11.07.2019

Symptome, Ursachen, Hausmittel Sommergrippe: Darum werden wir bei Hitze krank

Di, 16.07.2019, 17.14 Uhr

Hausmittel gegen Sommergrippe

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Kaum fängt der Urlaub an, geht's los: Die Nase läuft, der Hals tut weh – eine Sommergrippe macht vor allem bei hohen Temperaturen keinen Spaß. Woran Sie den sommerlichen Infekt erkennen und was Sie tun können.

Es ist doch immer dasselbe: Die ersten, wohlverdienten Urlaubstage stehen an – und schon fühlen wir uns schlapp, der Taschentuchverbrauch steigt ins Unermessliche. Als ob der Körper sich denkt: "Klasse! Endlich Freizeit! Dann können wir uns jetzt ja Zeit nehmen – und so richtig krank werden!"

So geht es in den warmen Monaten vielen. Besonders unangenehm: Die Sommergrippe setzt dem Körper mit ihren Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Schnupfen und Husten bei warmen Temperaturen, vielleicht sogar großer Hitze, gefühlt noch mehr zu als im nasskalten Winter. Da rechnen wir ja schließlich mit einer Erkältung. Erkälten im Sommer? Wie soll das gehen? Nun, schneller als uns allen lieb ist.

Sommergrippe: Das sind die Symptome

Klassische Erkältungssymptome zeigen sich auch bei der Sommergrippe – doch ihre Symptome gehen noch etwas weiter:

  • Schnupfen (laufende bzw. verstopfte Nase, kann sich auf die Nebenhöhlen ausweiten)
  • Halsschmerzen, Husten, Heiserkeit
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Abgeschlagenheit und Müdigkeit
  • Fieber und Schüttelfrost
  • manchmal Ohrenschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Anders als bei normaler Erkältung: Magen-Darm-Probleme – Übelkeit, Durchfall und Erbrechen

Handelt es sich wirklich um Grippe?

An den Symptomen erkennen Sie: Eigentlich verläuft die sogenannte Sommergrippe ähnlich einem normalen grippalen Infekt, der umgangssprachlich einfach als Erkältung bezeichnet wird und der seine Hochsaison eigentlich in den kälteren Jahreszeiten hat. Die Magen-Darm-Probleme hingegen gehen schon in Richtung echter Grippe, die sich aber von der Erkältung unterscheidet. Die echte Grippe, die Influenza, zeigt ein anderes, weit heftigeres Krankheitsbild und hat andere Ursachen – sie wird von Influenzaviren ausgelöst und verläuft ungleich schwerer.

Einen Unterschied zwischen Sommergrippe und dem winterlichen grippalen Infekt gibt es dennoch: Auch hier sind andere Viren verantwortlich. Die Enteroviren, übrigens weltweit verbreitet, werden seltener über Tröpfcheninfektion übertragen, vor allem aber über Schmierinfektion. Die Sommergrippe ist hochansteckend – wer sie in sich trägt, kann bereits andere anstecken, bevor sich die ersten Symptome zeigen. Es kann rund zwei, manchmal bis zu vier Wochen dauern, bis die Krankheit ausbricht. Die größte Ansteckungsgefahr besteht aber in den ersten 1-3 Tagen nach den ersten Symptomen. Ansteckend sind Patienten rund eine Woche.

Zecke gehabt? Symptome abklären lassen!

Da sich die Symptome der Sommergrippe mit denen vieler anderer Erkankungen decken, sollten Sie im Zweifel aber immer einen Arzt konsultieren, vor allem, wenn bestimmte Symptome verstärkt auftreten.

So kann es etwa sein, dass ein ausgiebiger Schnupfen auf eine Allergie zurückzuführen ist. Auch hier können Sie sich aufgrund der Symptome schlapp fühlen.

Akut wird es aber, wenn die Symptome eigentlich von einer Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) herrühren, Sie sie aber mit einer harmlosen Sommergrippe verwechseln und nicht frühzeitig einen Arzt aufsuchen. Denn die von Zecken übertragene Krankheit kann äußerst gefährlich werden. Die Frühsymptome, die das FSME-Virus auslöst sind denen einer Sommergrippe nämlich sehr ähnlich. Aber dann wird es kritisch. Denn nachdem diese grippeähnlichen Symptome nach wenigen Tagen wieder abgeklungen sind, kann bei rund einem Drittel der Infizierten danach eine zweite Krankheitsphase auftreten, die eine Hirnhautentzündung hervorruft. Sollten Sie also vor Auftreten der Grippesymptome einen Zeckenstich gehabt haben, gehen Sie unbedingt zum Arzt! Und immer gut gegen Zecken schützen!

Dauer und Verlauf der Sommergrippe: Akutphase rund drei Tage

Ähnlich einer Erkältung dauert die akute Phase der Sommergrippe etwa drei Tage. Dann sind die Symptome am schlimmsten. Danach sollten sie eigentlich langsam abklingen. Ist dem nicht so, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch dann, wenn das Fieber auf über 39 °C ansteigt oder Beschwerden wie Erbrechen und Durchfall schlimmer werden oder nicht verschwinden. Hier ist es wichtig, genügend zu trinken und Elektrolyte zu sich zu nehmen.

Normalerweise gesunde Menschen sollten die Erkrankung recht problemlos überstehen. Wer aber an einem geschwächten Immunsystem leidet (durch HIV oder Krebstherapie beispielsweise) sowie bereits älter ist, sollte sich besonders viel Ruhe gönnen und bei Komplikationen einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch bei Neugeborenen. Unbehandelt und "verschleppt", können sonst etwa Komplikationen wie Hirnhautentzündung oder Herzklappenentzündung auftreten.

Behandlung: So werden Sie die Sommergrippe schnell wieder los

Auf See, Strand und Sommerwiese haben Sie bei den Sommergrippe-Beschwerden wahrscheinlich sowieso keine Lust. Und auch, wenn Sie sich gerade ärgerlicherweise im Urlaub befinden sollten, gilt vor allem eines: Gönnen Sie sich ausgiebige Ruhe, damit Sie sich richtig auskurieren können – und nicht noch andere anstecken!

Mit viel Ruhe geht die Sommergrippe am schnellsten vorbei. Gegen die Symptome helfen zudem auch Salzwasser-Spülungen der Nase, um die Schleimhäute zu beruhigen, zu desinfizieren und gleichzeitig feucht zu halten. Wenn beim Atmen gar nichts mehr geht, können Sie auch für eine kurze Zeit auf abschwellende Nasensprays zurückgreifen – aber in Maßen und höchstens ein bis maximal zwei Wochen lang. Auf Dauer trocknen die nämlich aus, und eine Nasenspray-Sucht kann sich entwickeln.

Gegen Halsbeschwerden helfen Lutschbonbons, ruhig auch salzhaltig. Gegen Kopf- und Gliederschmerzen können Schmerzmittel Abhilfe schaffen. Eine medikamentöse Behandlung ist aber in der Regel nicht notwendig.

Hausmittel gegen Sommergrippe: Helfen die?

Wie bei einer Erkältung gilt auch bei der Sommergrippe: Chemiekeulen müssen in der Regel nicht sein. Auch bewährte Hausmittel helfen.

  • Viel frisches Obst kann durch die enthaltenen Vitamine unterstützend wirken.
  • Auf heißen Tee haben Sie bei 30 Grad wahrscheinlich keine große Lust, aber auch der hilft, mit viel Honig und in kleinen Schlucken getrunken. Zu heiß muss (und sollte) er ja auch nicht sein. Kamille und Salbei helfen auch als Gurgellösung. Auch hier gilt: nicht zu heiß, sonst greift das die Schleimhäute noch mehr an!
  • Ingwer ist gesund und auch bei Sommergrippe eine Wohltat. Die ätherischen Öle der Wurzel wirken desinfizierend und geben den Abwehrkräften einen Schub. Einfach vier bis fünf Scheiben abschneiden und mit heißem Wasser übergießen. Ruhig dreimal täglich. Wer möchte, kann sich auch einen Sud kochen und diesen mit Wasser verdünnen.
  • Gegen Fieber helfen Wadenwickel.
  • Bei Durchfall kann die Moro'sche Karottensuppe helfen, ebenso sollten Sie Schonkost wie bei Magen-Darm-Grippe zu sich nehmen. Und auch Hausmittel gegen Magen-Darm-Grippe schaffen Abhilfe.

Weitere Hausmittel gegen Erkältung helfen auch bei der Sommergrippe.

Vorbeugen ist die beste Medizin

Damit Sie die Sommergrippe gar nicht erst erwischt, haben wir ebenfalls ein paar Tipps. Studien zeigen nämlich, dass die Erkrankung zu 90 Prozent selbst verursacht ist und mit ein wenig Aufpassen nicht hätte ausbrechen müssen.

  1. Trinken Sie genügend Wasser oder ungesüßte Kräutertees am Tag. Zwei bis drei Liter sollten es schon sein. Das hält die Schleimhäute feucht – auf trockenen Schleimhäuten haben es Viren und andere Erreger leichter. Außerdem hilft Trinken gegen Wassermangel, der schwerwiegende Folgen haben kann.
  2. Waschen Sie sich nach jedem Stuhlgang ausgiebig die Hände mit Seife.
  3. Meiden Sie Zugluft und zu kühle Klimaanlagen – so verlockend das auch ist. Sollten Sie darauf keinen Einfluss haben, hilft es, immer zumindest ein dünnes Jäckchen oder einen lockeren Schal dabei zu haben, die Sie sich im Zweifel umbinden können.
  4. Gehen Sie öfter in den Schatten, nicht in die pralle Sonne.
  5. Wechseln Sie Ihre Kleidung, wenn sie nass oder durchgeschwitzt ist. Zusammen mit Zugluft kann nasse Kleidung die Abwehrkräfte schwächen.
  6. Achten Sie auf Ihre Ernährung: Viel Gemüse und Obst!
  7. Treiben Sie – über das Jahr verteilt! – regelmäßig Sport. Hält Körper und Geist fit.

Mehr zu den Themen Erkältung sowie Verdauung inklusive wertvolle Tipps finden Sie außerdem auf unseren Themenseiten.

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