11.06.2018

Kinderwunsch Ernährung des Mannes beeinflusst vor der Zeugung das Kind

Ernährung bei Kinderwunsch: Auch die Ernährung des Mannes spielt bereits vor der Zeugung eine Rolle für die Gesundheit des Kindes.

Foto: iStock/Astarot

Ernährung bei Kinderwunsch: Auch die Ernährung des Mannes spielt bereits vor der Zeugung eine Rolle für die Gesundheit des Kindes.

Wenn der Mann schon vor der Zeugung viel Fast Food isst, verändert das die Spermien. Das Kind kann später Übergewicht, Diabetes und Leberprobleme haben, so eine Studie.

Sie spielt auch beim Mann eine große Rolle: die Ernährung beim Kinderwunsch. Denn das Essen hat ausschlaggebenden Einfluss auf die Spermienqualität und kann daher beeinflussen, wie sich das Kind später entwickelt. Das hat eine aktuelle Studie jetzt weiter untermalt.

Je besser, sprich gesünder, die Ernährung der Frau vor Zeugung und Geburt ist, desto gesünder kann das Baby sein. Je schlechter und arm an Vitaminen, desto höher ist jedoch das Risiko für Krankheiten auch im späteren Leben des Kindes. Dieser Zusammenhang ist bekannt. Mediziner nennen das "fetale Programmierung". Eine besondere Rolle spielt dabei Folsäure. Das Vitamin wird Schwangeren routinemäßig verschrieben, um "Spina bifida", den offenen Rücken, bei Babys zu vermeiden.

Ernährung bei Kinderwunsch: Männer mit Fast-Food-Vorliebe gefährden ihre zukünftigen Kinder

Auch die Ernährung des Mannes spielt eine wichtige Rolle, wie sich immer deutlicher abzeichnet. So kann fettreiche Kost, die der Mann vor Zeugung zu sich nimmt, nicht nur die Gedächtnisleistung beim Nachwuchs schmälern, sondern noch weitere negative Folgen für das Kind haben, wie jetzt Wissenschaftler der Universität Potsdam in einer Studie feststellten.

Das sind die Frühzeichen einer Schwangerschaft:

Frühzeichen für Schwangerschaft

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Sie untersuchten, welchen Einfluss fett-, zucker- und salzreiche Ernährung bei Kinderwunsch des Vaters während und vor der Spermienreifung ausübt. Besonders reich an diesen ungünstigen Nährstoffen ist Fast Food, bevorzugtes Essen vieler junger Männer. Die Ergebnisse der Studie zeigten deutlich, dass diese Ernährungsweise später beim Kind negative Folgen haben kann, und zwar:

  1. Das Risiko, besonders groß und schwer schon bei der Geburt zu sein, steigt.
  2. Der Glukosestoffwechsel ist gestört, was als Vorstufe von Diabetes gilt.
  3. Leber und Bauchspeicheldrüse sind schon bei der Geburt belastet.

Wie Frauen dagegen steuern können

Das überhöhte Angebot an Fett, Zucker und Salz scheint also bei Männern die Erbinformation der Spermien negativ zu beeinflussen. Für Männer mit Kinderwunsch, die sich gerne von Burger, Hot Dog, Currywurst und Pommes ernähren, dürfte dieses Studienergebnis unbequem sein. Denn Fast-Food-Fans geben damit bewiesenermaßen dem Baby nicht das Beste mit auf den Lebensweg. Allerdings hat die Untersuchung auch ergeben, dass Frauen, die vor und in der Schwangerschaft Folsäure einnehmen, den negativen Effekt der falschen Ernährung der Väter etwas abpuffern können. Außerdem sollte sie beim Kinderwunsch Stress vermeiden.

Männer können gar nicht früh genug von Fast Food auf gesunde Kost wechseln

Männer sollten sich jedoch trotzdem hochwertiger und gesünder ernähren, wenn sie ein Kind planen. Dabei reicht es nicht, mal ein paar Wochen viel Gemüse und Obst zu essen und auf einen geringen Fettanteil zu achten.

Die Reifung von Spermien dauert 72 Tage, also mindestens zweieinhalb Monate. Sicherheitshalber sollten Männer jedoch schon ein bis zwei Jahre vor der geplanten Zeugung ihre Ernährung umstellen. Genaue Zahlen dazu gibt es jedoch noch nicht. Sicher ist: Je länger der Mann schon vor der Zeugung auf gesunde Ernährung umsteigt, umso besser.

Als Empfehlung für Männer vor einer geplanten Vaterschaft gilt letztendlich für die Ernährung bei Kinderwunsch also das gleiche wie für Frauen: Täglich frische Vitamine, vor allem in Form von Gemüse zu sich nehmen, wenig Fleisch, mehr Fisch essen, auf Wurst, Gegrilltes, tierische Fette und selbstverständlich Alkohol sowie Rauchen weitgehend verzichten, damit das Kind möglichst gute Voraussetzungen für einen gesunden Start ins Leben bekommt.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Diabetologia.

Ist es dann soweit, tut der Frau aber auch die richtige Ernährung gut, um zum Beispiel Schwangerschaftsdiabetes zu verhindern.

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