13.05.2019

Verpackung prüfen! Rückruf! Blutdruckmittel Candesartan ist falsch gekennzeichnet

Der Apotheker hilft weiter: Das Blutdruckmittel Candesartan wurde zurückgerufen aufgrund einer falschen Kennzeichnung. Sie können die betroffenen Chargen in Ihrer Apotheke umtauschen.

Foto: imago images/Westend61

Der Apotheker hilft weiter: Das Blutdruckmittel Candesartan wurde zurückgerufen aufgrund einer falschen Kennzeichnung. Sie können die betroffenen Chargen in Ihrer Apotheke umtauschen.

Der Hersteller eines Blutdrucksenkers hat das Medikament in bestimmten Chargen zurückgerufen. Grund ist eine fehlerhafte Kennzeichnung der Wirkstoffstärke. Worauf Sie jetzt achten müssen.

Sofortiger Rückruf des Blutdrucksenkers Candesartan: Wie der Hersteller, das Pharmaunternehmen Puren Pharma GmbH & Co. KG mitteilte, werden bestimmte Chargen des Medikaments aufgrund einer fehlerhaften Kennzeichnung zurückgerufen. Betroffene können das Medikament in der Apotheke prüfen und austauschen lassen.

Rückruf von Candesartan: Blutdrucksenker ist falsch gekennzeichnet

Am Medikament selbst sei kein Mangel bekannt, der Rückruf geschieht, weil auf der Verpackung der betroffenen Chargen die falschen Wirkstoffmengen angegeben sind. Dies kann zu Über- oder Unterdosierung führen.

Betroffen sind folgende Candesartan-Chargen

Wer das Medikament einnimmt, sollte einen Blick auf folgende Daten auf der Verpackung werfen:

  • Candesartan-comp PUREN 32 mg/25mg, 98 Tabletten
  • Candesartan-comp PUREN 32 mg/12.5 mg, 98 Tabletten

PZN: 11354037 und 11354008

Ch.-B.: JDSB18002-A, JDSB18003-A, JDSB18004-A, JDSB18005-A, JDSB18006-A, JDSB18007-A, JDSB18008-A, JDSB18009-A, JDSB18010-A, JDSB18011-A, JDSB18011-C, JDSB18012-A, JDSB18013-A, JDSB18015-A

Laut Hersteller wird die betroffene Ware bereits seit 16. Juli 2018 an Apotheken und Krankenhäuser ausgeliefert. Die Angaben seien lediglich auf der Außenfaltschachtel falsch aufgedruckt. Auf den Blistern steht die korrekte Dosierung der Tabletten. Zudem betont das Unternehmen, dass bislang nur drei Packungen betroffen seien. Der Rückruf sei eine reine Formsache, stellen Sprecher des Unternehmens klar.

Mit gesundheitlichen Nebenwirkungen sei nicht zu rechnen

Auf seiner Seite teilt der Hersteller mit: "Es wurde ein Kennzeichnungsfehler festgestellt. Der Fehler betrifft die Angabe der Stärke auf der Faltschachtel: 32 mg/12,5 mg anstelle von 32 mg/25 mg." Die enthaltenen Tabletten stimmten dagegen wie erwähnt mit den Angaben auf den Blistern überein.

Eine medizinische Mitarbeiterin bestätigte gegenüber "t-online.de", dass die Einnahme nach den Angaben auf den Verpackungen nicht gefährlich sei. Mit gesundheitlichen Nebenwirkungen sei daher nicht zu rechnen.

Der Rückruf erfolgt bereits seit April 2019. In der damaligen Meldung schreibt das Unternehmen: "Apotheken werden gebeten, Kunden, die eines der genannten Präparate erhalten haben, zu informieren und die Rückgabe der Packungen zu veranlassen."

Was ist Candesartan?

Bei dem Blutdrucksenker Candesartan handelt es sich um ein sogenanntes Antihypertonikum, ein AT-II-Antagonist. Es wird bei essentieller arterieller Hypertonie verabreicht und wird vor allem aufgrund seiner effektiven Wirkung und wenigen Nebenwirkungen oft verschrieben. Zudem erhalten es Patienten, die an Herzinsuffizienz leiden oder kürzlich einen Herzinfarkt erlitten haben sowie Patienten mit Nierenerkrankungen und zusätzlicher Hypertonie oder Diabetes mellitus Typ 2. Auch kann der Wirkstoff recht niedrig dosiert werden: Schon vier, acht oder 16 mg senken den Blutdruck oft schon effektiv.

ACHTUNG: Patienten, die das Medikament einnehmen und die betroffenen Chargen zuhause haben, sollten dennoch nicht einfach so das Medikament absetzen. Sprechen Sie mit den Mitarbeitern in Ihrer Apotheke und mit Ihren Ärzten. Zudem steht der Hersteller für Rückfragen unter der kostenfreien Nummer 0800 2282847 zur Verfügung.

In der Vergangenheit machten bereits einige Rückrufe von Blutdruck senkenden Mitteln Schlagzeilen. Es handelte sich dabei allerdings um Rückrufe aufgrund von Verunreinigungen des Medikaments – wie etwa im Falle vom Rückruf des Blutdruckmittels Valsartan.

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