07.06.2019

Schnarcher, häufig Infekte? Daran bemerken Sie Nasenpolypen

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Bekommen Sie schlecht Luft oder lässt Ihr Geruchs- und Geschmackssinn nach? Ein HNO-Arzt kann klären, ob Nasenpolypen dafür verantwortlich sind.

Foto: iStock/YakobchukOlena

Bekommen Sie schlecht Luft oder lässt Ihr Geruchs- und Geschmackssinn nach? Ein HNO-Arzt kann klären, ob Nasenpolypen dafür verantwortlich sind.

Sie bekommen schlecht Luft, schnarchen, haben oft Infekte? Nasenpolypen könnten der Grund sein. Ein HNO-Arzt erklärt Symptome und Behandlung.

Nasenpolypen sind kein besonders appetitliches Thema, aber leider weit verbreitet und oft lange unbemerkt. Etwa vier Prozent der Erwachsenen sind hierzulande betroffen, das sind immerhin mehr als drei Millionen Menschen. Den Weg zum Hals-Nasen-Ohrenarzt finden viele erst, wenn z. B. die Auswirkungen einer vermeintlichen Erkältung, immer wieder kommen, wie Nasennebenhöhlen- oder Halsentzündungen.

Die Symptome und Arten von Nasenpolypen

HNO-Arzt Dr. Uso Walter erklärt, was die meisten Patienten noch bemerken, ohne zu wissen, dass Nasenpolypen dahinterstecken: "Die Betroffenen nehmen beispielsweise wahr, dass sie schlecht Luft bekommen, Geruchs- und Geschmackssinn nachlassen. Nasenpolypen sind außerdem eine häufige Ursache für nächtliches Schnarchen und häufige Atemwegsinfekte, weil die Atmung mehr über den Mund erfolgt."

Dabei muss man noch einmal zwischen betroffenen Erwachsenen und Kindern unterscheiden. Wenn man hört, dass einem Kind die Polypen oder Nasenpolypen entfernt werden, handelt es sich dabei nämlich eigentlich um etwas anderes.

Dr. Walter: "Wenn man umgangssprachlich von Nasenpolypen spricht, können zwei verschiedene Dinge gemeint sein. Jeder Mensch hat als Teil der Immunabwehr Adenoide im Bereich des Nasenrachens, auch Rachenmandeln genannt, so wie die Mandeln im Hals. Bei Kindern im Vorschulalter sind die Adenoide vergrößert, weil das Immunsystem lernt, sich mit Keimen auseinanderzusetzen, danach bilden sie sich von selbst zurück."

Genauso wie die "richtigen" Nasenpolypen können die vergrößerten Adenoiden bei den Kleinen zu Problemen führen. Haben Kinder häufig Mittelohrentzündungen, stecken oft die Adenoiden dahinter. Denn wenn sie die Nasenatmung einschränken, werden die Ohren nicht ausreichend belüftet. "Dann macht es meistens Sinn, die Adenoiden zu entfernen, was in einem ambulanten Eingriff in einer Klinik passieren kann. Einmal entfernte Adenoide wachsen im Gegensatz zu Nasenpolypen nie mehr nach, die verbundenen Probleme sind also dauerhaft behoben", so Dr. Walter.

Wie der HNO-Arzt Nasenpolypen erkennt und behandelt

Nach der Kindheit sieht es etwas anders aus: "Nasenpolypen bei Erwachsenen sind Wucherungen der Schleimhaut der Nase oder Nasennebenhöhlen. Die Polypen sind bei einer Endoskopie leicht als glasige, schwabblige Wucherungen zu erkennen. An sich sind diese Nasenpolypen nicht bösartig oder krankhaft, sie entstehen bei Allergien und genetischer Veranlagung." Es hat übrigens nichts damit zu tun, ob einem schon als Kind die Adenoiden entfernt wurden oder nicht. Die Auswirkungen von Nasenpolypen sind allerdings ähnlich – sie machen es schwer, richtig durch die Nase Luft zu bekommen und führen zu den genannten Problemen. Glücklicherweise ist die Behandlung recht unkompliziert.

Dr. Walter erklärt den Therapieverlauf: "Nach einer Endoskopie, bei der Nasenpolypen festgestellt wurden, erfolgt eine Computertomografie (CT), um die Nebenhöhlen genau beurteilen zu können. Wenn Nasenpolypen die Ursache für Beschwerden sind, sollte man sie entfernen. Das wird in einer Klinik unter stationären Bedingungen gemacht." Die Operation ist für HNO-Ärzte ein Routine-Eingriff. Ganz getan ist es nach der OP aber leider nicht. Nasenpolypen wachsen nach! Man muss nach der Entfernung regelmäßig ein kortisonhaltiges Nasenspray anwenden, damit ihr Wachstum eingedämmt wird. Sonst hat man nach ein paar Jahren wieder die gleichen Probleme. Wenn die Polypen in der Nase noch nicht sehr groß sind, können Sie zunächst auch nur das Kortisonspray anwenden und damit das Wachstum hemmen oder sogar zurückdrängen. In manchen Fällen ist dann eine Nasenpolypen-OP überflüssig.

Was Dr. Walter noch wichtig ist: "Von den Nasenpolypen muss man sog. invertierte Papillome – einseitig auftretende Schleimhautwucherungen, die zu Krebs werden können – abgrenzen. Diese Papillome können auch zu den genannten Beschwerden führen. Sie sind allerdings selten und für den HNO-Arzt als solche zu erkennen."

Egal also, um welches Problem es sich handelt, das evtl. auf Nasenpolypen hindeutet, ist es immer das Beste, sich beim Facharzt durchchecken zu lassen. Die dauerhafte Lösung für Schnarchen, Erkältungs-ähnliche Infekte und Co kann schließlich ganz einfach sein.

Und wenn das Schnarchen immer noch nicht aufhört, helfen vielleicht Hausmittel dagegen.

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