08.04.2019

Gesundheitsrisiken bestimmen Studien zeigen: Wer langsam geht, stirbt eher

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Dass regelmäßige Bewegung gesund hält, ist klar. Aber die Schrittgeschwindigkeit selbst kann auch Aufschluss darüber geben, wie gesund oder krank wir sind.

Foto: iStock/shapecharge

Dass regelmäßige Bewegung gesund hält, ist klar. Aber die Schrittgeschwindigkeit selbst kann auch Aufschluss darüber geben, wie gesund oder krank wir sind.

Ob und wie gut wir Krankheiten wie Krebs überwinden, lässt sich an unserem Geh-Tempo ablesen. Studien zeigen die Verbindung zum Sterberisiko.

Kann man dem Tod davon laufen? Zumindest ein bisschen, haben Forscher aus den USA herausgefunden. Tatsächlich lassen sich der Gesundheitszustand und das biologische Alter eines Menschen dadurch bestimmen, wie schnell er geht.

Gesundheit durch die Gehgeschwindigkeit bestimmen? Bessere Chancen bei OPs und Krebs dank Bewegung

Wie gesund jemand ist, stellen Ärzte anhand verschiedener Werte fest, zum Beispiel anhand des Body Mass Index (BMI) oder Blutdrucks. Biologisches Alter und Lebenserwartung hängen aber offenbar auch stark damit zusammen, wie schnell man zu Fuß unterwegs ist.

"Ein wirklich starker Vorhersage-Faktor für die Sterblichkeit ist das durchschnittliche Geh-Tempo", so die Wissenschaftlerin Christina M. Dieli-Conwright von der University of Southern California (USC). Es werde nur bislang viel zu wenig beachtet. Sie forscht schon länger zu diesem Zusammenhang und beschäftigt sich derzeit damit, wie Bewegung die Genesung von Brustkrebs-Patientinnen beeinflusst.

Wer krank ist, geht langsamer

Die Grundannahme der Forscherin: "Je schwerer krank jemand wird – sei es durch eine Krebsbehandlung oder andere körperliche Einschränkungen – desto mehr Kraft und Beweglichkeit verliert er." Jemand, der sich nie groß bewegt hat, wird außerdem auch von den Auswirkungen einer Chemotherapie (mit Bettlägerigkeit) härter getroffen.

In einigen Bereichen der Medizin ist die Schritt-Analyse schon als Faktor bekannt, wenn auch nicht Standard. Herz-Chirurgen können anhand des Geh-Tempos einschätzen, welche Patienten nach einer OP die größten Probleme haben werden, wieder fit zu werden. Auch Rückschlüsse von der Schrittgeschwindigkeit auf Herz-Kreislauferkrankungen und kognitive Beeinträchtigungen sollen möglich sein.

Mit dem Geh-Tempo das Körper-Alter bestimmen

Tatsächlich haben wir neben unserem chronologischen Alter laut Geburtsdatum noch ein biologisches Alter. Körperzellen – und vor allem die Blutgefäße – altern bei jedem Menschen unterschiedlich schnell; manche haben mit Mitte 40 schon mit Gefäßverkalkung zu kämpfen, andere haben mit 70 noch keinerlei Beschwerden. Ärzte können das biologische Alter u.a. durch spezielle Blutdruckmessungen, oder auch durch die Erhebung verschiedener Gesundheitsmerkmale bestimmen.

Neben BMI bzw. Idealgewicht-Berechnung, Cholesterin- und Blutdruckwerten könnte in Zukunft auch die durchschnittliche Schrittgeschwindigkeit als Maßstab herangezogen werden. In Studien zeigten Schnell-Geher einen langsameren Alterungsprozess als diejenigen, die eher gemächlich unterwegs waren. Auch wichtig: Vor allem wenn das gewöhnliche Geh-Tempo schlagartig abnimmt, kann das ein Warnzeichen für Krankheiten sein.

Wer jetzt glaubt, einfach nur einen Schritt schneller gehen zu müssen, um 100 Jahre alt zu werden, den müssen die Forscher leider enttäuschen. Aber wer bis ins hohe Alter körperlich aktiv ist, erhöht definitiv seine Chancen lange gesund zu bleiben und mit ein paar weiteren Regeln vielleicht auch länger zu leben –.

Mehr zu den Themen Herz-Kreislauf oder Krebs finden Sie auf unseren Themenseiten.

Die Original-Meldung der University of Southern California (USC) in englischer Sprache finden Sie hier.

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