21.06.2019

Schweißdrüsen verstopft Hitzepickel: So werden Sie die Hautirritation schnell los

Hitzepickel entstehen durch verstopfte Schweißdrüsen und können auch Juckreiz hervorrufen.

Foto: iStock/Doucefleur

Hitzepickel entstehen durch verstopfte Schweißdrüsen und können auch Juckreiz hervorrufen.

Kaum wird es draußen wärmer, ploppen sie auf der Haut auf – vor allem an Stellen, die schnell schwitzen. Woher Hitzepickel kommen und was Sie schnell dagegen tun können.

Als wäre schweißtreibende Hitze nicht sowieso schon unangenehm genug, reagiert auch unsere Haut nicht immer freundlich auf hohe Temperaturen. Wer schnell schwitzt, kennt das Problem wahrscheinlich: Hitzepickel bilden sich. Warum die Pusteln, auch Miliaria oder Dermatitis hidrotica genannt, entstehen und wie Sie die Hautunebenheiten schnell entfernen können, lesen Sie hier.

Hitzepickel: Verstopfte Schweißdrüsen sind schuld

Das Nervige: Hitzepickel sind nicht nur eine optische Erscheinung. Manchmal jucken sie auch unangenehm und entzünden sich sogar. Zum Glück kann man sie aber recht schnell wieder loswerden. Aber wo kommen sie eigentlich her?

Meist denken wir bei Hitzepickeln vor allem an Babys und Kleinkinder. Und das hat auch einen Grund. Hitzepickel entstehen nämlich, wenn die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen verstopfen, weil die Hornschicht der Haut durch Nässe – also etwa Schweiß – aufquillt. Und bei Babys sind diese Ausführungsgänge oft noch nicht zur Genüge ausgebildet. Daher treten bei den Kleinsten schnell Hitzepickel auf. Schwitzt ein Baby stark, können diese Gänge einreißen und dabei verstopfen.

Hitzepickel, auch Schweißfrieseln genannt, sind bei Neugeborenen im Brutkasten etwa ein Zeichen dafür, dass es im Brutkasten zu warm ist und sie vielleicht auch zu warm angezogen sind – oder gar Fieber haben.

Aber auch Erwachsene sind davor nicht gefeit. Vor allem bei tropischen Temperaturen, wenn es auch noch schön feuchtwarm ist, treten sie auf. Und genauso beim Sport, wenn wir sowieso schon vermehrt schwitzen. Auch zu dicke Kleidung oder Bettwäsche sowie Fieber können die Entstehung begünstigen.

Wo treten Hitzepickel in der Regel auf – und in welcher Form?

Babys und Kleinkinder kämpfen vor allem an Hals, Schultern und Brust mit den Pickelchen. Bei Erwachsenen sind Hautfalten betroffen – oder Stellen, an denen die Kleidung an der Haut scheuert und reibt.

Da Schweißdrüsen nicht nur in einer Hautschicht vorkommen, werden verschiedene Formen von Hitzepickeln unterschieden:

  • Miliaria cristallina: betreffen die oberste Hautschicht (Stratum corneum); sehen aus wie klare Bläschen, lassen sich schnell öffnen, dabei tritt eine klare Flüssigkeit aus.
  • Miliaria rubra: auch "roter Hund" genannt, liegen im Stratum granulosum und sehen aus wie gerötete Knötchen; jucken und sind rau.
  • Miliaria pustulosa: entzündete Form der Miliaria rubra; werden dann zu eitrigen Pusteln
  • Miliaria profunda: sitzen tief in der Haut, wenn Schweiß nicht abfließen kann und in die Haut hineinfließt; feste hautfarbene Knubbel; kommen selten vor.

Was tun gegen Hitzepickel?

Meist verschwinden die Pickelchen von selbst wieder. Abkühlen hilft hier vor allem. Manchmal reicht schon etwas Schatten, noch besser hilft etwas klares Wasser. Aber Vorsicht – nicht zu kalt und nicht zu plötzlich auf die Stellen geben, denn das kann Kreislaufbeschwerden mit sich bringen. Was Sie sonst tun können:

Feuchte Waschlappen oder Kaltkompressen können bei stärkeren Formen helfen. Auch auf eine Zink-Schüttelmixtur können Sie bei etwas schwereren Formen anwenden.

Sollten die Hitzepusteln nach ein paar Tagen nicht verschwinden, sich sogar verschlimmern, sich beispielsweise entzünden und eitrig werden und Sie bekommen sogar Fieber, dann ist ein Arztbesuch dringend angeraten. Dieser verschreibt dann entweder eine antiseptische Schüttelmixtur, kortisonhaltige, entzündungshemmende Cremes oder sogar Antibiotika. Gegen Juckreiz kann der Arzt unter Umständen auch Antihistaminika verschreiben. Die sollten Sie aber in diesem Fall nur einnehmen, wenn Ihr Arzt sie verschrieben hat.

Kratzen sollten Sie bei Juckreiz auf keinen Fall. Denn werden die Pickelchen aufgekratzt, können Krankheitserreger leicht in die Haut eindringen. Die Haut kann sich entzünden. Sollte der Juckreiz zu stark werden, kann leichtes Klopfen mit sauberen Fingern Abhilfe schaffen – oder eine Salbe vom Arzt.

Noch besser: Vorbeugen

Damit die kleinen Pusteln gar nicht erst entstehen, gibt es ein paar kleine Kniffe, die Sie recht leicht befolgen können:

  • Trinken Sie ausreichend Wasser. Gerade im Sommer sind rund drei Liter täglich empfehlenswert.
  • Ist es draußen warm, empfiehlt sich leichte, locker sitzende Baumwollkleidung. Die transportiert den Schweiß nach außen und hält die Haut trockener.
  • Beziehen Sie Ihr Bett im Sommer mit leichtem Bettbezug. Seide zum Beispiel kühlt zusätzlich.
  • Eine abendliche kühle Dusche oder ein kühles Bad entfernen den Schweiß von der Haut und kühlen die Haut ab. Nutzen Sie dazu unparfümierte Duschgels.
  • Cremen Sie Ihre Haut nach dem Duschen mit einer ganz leichten Pflege ein, die nicht auf Mineralölen basiert, um die Poren nicht wieder zu verstopfen.

Auf eine leichte Hautpflege sollten Sie gerade im Sommer allemal zurückgreifen. Abends duschen empfiehlt sich zudem auch einmal nur mit klarem Wasser, um die natürliche Schutzschicht der Haut nicht zu sehr anzugreifen.

Seite

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen