dann gezielt dagegen vorgehen.

Auch die Nägel sind ein Spiegel unserer Gesundheit!

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