02.08.2019

Vorsicht vor Lebensmitteln Listerien: Symptome, Ursachen & Behandlung der Listeriose

Zum Vorbeugen: Arbeiten Sie in der Küche immer mit gewaschenen Händen und Küchenutensilien – und garen Sie etwa Fleisch immer gut durch, bevor Sie es servieren und verzehren.

Foto: iStock/anandaBGD

Zum Vorbeugen: Arbeiten Sie in der Küche immer mit gewaschenen Händen und Küchenutensilien – und garen Sie etwa Fleisch immer gut durch, bevor Sie es servieren und verzehren.

Meist sind tierische Produkte schuld an der Infektionskrankheit Listeriose. Zum Glück verläuft sie in der Regel mild. Wann Sie aber aufpassen sollten und was dann zu tun ist – hier mehr!

Verunreinigte Lebensmittel können eine ganze Reihe fieser Infektionskrankheiten mit sich bringen. Eine davon ist die durch das Bakterium Listeria monocytogenes (umgangssprachlich oft "Listerien" genannt) verursachte Listeriose. Diese Bakterien kommen fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Doch komplett sicher sind Vegetarier und Veganer nicht – auch einige nichttierische Lebensmittel können verunreinigt sein.

Listerien: Wie entsteht die Listeriose?

Listerien sind stäbchenförmige Bakterien, die quasi überall in der Umwelt vorkommen. In der Regel sind sie für den Menschen harmlos. Nur diese eine Form, "Listeria monocytogenes", kann gefährlich werden und zu einer Listeriose führen.

Diese Art der Listerien kann fast überall leben und sich auch im menschlichen Körper vermehren. Vor allem verunreinigte Lebensmittel rufen die Erkrankung hervor, wenn sie mit Listerien belastet sind. Darunter:

  • rohes Fleisch
  • Fisch, vor allem geräuchert
  • Milchprodukte aus Rohmilch (selten pasteurisierte Milch) sowie Käserinde
  • verpackte Salate

Besonders gefährdet sind Menschen mit einem schwachen Immunsystem, dazu zählen zum Beispiel Neugeborene, ältere Menschen, Patienten nach Operationen oder Organtransplantationen, an chronischen Erkrankungen leidende Menschen sowie solche, die Medikamente nehmen, die das Immunsystem dämpfen (etwa Kortison). Zudem infizieren sich öfter Schwangere.

Bei Babys hingegen kann es sein, dass die Mutter in der Schwangerschaft erkrankt ist und die Erreger so ans Neugeborene übertragen hat.

Die Symptome der Listeriose

Häufig bricht die Erkrankung zum Glück nicht aus – rund 350 Fälle wurden im Schnitt jährlich in den vergangenen Jahren festgestellt – meist bei Neugeborenen. Aber auch in der Schwangerschaft tritt die Erkrankung öfter auf, Frauen sind besonders im jungen Erwachsenenalter betroffen, später überwiegt die Zahl der erkrankten Männer.

Meist beträgt die Inkubationszeit etwa drei Wochen, sie kann aber auch nur wenige Tage oder gar nur Stunden bis hin zu 8 bis 10 Wochen dauern. Je kürzer die Inkubationszeit, desto mehr Listerien hat der Betroffene in kurzer Zeit aufgenommen.

Die Symptome sind je nach allgemeiner Verfassung des Patienten unterschiedlich und klingen oft nach wenigen Tagen wieder ab.

Wer sonst gesund ist und über ein starkes Immunsystem verfügt, leidet meist nur an leichtem Fieber. Weitere Symptome sind:

  • Erbrechen und Durchfall
  • Glieder- und Muskelschmerzen
  • Krankheitsgefühl und Abgeschlagenheit

Bei einem schweren Krankheitsverlauf, was in seltenen Fällen auch bei sonst gesunden Personen passieren kann, sind die Symptome und Folgen ungleich heftiger. Dann breiten sich die Listerien nämlich im Körper aus. Resultieren kann dann sogar eine Blutvergiftung. Gelangen die Erreger ins Gehirn, droht eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) oder eine Hirnhautentzündung (Meningitis). Symptome wie Bewusstseinsstörungen oder Gleichgewichtsstörungen sowie heftige Kopfschmerzen treten dann auf.

Breiten sich Listerien im Körper aus, können sie jedes Organ befallen, so etwa auch die Bindehaut am Auge oder das Herz. Sogar arthritische Gelenkentzündungen können in Einzelfällen auftreten. Meist passiert dies bei immungeschwächten Menschen. Die Fallzahlen sind sehr niedrig.

Sonderfall: Listeriose in der Schwangerschaft – und bei Neugeborenen

Sind Schwangere von Listerien betroffen, sind die Symptome eher gering ausgeprägt und ähneln eher an einen grippalen Infekt. Allerdings kann die Listeriose in der Schwangerschaft schwere Folgen für das ungeborene Kind haben, wenn die Bakterien über die Plazenta auf den Fötus übergehen. Es droht eine Früh- oder gar Totgeburt, daher ist eine Behandlung wichtig. Die Bakterien können sich auch noch bei der Geburt auf das Baby übertragen.

Für die Neugeborenen kann es dann kritisch werden. Treten Beschwerden in der ersten Lebenswoche auf, kann das Kind folgende Begleiterscheinungen entwickeln:

Aufgrund der letztgenannten Begleiterscheinung wird die früh auftretende Infektion auch "Granulomatosis infantiseptica" genannt.

Tritt die Infektion bei Neugeborenen erst später auf, ist oft eine Meningitis die Folge.

Behandeln am besten mit Antibiotika

Stellt der Arzt eine Listeriose fest, nachdem er etwa eine Blut-, Stuhl- oder Rückenmarksflüssigkeits-Probe genommen hat, muss in der Regel mit Antibiotika behandelt werden. Besonders zu beachten ist dabei, dass die Behandlung mit dem Antibiotikum mindestens drei Wochen dauern muss. Sonst besteht die Gefahr, dass die Listerien sich wieder vermehren. Die Antibiotika-Therapie kann sich entsprechend um weitere Wochen verlängern, wenn etwa dadurch noch eine Hirnhautentzündung ausbricht.

Wie schützt man sich am besten?

Da Listerien hauptsächlich über die Nahrung übertragen werden, heißt es: rohes Fleisch immer gut durchgaren und bei Immunproblemen sowie in der Schwangerschaft auf bestimmte Nahrungsmittel wie Rohmilch, Räucherfisch oder abgepackte Salate verzichten. Auch sonst sollten Sie Gemüse und Salate immer gründlich vor dem Verzehr waschen sowie Hände und Kochgeschirr gut reinigen. Beim Öffnen einer Avocado ist beispielsweise Vorsicht geboten. Fleisch und Fisch sollten gut durchgegart werden. Das Problem ist nämlich: Listerien sind äußerst hartnäckig. Sie überleben bei Temperaturen zwischen -0,5 und 45 °C problemlos, daher macht ihnen auch der Kühlschrank nichts aus.

Und auch wenn Sie Essen gehen, sollten Sie sich Ihr Menü gut überlegen. Es gibt ein paar Dinge, die Sie im Restaurant besser nicht bestellen sollten.

Vorsicht: Listerien können von infizierten Personen noch über Monate hinweg ausgeschieden werden. Hygiene nach dem Stuhlgang ist daher immer wichtig. Das Robert Koch Institut (RKI) gibt weitere Empfehlungen im Listeriose-Ratgeber.

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