09.01.2019

Vitaminmangel erkennen Gestresste Haut? Was Hautprobleme über Nährstoffmangel verraten

Von

Gestresste Haut kann auf einen Nährstoffmangel hindeuten. Was Sie bei trockenen oder fettigen Stellen, Falten oder rissigen Mundwinkeln beachten sollten.

Foto: iStock/jacoblund

Gestresste Haut kann auf einen Nährstoffmangel hindeuten. Was Sie bei trockenen oder fettigen Stellen, Falten oder rissigen Mundwinkeln beachten sollten.

Nur die Folgen des Vorabends oder steckt mehr dahinter? Wie Sie trockene Haut, Falten und andere Hautzeichen richtig deuten.

Ein Blick in Ihr Gesicht verrät viel mehr, als Sie denken. Dunkle Ringe und Knitterfalten unter den Augen? Fahle, gestresste Haut? Wenn Sie am Abend vorher ausgiebig feiern waren, sind die Ursachen klar. Doch falls Ihnen jeden Morgen ein blasses, fahles Gesicht entgegenblickt, könnte ein Nährstoffmangel dahinterstecken. Erfahren Sie, was Falten, trocken Lippen und andere Hautprobleme Ihnen verraten können.

Gestresste Haut hat viele Gesichter: Trockene Haut hat Durst

Trockene Haut ist in erster Linie ein Zeichen von Feuchtigkeitsmangel. Das kann zwei Ursachen haben: Nimmt man zu wenig Flüssigkeit auf, zeigt sich das in trockener, knittriger Haut, vor allem rund um Mund und Augen. Aber auch ein Nährstoffmangel kann dazu führen, dass die Haut die Feuchtigkeit nicht richtig speichern kann.

Das tut trockener Haut gut:

  • Ausreichend trinken: mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit pro Tag, bei Hitze und Sport mehr.
  • Alkohol meiden, denn er entwässert.
  • Vitamin C sorgt für glatte, jugendliche Haut: Kollagen kennen die meisten als Inhaltsstoff von teuren Gesichtscremes. Es baut unser Bindegewebe wie ein Stützkorsett auf und sorgt so für feste, glatte Haut. Normalerweise bildet unsere Haut selber ausreichend Kollagen, sofern sie Unterstützung bekommt. Einer der wichtigsten Helfer dabei ist Vitamin C. Das Abwehr-Vitamin steckt vor allem in Obst und Gemüse. Neben Zitrusfrüchten sollten regelmäßig rote Paprika und die Wunderknolle Kartoffel auf dem Speisplan stehen.
  • Feuchtigkeitsbooster Vitamin E: Vitamin E bindet Feuchtigkeit und polstert die Haut auf. Ein gesunder Vitamin-E-Pegel hilft die Haut zu straffen und schenkt ihr ein frisches, jugendliches Aussehen. Als starkes Antioxidans schützt es und unterstützt die Zellreparatur. Vitamin E gehört zu den fettlöslichen Vitaminen, die in der Leber gespeichert werden. Um eine Überdosierung zu vermeiden und wegen der besseren Verstoffwechslung, sollte es über gesunde Ernährung und nicht über Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden. Super Vitamin-E-Lieferanten sind hochwertige Öle, Nüsse und Samen wie Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl und Sonnenblumenkerne, Pinienkerne und ganz besonders Mandeln.

Falten erzählen Geschichten

Wir werden alle älter und kleine Fältchen rund um die Augen – sogenannte Krähenfüße – oder Mimikfalten um den Mund gehören dazu. Wenn sie aber übermäßig früh oder stark ausgeprägt auftreten, können Falten ein Zeichen für einen Nährstoffmangel sein. Verfrühte Faltenbildung kann durch einen Mangel an Vitamin B2 (Biotin), Vitamin B3 (Niacin) und Folsäure verursacht werden. Besser als eine teure Antifalten-Creme hilft ein Nährstoffmix aus der Natur.

So bekämpfen Sie Falten von innen heraus:

  • Biotin sorgt für eine gute Elastizität der Haut. Gute Biotin-Lieferanten sind Sojabohnen, Walnüsse, Haferflocken, Eier, Käse und Mandeln.
  • Niacin steckt in Fleisch und Fisch, besonders viel davon in Heilbutt, Lachs und Biokalbsleber, außerdem – wie schön für Kaffeeliebhaber – in gerösteten Kaffeebohnen.
  • Folsäure kommt aus dem Blattgrün und ist entsprechend in allen grünen Gemüsesorten enthalten, sowie in Hülsenfrüchten, Bierhefe und Huhn.
  • Vitamin C: Als Antioxidans schützt es die Zellen vor Schäden und hilft deshalb vorbeugend auch gegen Faltenbildung.

Empfindliche Haut braucht Zink und Omega-3

Empfindliche, gestresste Haut, entzündliche Hautausschläge, schlechte Wundheilung, erhöhte Infektanfälligkeit, Haarausfall – das alles kann auf einen Zinkmangel hindeuten. Das Spurenelement Zink unterstützt die Kollagenbildung, wirkt entzündungshemmend und fördert die Heilung.

Bei geröteter oder rissiger Haut und bei der Neigung zu Neurodermitis sollte man außerdem auf eine gute Omega-3-Versorgung setzen. Die wertvollen Fettsäuren sind besonders wirksam bei der Bekämpfung von Entzündungen, stecken aber nur in ein paar wenigen hochwertigen Ölen wie Leinöl, Hanf- und Rapsöl. Aber Vorsicht: Omega-3-Fettsäuren sind sehr hitzeempfindlich, deshalb sollte man diese Öle kalt im Salat verwenden oder erst nach dem Kochen oder Braten hinzugeben.

Fettige, unreine Haut spricht für hormonelle Störungen

Jede Haut ist anders. Die eine neigt zur Trockenheit, die andere zeigt bereits kurz nach dem Abpudern schon wieder glänzende Stellen. Kommen Pickel und Akne dazu, liegt das meist an einer übermäßigen Talgproduktion. Ursache ist häufig ein hormonelles Ungleichgewicht, deshalb ist unreine Haut ein typisches Pubertätsproblem. Aber auch in späteren Jahren kann das hormonelle Gleichgewicht durch Stress, Schwangerschaft oder die beginnenden Wechseljahre durcheinandergeraten.

Heilendes Vitamin A gegen unreine Haut

Unreine, zu Pickeln neigende Haut braucht Vitamin A (Retinol). Es unterstützt die Hauterneuerung, hemmt Entzündungen, reguliert die Talgproduktion und beugt damit Akne vor. Vitamin A steckt vor allem in Eiern, Käse, Bioleber, Hering und Sauerkraut.

Vornehme Blässe oder Mangelerscheinung?

Helle Haut ist eine Frage des Typs und natürlich der Lebensweise. Wer beispielsweise gerade aufs Examen büffelt und ständig am Schreibtisch hockt, ist naturgemäß eher blass. Außerdem neigen Menschen mit niedrigem Blutdruck zur Blässe. Manchmal ist eine auffallend blasse Gesichtshaut aber auch ein Alarmzeichen. Fehlen dem Körper wichtige Elemente für den Bau der roten Blutkörperchen, wie Eisen oder Vitamin B12, kann es zur Blutarmut (Anämie) kommen. Die häufigste Ursache für einen Eisenmangel bei Frauen ist der regelmäßige Blutverlust aufgrund starker Monatsblutungen. Vitamin-B12-Mangel betrifft hingegen vorwiegend strenge Veganer, denn das B-Vitamin steckt fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln. Manchmal sind auch Medikamente gegen Sodbrennen an den Mangelerscheinungen schuld. Protonenpumpen-Hemmer (PPI) reduzieren zwar die Magensäure, erschweren damit aber die Aufnahme von Eisen und Vitamin B12 im Dünndarm. Insbesondere bei Langzeiteinnahme von PPIs sollte man daran denken.

Das hilft bei blasser Haut:

  • Gönnen Sie Ihrem Körper ausreichend Eisen und Vitamin B12. Viel Eisen steckt in grünem Gemüse, Weizenkeimen, Nüssen und Fleisch. Ein bisschen Vitamin C dazu in Form von einem Spritzer Zitrone übers Schnitzel oder einem Apfelsaft zum Steak verbessert die Eisenaufnahme. Bei sehr niedrigen Eisenwerten hilft am besten ein gutes Eisenpräparat aus der Apotheke. Dies sollten Sie aber mit Ihrem Hausarzt absprechen.
  • Vitamin B12 steckt in Milchprodukten, Eiern, Fisch und Fleisch. Wer sich vegan ernährt, sollte regelmäßig seinen Vitamin-B12-Spiegel messen lassen und bei nachgewiesenem Mangel ein gutes Vitamin-B-12-Präparat einnehmen.
  • Gehen Sie raus an die frische Luft. Bewegung im Freien stärkt die Abwehrkräfte und sorgt ganz nebenbei für einen gut durchbluteten rosigen Teint.

Gelbstichiger Teint – oft ist die Leber schuld

Eine Gelbfärbung der Haut, umgangssprachlich als Gelbsucht bezeichnet, kann auf eine Erkrankung der Leber oder der Gallenwege hinweisen. Meist erkennt man das an den Augen am besten: Das Weiße der Augen zeigt einen deutlichen Gelbstich. Sicherheitshalber sollte das immer vom Arzt abgeklärt werden.

Das tut der Leber gut:

  • Vitamin E hilft der Leber, sich zu regenerieren. Olivenöl, Avocados und Weizenkeime enthalten eine Menge davon.
  • Bitterstoffe kurbeln die Gallenproduktion an und unterstützen so die Leber bei der Arbeit. Sie stecken in einigen pflanzlichen Lebensmitteln, allen voran Artischocken, Chicorée, Radicchio und Salbei.
  • Verzichten Sie möglichst eine Zeitlang auf alles, was die Leber zusätzlich belastet, wie Alkohol (vor allem Hochprozentiges) und Schmerzmittel.

Schau mir in die Augen, Kleines…

Die Augen sind der Spiegel der Seele und zeigen, ob es uns gut geht oder nicht. Nachdem die Haut um die Augen ganz besonders zart ist, sind die Anzeichen für Nährstoff-, Flüssigkeitsmangel oder schlechte Durchblutung hier als erstes erkennbar. Dunkle Schatten unter den Augen oder Knitterfältchen können uns wertvolle Hinweise geben.

Augenringe – manchmal fehlt Schlaf, manchmal Eisen

Bei Menschen, die wenig Unterhautfettgewebe besitzen, scheinen unter den Augen schnell die Blutgefäße durch. Dunkle Ringe sind die Folge. Häufig ist das einfach erblich bedingt. Besonders deutlich treten Augenringe jedoch hervor, wenn die Haut unter den Augen schlecht mit Sauerstoff versorgt ist, also typischerweise bei Schlafmangel. Auch ein Mangel des wertvollen Spurenelements Eisen führt zur mangelhaften Sauerstoffversorgung und somit zu Schatten unter den Augen.

Die besten Tipps gegen Augenringe:

  • Eisenreiche Ernährung, wie oben beschrieben
  • Ausreichend Schlafen in einem gut belüfteten Zimmer
  • Viel Bewegung sorgt für gute Sauerstoffversorgung
  • Rauchen aufhören, denn Rauchen verengt die Blutgefäße, verschlechtert die Sauerstoffversorgung und ruft somit Augenringe hervor.

Geschwollene Augen? Salz reduzieren!

Während wir schlafen, arbeiten unsere Nieren auf Hochtouren, denn die Lymphe muss aus dem Körper transportiert werden. Durch die waagerechte Schlafposition kann es zu einem kleinen Lymphstau kommen, deshalb zieren uns geschwollene Augenlider meistens morgens. Die Schwellung sollte aber ein, zwei Stunden nach dem Aufstehen verschwunden sein, ansonsten kann das für ein Nierenproblem sprechen. Manchmal liegt es aber einfach an einer zu salzreichen Ernährung.

Gegen geschwollene Augenlider hilft:

  • Salzarm essen, denn Salz zieht die Flüssigkeit ins Gewebe hinein und hält sie dort fest.
  • Vermeiden Sie eine stark eiweißreiche Ernährung, denn diese belastet auf Dauer die Nieren.
  • Eine mineralstoffreiche Ernährung mit ausreichend Magnesium, Kalium und Jod.
  • Ausreichend Trinken, denn das erleichtert die Nieren die Arbeit.
  • Etwas erhöht auf einem dickeren Kissen schlafen, um den Lymphabfluss zu unterstützen.

Trockene Lippen, eingerissene Mundwinkel

Die Haut der Lippen verfügt kaum über Fettdrüsen, deshalb verliert sie Feuchtigkeit besonders schnell und neigt zum Austrocknen. Trockene Heizungsluft im Winter oder übermäßig viel UV-Licht im Sommer lassen die empfindliche Haut der Lippen schnell gestresst reagieren. Unschön und obendrein ausgesprochen schmerzhaft sind auch eingerissene Mundwinkel. Wird man die lästigen Mundwinkelrhagaden, so der medizinische Fachausdruck, partout nicht mehr los, ist das meist ein deutlicher Hinweis auf einen Mangel an Eisen, Zink oder einen Mangel an B-Vitaminen.

Nährstoffcocktail für streichelzarte Lippen:

  • Vitamin B2 (Riboflavin) steckt in Fleisch, Fisch und Milchprodukten sowie in einigen pflanzlichen Lebensmitteln wie Grünkohl, Brokkoli, Erbsen und gelben Paprika. Besser verwertbar für den Körper ist das Riboflavin aus den tierischen Produkten.
  • Vitamin B-6 gibt den Lippen ihre natürliche Spannkraft zurück. Es steckt in Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und Haferflocken.
  • Zink spielt eine wichtige Rolle bei der Wundheilung und beim Zellwachstum. Das wertvolle Spurenelement steckt in Hähnchenbrust, Hülsenfrüchten, allen Meeresfrüchten und besonders viel in Austern. Sogar äußerlich tut es den Lippen gut als heilender Inhaltsstoff in Lippenpflegestiften.

Ein Vitaminmangel kann sich durch viele Symptome bemerkbar machen. Daran erkennen Sie aber auch, welche Vitamine Ihnen fehlen. Auf Nahrungsergänzungsmittel sollten Sie dann aber nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt zurückgreifen.

Mehr Tipps zur Hautpflege finden Sie auf unserer umfangreichen Themenseite.

Seite