17.02.2019

Unangenehme Halsentzündung Seitenstrangangina: Halsschmerzen bis zum Ohr

Neben Halsschmerzen macht sich eine Seitenstrangangina auch oft über Ohrenschmerzen bemerkbar.

Foto: iStock/LittleBee80

Neben Halsschmerzen macht sich eine Seitenstrangangina auch oft über Ohrenschmerzen bemerkbar.

Eine Entzündung des Rachens kann äußerst unangenehm sein – und vor allem schmerzhaft. Wenn die Schmerzen dann aber noch bis ins Ohr ausstrahlen, könnten Sie an einer selteneren Form leiden: der Seitenstrangangina.

Bei einer Seitenstrangangina (Angina lateralis) sind die Lymphbahnen und Lymphknoten an den Seiten des oberen Halsbereichs mitbetroffen. Hier macht der Name der Erkrankung alle Ehre: "Angina" bedeutet so viel wie "Enge" oder "Beklemmung", "lateralis" ist lateinisch für "seitlich". Eine seitliche Beengung also.

Die Erkrankung tritt meist zusammen oder in Folge einer Erkältung auf, wenn die Lymphbahnen bereits geschwächt sind. Daher lässt sie sich auch nicht immer so leicht erkennen. Die seitlich verlaufenden Lymphbahnen sind nämlich ähnlich wie die Mandeln im Rachen und am Gaumen für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig. Die Mandeln wirken dabei allerdings wie eine vordere Barriere. Daher sind Menschen, denen die Mandeln herausgenommen wurden, anfälliger für eine Seitenstrangangina.

Die Symptome: Daran erkennen Sie eine Seitenstrangangina

Hauptsächlich erkennen Sie eine Seitenstrangangina an klassischen Erkältungssymptomen wie Schluckbeschwerden und Halsschmerzen.

Allerdings können häufig Ohrenschmerzen dazukommen, wenn die Lymphknoten stark geschwollen sind. Die drücken dann nämlich auf die Eustachische Röhre, die das Ohr mit dem Rachenraum verbindet. Dazu kommen oft auch Kopfschmerzen.

Zusammengefasst sollten Sie sich bei folgenden Symptomen auf eine Angina lateralis untersuchen lassen:

  • Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden
  • Ohrenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Abgeschlagenheit und Schwächegefühl
  • manchmal hohes Fieber

Wird eine Seitenstrangangina nicht richtig behandelt, können auch Komplikationen wie eine Mittelohrentzündung auftreten. Zudem kann ein Abszess im Rachenraum oder an den Gaumenmandeln entstehen, wenn sich die Erreger dort einnisten.

Manchmal treten auch nur einseitige Halsschmerzen auf, wenn nur eine Seite der Lymphbahnen betroffen ist.

Behandlung: Hausmittel und bei Bakterienbefall Antibiotika

Der Arzt behandelt eine Seitenstrangangina in schwereren Fällen mit Antibiotika, wenn die Entzündung bakteriell verursacht und nachdem über einen Abstrich die Art der erregenden Bakterien herausgefunden worden ist. Eine Bakterieninfektion zeigt sich durch gelblich-weißen Schleim im Rachen. Dabei handelt es sich meist um Pneumokokken oder Staphylokokken.

Sie kann aber auch viral hervorgerufen worden sein. Dann ist eine Antibiotika-Behandlung nicht hilfreich und sollte nur dann erfolgen, wenn sie nachweislich durch einen zusätzlichen bakteriellen Befall verschlimmert wird, wie die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. in den Leitlinien zur Antibiotikatherapie der Infektionen an Kopf und Hals betont.

Patienten sollten viel trinken und sich nach Möglichkeit wenig anstrengen. Typische Hausmittel gegen Halsschmerzen wie Halswickel, Kamillentee, Lutschbonbons und Inhalation sowie Gurgeln mit Salzwasser wirken entspannend und schmerzlindernd. Wer unter Fieber leidet und starke Schmerzen beim Schlucken hat, kann nach Rücksprache mit dem Arzt vorsichtig Paracetamol einnehmen.

Da eine Seitenstrangangina zwar selten ist, aber eher bei Menschen auftaucht, denen die Mandeln entfernt wurden, sollte man diesen Eingriff genau überdenken und Vorteile und Nachteile zusammen mit dem Arzt abwägen.

Vorsicht: Seitenstrangangina ist ansteckend

Die Erreger einer Seitenstrangangina sind im Grunde die, die auch eine Erkältung hervorrufen – sie übertragen sich via Tröpfcheninfektion über Husten oder Niesen. Ein Erkrankter ist daher auch ansteckend.

Ausnahme ist die sehr selten auftretende chronische Seitenstrangangina. Sie äußert sich durch trockenen Reizhusten sowie ständiges Räuspern und zähen Schleim beim Husten. Diese Symptome bleiben über Wochen bestehen und werden meist ausgelöst durch hohen Tabak- und Alkoholkonsum oder übermäßiges Einatmen von Staub. Die chronische Erkrankung lässt sich allerdings auch so therapieren, dass sie wieder ausheilt und die Halsschmerzen nachlassen.

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