05.07.2019

Wasserhaushalt auffüllen! Flüssigkeitsmangel: Warum Trinken so wichtig ist

Immer ein Glas Wasser parat haben: So schaffen Sie es, regelmäßig zu trinken und einen Flüssigkeitsmangel vorzubeugen. Was Sie sonst noch tun können und wie sich ein solcher Mangel auf den Körper auswirkt.

Foto: iStock/nensuria

Immer ein Glas Wasser parat haben: So schaffen Sie es, regelmäßig zu trinken und einen Flüssigkeitsmangel vorzubeugen. Was Sie sonst noch tun können und wie sich ein solcher Mangel auf den Körper auswirkt.

Wer zu wenig trinkt, merkt das ganz schnell: Ein Flüssigkeitsmangel kann über starkes Unwohlsein bis hin zum Kollaps führen. Warum Sie immer genügend Wasser trinken sollten...

Unser Körper besteht bis zu 70 Prozent aus Wasser. Klar, je nach Körper, Alter und Geschlecht schwankt diese Zahl, bei manchen ist es weniger. Aber klar ist: Mindestens zur Hälfte sind wir flüssig. Und das ist auch gut so, denn unsere Zellen, Blut und Co bestehen zu einem Großteil aus dem Lebenselixier und sind darauf angewiesen, dass dieser Wasserhaushalt so bleibt. Einen Flüssigkeitsmangel bemerken wir daher schnell: Es geht uns schlecht, unser Körper schreit förmlich nach Wasser.

Wie sehr uns ein Mangel an Flüssigkeit – übrigens in Fachkreisen auch Dehydrierung, Dehydration oder Dehydratation genannt – sowohl körperlich als auch geistig belasten kann, woran Sie merken, dass Sie zu wenig getrunken haben und was Sie dann machen sollten, lesen Sie hier.

Flüssigkeitsmangel: Warum müssen wir täglich trinken?

Ohne feste Nahrung kann der Mensch durchaus einige Tage, sogar bis zu zwei Wochen, überleben. Gesund ist das natürlich auch nicht, aber unser Körper aus uralten Zeiten noch darauf gepolt, in Zeiten akuten Nahrungsmangels auch mal ohne auszukommen. Ohne Wasser aber wird's schnell eng. Zwei bis (in Ausnahmefällen!) vier Tage schafft unser Körper ohne frisches Wasser.

Der kurze Weg bis zum Exitus durch Wassermangel ist bereits geprägt durch schnell schlimmer werdende Probleme. Das liegt unter anderem an der Verteilung des Wassers im Körper und den Körperbestandteilen, die darauf angewiesen sind:

Zu zwei Drittel verbirgt sich die Flüssigkeit in unserem Körper nämlich in den Körperzellen. Damit diese richtig arbeiten können, sind sie dringend darauf angewiesen – etwa so, wie ein Automotor Benzin, Gas oder Elektrizität braucht. Zu einem Drittel befindet es sich außerhalb der Zellen. Es dient damit als Zellbaustoff, Lösungs- sowie Transportmittel im Stoffwechsel, steuert den Säure-Basen-Haushalt unseres Körpers und reguliert die Körpertemperatur.

Dabei wird es aber ständig ausgeschieden: Und zwar nicht nur über die Nieren und die Blase als Urin, wenn wir auf die Toilette müssen, sondern auch über den Darm und sogar beim Ausatmen und die Haut beim Schwitzen. Denn das Wasser transportiert auch "Giftstoffe", Abbauprodukte, aus dem Körper heraus. Sie merken also: Wenn das Wasser fehlt, kann ziemlich viel aus dem Ruder laufen.

Die Symptome bei Flüssigkeitsmangel treten schnell auf

Wir müssen unserem also regelmäßig Wasser zuführen, damit er fachgerecht funktionieren kann. Wer dem nicht ausreichend nachkommt, muss mit leichten bis sehr schweren Symptomen rechnen. Schnell auftretende Symptome sind folgende:

  • Durst, trockener Mund
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Schwindel
  • gelber bis dunkler Urin sowie wenig Urin
  • Trockene Haut und spröde, rissige Lippen

Wer lange nichts oder über längere Zeiträume zu wenig trinkt, bemerkt folgende Symptome einer sogenannten Exsikkose (Austrocknung des Körpers):

  • Stehende Hautfalten: Testen Sie doch mal: Kneifen Sie die Haut auf dem Handrücken zusammen. Bleibt die entstandene Falte stehen, statt sich direkt wieder zu glätten, trinken Sie zu wenig.
  • Ständig wenig Urin
  • Niedriger Blutdruck, da die Blutmenge abnimmt
  • Verstopfung
  • Nierenprobleme (Schmerzen und weitere Störungen)
  • (teils anfallartige) Muskelkrämpfe
  • erhöhtes Thrombose-Risiko

Fehlt dem Körper mehr als ein Zehntel seiner benötigten Flüssigkeit, können bereits akute, schwerwiegende Probleme auftreten. Dann kann es zu Bewusstseinsstörungen, Orientierungsproblemen, Halluzinationen bis zum Delirium kommen. Kreislaufstörungen können bis zum Kollaps auftreten.

Ab zwölf Prozent Flüssigkeitsmangel kann ein hypovolämischer Schock (Volumenmangelschock) auftreten. Der Blutdruck sinkt rapide, weil das Blutvolumen dann stark abgenommen hat. Gleichzeitig versucht das Herz, das verbleibende Blut schneller durch den Körper zu pumpen, der Herzschlag steigt bis zum Herzrasen. Im Gehirn und anderen äußeren Körperbereichen kommt aber zu wenig Blut an. Die Folge: Die Gliedmaßen kribbeln und werden blass und kalt, sogar taub, es treten Bewusstseinsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit auf.

Wenn nun der Flüssigkeitshaushalt weiter abnimmt, kommt es zum Kreislaufkollaps bis hin zum Koma.

Ursachen: Warum verliert der Körper Wasser?

Dass Wasser ständig ausgeschieden wird, ist notwendig. Wir müssen es daher regelmäßig frisch zu uns nehmen. Doch nebst Wassermangel durch zu wenig Wasseraufnahme am Tag kann der Körper auch durch andere Gründe einen großen Flüssigkeitsverlust erleiden. Ursachen können sein:

  • starker Durchfall
  • starkes Erbrechen
  • hoher Blutverlust
  • großflächige Verbrennungen

Treten Durchfall und Erbrechen auf, kann bei einer Magen-Darm-Grippe Schonkost schon viel helfen.

Eigenes Trinkverhalten beobachten – und das von Kindern und älteren Menschen

Doch es muss eben kein radikaler Flüssigkeitsverlust schuld sein. Eine Störung im Durstgefühl, das vom Körper hormonell geregelt wird, kann ebenfalls der Grund sein. Und bei Kindern und älteren Menschen kommt noch dazu: Das Durstgefühl ist nicht richtig da oder wird ignoriert.

Kinder sollten daher regelmäßig zum Trinken von Wasser, Mineralwasser, ungesüßten Früchte- oder Kräutertees oder stark verdünnten Fruchtschorlen aufgefordert werden. Zuckerhaltige Getränke (auch Säfte und Nektare!) sind nicht geeignet.

Bei älteren Menschen kommt Dehydrierung oft vor, denn das Gefühl für Durst kann im Alter abnehmen und zugleich werden die Flüssigkeitsreserven geringer. Gleichzeitig steigt der Harndrang. Hier eignen sich Trinkpläne, auf die nebst der Person selbst auch Familie, Betreuer oder Pfleger ein Auge haben sollten.

Bei Mangel viel trinken? Ursachen beachten!

Wer leichte Symptome bei sich bemerkt, sollte sich – in kleinen Schlucken! – ein großes Glas Wasser einverleiben. Am besten eignet sich hier immer noch stilles Wasser, da es sich am leichtesten trinken lässt und das Durstgefühl nicht irritiert.

Aber da ein Flüssigkeitsmangel auch oft mit einem Mangel lebenswichtiger Salze – auch die braucht der Körper – einhergeht, eignen sich auch elektrolythaltige Getränke. Eine Fruchtschorle kann hier schon Wunder bewirken und auch ein nicht zu kräftiger Bouillon hilft. Zudem gibt es Elektrolytlösungen, die den Haushalt wieder auffüllen. Gerade bei Durchfall

Bei starkem Flüssigkeitsmangel kann der Arzt eine Infusion setzen, die aber individuell auf jeden Patienten abgestimmt sein muss.

Wichtig ist: Wenn Sie bzw. Ihr Trinkverhalten selbst die Ursache für den Wassermangel sind, bieten sich auch hier Trinkpläne oder weitere Trink-Tipps an, um regelmäßig mehr zu trinken und sich daran zu gewöhnen. Gerade im Sommer es äußerst wichtig, viel zu trinken, da wir durchs Schwitzen noch mehr Flüssigkeit verlieren als sonst und Herz und Kreislauf durch die Hitze sowieso schon belastet werden. Es gibt zum Glück nebst Wasser ein paar hilfreiche Durstlöscher für den Sommer Und mit Aroma-Wasser wird das Unterfangen auch noch lecker und Sie kommen gut hydriert durch den Tag!

Holen Sie sich auf jeden Fall ärztlichen Rat ein, wenn Sie merken, dass sich Ihr Trinkverhalten oder Ihr Flüssigkeitsverlust etwa durch die Einnahme von Medikamenten (Diuretika beispielsweise) verändert.

Rund 1,5 bis zwei Liter Wasser sollten es an einem normalen Tag schon sein – den Rest nehmen Sie durch die Nahrung auf, das entspricht etwa einem zusätzlichen Liter. Wenn es richtig heiß ist, ruhig auch drei – immer gut über den Tag verteilt. Zu viel trinken kann aber auch gefährlich werden. Mehr als fünf Liter sollten Sie vermeiden – zumindest regelmäßig.

Wer aber Sport und Fitness macht, hat aufgrund vermehrten Schwitzens einen höheren Wasserbedarf.

Flüssigkeitsbedarf nach Alter: Wann wie viel?

Kinder benötigen weniger Wasser als Erwachsene. Bei Senioren geht der Bedarf dann wieder leicht zurück. Experten empfehlen je nach Alter grob folgende Mengen:

  • 0 bis unter 4 Monate: 0,6 Liter
  • 4 bis unter 12 Monate: 0,4 Liter
  • 1 bis unter 4 Jahre: 0,8 Liter
  • 4 bis unter 7 Jahre: 0,9 Liter
  • 7 bis unter 10 Jahre: 1 Liter
  • 10 bis unter 13 Jahre: 1,2 Liter
  • 13 bis unter 15 Jahre: 1,3 Liter
  • 15 bis unter 25 Jahre: 1,5 Liter
  • 25 bis unter 51 Jahre: 1,4 Liter
  • 51 bis unter 65 Jahre: 1,2 Liter
  • 65 Jahre und älter: 1,3 Liter

Wie sich ein Flüssigkeitsmangel auswirken kann, haben wir kürzlich bei unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel gesehen. Zitteranfälle können darauf hindeuten – aber auch zusätzlich ein Zeichen von Stress sein. Und Angela Merkel hat einen sehr vollgepackten, stressigen Alltag.

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