14.09.2018

Unguis Incarnatus Eingewachsene Zehennägel: Unangenehm – aber behandelbar

Eingewachsene Zehennägel betreffen meist die großen Zehen und können nicht nur äußerst schmerzhaft sein, sondern sich auch stark entzünden. Tapes können die entzündeten Stellen entlasten. Wir verraten Tipps zur Selbsthilfe und Vorbeugung und sagen, wann Sie zum Podologen oder Arzt gehen sollten.

Foto: iStock/Willowpix

Eingewachsene Zehennägel betreffen meist die großen Zehen und können nicht nur äußerst schmerzhaft sein, sondern sich auch stark entzünden. Tapes können die entzündeten Stellen entlasten. Wir verraten Tipps zur Selbsthilfe und Vorbeugung und sagen, wann Sie zum Podologen oder Arzt gehen sollten.

Schmerzhaft, entzündet, manchmal sogar eitrig: Eingewachsene Fußnägel bedürfen einer sorgfältigen Behandlung. Wo das Problem herkommt und was Sie zu welchem Zeitpunkt unternehmen können.

Ein eingewachsener Zehennagel, in der Fachsprache Unguis Incarnatus genannt, ist nicht nur unschön anzusehen. Er verursacht vor allem eines: höllische Schmerzen. Denn durch den Druck des Nagels auf das umliegende Gewebe entstehen schnell Entzündungen.

Leidende wollen am liebsten mit allen Mitteln versuchen, das Problem wieder loszuwerden – doch das kann schlimme Folgen haben. Eingewachsene Zehennägel sollten Sie niemals selbstständig freischneiden. Die Wunde kann stark bluten, noch mehr schmerzen und sich schnell entzünden. Wie Sie selbst trotzdem Abhilfe schaffen können und wie Sie sich von vorne herein davor schützen.

Wie entstehen eingewachsene Zehennägel überhaupt?

Meist ist der große Zeh betroffen, wenn der Nagel einwächst. Das liegt vor allem an zu engem Schuhwerk, kombiniert mit falscher Nagelpflege. Denn wenn der Nagel bereits falsch geschnitten wird – nämlich zu weit nach unten –, kann er beim Nachwachsen leicht ins umliegende Nagelbett drücken. Die Haut stülpt sich dann weiter um den Nagel herum und wächst fest.

Da sich das Gewebe um den Nagel herum dabei auch noch entzündet, schwillt alles noch einmal mehr an und der eingewachsene Fußnagel wird zum großen Schmerzverursacher. Das durch die Entzündung entstehende "wilde Fleisch", auch Granulationsgewebe genannt, wuchert schnell.

Problematisch ist, dass am gereizten Gewebe schneller Bakterien in den Körper eindringen können, was wiederum zu einer Verschlimmerung der Entzündung führen kann. Selbst die Bettdecke oder Socken können bei Berührung zu schlimmen Schmerzen führen, an Schuhe ist oft gar nicht mehr zu denken.

Verschlimmert sich die Entzündung, kommen weitere Symptome wie Bluten oder gar Eiterbildung hinzu.

Was tun, wenn der Nagel im Bett steckt?

Ein eingewachsener Zehennagel ist leicht zu erkennen – Betroffene wissen in der Regel allein durch die Schmerzen, das gerötete, warme, geschwollene Gewebe und die wulstige Haut um den Nagel herum, dass dieser zu weit im Nagelbett steckt.

Bei schmerzhaften Fällen sollte eine medizinischen Fußpflege aufgesucht werden. Ein Podologe kann den Nagel in der Regel problemlos und hygienisch wieder freilegen.

Sollte der Nagel aber bereits weit eingewachsen sein und starke Beschwerden verursachen, können Hautarzt oder gar Fußchirurg besser helfen.

In ganz leichten Fällen gibt es auch Tipps, wie Sie dem eingewachsenen Nagel zu Hause entgegenwirken. Um weitere Schmerzen und Probleme zu verhindern, sollten Sie sich aber schnell darum kümmern.

Erste Tipps zur Behandlung: Sofortentlastung

Wenn Sie einen eingewachsenen Fußnagel bei sich entdecken, schneiden Sie auf keinen Fall blind los! Erst einmal sollten Sie Nagel und Nagelbett säubern und entlasten. Das klappt am besten so:

  1. Nehmen Sie ein warmes Fußbad, am besten mit Bittersalz, einer Tasse Apfelessig im Wasser oder einem beruhigenden Kamillenzusatz.
  2. Desinfizieren Sie die wunde Stelle, etwa mit Hautdesinfektionsmittel oder einer jodhaltigen, desinfizierenden Creme.
  3. Nun kommt Wund- und Heilsalbe auf den Rand des Nagels.
  4. Dann ein Pflaster drüber und möglichst ruhig halten. Tragen Sie wenn möglich erst einmal gar keine oder nur weite Schuhe.

Ist der Nagel noch nicht ganz so stark eingewachsen und das Nagelbett noch nicht entzündet, können Sie ein weiteres Einwachsen auch selbst verhindern. Auch hier hilft ein vorheriges Fußbad mit nachfolgender Desinfektion.

  1. Schneiden Sie den Nagel, wenn noch möglich, gerade ab. An den Rändern sollten Ecken bleiben.
  2. Die betreffende Nagelecke können Sie nun mithilfe einer sauberen, desinfizierten Nagelfeile vorsichtig anheben. Schieben Sie mithilfe einer Pinzette ein wenig Watte darunter.

So lässt sich der Druck ein wenig vom Gewebe nehmen und der Nagel kann in eine gesunde Richtung weiterwachsen. Die Watte sollten Sie regelmäßig wechseln und die Stelle säubern und desinfizieren. Wund- und Heilsalbe hilft auch hier. Auch Teebaumöl hilft als Hausmittel bei eingewachsenen Zehennägeln, es hält Haut und Nagel geschmeidig und desinfiziert gleichzeitig.

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Wann Sie spätestens zum Arzt oder zur Fußpflege gehen sollten

Podologen können den eingewachsenen Fußnagel auch tapen und damit die entzündete Stelle entlasten – oder eine Nagelspange anbringen, die den Nagel einerseits entlastet und ihn andererseits dazu bringt, wieder richtig zu wachsen.

In schlimmen Fällen kann allerdings eine Operation notwendig werden. Dabei verkleinert der behandelnde Arzt entweder den Nagel teilweise, schneidet also ein Stück ab, oder aber das Nagelbett wird verkleinert.

Bei der partiellen Nagelverkleinerung entfernt der Arzt die eingewachsene Nagelecke sowie umliegendes Gewebe.

Die Nagelbettverkleinerung, auch Nagelkeilexzision oder "Emmert-Plastik", wiederum wird gemacht, wenn ein eingewachsener Zehennagel immer wieder auftritt. Dann wird der Nagelwall an der Seite keilförmig entfernt. Das Nagelbett wird so schmaler und der Nagel kann nicht mehr so leicht einwachsen.

In beiden Fällen ist im Anschluss regelmäßiges Desinfizieren der Wunde sowie Überprüfen wichtig.

Eingewachsenen Zehennägeln vorbeugen: So entstehen schmerzhafte Stellen gar nicht erst

Auch beim Schneiden des Nagels können Sie bereits vorbeugen. Schneiden Sie den Zehennagel nicht zu rund und zu tief ein an den Rändern. Schneiden Sie lieber gerade.

Zudem sollten Sie auf zu enges Schuhwerk verzichten, wenn es möglich ist. Damit tun Sie Ihren Füßen auch noch weitere Gefallen. Enge Schuhe können nämlich zusätzlich die Fußknochen verschieben und so einen Hallux valgus, einen schmerzhaften Ballenzeh, verursachen. Auch das Entstehen von Hühneraugen wird durch Druck begünstigt.

Schuhe sollten zudem im besten Fall atmungsaktiv sein. Denn sind sie nicht nur eng, sondern auch wenig luftdurchlässig, schwitzen die Füße schneller. Die Haut wird durch die Flüssigkeit weicher und der Nagel hat ein Leichteres, sich in das weiche Nagelbett einzugraben. Das kann vor allem bei geschwollenen Füßen im Sommer schnell zu Problemen führen.

Wenn Sie Zuhause sind, laufen Sie ruhig vermehrt barfuß umher. Das entlastet Haut, Zehen und Knochen und stärkt zudem die Fußmuskulatur. Auch schwitzen die Füße so nicht so schnell. Unterwegs sind aber Socken angesagt – am besten aus Baumwolle. Regelmäßig wechseln nicht vergessen! Unsere 12 Tipps für gesunde Füße helfen Ihnen da sicherlich weiter.

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