17.05.2019

Pilzinfektion Candida albicans: Symptome und Hausmittel

Sieht nicht appetitlich aus: Hefepilz-Kulturen im Labor. Candida-Pilze hat jeder von uns. Wenn sich Candida albicans und Co aber ausbreiten, gibt's Probleme.

Foto: iStock/Sinhyu

Sieht nicht appetitlich aus: Hefepilz-Kulturen im Labor. Candida-Pilze hat jeder von uns. Wenn sich Candida albicans und Co aber ausbreiten, gibt's Probleme.

Mit Pilzinfektionen müssen sich viele von uns einmal herumschlagen – manchmal auch öfter. Meist sind die Infektionen zwar unangenehm, aber nicht allzu gefährlich. In der Regel lassen sie sich gut behandeln.

Infektionen mit dem Hefepilz Candida albicans – dem häufigsten der den Menschen befallenden Pilze – können an verschiedenen Körperstellen auftreten und daher diverse Symptome hervorrufen. Manchmal lässt sich die Infektion (unterstützend) mit Hausmitteln bekämpfen. Welche Möglichkeiten es gibt und wann Sie doch einen Arzt aufsuchen sollten, lesen Sie hier

Candida albicans: Diese Ursachen stecken hinter dem Hefepilz

Unser Körper ist sowohl innen als auch außen mit allerhand "Mitlebewesen" bevölkert. Neben wichtigen Bakterien gehören dazu auch Pilze. Manchmal können diese aber auch Infektionen hervorrufen, wenn sie sich vermehren oder an die falsche Stelle geraten. Ein solcher Pilz ist Candida albicans, umgangssprachlich oft einfach nur "Candida" genannt.

Vor allem auf Schleimhäuten macht er sich gerne breit, etwa im Mund oder Rachen, im Genitalbereich, bevorzugt aber auch im Darm.

Im Grunde ist jeder Mensch von Candida-Pilzen besiedelt. Meist merken wir das aber gar nicht, weil das Immunsystem und andere Mikroorganismen deren Vermehrung im Zaum halten. Ein Problem wird dieser Pilz dann, wenn sich der Körper im Ungleichgewicht befindet, etwa das Immunsystem geschwächt ist. Dann kann sich der Pilz ausbreiten und leichte bis schwerere Symptome hervorrufen – je nachdem, wo er sich ausbreitet.

Auch die Einnahme von Antibiotika kann den Körper in ein Ungleichgewicht bringen, ebenso wie Ernährungsumstellungen, Mangelerscheinungen oder Stoffwechselprobleme sowie Stress.

Und auch wenn die Infektion nur schwache Beschwerden mit sich bringt: Eine Behandlung ist notwendig.

Candida: Symptome sind abhängig von der Körperstelle

Tritt eine Candida-albicans-Infektion im Mundraum auf, wird dies in der Regel Mundsoor genannt – eine Entzündung im Mund. Symptome sind ein pelziges Gefühl im Mund sowie Brennen und eine gerötete Schleimhaut mit weißen Stellen.

Unter einer Infektion im Genitalbereich mit Candida albicans leiden vor allem Frauen, da der Pilz die Schleimhäute in der Vagina befällt. Der Scheidenpilz (Vaginalmykose) äußert sich durch Brennen und Jucken sowie vermehrten Ausfluss. Aber auch die Eichel oder Vorhaut am Penis des Mannes kann mit Candida befallen sein (Balantitis, Balanoposthitis).

Der Pilz kann sich ebenfalls auf der Haut, vor allem in Hautfalten vermehren, wenn dort eine hohe Feuchtigkeit und Wärme herrscht. Die von Hautpilz betroffenen Bereiche – oft unter der Brust, im Analbereich, in Finger- und Zehenzwischenräumen oder auch am Nagelwall – schwellen an und schmerzen.

Bei einem Befall des Darms hingegen sind die Symptome eher unspezifisch und reichen von Blähungen und Durchfall über Verstopfung und Völlegefühl bis hin zu Müdigkeit und Kopfschmerzen. Auch plötzliche Nahrungsunverträglichkeiten können auf Candida hinweisen.

Warum ein Candida-Befall behandelt werden sollte

Auch wenn die Beschwerden nicht so tragisch erscheinen: Eine Ärztin oder einen Arzt sollten Sie immer drüber schauen lassen – und dann auch eine Behandlung aufgreifen. Denn sonst kann sich der Pilz weiter vermehren und zu schlimmeren Symptomen führen. Gelangt der Pilz über die Schleimhäute – an denen er sich ja besonders gerne aufhält – ins Körperinnere und so auch ins Blut, kann er auch eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Und die kann sehr schnell lebensgefährlich werden. Gerade, wer unter einem schwachen Immunsystem leidet, sollte daher immer auf eine Behandlung setzen.

Candida behandeln: Was bringen Hausmittel?

In der Apotheke gibt es einige Mittel, die teils auf Rezept, teils auch frei erhältlich sind und die in aller Regel gut helfen. Für die Haut gibt es pilzabtötende oder wachstumshemmende Salben und Cremes. Antimykotika gibt es aber in Form von Tabletten und Zäpfchen auch für die Scheide und als Lutschtabletten oder Suspensionen für den Mund. Zur Anwendung kommen Wirkstoffe wie Nystatin, Clotrimazol, Miconazol, Ciclopiroxolamin, Fluconazol, Itraconazol und Amphotericin B.

Damit man den Pilz wieder in den Griff bekommt und alles abgetötet wird, müssen diese Mittel über einen gewissen Zeitraum ohne Unterbrechung genutzt oder eingenommen werden. Ansonsten kann er sich erneut ausbreiten.

Bei leichten Beschwerden können auch Hausmittel bzw. Naturheilmittel wirksam sein, jedoch sollten Sie immer eine Ärztin oder einen Arzt zu Rate ziehen. Hausmittel gegen Candida albicans eignen sich eher als Unterstützung zur regulären Behandlung und vor allem bei einer Infektion des Darms.

  • Knoblauch wirkt antimykotisch, sollte aber nicht übermäßig bei niedrigem Blutdruck oder zusammen mit blutverdünnenden Medikamenten verzehrt werden.
  • Apfelessig unterstützt das Gleichgewicht der Darmflora und wirkt auch vorbeugend gegen einen zu hohen Befall an Candida.
  • Granatapfel: Der enthaltene Gerbstoff Punicalagin kann helfen, Hefepilze zu bekämpfen.
  • Zimt wirkt antiviral und antibakteriell sowie antimykotisch. Die Einnahme von Zimtkapseln, die Zimt in hohen Dosen beinhalten, sollten Sie aber immer ärztlich abklären.
  • Milchsäurebakterien: Rechtsdrehende Milchsäurebakterien halten die Darmflora im Gleichgewicht. Vor allem Joghurt, Dick- und Buttermilch sowie Quark sind sinnvoll, beispielsweise aber auch Sauerkraut und andere fermentierte Lebensmittel.
  • Tees: Anis, Fenchel, Kümmel und Koriander als Teemischung am besten selbst zusammenstellen. Und zwar zu gleichen Teilen, leicht zerstoßen und einen Esslöffel mit 250 ml kochendem Wasser übergießen. Knapp 10 Minuten ziehen lassen und genießen. Schmeckt und entspannt den Darm.
  • Salbei hilft als Spüllösung etwa bei Candidabefall im Mund – und sowieso bei Infektionen des Mund- und Rachenraumes.

Hinweis: Nicht nur auf Hausmittel gegen Candida setzen! Ärztliche Rücksprache und Behandlung ist in den meisten Fällen wichtig. Gerade bei einem Vaginalpilz sollten Sie von der Behandlung mit Hausmitteln absehen. Hier kann zu schnell größerer Schaden angerichtet werden. Fragen Sie Ihre Gynäkologin oder Ihren Gynäkologen um Rat.

Candida albicans im Darm: Ernährung umstellen?

Auf die Ernährung zu achten, ist ja sowieso sinnvoll und soll angeblich auch gegen Candida albicans und andere Konsorten helfen – besonders dann, wenn er sich im Darm zu sehr ausgebreitet hat.

Am besten ziehen Sie hier Ihre Ärztin oder Arzt für eine individuelle Ernährungsempfehlung zu Rate. Zu vermeiden ist Zucker: Süßigkeiten, gesüßte Getränke, Kuchen, Brotaufstriche – alles, was Zucker enthält, muss erst einmal vom Speiseplan verschwinden. So machen Sie Ihren Alltag zuckerfrei Und auch auf Alkohol sollten Sie während der Behandlungsdauer verzichten.

Backwaren und andere Speisen mit Hefe sollten Sie vermeiden. Wer auf Weißmehl verzichten kann, kann auch dies vom Speiseplan streichen. Besser sind Dinkel- und Roggen- oder Vollkornprodukte. Aber steigern Sie die Menge langsam und essen Sie nicht allzu viel davon. Bei Kohlenhydraten heißt es sowieso vorsichtig sein. Reis, Nudeln, Kartoffeln und Brot sind zwar erlaubt, aber nur in kleinen Mengen.

Gesetzt wird dagegen auf viel frisches Gemüse – jedoch nicht roh, sondern blanchiert. Auch Milchprodukte können empfehlenswert sein, je nach Absprache mit Ärztin oder Arzt. Nur Kefir sollten Sie vermeiden, denn der enthält Hefe. Auch Salat tut gut. Obst kann individuell ausprobiert werden. Probieren Sie es mit einem Stück Obst pro Tag. Sollten Sie es vertragen, können Sie die Menge sukzessive steigern.

Unterstützt wird alles durch ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Stilles Wasser und ungesüßte Kräutertees eignen sich am besten – alles selbstverständlich ungesüßt. Auch ungesüßter Kaffee ist in Maßen erlaubt.

Eine strikte Diät sollte aber ebenfalls ärztlich abgesprochen werden und reicht nicht als alleinige Behandlung.

Dass Candida albicans oft nur einfach als Candida bezeichnet wird, ist übrigens irreführend. Denn Candida ist eigentlich eine Gattung, zu der mehrere Hefepilze gehören. Candida albicans ist lediglich die am häufigsten nachgewiesene Spezies.

Weitere interessante Artikel zur Verdauung sowie Vagina oder auch zur richtigen Hautpflege finden Sie auf unseren Themenseiten.

Seite