17.06.2019

Arzneimittel-Rückruf Vorsicht! Gefälschte Blutverdünner im Umlauf!

Apotheker und Co. sind aufgerufen, Chargen zu überprüfen: Es sind Fälschungen des Gerinnungshemmers Xarelto aufgetaucht.

Foto: iStock/Peopleimages

Apotheker und Co. sind aufgerufen, Chargen zu überprüfen: Es sind Fälschungen des Gerinnungshemmers Xarelto aufgetaucht.

Wer den Gerinnungshemmer Xarelto, eigentlich von Bayer vertrieben, einnimmt, sollte sich seine Verpackung dieser Tage genau ansehen. Denn es sind zurzeit Fälschungen im Umlauf. Worauf Sie jetzt achten müssen.

Bereits vor einigen Tagen hatte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Fälschungen des Gerinnungshemmers Xarelto® gemeldet. Jetzt sind weitere gefälschte Chargen aufgetaucht. Lesen Sie hier, was Bluthochdruck-Patienten, die das Medikament einnehmen, jetzt beachten sollten.

Fälschungen des Gerinnungshemmers Xarelto: Welche Chargen sind betroffen?

Das Arzneimittel, das eigentlich von der Bayer AG hergestellt wird, ist ein Blut-Gerinnungshemmer. Xarelto wird etwa gegeben, wenn Bluthochdruck besteht, um die Gefahr der Blutgerinnsel-Bildung zu minimieren.

Nach den bei einem Parallelvertreiber in Großbritannien entdeckten gefälschten Chargen des Arzneimittels Xarelto 20 mg mit dem Wirkstoff Rivaroxaban in polnisch-slowakischer Aufmachung sind nun zwei weitere aufgetaucht.

Laut BfArM tragen die ebenfalls in polnisch-slowakischer Aufmachung entdeckten gefälschten Chargen real existierende Chargenbezeichnungen mit dem Verfallsdatum 09/2020:

  • BXHUBD2
  • BXHXL41
  • Die bereits vorher entdeckte gefälschte Charge trägt die Bezeichnung BXHVHC3

So erkennen Sie die Fälschungen:

  • Beim Originalprodukt von Bayer sind zwei deutlich sichtbare Perforationslinien auf dem Blister zu erkennen. Bei den gefälschten Mitteln sind die Perforationslinien nicht bzw. im Fall von Nummer BXHUBD2 nur ganz schwach zu erkennen.
  • Die Blister der gefälschten Medikamente tragen das Bayer-Logo mehrmals aufgedruckt und aus jedem Winkel erkennbar.
  • Das Originalprodukt trägt das Bayer-Logo zwar auch mehrmals auf dem Blister, es ist aber nur im Streulicht schräg von der Seite betrachtet schwach erkennbar. Von oben sieht es aus, als sei der Blister einfach silbern.

Was passiert nun mit den Chargen?

Das BfArM ermittelt weiter und hat nun alle Parallelvertreiber, Großhändler, Apotheker und Anwender darauf hingewiesen, die genannten Chargen zu überprüfen und bei Verdacht zu melden.

Das Bundesinstitut bleibt dran und steht nach eigenen Aussagen in Kontakt mit den Landesbehörden zur Überwachung des Verkehrs mit Arzneimitteln sowie mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA und wird sich bei weiteren Informationen melden.

Wichtig: Wer das Medikament einnimmt und sich nicht sicher ist, sollte unter keinen Umständen mit der Einnahme pausieren, sondern bei Zweifeln in der Apotheke nachfragen oder den Arzt konsultieren! Ein Pausieren der Einnahme oder Absetzen kann große gesundheitliche Probleme mit sich bringen.

Was ist Xarelto?

Bei Xarelto mit dem Wirkstoff Rivaroxaban handelt es sich um einen Gerinnungshemmer, im Volksmund auch "Blutverdünner" genannt. Letztere Bezeichnung ist aber nicht ganz korrekt, denn flüssiger wird das Blut dadurch nicht. Es kann nur nicht so schnell gerinnen, weshalb Patienten, die Gerinnungshemmer zu sich nehmen, eine schlechtere Wundheilung haben.

Mit der Einnahme eines Gerinnungshemmers wird das Risiko für Blutgerinnsel herabgesetzt, um vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen, etwa Herzinfarkte, Schlaganfälle und Venenthrombosen – so erklärt es das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG).

Die Meldung des BfArM zu den gefälschten Chargen, finden Sie hier. Hier gibt es auch noch einmal ein Bild der gefälschten und echten Blister im Vergleich.

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