12.07.2019

Krebsvorstufe bei rauer Haut Wie erkenne ich aktinische Keratose?

Von

Sollte Ihnen eine raue Stelle auf der Haut auffallen, lieber immer vom Hautarzt abklären lassen. Eine aktinische Keratose kann sich zu weißem Hautkrebs entwickeln.

Foto: iStock/kali9

Sollte Ihnen eine raue Stelle auf der Haut auffallen, lieber immer vom Hautarzt abklären lassen. Eine aktinische Keratose kann sich zu weißem Hautkrebs entwickeln.

Aktinische Keratose ist vielen kein Begriff. Es sind, scheinbar harmlose, raue Stellen auf der Haut. Aber es kann sich dabei um eine Vorstufe von Hautkrebs handeln!

Klar, ist der Sommer erstmal da, wollen die meisten so viel Zeit wie möglich in der Sonne verbringen. Leider macht das Sonnenlicht aber nicht nur braun und gute Laune, sondern die UV-Strahlen schädigen auch die Hautzellen. Dass dadurch schwarzer – also bösartiger – Hautkrebs entstehen kann, ist mittlerweile so gut wie jedem bekannt. Allerdings bekommen viel mehr Menschen hellen Hautkrebs durch Sonnenschäden. Jedes Jahr erkranken in Deutschland 260.000 Menschen neu daran!

Eine unterschätzte Gefahr, denn heller Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom) ist zwar gutartig und gut behandelbar, hinterlässt aber Spuren und erhöht das Risiko für bösartige Tumore. Die beste Prognose gibt es, wenn heller Hautkrebs früh entdeckt wird. Leider wird eine typische Vorstufe – die aktinische Keratose – oft für eine harmlose Hautveränderung gehalten. Hier lesen Sie, wie Sie aktinische Keratose schon im Anfangsstadium erkennen und wie die Behandlung abläuft.

Aktinische Keratose: Symptome und Vorkommen

Von aktinischen Keratosen sind meist Menschen ab 50 Jahren betroffen und das in unseren Breitengraden nicht selten: In Europa entwickeln etwa 15 Prozent der Männer und 6 Prozent der Frauen aktinische Keratose, viele davon ohne es zu erkennen.

Bei der Entstehung spielt die Lebenszeitdosis an UV-Strahlung eine wichtige Rolle. Die UV-Strahlen schädigen über viele Jahre die Hautzellen, die daraufhin mutieren und sich stark vermehren, was zur Verhornung der Haut führt.

Gefährdet sind vor allem Personen, die viele Jahre lang in Job oder Freizeit ungeschützt starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren. Ein erhöhtes Risiko haben außerdem Menschen mit heller Haut, die zu Sonnenbrand neigen. Aktinische Keratose hat Symptome, die von den Betroffenen meist unterschätzt werden:

  • Aktinische Keratose im Anfangsstadium zeigt sich durch raue, schuppige Hautstellen, die sich ähnlich wie Sandpapier anfühlen.
  • Die Farbe der betroffenen Hautstellen variiert von hautfarben über gelblich bis hin zu rötlich.
  • Betroffen sind meist Partien, die häufig mit UV-Strahlen in Kontakt kommen – wie Stirn, Ohren, Wangen und Nasenrücken.
  • Im weiteren Verlauf bilden sich dicke Hornablagerungen auf der Haut, die gelblich oder bräunlich sein können.
  • Aktinische Keratose löst keinen Juckreiz aus, die betroffenen Stellen sind jedoch besonders empfindlich.

Bestehende aktinische Keratose und ihre Therapie

Bei auffälligen Stellen sollten Betroffene ihren Hautarzt um Rat fragen. Er erkennt das Problem meist schon durch den Anblick und stellt dann durch eine Gewebeprobe in der Labor-Analyse die Diagnose aktinische Keratose.

Die Behandlung ist mit verschiedenen Verfahren möglich, die meisten davon minimalinvasiv, eine Operation zur Entfernung des betroffenen Gewebes ist nur selten nötig. So können die Stellen beispielsweise mit Stickstoff vereist oder mit einem Laser abgetragen werden, oder die verhornten Stellen werden mit einem chemischen Peeling gelöst.

Eine aktinische Keratose kann zur Therapie auch mit speziellen Salben angegangen werden, z. B. mit den Wirkstoffen einer Chemo- oder Immuntherapie – allerdings durch die lokale Anwendung und geringe Dosierung nicht mit den gefürchteten Nebenwirkungen wie bei der Krebstherapie.

Eine minimalinvasive Behandlung, die auch für großflächige Hautareale infrage kommt, ist die Photodynamische Tageslichttherapie (Tageslicht-PDT). Bei dieser wird zunächst ein Medikament auf die Haut aufgetragen, durch das die geschädigten Zellen lichtempfindlich werden. Unter der Einwirkung von Tageslicht bilden sich daraufhin spezielle Sauerstoffmoleküle, die die kranken Zellen zerstören. Die abgestorbenen Zellen werden daraufhin vom Körper abgebaut und die Haut regeneriert sich.

Aktinische Keratose: Prognose & Prävention

Wie bei den meisten Erkrankungen gilt auch für aktinische Keratose: die Prognose ist umso besser, desto eher das Problem erkannt und behandelt wird. Generell sind die Aussichten gut, aktinische Keratose einzudämmen, bevor es zu hellem Hautkrebs kommt. Die meisten verfügbaren Therapien hinterlassen keine Narben. Deshalb sollten sich Betroffene nicht scheuen, aktinische Keratosen entfernen zu lassen, denn von alleine verschwinden die rauen Stellen nicht wieder.

Außerdem empfehlen Experten, regelmäßig Untersuchungen zur Hautkrebs-Früherkennung wahrzunehmen. Ab einem Alter von 35 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen alle zwei Jahre die Kosten, manche schon früher. So wird weißem Hautkrebs wie dem Basaliom oder einem Melanom, dem schwarzen Hautkrebs, oft schon in einer Frühphase keine Chance gegeben. Mit der ABCDE-Regel erkennen Sie Hautkrebs-Symptome übrigens besonders gut!

Und es kann nicht oft genug gesagt werden: Immer Sonnenschutz verwenden, wenn Sie sich länger als ein paar Minuten in der Sonne aufhalten. Das verhindert nicht nur Hautkrankheiten wie die aktinische Keratose und Hautkrebs, sondern lässt die Haut auch länger jung aussehen.

Seite

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen