21.02.2019

Bisher nur Wildtiere betroffen "Zombie-Krankheit": Für den Menschen gefährlich?

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Bisher tritt die "Zombie-Krankheit" nur bei Wild wie Hirschen, Elchen oder Rentieren auf. Symptome sind unter anderem Aggression und Angstverlust. Forscher prüfen nun, ob die Erkrankung auch auf den Menschen übertragbar ist, etwa durch den Verzehr von infiziertem Fleisch.

Foto: imago/alimdi

Bisher tritt die "Zombie-Krankheit" nur bei Wild wie Hirschen, Elchen oder Rentieren auf. Symptome sind unter anderem Aggression und Angstverlust. Forscher prüfen nun, ob die Erkrankung auch auf den Menschen übertragbar ist, etwa durch den Verzehr von infiziertem Fleisch.

Eine sogenannte "Zombie-Krankheit" breitet sich immer weiter aus – jetzt auch im Norden Europas. Betroffen sind bisher zwar nur Tiere. Behörden vermuten aber eine mögliche Gefahr für den Menschen. Was dahinter steckt.

Vorwiegend Hirsche, Rentiere und Elche erkranken an der sogenannten "Zombie-Krankheit", die sich derzeit stark ausbreitet. Betroffen sind bisher vor allem Tiere in den USA, Kanada, Südkorea, Norwegen und Finnland. Bauchschmerzen bereiten Forschern allerdings Laboruntersuchungen, die zeigen, dass die Krankheit auch auf Affen übertragbar ist. Laut einer amerikanischen Behörde könnte dies darauf schließen, dass die rätselhafte Erkrankung auch für den Menschen zur Gefahr werden könnte.

"Zombie-Krankheit" beunruhigt Gesundheitsbehörde

Die amerikanische Gesundheitsbehörde "Centers for Disease Control and Prevention" (CDC) hat nun eine Warnung ausgesprochen bezüglich der Krankheit. Die "Chronic Wasting Disease" (CWD), zu Deutsch etwa "Chronische Auszehrungskrankheit", endet bei den betroffenen Tieren tödlich, eine Behandlung oder gar Impfstoffe gibt es noch nicht.

Grund zur Sorge geben den Forschern aber vor allem neueste Studien, nach denen die Krankheit auch Affen infizieren kann. Da diese dem Menschen genetisch sehr ähnlich sind, sei demnach eine Übertragung auf menschliche Wirte nicht ausgeschlossen.

Bisher keine Fälle beim Menschen bekannt

Zwar sind bisher keine Ansteckungen bei Menschen bekannt. Ein Problem an der Krankheit sei aber, dass sie so leicht übertragbar ist – gleichzeitig aber eine Inkubationszeit von über einem Jahr haben kann. Außerdem sei der Erreger sehr robust: "Sobald CWD in einem Gebiet auftaucht, können die Erreger für lange Zeit in der Umgebung verbleiben", heißt es seitens CDC. In Südkorea sei die Krankheit demnach durch den Import von infiziertem Fleisch aufgetaucht.

Das Ansteckungspotential unter den Tieren ist hoch: In Gebieten mit frei lebenden Tieren soll sich der Erreger dabei auf jedes zehnte, in stark besiedelten Teilen sogar auf jedes vierte Tier übertragen haben – in Zucht seien fast 80 Prozent betroffen. Erste Fälle tauchten bereits in den 1960er Jahren auf, in letzter Zeit habe sie sich aber weiter ausgebreitet.

Übertragung durch Körperflüssigkeiten

Bislang gehen die Forscher davon aus, dass sich der Erreger über Körperflüssigkeiten überträgt – darunter Speichel, Blut, Kot und Urin. Es handelt sich dabei um ein anormal gefaltetes Protein, das auch ohne Wirt länger in der Umgebung verbleiben kann. Ein direkter Kontakt zwischen Tieren sei demnach wohl nicht zwingend nötig.

Woher der Name "Zombie-Krankheit" kommt

Warum aber "Zombie-Krankheit"? Der Name rühre nicht daher, dass infizierte Tiere plötzlich anfingen, andere zu fressen. Dennoch sind die Symptome schlimm und der Ausgang ist tödlich. Vergleichen lässt sie sich etwa mit BSE, dem sogenannten "Rinderwahnsinn", der in den 90er Jahren Schlagzeilen machte und beim Menschen als "Creutzfeldt-Jakob-Krankheit" auftreten kann und ebenfalls durch atypisch gefaltete Proteine ausgelöst wird.

Wie auch bei BSE schreitet die Erkrankung langsam voran und schädigt gesunde Proteine im Körper – vor allem im Gehirn und im Rückenmark.

Typische Symptome bei der "Zombie-Krankheit"

Folgende Symptome treten bei an CWD erkrankten Tieren auf:

  • Starker Gewichtsverlust
  • Geh- und Koordinationsschwierigkeiten
  • Teilnahmslosigkeit
  • Sabbern
  • Durst
  • Häufiges Urinieren
  • Angstverlust (auch vor Menschen)
  • Reizbarkeit bis hin zu Aggression
  • Herabhängende Ohren

Affen im Labor hatten sich infiziert, indem sie Fleisch von kranken Tieren gegessen hatten oder in Kontakt mit Gehirn- oder Körperflüssigkeiten kamen.

CDC gibt Warnung an Jäger heraus

Da bisher nicht geklärt ist, ob sich die "Zombie-Krankheit" tatsächlich auf den Menschen übertragen lässt und man daher auch nicht weiß, wie sie behandelbar wäre, warnt die CDC alle Jäger, ihre Wildbeute genau zu beobachten und niemals Fleisch von krank aussehenden Tieren zu essen – und schon gar nicht von solchen, die sie tot im Wald gefunden haben.

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